Toronto: Universitätsbibliothek

Toronto: Universitätsbibliothek (heute Gerstein Science Information Centre)
Toronto Universitätsbibliothek r Ort: Toronto
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Richardsonian Romanesque
Architekt: David B. Dick
Fertiggestellt/Eröffnet: 1892
Verlag: Valentine’s Co.
Signatur: 109,204
Datierung (Karte): vor 1924

Die Bibliothek wurde 1892 eröffnet, nachdem ein Feuer zwei Jahre zuvor große Teile von University College zerstört hatte, wobei mehr als 33.000 Bände verbrannten. Kurz darauf begann eine internationale Spendenaktion, an der sich selbst Königin Viktoria und Kaiser Wilhelm beteiligten. Architekt des neoromanischen Gebäudes war David Brach Dick (1846-1925), der sich für den Turm der Bibliothek von der Ruine von Kelso Abbey in seiner schottischen Heimat inspirieren ließ. Die neueröffnete Bibliothek enthielt schon bald mehr Bände als vor dem Brand, so dass 1910 ein Anbau errichtet werden musste. Bis 1973 war die Bibliothek die Hauptbibliothek der Universität Toronto, danach zogen die geistes- und sozialwissenschaftlichen Bestände in die neuerbaute Robarts Library. In dem Gebäude verblieben die naturwissenschaftlichen Bücher. Heute trägt die Bibliothek den Namen „Gerstein Science Information Centre“.

Link: Gerstein Science Information Centre

Erfurt: Stadtbücherei

Stadtbücherei Erfurt - Erfurter Waage
Stadtbücherei Erfurt - Erfurter Waage r Ort: Erfurt
Art: Öffentliche Bibliothek
Verlag: Keysersche Buchhandlung
Signatur: 10 67675
Datierung (Karte): ca. 1908-1910

Die heutige Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt blickt auf eine lange und vielschichtige Geschichte zurück. Mehrere Bibliotheken sind in sie eingeflossen, darunter die Wissenschaftliche Bibliothek der Stadt Erfurt, die wiederum auf die 1407 gegründete Universitätsbibliothek und auf zahlreiche kirchliche und Privatbibliotheken zurückgeht. 1768 bezog sie das markante Gebäude der „Erfurter Waage“ am Anger, ein in den Jahren 1706 bis 1712 als kurmainzischer Pack- und Waagehof erbautes fränkisch beeinflusstes Barockgebäude (Auf dieser Karte zu sehen). Ab 1908 nannte sie sich „Stadtbücherei“. 1935 zog die Bibliothek aus der Alten Waage, die sie sich lange Zeit mit dem Museum teilte, aus und bezog im Jahr darauf das Collegium Maius, das ehemalige Hauptgebäude der Alten Universität Erfurt. Das rekonstruierte Collegium Maius ist heute Sitz des Landeskirchenamts der EKM, die „Alte Waage“ am Anger beherbergt das Angermuseum – und die Bibliothek befindet sich seit 1966 im Haus „Zum Goldenen Einhorn“ am Domplatz.

Link: Handbuch der historischen Buchbestände: Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt

San Rafael: Carnegie Library

San Rafael Public Library
San Rafael Public Library r Ort: San Rafael
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Reid & Reid
Fertiggestellt/Eröffnet: 1909
Verlag: Richard Behrendt
Signatur: 1161
Datierung (Karte): um 1910

Die Öffentliche Bibliothek von San Rafael im Marin County in Kalifornien wurde 1909 eröffnet. Architekten des Gebäudes im Stil des „Classical Revival (Type A)“ waren die Brüder James William Reid und Merritt Jonathan Reid. Den Zuschuss der Carnegie-Stiftung in Höhe von 25.000 Dollar hatte der Politiker und Bundesrichter William W. Morrow (1843-1929) eingefädelt, der ein Freund von Andrew Carnegie war.

Link: Brief History of the San Rafael Public Library

Teplá: Stift Tepl

Stift Tepl (Teplá), Klosterbibliothek
Stift_Tepl_Bibliothek_r Ort: Teplá
Art: Klosterbibliothek (Prämonstratenser)
Baustil: Neobarock
Architekt: Josef Schaffer
Fertiggestellt/Eröffnet: 1905
Verlag: Böhmerwald-Ansichtskarteverlag Foto Wolf
Signatur: 1274
Datierung (Karte): ca. 1935

Die im 13. Jahrhundert gegründete Prämonstratenser-Abtei Tepl war im 16. Jahrhundert ein Zentrum der Gegenreformation in Böhmen. Nach zahlreichen Bränden, Zerstörungen und Plünderungen (unter anderem während des 30-jährigen Krieges) wurde das Kloster gegen Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts umfassend um- und ausgebaut. Die prachtvolle Klosterbibliothek wurde in den Jahren 1902 bis 1905 nach Plänen des Architekten Josef Schaffer (1862-1938) im neobarocken Stil erbaut. Sie überstand die beiden Weltkriege unbeschadet, erlitt aber in den 1950er Jahren etliche Verluste, als unter der kommunistischen Regierung religiöse Werke aus Bibliotheken gestohlen oder vernichtet wurden.

