Philadelphia: University of Pennsylvania, Furness Library

University of Pennsylvania: Furness Library

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Ort: Philadelphia, Pennsylvania
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Frank Furness
Fertiggestellt/Eröffnet: 1891
Fotograf: Karl F. Lutz
Signatur: 204
Datierung (Karte): 1939
Gelaufen: 1948

Frank Heyling Furness (1839-1912) war einer der bedeutendsten Architekten der USA im 19. Jahrhundert. Viele seiner Gebäude in Philadelphia und Umgebung existieren heute nicht mehr, glücklicherweise aber sein Meisterwerk, die Bibliothek der University of Pennsylvania. Eingeweiht im Februar 1891, galt sie als modernste Bibliothek des Landes. Für ihren Entwurf hatte sich Furness unter anderem mit Melvil Dewey beraten, dem Entwickler der Dewey-Dezimalklassifikation. Ihr architektonischer Wert wurde jedoch schon bald anders gesehen. Zwei Anbauten in den Jahren 1916 und 1931 verändert ihre Gestalt, und es gab sogar Pläne, das gesamte Gebäude im Stil der Collegiate Gothic umzubauen. In den 1950er Jahren war von Abriss die Rede, begleitet von Protesten der Studenten. Zu dieser Zeit setzte eine Neubewertung des Gebäudes ein; so nannte der Architekt Frank Lloyd Wright die Bibliothek bei einem Besuch „das Werk eines Künstlers“. 1985 wurde sie zum National Historic Landmark erklärt und 1991 umfassend saniert. Der Hauptbestand der Bibliothek befindet sich heute in der 1962 fertiggestellten Van Pelt Library, während das Gebäude von Furness die Fisher Fine Arts Library beherbergt.

Das Foto stammt von dem aus Heidelberg gebürtigen Fotografen Karl Frederick Lutz (1896-1976), der um 1927 in die USA auswanderte und sich in Philadelphia niederliess. Viele seiner Fotos wurden für Ansichtskarten verwendet.

Link: Furness Library, University of Pennsylvania
Link: Athenaeum of Philadelphia – Karl Lutz Collection

Portland: Central Library

Portland Central Library

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Ort: Portland, Oregon (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Georgianische Architektur
Architekt: A. E. Doyle
Fertiggestellt/Eröffnet: 1913
Signatur: 403
Bemerkung: Azo Gelatin Prints
Datierung (Karte): 1913 – 1918

Die Karte zeigt die 1913 fertiggestellte Öffentliche Bibliothek von Portland (Oregon). Bereits 1864 hatten Geschäftsleute in Portland eine Bibliothek gegründet, die seit 1902 allen Bürgern der Stadt offenstand. 1893 war ein eigenes Gebäude in der Stark Street eröffnet worden, in dessen Erdgeschoss sich die Bibliothek befand, während der erste Stock die Portland Art Association beherbergte. Zwischen 1905 und 1910 wuchs die Bevölkerung von Portland von 161.000 auf 270.000 – ein Wachstum, das unter anderem auf die Lewis and Clark Centennial Exposition von 1905 zurückging, die von 1,6 Millionen Besuchern aus aller Welt besucht worden war. Durch das Wachstum der Stadt war das Gebäude in der Stark Street zu klein geworden, und so wurde in den Jahren 1912 bis 1913 das repräsentative Gebäude in der SW 10th Avenue erbaut. Der Entwurf stammte von dem bekannten Architekten Albert Ernest Doyle (A. E. Doyle), der zu der Zeit mit William B. Patterson die Firma Doyle & Patterson bildete. Architektonische Vorbilder waren unter anderem die Boston Public Library sowie die Bibliothèque Sainte Geneviéve in Paris. Bei seinem Entwurf arbeitete Doyle eng mit der Bibliothkarin Mary Frances Isom zusammen. Die Bibliothek war eine der ersten in den USA mit Freihandaufstellung. Am Tag der Eröffnung erschienen Hunderte von Einwohnern von Portland „with a hint of the elated swagger that is a symptom of the ‚joy of possession‘“ (The Oregonian, 07.09.1913). In den 1990er Jahren wurde das Gebäude umfassend saniert.

