Detroit: Public Library

Detroit Public Library
Detroit Public Library r Ort: Detroit, Michigan (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: Cass Gilbert
Fertiggestellt/Eröffnet: 1921
Person: Andrew Carnegie
Verlag: The Detroit Publishing Co.
Signatur: 72253
Druckverfahren: Phostint
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Geäude der Detroit Public Library an der Woodward Avenue wurde 1921 eröffnet und ersetzte ein älteres Bibliotheksgebäude, die 1877 eröffnete Centre Park Library. Einen Teil der Mittel für den Neubau stiftete Andrew Carnegie im Jahr 1910; drei Jahre später wurde ein Architekturwettbewerb abgehalten, den der prominente Architekt Cass Gilbert (1859-1934) gewann. Sein Gebäude im Stil der italienischen Frührenaissance erhebt sich auf terrassiertem Gelände, den Mittelpunkt der symmetrischen Fassade aus weißem Marmor bildet die durch ionische Pilaster gegliederte Loggia. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und kriegsbedingt verzögerte sich der Bau, so dass die Eröffnung erst 1921 erfolgte. Das Gebäude galt damals als das schönste in Detroit. Nach Geoffrey Blodgett (1999) spiegeln Gilberts öffentliche Gebäude im Stil der Beaux-Arts-Architektur das optimistische amerikanische Bewusstsein wieder, Erbe griechischer Demokratie, römischen Rechts und des Humanismus der Renaissance zu sein*. Anfang der 1960er Jahre wurde das Gebäude um zwei Flügel erweitert, nach einem Entwurf von Gilberts Sohn Cass Gilbert Jr. und Francis J. Keally.

Die Karte ist im sog. „Phostint-Verfahren“ gedruckt, einer Weiterentwicklung des schweizerischen Photochromdrucks durch die Firma Detroit Publishing Company.

*Geoffrey Blodgett: Cass Gilbert: The Early Years. Minnesota Historical Society Press, 1999

Link: Cass Gilbert Society: Detroit Public Library

South Hadley: Mount Holyoke College

South Hadley: Mount Holyoke College, Williston Library
South_Hadley_Mount_Holyoke_College_Williston_Library_r Ort: South Hadley, Massachusetts
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: George F. Newton
Fertiggestellt/Eröffnet: 1905 / 1935
Person: Carnegie, Andrew
Verlag: The Albertype Co.
Gelaufen: 1938

Mount Holyoke College ist eine 1837 gegründete private Hochschule für Frauen in South Hadley, einer kleinen Stadt im Tal des Connecticut River (dem sog. Pioneer Valley). Nachdem ein Feuer das ursprüngliche Seminargebäude zerstört hatte, erfolgte ab 1896 eine Neugestaltung des Campus. Die Außenanlagen wurden von Frederick Law Olmsted, dem Begründer der amerikanischen Landschaftsarchitektur, entworfen. Ein neues Bibliotheksgebäude wurde 1905 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet; die Mittel dafür stammten zur Hälfte von dem Philanthropen Andrew Carnegie, zur anderen Hälfte aus einer Spendensammlung. Der Architekt George F. Newton hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert und vorher in der Firma Peabody & Stearns in Boston gearbeitet. Für die Bibliothek wählte er den Tudorstil; der Lesesaal ist eine Kopie der Westminster Hall im Palace of Westminster in London. 1917 wurde die Bibliothek nach A. Lyman Williston, dem Schatzmeister des College, benannt. Das Gebäude wurde mehrfach erweitert; die Karte zeigt vermutlich die erste Erweiterung aus dem Jahr 1935.

