Kattowitz: Oberschlesische Landesbibliothek

Kattowitz: Oberschlesische Landesbibliothek (Dom Oświatowy - Biblioteka Śląska) Kattowitz_Oberschlesische_Landesbibliothek_r
Ort: Katowice (Kattowitz)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Moderne
Architekt: Stanisław Tabeński u. Józef Rybicki
Fertiggestellt/Eröffnet: 1934
Verlag: Foto-Boronowski, Petrowitz O/S
Gelaufen: 1940 (Feldpost)

Die Schlesische Bibliothek (Biblioteka Śląska) wurde in den Jahren 1922/23 als Bibliothek des Schlesischen Parlaments gegründet. 1936 wurde sie zu einer eigenständigen öffentlichen wissenschaftlichen Bibliothek umgewandelt. Zwei Jahre zuvor hatte sie das Gebäude in der Francuska-Str. bezogen, das „Bildungshaus des Volksbibliothekenvereins“, eins der wichtigsten Beispiele der modernen Architektur der Zwischenkriegszeit in Polen. Es war in den Jahren 1929-1934 nach Plänen der Architekten Stanisław Tabeński und Józef Rybicki im Stil des Funktionalismus erbaut worden. Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg wurden die Sammlungen der Bibliothek mit denen der Oberschlesischen Landesbibliothek aus Beuthen vereinigt und ausschließlich für Deutsche zugänglich gemacht. Die polnischen Bücher wurden ausgesondert und vernichtet. Die Kriegsverluste werden auf mehr als 10.000 Bände geschätzt.

Link: Dom Oświatowy Biblioteki Śląskiej
Link: Biblioteka Śląska – Silesian Library

Syracuse: Carnegie Library

Syracuse Carnegie Bibliothek
Syracuse Carnegie Bibliothek r Ort: Syracuse
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: James A. Randall
Fertiggestellt/Eröffnet: 1905
Person: Andrew Carnegie
Verlag: H. L. Woehler
Signatur: 1323
Datierung (Karte): um 1905

Die Carnegie-Bibliothek von Syracuse wurde 1905 mit Mitteln des Philanthropen Andrew Carnegie erbaut. Der Eröffnung blieb Carnegie allerdings fern, und zwar aus Wut darüber, dass das gesamte Geld für den Bau des Gebäudes ausgegeben worden war und nichts mehr für den Ankauf von Büchern übrig war. Dafür musste nun die Stadt aufkommen. Architekt des Gebäudes im Beaux-Arts-Stil war James A. Randall (1861-1940), der außerdem ein ausgezeichneter Tennisspieler war. In den Anfangsjahren beherbergte es auch das Kunstmuseum. Zu den modernen Errungenschaften zählten unter anderem ein schallschluckender Fußboden, eine Sprechanlage und ein Aufzug für Bücher. 1975 bezog die Bibliothek ein neues Gebäude.

Link: The Carnegie Building
Link: Former Syracuse Public Library

Osek: Klosterbibliothek

Klosterbibliothek Osek (Ossegg) - Zisterzienser
Osek Klosterbibliothek r Ort: Osek
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Octavio Broggio
Fertiggestellt/Eröffnet: 1725
Verlag: A. Weiss j., Ossegg
Signatur: 57243
Bemerkung: Verlag evtl. Dr. Trenkler & Co.
Datierung (Karte): 1911-1920 (ca.)

Das Zisterzienserkloster der Jungfrau Maria in Osek (Ossegg) ist eine der bedeutendsten Klosteranlagen Nordböhmens. Die Abteibibliothek befindet sich in dem neuen Konventsgebäude, das in den Jahren 1705-1808 nach Plänen des Architekten Octavio Broggio erbaut wurde. Am unteren Rand der Karte ist die Aufschrift über der Tür „MDCCXXV“ – 1725 zu erkennen. Das auf der Karte ebenfalls erkennbare Motto in der linken Kartusche lautet „Non spectaculo sed usui“ („Nicht zum Anschauen sondern zum Gebrauch“).

Link: Kloster Osek

Lund: Universitätsbibliothek

Lund: Universitätsbibliothek
Lund Universitätsbibliothek r Ort: Lund
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Alfred Hellerström
Fertiggestellt/Eröffnet: 1907
Verlag: Ph. Lindstedts Univ. Bokhandel
Signatur: 608
Datierung (Karte): um 1910

Die Bibliothek reicht wie die Universität von Lund ins 17. Jahrhundert zurück. Durch königliche Schenkungen wuchs der anfangs spärliche Bestand. Im 19. Jahrhundert befand sich die Bibliothek im Kungshuset. Als dieses zu klein wurde, errichtete man in den Jahren 1902-1907 einen neogotischen Neubau auf dem Helgonabacken, einem Park nach englischem Vorbild, der im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel war.