Das Foto zeigt die Bibliothek von der Ecke SW 10th Avenue und SW Yamhill Street. Bei der Datierung der Karte hilft der Guide to Real Photo Postcards von Alan Petrulis. Demnach war dieses Fotopapier (Azo Gelatin Prints) zwischen 1904 und 1918 in Verwendung.

Link: Jim Carmin: Central Library (Multnomah County Library)

South Bend: Public Library

South Bend Public Library

South Bend Public Library r

Ort: South Bend, Indiana (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Historismus
Fertiggestellt/Eröffnet: 1896
Verlag: Souvenir Post Card Co.
Signatur: 4102
Datierung (Karte): um 1905

Die öffentliche Bibliothek von South Bend wurde 1888 gegründet und war anfangs zusammen mit der South Bend Tribune im obersten Stockwerk des Oliver Opera House in der Main Street untergebracht. Dieses Opernhaus war von dem aus Schottland stammenden Industriellen und Erfinder James Oliver finanziert worden, der 1857 in South Bend eine Pflugfabrik gegründet hatte. Ein eigenes Bibliotheksgebäude wurde 1896 an der Ecke Main Street und Wayne Street eröffnet. Das Gebäude aus rotem Sandstein wurde wegen seiner viktorianischen Anmutung auch „The Castle“ genannt und soll zugig und kalt gewesen sein. 1958 wurde es abgerissen und an der gleichen Stelle ein Neubau errichtet, der 1960 eröffnet wurde.

Stempel Post Card UnionDie Postkarte ist von einem Mitglied der „Post Card Union of America“ an einen Empfänger in England adressiert. Dieser frühe Tauschklub hatte in seiner Blütezeit um 1910 an die 10.000 Mitglieder, die untereinander Ansichtskarten austauschten. Auf der Rückseite der Karte sieht man den Stempel mit dem (nur teilweise lesbaren) Text „Registered Member – The Post Card Union of America – We Circle the Globe – Executive Offices Philadelphia U.S.A“

Link: St. Joseph County Public Library – Our History

Ann Arbor: William L. Clements Library

Ann Arbor: University of Michigan, William L. Clements Library
Ann_Arbor_Clements_Library_r Ort: Ann Arbor, Michigan
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neorenaissance
Architekt: Albert Kahn
Fertiggestellt/Eröffnet: 1923
Person: William L. Clements
Verlag: The Albertype Co. / Geo. Wahr
Bemerkung: Handkoloriert
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Die Bibliothek ist nach William L. Clements benannt, einem aus Ann Arbor gebürtigen Industriellen und Bibliophilen, der an der University of Michigan Maschinenbau studiert hatte, zwischen 1909 und 1933 Mitglied des Board of Regents (einer Art Verwaltungsrat) der Universität war und ihr im Lauf seines Lebens mehr als 20 Millionen Dollar spendete. Er war mit der Produktion von Dampfbaggern reich geworden, die beim Bau des Panamakanals eingesetzt wurden. Seine Leidenschaft galt dem Sammeln von Büchern und Dokumenten über die amerikanische Geschichte. Seine Sammeltätigkeit fiel in die „goldene Ära“ für Bibliophile, da in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende viele britische Adelsbibliotheken sowie amerikanische Privatbibliotheken verkauft wurden. So erwarb er zum Beispiel 1920 den Nachlass von William Petty, 2. Earl of Shelburne, des britischen Premierministers, der die Friedensverhandlungen nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führte. 1921 vermachte Clements seine Sammlung der University of Michigan und spendete zusätzlich die Mittel für den Bau eines eigenen Bibliotheksgebäudes, mit dessen Entwurf der bekannte deutschamerikanische Architekt Albert Kahn (1869-1942) beauftragt wurde. Kahn orientierte sich dabei an einem Pavillon im Park der Villa Farnese in der Nähe von Viterbo, dem sog. Casino Villino bzw. Casino del Piacere. Die Clements Library wurde 1923 eingweiht. Obwohl Kahn sich vor allem als Industriearchitekt einen Namen gemacht hatte, war er auf dieses Gebäude besonders stolz.

