South Bend: Public Library

South Bend Public Library

South Bend Public Library r

Ort: South Bend, Indiana (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Historismus
Fertiggestellt/Eröffnet: 1896
Verlag: Souvenir Post Card Co.
Signatur: 4102
Datierung (Karte): um 1905

Die öffentliche Bibliothek von South Bend wurde 1888 gegründet und war anfangs zusammen mit der South Bend Tribune im obersten Stockwerk des Oliver Opera House in der Main Street untergebracht. Dieses Opernhaus war von dem aus Schottland stammenden Industriellen und Erfinder James Oliver finanziert worden, der 1857 in South Bend eine Pflugfabrik gegründet hatte. Ein eigenes Bibliotheksgebäude wurde 1896 an der Ecke Main Street und Wayne Street eröffnet. Das Gebäude aus rotem Sandstein wurde wegen seiner viktorianischen Anmutung auch „The Castle“ genannt und soll zugig und kalt gewesen sein. 1958 wurde es abgerissen und an der gleichen Stelle ein Neubau errichtet, der 1960 eröffnet wurde.

Stempel Post Card UnionDie Postkarte ist von einem Mitglied der „Post Card Union of America“ an einen Empfänger in England adressiert. Dieser frühe Tauschklub hatte in seiner Blütezeit um 1910 an die 10.000 Mitglieder, die untereinander Ansichtskarten austauschten. Auf der Rückseite der Karte sieht man den Stempel mit dem (nur teilweise lesbaren) Text „Registered Member – The Post Card Union of America – We Circle the Globe – Executive Offices Philadelphia U.S.A“

Link: St. Joseph County Public Library – Our History

Liège: Universitätsbibliothek

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Ort: Liège (Lüttich, Belgien)
Art: Hochschulbibliothek
Architekt: Julien-Étienne Rémont
Fertiggestellt/Eröffnet: 1836
Verlag: Auguste Bénard
Datierung (Karte): ca. 1910-1920 (?)

 

Die Universität Lüttich (Université de Liège) wurde 1817 vom König der Niederlande Wilhelm I. gegründet und im Collège en Isle, einem an der Maas gelegenen ehemaligen Jesuiten-Kolleg aus dem 18. Jahrhundert untergebracht. Die Universitätsbibliothek befand sich anfangs in dem Bibliotheksraum des Kollegs und wuchs durch die Bestände der Stadtbibliothek von Lüttich sowie der Klöster von Averbode und Sint-Truiden. In den 1820er Jahren wurde das Gebäude durch den Architekten Jean-Noël Chevron umgebaut und erweitert. Eine zweite Erweiterung erfolgte 1835 durch Julien-Étienne Rémont mit dem Ziel, dem Gebäudeensemble wieder eine symmetrische Form zu geben. Durch diese zweite Erweiterung erfuhr die Bibliothek eine erhebliche Vergrößerung und nahm nun das gesamte erste Stockwerk des Gebäudes ein. Arkaden aus korinthischen Säulen verbanden die drei großen Säle unter gewölbten Kassettendecken. Philippe Lesbroussart, ein Professor, der 1841 eine Beschreibung der Universität Liège veröffentlichte, hielt die Bibliothek für eine der schönsten Europas. Die beiden auf der Karte abgebildeten Räume existieren heute so nicht mehr, sie wurden bei einem Umbau 1949 durch Einzug einer Zwischendecke in ein Magazin umgewandelt. Heute ist die Universitätsbibliothek auf mehrere Standorte in der Stadt sowie in dem einige Kilometer südlich gelegenen Campus Sart-Tilman verteilt.

Link: Cécile Oger und Edith Micha: Livres et architecture : les bibliothèques de l’Université de Liège

Oslo: Universitätsbibliothek

Oslo Universitätsbibliothek Wilhelm Munthe

Oslo Universitätsbibliothek Wilhelm Munthe r

Ort: Oslo (Norwegen)
Art: Hochschulbibliothek
Architekt: Holger Sinding-Larsen
Fertiggestellt/Eröffnet: 1913/1933
Person: Wilhelm Munthe (1883-1965)
Verlag: Norsk Arbeide K. H.
Datierung (Foto): März 1937