Link: Universitätsbibliothek Lund

Genf: Musée d’art et d’histoire

Genf: Musée d’art et d’histoire, Bibliothek
Genf_Musee_d_art_et_d_histoire_Bibliothek_r Ort: Genf
Art: Museumsbibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: Marc Camoletti
Fertiggestellt/Eröffnet: 1910
Person: Charles Galland
Fotograf: W. Aubert (vmtl.)
Datierung (Karte): 1910-1920 (ca.)

Das „Musée d’art et d’histoire“ in Genf wurde im Jahr 1910 eröffnet, finanziert durch Mittel des Bankiers Charles Galland (1816–1901). Architekt des historistischen Gebäudes, dessen Fassade Anklänge an das Petit Palais in Paris zeigt, war Marc Camoletti. 1910 öffnete auch die Bibliothek des Museums, die anfangs nur den Museumsbesuchern zugänglich war, jedoch im Jahr darauf in eine Öffentliche Bibliothek umgewandelt wurde. Bis 1928 befand sie sich im Gebäude des Museums, bevor sie an ihren jetzigen Standort an der Promenade du Pin zog. Die Karte zeigt den ursprünglichen Standort im Museumsgebäude; die Statue im Hintergrund rechts stellt vermutlich den Reformator Johannes Calvin dar. Der Übertopf der Pflanze im Vordergrund wurde übrigens nachträglich in das Foto montiert.

Link: Bibliothèque centrale du Musée d’art et d’histoire

Wernigerode: Stolbergische Bibliothek

Wernigerode: Fürstlich Stolbergische Bibliothek (Orangerie)
Wernigerode Orangerie Fürstliche Bibliothek r Ort: Wernigerode
Art: Adelsbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1731/1826
Person: Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode
Verlag: Staatliche Bildstelle / Deutscher Kunstverlag
Fotograf: Eduard Bissinger
Signatur: K 8
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre?

Die Stolbergische Bibliothek Wernigerode war eine bedeutende Adelsbibliothek, deren Ursprünge im 16. Jahrhundert liegen. Eine Blütezeit erlebte sie unter Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1691 – 1771), der Schloss Wernigerode renovieren und erweitern ließ. Den Lustgarten ließ er im französischen Stil umgestalten und errichtete dort eine Orangerie, die 1731 eingeweiht wurde (die Predigt hielt Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf). Hundert Jahre später wurde der Lustgarten erneut umgestaltet, diesmal im englischen Landschaftsstil. In die Orangerie zogen nun 1826 die Bibliothek und das Archiv. Ab 1929 wurden Teile des Bestandes verkauft, nach Kriegsausbruch wurde die Bibliothek geschlossen. Nach dem Krieg gelangte sie als Beutekunst nach Russland. Die Handschriften befanden sich danach in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle, bevor sie im Jahr 2013 den Erben restituiert wurden. Seitdem sind sie im Privatbesitz von Philipp zu Stolberg-Wernigerode (Hirzenhain). Die ehemalige Orangeire ist heute ein Standort des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt.

Link: „Stolberger Handschriften wieder in Privatbesitz“ (Artikel von Klaus Graf, 2014)
Link: Fürstlich-Stolberg-Wernigerödische Bibliothek

Huy: Konvent La Sarte

Huy Dominikanerkonvent La Sarte Bibliothek
Huy Dominikanerkonvent La Sarte Bibliothek r Ort: Huy
Art: Klosterbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1860er Jahre (?)
Person: Dominique Pire
Verlag: L. Lagaert, Brüssel
Datierung (Karte): vor 1914

Die Kirche Notre Dame de la Sarte in Huy geht auf eine Wallfahrtskirche aus dem 17. Jahrhundert zurück, die im 19. und 20. Jahrhundert mehrfach erweitert wurde. 1860 gründete die Dominikaner hier ein Konvent. 1928 trat der spätere Friedensnobelpreisträger Georges Pire (1910-1969) in das Konvent ein und nahm den Ordensnamen Dominique an. Pire gründete mehrere Hilfsorganisationen für Flüchtlinge, eine Friedensuniversität in Huy und mehrere sog. „Europadörfer“. Im Dominkanerkonvent La Sarte studierte auch der belgische Moraltheologe Servais-Théodore Pinckaers (1925-2008). Sowohl Pire als auch Pinckaers haben übrigens auch an der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin („Angelicum“) in Rom studiert. 1973wurde das Dominikanerkonvent La Sarte in Huy geschlossen.

Link: Notre Dame de la Sarte
Link: Notre Dame de la Sarte
Link: Georges Pire