Link: History of the William L. Clements Library
Link: Gardens in Italy – Villa Farnese (Caprarola)

Detroit: Public Library

Detroit Public Library
Detroit Public Library r Ort: Detroit, Michigan (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: Cass Gilbert
Fertiggestellt/Eröffnet: 1921
Person: Andrew Carnegie
Verlag: The Detroit Publishing Co.
Signatur: 72253
Druckverfahren: Phostint
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Geäude der Detroit Public Library an der Woodward Avenue wurde 1921 eröffnet und ersetzte ein älteres Bibliotheksgebäude, die 1877 eröffnete Centre Park Library. Einen Teil der Mittel für den Neubau stiftete Andrew Carnegie im Jahr 1910; drei Jahre später wurde ein Architekturwettbewerb abgehalten, den der prominente Architekt Cass Gilbert (1859-1934) gewann. Sein Gebäude im Stil der italienischen Frührenaissance erhebt sich auf terrassiertem Gelände, den Mittelpunkt der symmetrischen Fassade aus weißem Marmor bildet die durch ionische Pilaster gegliederte Loggia. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und kriegsbedingt verzögerte sich der Bau, so dass die Eröffnung erst 1921 erfolgte. Das Gebäude galt damals als das schönste in Detroit. Nach Geoffrey Blodgett (1999) spiegeln Gilberts öffentliche Gebäude im Stil der Beaux-Arts-Architektur das optimistische amerikanische Bewusstsein wieder, Erbe griechischer Demokratie, römischen Rechts und des Humanismus der Renaissance zu sein*. Anfang der 1960er Jahre wurde das Gebäude um zwei Flügel erweitert, nach einem Entwurf von Gilberts Sohn Cass Gilbert Jr. und Francis J. Keally.

Die Karte ist im sog. „Phostint-Verfahren“ gedruckt, einer Weiterentwicklung des schweizerischen Photochromdrucks durch die Firma Detroit Publishing Company.

*Geoffrey Blodgett: Cass Gilbert: The Early Years. Minnesota Historical Society Press, 1999

Link: Cass Gilbert Society: Detroit Public Library

South Hadley: Mount Holyoke College

South Hadley: Mount Holyoke College, Williston Library
South_Hadley_Mount_Holyoke_College_Williston_Library_r Ort: South Hadley, Massachusetts
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: George F. Newton
Fertiggestellt/Eröffnet: 1905 / 1935
Person: Carnegie, Andrew
Verlag: The Albertype Co.
Gelaufen: 1938

Mount Holyoke College ist eine 1837 gegründete private Hochschule für Frauen in South Hadley, einer kleinen Stadt im Tal des Connecticut River (dem sog. Pioneer Valley). Nachdem ein Feuer das ursprüngliche Seminargebäude zerstört hatte, erfolgte ab 1896 eine Neugestaltung des Campus. Die Außenanlagen wurden von Frederick Law Olmsted, dem Begründer der amerikanischen Landschaftsarchitektur, entworfen. Ein neues Bibliotheksgebäude wurde 1905 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet; die Mittel dafür stammten zur Hälfte von dem Philanthropen Andrew Carnegie, zur anderen Hälfte aus einer Spendensammlung. Der Architekt George F. Newton hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert und vorher in der Firma Peabody & Stearns in Boston gearbeitet. Für die Bibliothek wählte er den Tudorstil; der Lesesaal ist eine Kopie der Westminster Hall im Palace of Westminster in London. 1917 wurde die Bibliothek nach A. Lyman Williston, dem Schatzmeister des College, benannt. Das Gebäude wurde mehrfach erweitert; die Karte zeigt vermutlich die erste Erweiterung aus dem Jahr 1935.

Link: New England Carnegies – Williston Memorial Library

Woodstock: Norman Williams Public Library

Woodstock Vermont Norman Williams Public Library
Woodstock Vermont Norman Williams Public Library r Ort: Woodstock (Vermont)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Richardsonian Romanesque
Architekt: Wilson Brothers & Company
Fertiggestellt/Eröffnet: 1884
Person: Norman Williams
Verlag: The Metropolitan News Co.
Signatur: 6027
Datierung (Karte): um 1910

 

Mit dem Bau der Öffentlichen Bibliothek von Woodstock (Vermont) wurde 1883 begonnen. Die Mittel dafür stammten von dem Industriellen und Philanthropen Edward H. Williams (1824-1899), der aus Woodstock gebürtig war und seiner Heimatstadt 30.000 Dollar für die Errichtung einer Bibliothek stiftete, zum Gedenken an seine Eltern Norman and Mary Williams. Auf dem Grundstück am „Vilage Green“ hatte vorher das Elternhaus von Edward H. Williams gestanden. 1884 wurde die Bibliothek eingeweiht und 1901 um einen Flügel ergänzt, für den Norman weitere 20.000 Dollar spendete. Das Gebäude wurde 1999/2000 umfassend saniert und im Inneren umgestaltet und wird heute noch als Bibliothek genutzt.

