Potsdam: Schloß Babelsberg

Potsdam Schloss Babelsberg Bibliothek
Potsdam Schloss Babelsberg Bibliothek r Ort: Potsdam
Art: Schlossbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Johann Heinrich Strack
Fertiggestellt/Eröffnet: 1849
Person: Wilhelm I.
Signatur: No. 121. Dessin 5.
Bemerkung: Gruss-aus-Karte
Gelaufen: 1904

Schloss und Park Babelsberg sind ein einzigartiges Gesamtkunstwerk aus dem 19. Jahrhundert, an dessen Entstehen bedeutende Architekten und Gartenkünstler wie Schinkel, Persius, Lenné und Pückler-Muskau mitwirkten. Das Schloss entstand ab 1834 in mehreren Bauphasen als Sommersitz für den Prinzen Wilhelm, den späteren Kaiser Wilhelm I., und seine Frau Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach. Bei einer Erweiterung in den Jahren 1844-49 entstand die gotische Bibliothek aus zwei ehemaligen Hofdamenzimmern nach einem Entwurf von Heinrich Strack. Die gewölbte Decke des Raums folgte dem Vorbild von Schloss Windsor. Ein Großteil der Inneneinrichtung von Schloss Babelsberg ging nach dem Zweiten Weltkrieg verloren; das Bibliothekszimmer wurde in der Folge für andere Zwecke genutzt. Derzeit gibt es Überlegungen zu einem Wiederaufbau.

Link: Die Bibliothek in Schloß Babelsberg (Diplomarbeit von Carola Anders)

Ottawa: Parlamentsbibliothek

Ottawa: Parlamentsbibliothek
Ottawa Parlamentsbibliothek_r Ort: Ottawa
Art: Parlamentsbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Thomas Fuller und Chilion Jones
Fertiggestellt/Eröffnet: 1876
Person: Victoria (Vereinigtes Königreich)
Verlag: Crabtree Gravure, Ltd.
Datierung (Karte): 1911-1920 (ca.)

Die Bibliothek des kanadischen Parlaments befindet sich in einem viktorianisch-neugotischen Gebäude auf dem Parlamentshügel, das von Thomas Fuller und Chilion Jones entworfen und 1876 eröffnet wurde. Der runde Grundriss der Bibliothek orientiert sich am berühmten Lesesaal des British Museum. Die Statue aus weißem Marmor in der Mitte des Saals stellt Königin Viktoria dar, die zu den Beständen etliche Bücher beisteuerte. Die Bibliothek überstand einen Brand des Parlaments im Jahr 1916 unbeschadet, wurde aber bei einem Feuer beschädigt, das 1952 in der Kuppel ausbrach.

Link: Ontario Association of Architects: Library of Parliament (1876)

Chelmsford: Central Library

Chelmsford Central Library (Civic Centre)
Chelmsford Central Library_r Ort: Chelmsford
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neo-Georgianisch
Architekt: Cordingley & McIntyre
Fertiggestellt/Eröffnet: 1935
Verlag: Valentine’s Co.
Signatur: H.3298
Datierung (Karte): um 1935

Die Bibliothek befindet sich in einem im April 1935 eingweihten Verwaltungsgebäude („Civic Center“) zwischen Fairfield Road, Coval Lane und Duke Street. Teile des Komplexes wurden erst 1962 fertiggestellt. Rechts im Bild das „Civic Centre War Memorial“ („Cenotaph“) aus dem Jahr 1923.

Link: History of Chelmsford’s Civic Centre War Memorial

Manchester-by-the-Sea: Public Library

Manchester-by-the-Sea: Public Library
manchester-by-the-sea Public Library_r Ort: Manchester-by-the-Sea
Art: Öffentliche Bibliothek
Architekt: Charles Follen McKim
Fertiggestellt/Eröffnet: 1887
Person: T. Jefferson Coolidge
Verlag: The Rotograph Co.
Signatur: A 7168
Gelaufen: 1906

Die Bibliothek wurde 1887 eröffnet, mit Mitteln des Industriellen T. Jefferson Coolidge (1831-1920), eines Urgroßenkels von Thomas Jefferson und späteren Botschafters in Frankreich. Der Architekt war Charles Follen McKim (1847-1909), einer der prominentesten US-amerikanischen Architekten der Beaux-Arts-Architektur und Gründungsmitglied des Architekturbüros McKim, Mead & White, von dem der Entwurf für die Boston Public Library stammt. McKim hatte in Manchester-by-the-Sea ein Sommerhaus für T. Jefferson Coolidge geplant und war mit der Familie befreundet. Architektonisch ist die Bibliothek von Frankreich beeinflusst. Das Gebäude beinhaltete anfangs auch eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Bürgerkriegs.