Link: New England Carnegies – Williston Memorial Library

Woodstock: Norman Williams Public Library

Woodstock Vermont Norman Williams Public Library
Woodstock Vermont Norman Williams Public Library r Ort: Woodstock (Vermont)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Richardsonian Romanesque
Architekt: Wilson Brothers & Company
Fertiggestellt/Eröffnet: 1884
Person: Norman Williams
Verlag: The Metropolitan News Co.
Signatur: 6027
Datierung (Karte): um 1910

 

Mit dem Bau der Öffentlichen Bibliothek von Woodstock (Vermont) wurde 1883 begonnen. Die Mittel dafür stammten von dem Industriellen und Philanthropen Edward H. Williams (1824-1899), der aus Woodstock gebürtig war und seiner Heimatstadt 30.000 Dollar für die Errichtung einer Bibliothek stiftete, zum Gedenken an seine Eltern Norman and Mary Williams. Auf dem Grundstück am „Vilage Green“ hatte vorher das Elternhaus von Edward H. Williams gestanden. 1884 wurde die Bibliothek eingeweiht und 1901 um einen Flügel ergänzt, für den Norman weitere 20.000 Dollar spendete. Das Gebäude wurde 1999/2000 umfassend saniert und im Inneren umgestaltet und wird heute noch als Bibliothek genutzt.

Link: The story of the Williams House

New York University: Gould Memorial Library

New York University: Gould Memorial Library
new york university gould memorial library r Ort: New York
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: Stanford White
Fertiggestellt/Eröffnet: 1899
Person: Jay Gould
Verlag: The Detroit Publishing Co.
Signatur: 8176
Bemerkung: Mehrfarbige Chromolithografie (Phostint)
Datierung (Karte): 1904-1905

Die 1831 gegründete New York University befand sich ursprünglich am Washington Square im Stadtteil Greenwich Village in Manhattan. Henry MacCracken, seit 1891 Kanzler der Universität, betrieb die Errichtung eines zweiten Campus in ruhiger Lage. Dafür wurde ein Grundstück in Fordham Heights in der Bronx erworben, das auf einer Anhöhe über dem Harlem River gelegen war und vorher dem belgischen Generalkonsul William Mali gehört hatte.

Mit dem Entwurf des Campus beauftragte MacCracken den bekannten Architekten Stanford White, Mitbegründer der Architekturfirma McKim, Mead, and White. Als Mittelpunkt des neuen University Heights Campus entwarf White die weithin sichtbare Bibliothek, die architektonisch vom Pantheon in Rom beeinflusst ist. Diese Form war bereits Anfang des 19. Jahrhunderts von Thomas Jefferson für die Bibliothek der University of Virginia (Rotunda) gewählt worden, ein weiteres Beispiel dafür ist die Low Library der Columbia University, die zur selben Zeit wie die Gould Memorial Library entstand. Die Mittel zum Bau der Bibliothek stammten von der Philanthropin Helen Miller Shepard. Das Gebäude wurde 1899 fertiggestellt und nach ihrem Vater, dem Unternehmer und Anleger Jay Gould, benannt. Zwei Jahre später wurde die „Hall of Fame for Great Americans“ eingeweiht, eine 192 Meter lange Kolonnade mit Bronzebüsten bedeutender Amerikaner, nach dem Vorbild der Ruhmeshalle in München.

1973 musste die New York University, dem Bankrott nahe, den University Heights Campus an das Bronx Community College verkaufen. 2012 wurde auf dem Campus eine neue Bibliothek eröffnet; das Gebäude der Gould Memorial library dient seitdem für Veranstaltungen.

Link: Elizabeth Macaulay-Lewis: The Gould Memorial Library: A Forgotten Stanford White Gem in the Bronx

Los Angeles: University of Southern California – Doheny Library

Los Angeles: University of Southern California - Doheny Library
Los_Angeles_Doheny_Library_r Ort: Los Angeles
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neoromanik
Architekt: Ralph Adams Cram
Fertiggestellt/Eröffnet: 1932
Person: Edward L. Doheny
Datierung (Karte): ca. 1940er Jahre