Link: The story of the Williams House

New York University: Gould Memorial Library

New York University: Gould Memorial Library
new york university gould memorial library r Ort: New York
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: Stanford White
Fertiggestellt/Eröffnet: 1899
Person: Jay Gould
Verlag: The Detroit Publishing Co.
Signatur: 8176
Bemerkung: Mehrfarbige Chromolithografie (Phostint)
Datierung (Karte): 1904-1905

Die 1831 gegründete New York University befand sich ursprünglich am Washington Square im Stadtteil Greenwich Village in Manhattan. Henry MacCracken, seit 1891 Kanzler der Universität, betrieb die Errichtung eines zweiten Campus in ruhiger Lage. Dafür wurde ein Grundstück in Fordham Heights in der Bronx erworben, das auf einer Anhöhe über dem Harlem River gelegen war und vorher dem belgischen Generalkonsul William Mali gehört hatte.

Mit dem Entwurf des Campus beauftragte MacCracken den bekannten Architekten Stanford White, Mitbegründer der Architekturfirma McKim, Mead, and White. Als Mittelpunkt des neuen University Heights Campus entwarf White die weithin sichtbare Bibliothek, die architektonisch vom Pantheon in Rom beeinflusst ist. Diese Form war bereits Anfang des 19. Jahrhunderts von Thomas Jefferson für die Bibliothek der University of Virginia (Rotunda) gewählt worden, ein weiteres Beispiel dafür ist die Low Library der Columbia University, die zur selben Zeit wie die Gould Memorial Library entstand. Die Mittel zum Bau der Bibliothek stammten von der Philanthropin Helen Miller Shepard. Das Gebäude wurde 1899 fertiggestellt und nach ihrem Vater, dem Unternehmer und Anleger Jay Gould, benannt. Zwei Jahre später wurde die „Hall of Fame for Great Americans“ eingeweiht, eine 192 Meter lange Kolonnade mit Bronzebüsten bedeutender Amerikaner, nach dem Vorbild der Ruhmeshalle in München.

1973 musste die New York University, dem Bankrott nahe, den University Heights Campus an das Bronx Community College verkaufen. 2012 wurde auf dem Campus eine neue Bibliothek eröffnet; das Gebäude der Gould Memorial library dient seitdem für Veranstaltungen.

Link: Elizabeth Macaulay-Lewis: The Gould Memorial Library: A Forgotten Stanford White Gem in the Bronx

Los Angeles: University of Southern California – Doheny Library

Los Angeles: University of Southern California - Doheny Library
Los_Angeles_Doheny_Library_r Ort: Los Angeles
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neoromanik
Architekt: Ralph Adams Cram
Fertiggestellt/Eröffnet: 1932
Person: Edward L. Doheny
Datierung (Karte): ca. 1940er Jahre

Den Ausgangspunkt zum Bau dieses prächtigen Bibliotheksgebäudes bildete ein tragisches Ereignis, das sich 1929 in einem Gästezimmer von Greystone Mansion in Beverly Hills zutrug. Das riesige Anwesen im Tudor-Stil, das 55 Zimmer umfasste und von einem großen Park umgeben war, war das Geschenk des Ölmagnaten Edward L. Doheny (1856-1935) an seinen Sohn Edward „Ned“ Doheny, der es mit seiner Frau und seinen fünf Kindern erst vier Monate zuvor bezogen hatte. Am Abend des 16. Februar wurde Ned Doheny, damals 35 Jahre alt, mit einem Schuß im Kopf tot aufgefunden. Nicht weit von ihm, ebenfalls durch einen Kopfschuss getötet, lag sein Freund und Sekretär Hugh Plunkett. Mord oder Selbstmod? Nach offizieller Lesart hatte Plunkett Doheny erschossen und dann die Waffe auf sich selbst gerichtet. Die Ermmittlungen wurden jedoch auffällig schnell eingestellt, und auch das anfangs große Medieninteresse kam bald zum Erliegen. Bis heute wird spekuliert, was sich damals wirklich zugetragen hat, und ob der Fall nicht in Zusammmenhang mit dem Teapot-Dome-Skandal stehen könnte, einem großen Bestechungsskandal im Zusammenhang mit der Vergabe von Ölförderrechten, der in den 1920er Jahren die USA erschütterte und in den Edward L. Doheny verwickelt war – er hatte im Jahr 1921 durch seinen Sohn Ned und Hugh Plunkett dem Innenminister Albert B. Fall die Summe von 100.000 Dollar zukommen lassen.