Link: Manchester-by-the-Sea Public Library

Schloß Branitz: Pückler-Callenbergsche Familienbibliothek

Schloss Branitz bei Cottbus: Bibliothek
Schloss Branitz bei Cottbus Bibliothek r Ort: Branitz
Art: Adelsbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: Um 1860
Person: Hermann von Pückler-Muskau
Bemerkung: Kupfertiefdruck
Datierung (Karte): 1921-1930 (ca.)

Schloß Branitz bei Cottbus stammt aus dem Spätbarock, doch seine heutige Gestalt erhielt es durch einen Umbau ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hermann von Pückler-Muskau, der bekannte Schriftsteller, Landschaftsarchitekt und Weltreisende, hatte 1846 aus finanziellen Gründen seine Standesherrschaft Muskau verkauft und baute nun das kleinere, im Familienbesitz befindliche Branitz mit Hilfe verschiedener Architekten, darunter Gottfried Semper, aus. Als größter Raum des Schlosses entstand durch Zusammenlegung mehrere kleinerer Räume das Bibliothekszimmer, das die „Pückler-Callenbergsche Familienbibliothek“ aufnahm. Sie war um 1740 von Fürst Pücklers Urgroßvater begründet worden und umfasste zu Pücklers Lebzeiten mehr als 10.000 Bände. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bücherbestand in mehrere Teile zerrissen, ein großer Teil befindet sich noch heute als Kriegsbeute in Russland. Etwa ein Drittel des ursprünglichen Bestands wurde in den Jahren 1994 bis 2005 aus der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam nach Branitz zurückgeführt. Das Schloss kann heute besichtigt werden, das Bibliothekszimmer wurde vor einigen Jahren mit Hilfe historischer Fotografien und eines original erhaltenen Möbelstücks rekonstruiert.

Link: Schloss und Park Branitz (Fotos von Frank Burchert)
Link: Pückler-Callenberg-Bibliothek im Schloss Branitz

Basel: Universitätsbibliothek

Universitaetsbibliothek Basel
basel_universitaetsbibliothek_r Ort: Basel
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neobarock
Architekt: Emanuel La Roche
Fertiggestellt/Eröffnet: 1896
Verlag: Gebr. Metz
Signatur: 14807
Bemerkung: vmtl. Photochromdruck (Mehrfarbige Chromolithografie)
Gelaufen: 1901

Die Universitätsbibliothek Basel zählt zu den größten Bibliotheken der Schweiz. Sie wurde im Jahr 1471 erstmals schriftlich bezeugt. Das auf dieser Karte zu sehende neobarocke Gebäude des Architekten Emanuel La Roche wurde 1896 eröffnet. Es befand sich an der Bernoulli- bzw. Schönbeinstrasse, unweit zweier weiterer repräsentativer Bauten der Universität: des Bernoullianums und des Vesalianums. Aufgrund von Platzmangel und veralteten Einrichtungen wurde an demselben Standort in den Jahren 1962-1968 ein Neubau realisiert. Dieser bezog zwar einen 1912/13 entstandenen Flügel an der Bernoullistrasse mit ein, das repräsentative Eingangskuppelgebäude musste ihm jedoch – ebenso wie Teile des Botanischen Gartens – weichen.

Link: Universität Basel: Die Planung des Bibliothekneubaus
Link: Universität Basel: Erweiterungsbau und Erneuerung in den 1960er Jahren

Saint-Laurent-les-Bains: Notre-Dame-des-Neiges

Saint-Laurent-les-Bains: Notre-Dame-des-Neiges, Bibliothek
Saint-Laurent-les-Bains_Notre-Dame-des-Neiges_r Ort: Saint-Laurent-les-Bains
Art: Klosterbibliothek
Architekt: Léon Laurens
Fertiggestellt/Eröffnet: 1912
Verlag: Helio Jean Bernard
Signatur: 5775
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

Die Trappistenabtei Notre-Dame-des-Neiges („Maria Schnee“) liegt auf einer bewaldeten Hochebene des Vivarais. Mutterkloster ist das Kloster Aiguebelle, von dem aus im Jahr 1850 eine erste Gruppe von sieben Ordensleuten zu Fuß und mit nur einem Pferdewagen aufbrach. Die erste Zeit lebten sie in sehr einfachen Verhältnissen, bis 1861 die Gebäude fertiggestellt waren. In der Nacht vom 27. auf den 28. Januar 1912 zerstörte ein Feuer das Kloster; der Wiederaufbau wurde unmittelbar im Anschluss nach Plänen von Léon Laurens, Diözesanarchitekt von Mende, begonnen und zwei Jahre später fertiggestellt. Zu den berühmten Personen, die mit dem Kloster in Verbindung stehen, gehören der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson – er übernachtete hier vom 26. auf den 27. September 1878 – , der Priester, Mönch, Missionar und Mystiker Charles de Foucauld, der 1890 als Novize in das Kloster eintrat, sowie der französische Staatsmann Robert Schuman, der hier während des Zweiten Weltkriegs Zuflucht fand.

Link: Histoire de Notre Dame des Neiges
Link: Charles de Foucauld