Den Ausgangspunkt zum Bau dieses prächtigen Bibliotheksgebäudes bildete ein tragisches Ereignis, das sich 1929 in einem Gästezimmer von Greystone Mansion in Beverly Hills zutrug. Das riesige Anwesen im Tudor-Stil, das 55 Zimmer umfasste und von einem großen Park umgeben war, war das Geschenk des Ölmagnaten Edward L. Doheny (1856-1935) an seinen Sohn Edward „Ned“ Doheny, der es mit seiner Frau und seinen fünf Kindern erst vier Monate zuvor bezogen hatte. Am Abend des 16. Februar wurde Ned Doheny, damals 35 Jahre alt, mit einem Schuß im Kopf tot aufgefunden. Nicht weit von ihm, ebenfalls durch einen Kopfschuss getötet, lag sein Freund und Sekretär Hugh Plunkett. Mord oder Selbstmod? Nach offizieller Lesart hatte Plunkett Doheny erschossen und dann die Waffe auf sich selbst gerichtet. Die Ermmittlungen wurden jedoch auffällig schnell eingestellt, und auch das anfangs große Medieninteresse kam bald zum Erliegen. Bis heute wird spekuliert, was sich damals wirklich zugetragen hat, und ob der Fall nicht in Zusammmenhang mit dem Teapot-Dome-Skandal stehen könnte, einem großen Bestechungsskandal im Zusammenhang mit der Vergabe von Ölförderrechten, der in den 1920er Jahren die USA erschütterte und in den Edward L. Doheny verwickelt war – er hatte im Jahr 1921 durch seinen Sohn Ned und Hugh Plunkett dem Innenminister Albert B. Fall die Summe von 100.000 Dollar zukommen lassen.

Nach dem tragischen Tod seines Sohnes beschlossen Doheny und seine zweite Frau Estelle, zum Andenken an ihn eine Bibliothek zu finanzieren. Sie spendeten der University of Southern California in Los Angeles, an der Ned studiert hatte, mehr als eine Million Dollar zum Bau der „Edward L. Doheny Jr. Memorial Library“. Der Entwurf für das 1932 eröffnete Gebäude satmmt von dem einflussreichen Architekten Ralph Adams Cram. Die Fassade ist von der romanischen Architektur Norditaliens inspiriert. Das Innere war mit modernster Technik ausgestattet und verfügte zum Beispiel über ein pneumatisches Bestellsystem.

Der sozialkritische Roman „Oil!“ von Upton Sinclair (1926-27) weist übrigens Parallelen zum Leben von Edward L. Doheny auf; ebenso der Film „There Will Be Blood“ von Paul Thomas Anderson (2007)

Link: We Shall Never Know: Murder, Money and the Enduring Mystery of Greystone Mansion

Richmond: Virginia State Library

Richmond: Virginia State Library
Richmond_Virginia_State_University_r Ort: Richmond, Virginia (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: William Poindexter
Fertiggestellt/Eröffnet: 1894
Verlag: Raphael Tuck & Sons
Signatur: 2396
Gelaufen: 1908

Die Staatsbibliothek von Virginia wurde 1823 gegründet und befand sich ursprünglich in einem kleinen Raum im Obergeschoss des Virginia State Capitol. Dieses markante Gebäude auf dem Shockoe Hill war in den Jahren 1785 bis 1792 nach einem Entwurf von Thomas Jefferson und Charles-Louis Clérisseau erbaut worden, architektonisches Vorbild war das Maison Carrée in Nîmes. Als die Bestände der Bibliothek wuchsen, befürchtete man den Kollaps des Gebäudes durch das Gewicht der Bücher oder den Ausbruch von Feuer und beschloss, in der Nähe des Kapitols einen repräsentativen Neubau zu errichten. Architekt war der aus Richmond stammende William Poindexter, ein Bruder des amtierenden Bibliothekars. Für seinen Entwurf entschied er sich gegen den Queen-Anne-Stil und für einen klassizistischen Baustil, der besser zu dem benachbarten Kapitol passte. 1894 wurde das Gebäude eingeweiht, jedoch in einer asymmetrischen, vorläufigen Form. Es beherbergte neben der Bibliothek auch den obersten Gerichtshof soie das Büro des Attorney General.