Nach dem tragischen Tod seines Sohnes beschlossen Doheny und seine zweite Frau Estelle, zum Andenken an ihn eine Bibliothek zu finanzieren. Sie spendeten der University of Southern California in Los Angeles, an der Ned studiert hatte, mehr als eine Million Dollar zum Bau der „Edward L. Doheny Jr. Memorial Library“. Der Entwurf für das 1932 eröffnete Gebäude satmmt von dem einflussreichen Architekten Ralph Adams Cram. Die Fassade ist von der romanischen Architektur Norditaliens inspiriert. Das Innere war mit modernster Technik ausgestattet und verfügte zum Beispiel über ein pneumatisches Bestellsystem.

Der sozialkritische Roman „Oil!“ von Upton Sinclair (1926-27) weist übrigens Parallelen zum Leben von Edward L. Doheny auf; ebenso der Film „There Will Be Blood“ von Paul Thomas Anderson (2007)

Link: We Shall Never Know: Murder, Money and the Enduring Mystery of Greystone Mansion

Richmond: Virginia State Library

Richmond: Virginia State Library
Richmond_Virginia_State_University_r Ort: Richmond, Virginia (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: William Poindexter
Fertiggestellt/Eröffnet: 1894
Verlag: Raphael Tuck & Sons
Signatur: 2396
Gelaufen: 1908

Die Staatsbibliothek von Virginia wurde 1823 gegründet und befand sich ursprünglich in einem kleinen Raum im Obergeschoss des Virginia State Capitol. Dieses markante Gebäude auf dem Shockoe Hill war in den Jahren 1785 bis 1792 nach einem Entwurf von Thomas Jefferson und Charles-Louis Clérisseau erbaut worden, architektonisches Vorbild war das Maison Carrée in Nîmes. Als die Bestände der Bibliothek wuchsen, befürchtete man den Kollaps des Gebäudes durch das Gewicht der Bücher oder den Ausbruch von Feuer und beschloss, in der Nähe des Kapitols einen repräsentativen Neubau zu errichten. Architekt war der aus Richmond stammende William Poindexter, ein Bruder des amtierenden Bibliothekars. Für seinen Entwurf entschied er sich gegen den Queen-Anne-Stil und für einen klassizistischen Baustil, der besser zu dem benachbarten Kapitol passte. 1894 wurde das Gebäude eingeweiht, jedoch in einer asymmetrischen, vorläufigen Form. Es beherbergte neben der Bibliothek auch den obersten Gerichtshof soie das Büro des Attorney General.

In den Jahren 1908 bis 1910 wurde ein Südflügel ergänzt, so dass die Westfassade symmetrisch wurde. Hier zog das Naturhistorische Museum ein. Nachdem 1916 ein Feuer in dem Gebäude ausgebrochen war, erfolgte 1921 ein weiterer Anbau, und im Jahr 1929 wurde die Hauptfassade stark umgeformt. Ausschlaggebend hierfür war die Ansicht, dass Poindexters Entwurf sich stilistisch doch von den älteren benachbarten Gebäuden abhob. Die Umgestaltung zielte vor allem auf eine Vereinfachung der Fassade ab. Im Jahr 1939 bezogen Bibliothek und Gericht ein neues Gebäude, das alte Gebäude wurde daraufhin von verschiedenen Behörden genutzt. Als diese in den 1970er Jahre ebenfalls auszogen, vefiel es zunehmend, und es gab Überlegungen, das Gebäude abzureißen oder nur die Säulen als „Folly“ stehenzulassen. 2004 entschloss man sich jedoch zur Renovierung und Erweiterung. Heute ist das Gebäude Sitz des State Department of Agriculture; seit 2005 ist es nach dem Anwalt und Bürgerrechtler Oliver Hill benannt.

Link: Virginia Department of Historic Resources – Virginia State Library (Oliver Hill Building)