Link: Teplá – Prämonstratenserkloster

Amherst College: Converse Memorial Library

Amherst College: Converse Memorial Library
Amherst College Converse Memorial Library r Ort: Amherst (Massachusetts)
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neo-Georgianisch
Architekt: McKim, Mead & White
Fertiggestellt/Eröffnet: 1917
Person: Edmund G. Converse
Verlag: The Collotype Co.
Datierung (Karte): ca. 1920-30

Amherst College, ein renommiertes „Liberal-Arts-College“, wurde 1821 gegründet. Die auf der Karte abgebildete „Converse Memorial Library“ wurde von der einflussreichen Architekturfirma McKim, Mead, and White geplant und 1917 eröffnet. Benannt war sie nach dem Stifter Edmund G. Converse. Am 26. Oktober 1963 wurde der Grundstein für ein neues Bibliotheksgebäude gelegt. Die Rede hielt John F. Kennedy, es war einer seiner letzten öffentlichen Auftritte vor seiner Ermordung. Die neue „Robert Frost Library“ wurde 1965 eröffnet. Die ehemalige „Converse Memorial Library“ beherbergt seitdem verschiedene Abteilungen der Verwaltung und wird für Veranstaltungen genutzt.

Link: Fotos von Amherst College

Brüssel: Palais des Grafen von Flandern

 

Brüssel: Palais des Grafen von Flandern, Bibliothek Brüssel_Palais_des_Grafen_von_Flandern_Bibliothek_r
Ort: Brüssel
Art: Schlossbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: ca. 1868
Person: Philipp von Belgien (1837–1905)
Verlag: Vanderauwera & Cie.
Gelaufen: 1907

Philipp von Belgien (1837–1905) aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha war der Sohn von Leopold I., dem ersten König der Belgier. Er trug den Titel eines Grafen von Flandern und war von 1869 bis zu seinem Tod offizieller belgischer Thronfolger. 1866 kaufte er ein klassizistisches Palais in der Rue de la Régence, das er im Jahr darauf mit seiner Frau, Maria Luise von Hohenzollern-Sigmaringen, bezog und in den folgenden Jahren von den Architekten Gustave Saintenoy und Clément Parent um zwei Flügel erweitern ließ. Philipp war ein Bücherliebhaber, er besuchte regelmäßig Antiquare in Venedig und Paris und hatte bereits eine prächtige Bibliothek zusammengetragen. In seinem neuen Domizil stellte er die seltensten und wertvollsten Ausgaben in der „Kleinen Bibliothek“ auf, die auf dieser Karte zu sehen ist. Die große Bibliothek umfasste mehr als 30.000 Bände. Heute befindet sich in dem Gebäude der Belgische Rechnungshof.

Link: Artikel über Jean François Portaels

Cité Internationale Universitaire de Paris

Cité Internationale Universitaire de Paris: Maison Internationale, Bibliothèque
Paris_Cite_Internationale_Universitaire_ Bibliotheque_r Ort: Paris
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Jean Frédéric Larson
Fertiggestellt/Eröffnet: 1936
Person: John D. Rockefeller, Jr.
Verlag: Draeger
Signatur: 12
Gelaufen: 1952

Die Cité Internationale Universitaire de Paris (C.I.U.P.) ist eine internationale Studentensiedlung in Paris, die aus mehreren Häusern verschiedener Baustile besteht, die jeweils einer Nation zugeordnet sind. Mit der 1925 gegründeten CIUP war der Gedanke des internationalen Austauschs und der Völkerfreundschaft verbunden. Die Karte zeigt die Bibliothek des Hauptgebäudes, des „Maison Internationale“, das auch weitere Einrichtungen wie zum Beispiel Theater, ein Schwimmbad sowie Restaurants enthält. Die Pläne für das Maison Internationale entwarf ursprünglich der französische Architekten Lucien Bechmann, von dem das Gesamtkonzept für die C.I.U.P. stammt; der Auftrag ging jedoch schließlich an den US-amerikanischen Architekten Jean Frédéric Larson, auf Betreiben des Philanthropen John D. Rockefeller, Jr., mit dessen Mitteln das Gebäude 1936 erbaut wurde. Das Äußere erinnert an ein französisches Renaissance-Schloss, die Bibliothek ist stilistisch jedoch eher an den Klassizismus angelehnt und erinnert unter anderem an die Trinity Library von Christopher Wren in Cambridge. Die Bibliothek ist eine Referenzbibliothek mit dem Schwerpunkt auf Französischer Kultur, sie ist auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Link: Know the Library – Cité internationale universitaire de Paris