In den Jahren 1908 bis 1910 wurde ein Südflügel ergänzt, so dass die Westfassade symmetrisch wurde. Hier zog das Naturhistorische Museum ein. Nachdem 1916 ein Feuer in dem Gebäude ausgebrochen war, erfolgte 1921 ein weiterer Anbau, und im Jahr 1929 wurde die Hauptfassade stark umgeformt. Ausschlaggebend hierfür war die Ansicht, dass Poindexters Entwurf sich stilistisch doch von den älteren benachbarten Gebäuden abhob. Die Umgestaltung zielte vor allem auf eine Vereinfachung der Fassade ab. Im Jahr 1939 bezogen Bibliothek und Gericht ein neues Gebäude, das alte Gebäude wurde daraufhin von verschiedenen Behörden genutzt. Als diese in den 1970er Jahre ebenfalls auszogen, vefiel es zunehmend, und es gab Überlegungen, das Gebäude abzureißen oder nur die Säulen als „Folly“ stehenzulassen. 2004 entschloss man sich jedoch zur Renovierung und Erweiterung. Heute ist das Gebäude Sitz des State Department of Agriculture; seit 2005 ist es nach dem Anwalt und Bürgerrechtler Oliver Hill benannt.

Link: Virginia Department of Historic Resources – Virginia State Library (Oliver Hill Building)

Clyde (Ohio): Carnegie Library

Clyde (Ohio): Carnegie Library
Clyde_Ohio_Carnegie_Library_r Ort: Clyde, Ohio (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1906
Verlag: Curt Teich Co.
Signatur: 16163-C
Bemerkung: Sky-Tint-Karte
Datierung (Karte): um 1920

Das Gebäude der Öffentlichen Bibliothek von Clyde wurde 1906 an der Ecke West Buckeye und George Street eröffnet. Silas Richards, ein Richter von Clyde, hatte sich persönlich bei dem Industriellen und Philanthropen Andrew Carnegie dafür eingesetzt, dass er den Bau finanziell förderte. Das Gebäude ist aus Sandstein und verschiedenfarbigem Granit erbaut; 1996 wurde es renoviert und um einen Anbau im gleichen Baustil erweitert.

Die Ansichtskarte erschien im Verlag „Curt Teich & Company“. Der 1877 in Greiz (Thüringen) geborene Curt Teich war 1895 in die USA ausgewandert und hatte ein Unternehmen gegründet, das zum größten Ansichtskartenverlag der Vereinigten Staaten avancierte. Teich gilt als Pionier des Offsetdruckverfahrens in der Postkartenproduktion. Die Ansichtskarte der Carnegie-Bibliothek von Clyde ist im sog. „Sky-Tint“-Verfahren hergestellt, eine Mischtechnik, bei der eine schwarz-weiß Autotypie (Halftone) mit einem blauen lithografischen Druck für den Himmel kombiniert wird.

Link: Photo von Judge Silas S. Richards
Link: Metropolitan Post Card Club of New York: Drucktechniken

Dayton: Public Library

Dayton (Ohio): Public Library dayton ohio public library r
Ort: Dayton (Ohio), USA
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Historismus
Architekt: Peters and Burns
Fertiggestellt/Eröffnet: 1888
Verlag: Helmlinger & Co., Cincinnati
Fotograf: A. L. Bowersox
Signatur: 3
Datierung (Karte): ca. 1900-1910

Die Bibliothek wurde im Jahr 1888 fertiggestellt, im Zentrum von Dayton in der Mitte eines großen Platzes namens „Cooper Park“. Der Platz ging auf Daniel C. Cooper (1773-1818) zurück, einen der Stadtväter von Dayton, das das Land 1808 gekauft und es der Stadt übermacht hatte, um darauf Bäume zu pflanzen und Spazierwege für die Bürger und Besucher anzulegen. Das Bibliotheksgebäude der Architekten Peters and Burns wird teils als neoromanisch (Romanesque), teils als neogotisch (Southern French Gothic) bezeichnet. Zur Einweihung kamen über 700 Gäste, es spielte das Orchester des CVJM. Zwischen 1893 und 1932 befand sich im zweiten Stock ein Naturkundemuseum. Im Jahr 1962 wurde das Gebäude abgerissen, und die Bibliothek bezog einen benachbarten Neubau, der heute noch genutzt wird (Dayton Metro Library).