Das Foto zeigt den antiken griechischen Dichter Homer (auf dem Bücherregal) sowie den norwegischen Bibliothekar und Autor Wilhelm Munthe (am Schreibtisch). Abraham Wilhelm Støren Munthe – übrigens ein Cousin des Malers Gerhard Munthe – war von 1922 bis 1953 Direktor der Universitätsbibliothek Oslo (bzw. Kristiania, wie die Stadt bis 1924 hieß.) Er war sein ganzes Berufsleben mit der Universitätsbibliothek Oslo verbunden und galt als Experte auf dem Gebiet der Bibliothekstechnik und Bibliotheksgeschichte. Er engagierte sich in zahlreichen norwegischen und internationalen Organisationen wie zum Beispiel dem Bibliophilenverein (Bibliofilklubben), dem Internationalen Bibliotheksverband (IFLA), dem norwegischen Tourismusverband sowie der norwegischen genealogischen Gesellschaft. Als er 1922 sein Amt als overbibliotekar antrat, hatte die Universitätsbibliothek gerade ein neues Gebäude am Drammensveien (heute Henrik Ibsens gate) bezogen, das 1933 um einen Büroflügel und 1939 um einen Ostflügel mit Magazin und großem Lesesaal erweitert wurde. 1998 zog die Bibliothek in ein neues Gebäude am Campus Blindern (Georg Sverdrups Hus). Das Bibliotheksgebäude in der Henrik Ibsens gate wird heute von der Nationalbibliothek genutzt.

Link: Universitesbiblioteket på Solli plass

London: Camberwell Central Library

London Camberwell Central Library Peckham Road

London Camberwell Central Library Peckham Road r

Ort: London
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Jakobethanischer Stil
Architekt: Robert P. Whellock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1893
Person: George Livesey
Herausgeber: W. Greening, Denmark Hill
Datierung (Karte): ca. 1910

Die Central Library in der Peckham Road in Camberwell, einem Londoner Stadtteil in Southwark, wurde am 9. Oktober 1893 vom Prince of Wales, dem späteren König Eduard VII., eröffnet. Sie verdankt ihr Entstehen dem Industriellen und Philanthropen George Livesey (1834-1908), dem Vorsitzenden der South Metropolitan Gas Company. Livesey, engagierter Verfechter der Abstinenzbewegung, Sonntagsschullehrer und Förderer zahlreicher Kirchengemeinden, hatte bereits die erste öffentliche Bibliothek in Camberwell finanziert. Diese war 1890 in der Old Kent Street für die Arbeiter des gegenüberliegenden Gaswerks eröffnet worden, stand aber auch den anderen Arbeitern Camberwells zur Benutzung frei. Wegen des großen Erfolgs der öffentlichen Bibliotheken – von 1890 bis 1893 waren an den vier Standorten in Camberwell rund eineinhalb Millionen Bücher ausgeliehen worden – wurde 1893 die Central Library in der Peckham Road eröffnet. Der Entwurf für das Gebäude stammte von dem Architekten Robert P. Whellock, der bereits die Bibliothek in der Old Kent Road entworfen hatte. Das freistehende Gebäude (rechts im Bild) im Stil der Jakobinischen Architektur („Jacobethan“) bestand aus zwei symmetrischen Gebäudeteilen, die einen Uhrenturm mit offenen Arkaden flankierten. Im Erdgeschoss befanden sich die Ausleihe, Zeitungs- und Zeitschriftenleseräume sowie eine Präsenzbibliothek; hinter dem Gebäude schloss sich ein öffentlich zugänglicher Garten an. Bei der Eröffnung enthielt die Bibliothek rund 20.000 Bücher und bot Platz für weitere 60.000. Im Jahr 1944 wurde sie bei einem Luftangriff zerstört. Nach jahrzehntelangen Provisorien wurde 2015 am Camberwell Green ein Neubau eröffnet, der für heftige Kontroversen gesorgt hatte, da ihm eine Grünfläche – der Camberwell Green Orchard – weichen musste.

Link: Abbildung in: The Building News and Engineering Journal, Band 65, 08.09.1893

Ann Arbor: William L. Clements Library

Ann Arbor: University of Michigan, William L. Clements Library
Ann_Arbor_Clements_Library_r Ort: Ann Arbor, Michigan
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neorenaissance
Architekt: Albert Kahn
Fertiggestellt/Eröffnet: 1923
Person: William L. Clements
Verlag: The Albertype Co. / Geo. Wahr
Bemerkung: Handkoloriert
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Die Bibliothek ist nach William L. Clements benannt, einem aus Ann Arbor gebürtigen Industriellen und Bibliophilen, der an der University of Michigan Maschinenbau studiert hatte, zwischen 1909 und 1933 Mitglied des Board of Regents (einer Art Verwaltungsrat) der Universität war und ihr im Lauf seines Lebens mehr als 20 Millionen Dollar spendete. Er war mit der Produktion von Dampfbaggern reich geworden, die beim Bau des Panamakanals eingesetzt wurden. Seine Leidenschaft galt dem Sammeln von Büchern und Dokumenten über die amerikanische Geschichte. Seine Sammeltätigkeit fiel in die „goldene Ära“ für Bibliophile, da in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende viele britische Adelsbibliotheken sowie amerikanische Privatbibliotheken verkauft wurden. So erwarb er zum Beispiel 1920 den Nachlass von William Petty, 2. Earl of Shelburne, des britischen Premierministers, der die Friedensverhandlungen nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führte. 1921 vermachte Clements seine Sammlung der University of Michigan und spendete zusätzlich die Mittel für den Bau eines eigenen Bibliotheksgebäudes, mit dessen Entwurf der bekannte deutschamerikanische Architekt Albert Kahn (1869-1942) beauftragt wurde. Kahn orientierte sich dabei an einem Pavillon im Park der Villa Farnese in der Nähe von Viterbo, dem sog. Casino Villino bzw. Casino del Piacere. Die Clements Library wurde 1923 eingweiht. Obwohl Kahn sich vor allem als Industriearchitekt einen Namen gemacht hatte, war er auf dieses Gebäude besonders stolz.

Link: History of the William L. Clements Library
Link: Gardens in Italy – Villa Farnese (Caprarola)

Mailand: Biblioteca di Brera

Milano Biblioteca di Brera
Milano Biblioteca di Brera r Ort: Mailand (Italien)
Art: Öffentliche Bibliothek
Architekt: Giuseppe Piermarini
Fertiggestellt/Eröffnet: 1786
Person: Maria Theresia (Österreich)
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Die Biblioteca Nazionale Braidense ist eine der größten Bibliotheken Italiens und befindet sich, zusammen mit einer Sternwarte, einer Kunstakademie, einer Gemäldesammlung und einer Wissenschaftsakademie, im Palazzo di Brera. Dieser Palast aus dem 17. Jahrhundert war lange Zeit Sitz eines Jesuitenkollegs, bis er nach der Aufhebung des Jesuitenordens durch Papst Clemens XIV. im Jahr 1773 an die Habsburger kam, die zu der Zeit das Herzogtum Mailand regierten. Maria Theresia ließ hier die kurz zuvor von ihr gegründete Imperialis Regia Bibliotheca Mediolanensis unterbringen, deren Kern die Büchersammlung des Politikers und Bibliophilen Graf Carlo Pertusati (1674-1755) bildete. Dazu kamen die Bestände aufgelöster Jesuitenbibliotheken und weitere Privatsammlungen wie zum Beispiel die des Schweizer Naturforschers Albrecht von Haller. Maria Theresia machte die Bibliothek 1786 der Öffentlichkeit zugänglich. Der große Lesesaal (Sala di Maria Teresa) ist mit einer umlaufenden Galerie und Bücherschränken aus Walnußholz ausgestattet, die Giuseppe Piermarini entwarf, der Architekt der Mailänder Scala. Das große Gemälde über dem Eingang zeigt Maria Theresia von Habsburg, es stammt von Agostino Comerio und entstand 1834, lange nach dem Tod der Herrscherin. Zur Zeit der Veröffentlichung dieser Ansichtskarte (1930er Jahre?) war in der Sala di Maria Teresa offenbar der Zettelkatalog untergebracht; heute wird der Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Die Biblioteca di Brera ist eine von mehreren italienischen Nationalbibliotheken und verfügt heute über ca. 1,5 Mio. Bände.

Link: Franca Alloatti: Per volere di Maria Teresae dei milanes – La Biblioteca Braidense, simbolo della culturae della storia del capoluogo lombardo

Prag: Clementinum

Prag-Clementinum
Prag-Clementinum_r Ort: Prag (Tschechien)
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Franz Maximilian Kaňka
Fertiggestellt/Eröffnet: 1727
Verlag: F. J. Jedlička, Prag
Signatur: 701.147
Datierung (Karte): ca. 1910-1920