Das Photo stammt von dem Photographen A. Lincoln Bowersox, der zwischen 1884 und (mindestens) 1923 in Dayton tätig war. Er war ein Nachfahre deutscher Einwanderer, deren Familienname ursprünglich „Bauersachs“ gelautet hatte.

Link: Artikel von Lisa Powell mit vielen Abbildungen

Baltimore: George Peabody Library

 

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Ort: Baltimore, Maryland (USA)
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neo-Grec / Greek Revival
Architekt: Edmund George Lind
Fertiggestellt/Eröffnet: 1878
Person: George Peabody (1795-1869)
Verlag: I. & M. Ottenheimer Co.
Signatur: R-24439
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Peabody Institute ist ein Musikkonservatorium, das von dem Geschäftsmann und Banker George Peabody (1795-1869) gegründet wurde. Peabody hatte sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einem der reichsten Männer seiner Zeit hochgearbeitet und förderte später als Philanthrop zahlreiche kulturelle und Bildungsprojekte. Im Jahr 1857 spendete er 1,4 Millionen Dollar für die Gründung des Peabody Instituts, das eine Bibliothek, ein Konservatorium und eine Kunstgalerie umfasste. Nach Verzögerungen aufgrund des Bürgerkriegs wurde 1866 ein erster Flügel des Gebäudes am East Mount Vernon Place eröffnet; Architekt war der in England geborene Edmund George Lind. Ein weiterer Flügel wurde 1878 fertiggestellt, in ihm befindet sich der berühmte Bibliothekssaal, der sich über die gesamte Höhe des Gebäudes erstreckt und ein frühes Beispiel für eine Gußeisenkonstruktion in Verbindung mit einem Oberlicht aus Glas darstellt. Die Bibliothek enthält an die 300.000 Bände vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert. 1977 wurde das Peabody Institute in die Johns Hopkins Universität integriert.

Link: Archipedia: Peabody Institute

Dallas: Carnegie Library

Dallas: Carnegie Library (Marshall R. Sanguinet, 1901)
dallas carnegie library r Ort: Dallas, Texas (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neoklassizismus / Neorenaissance
Architekt: Marshall R. Sanguinet
Fertiggestellt/Eröffnet: 1901
Verlag: Raphael Tuck & Sons
Signatur: 2012
Bemerkung: Absender war Mitglied einer Tauschverbindung
Gelaufen: 1906

Das erste Gebäude der öffentlichen Bibliothek von Dallas wurde mit Mitteln des Philanthropen Andrew Carnegie erbaut; es wurde 1901 an der Ecke Commerce und Harwood Street eröffnet. An dem Architekturwettbewerb hatten sich 13 Firmen beteiligt; die Wahl fiel auf die Firma Sanguinet & Staats aus Fort Worth. Da Fort Worth damals als Rivale von Dallas galt, wurde es mit Enttäuschung aufgenommen, dass sich kein Architekt aus Dallas durchgesetzt hatte. (Kurioserweise wurde jedoch die Carnegie-Bibliothek von Fort Worth, die im selben Jahr eröffnet worden war, von Herbert M. Greene, einem Architekten aus Dallas, entworfen). Im Erdgeschoss der Bibliothek befand sich der Lesesaal, im ersten Stock ein Auditorium („Carnegie Hall“) sowie eine Kunstsammlung, aus der später das Dallas Museum of Art hervorgehen sollte. Die Fassade des Gebäudes wird von acht ionischen Säulen gegliedert, die sich über zwei Stockwerke erstrecken; das Dach wird von einer Aladins-Lampe als Symbol der Bildung gekrönt. Nicht lange nach Eröffnung erwies sich die Bibliothek bereits als zu klein, und Ende der 1920er Jahre wurden Stimmen nach einem Neubau laut. In den 1940er Jahren war die Bausubstanz bereits so heruntergekommen, dass man darüber diskutierte, ob Oklahoma oder Texas „die schlechteste Bibliothek der Nation“ besäßen! 1954 wurde das Gebäude abgerissen und durch einen Neubau an selber Stelle ersetzt.

Link: The History of the Dallas Public Library