Das Clementinum (Klementinum) in Prag wurde im 16. Jahrhundert im Zuge der Gegenreformation von Jesuiten gegründet. Unter Leitung von Petrus Canisius bauten sie eine philosophisch-theologische Hochschule als Konkurrenz zur protestantisch ausgerichteten Karlsuniversität auf. Diese Jesuitenhochschule vereinigte Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1654 mi der Karls-Universität zur „Karl-Ferdinands-Universität“. Zwischen 1653 und 1726 entstand in der Prager Altstadt in der Nähe der Karlsbrücke ein riesiger Gebäudekomplex, in dessen Ostflügel sich der prunkvolle barocke Bibliothekssaal (1721-1727) mit kunstvoll gedrehten Säulen und einer umlaufenden Galerie befindet. Die Bücher wurden in Schränken aus intarsienverziertem Eichenholz aufgestellt, ihre Rücken wurden weiß gestrichen und erhielten farbige Signaturen. Das Deckengemälde von Johann Hiebel stellt die „Kuppel des Doms der Weisheit“ dar. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 wurde die Universität verstaatlicht, die Bibliothek wurde zur „öffentlichen k. k. Universitätsbibliothek“. 1935 wurde sie in „National- und Universitätsbibliothek“ umbenannt, seit 1990 ist sie die Nationalbibliothek der Tschechischen Republik (Národní knihovna České republiky). Der Bibliothekssaal ist heute noch unverändert erhalten.

Link: Klementinum – Baroque library

Paris: Musée Guimet

Paris Musee Guimet Bibliotheque
Paris Musee Guimet Bibliotheque r Ort: Paris
Art: Museumsbibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Jules Chatron
Fertiggestellt/Eröffnet: 1889
Person: Émile Guimet
Verlag: Levy & Neurdein Reunis
Signatur: 2
Datierung (Karte): nach 1919

Das Musée Guimet ist ein Museum für asiatische Kunst, das auf den Industriellen und Forchungsreisenden Émile Guimet (1836-1918) zurückgeht. Guimet stammte aus Lyon, sein Vater war Chemiker und hatte ein Verfahren zur künstlichen Herstellung von Ultramarinblau entwickelt. Émile studierte ebenfalls Chemie und stieg zunächst in die Firma seines Vaters ein, interessierte sich jedoch mehr für Kunst und Musik und unternahm mehrere Forschungsreisen in den Fernen Osten, wo er sich mit religionsgeschichtlichen Studien beschäftigte. Von diesen Reisen brachte er zahlreiche Kunstschätze mit, die 1879 in Lyon in einem Museum ausgestellt wurden, das der mit Guimet befreundete Lyoner Architekt Jules Chatron entworfen hatte. 1889 verlegte Guimet den größten Teil der Sammlung nach Paris. Das neue Museum im 16. Arrondissement wurde nach denselben Plänen wie das in Lyon gebaut, das Kernstück bildete die Rotunde der Bibliothek. Hier wurden ab 1891 auch buddhistische Zeremonien abgehalten, und am 13. März 1905 fand in der Rotunde eine besondere Tanzdarbietung statt: eine gewisse Lady MacLeod, die angab, aus Indien bzw. Indonesien zu stammen, bot auf Einladung von Guimet vor einem ausgesuchten Publikum vermeintliche indische Tempeltänze dar. In Wahrheit stammte die Tänzerin aus Leeuwarden in den Niederlanden, was jedoch erst später bekannt wurde. Der Auftritt in der Bibliothek des Musée Guimet markierte den Beginn ihrer Karriere – seit diesem Tag nannte sie sich Mata Hari.

Link: Musée Guimet – La bibliothèque historique

Detroit: Public Library

Detroit Public Library
Detroit Public Library r Ort: Detroit, Michigan (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: Cass Gilbert
Fertiggestellt/Eröffnet: 1921
Person: Andrew Carnegie
Verlag: The Detroit Publishing Co.
Signatur: 72253
Druckverfahren: Phostint
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Geäude der Detroit Public Library an der Woodward Avenue wurde 1921 eröffnet und ersetzte ein älteres Bibliotheksgebäude, die 1877 eröffnete Centre Park Library. Einen Teil der Mittel für den Neubau stiftete Andrew Carnegie im Jahr 1910; drei Jahre später wurde ein Architekturwettbewerb abgehalten, den der prominente Architekt Cass Gilbert (1859-1934) gewann. Sein Gebäude im Stil der italienischen Frührenaissance erhebt sich auf terrassiertem Gelände, den Mittelpunkt der symmetrischen Fassade aus weißem Marmor bildet die durch ionische Pilaster gegliederte Loggia. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und kriegsbedingt verzögerte sich der Bau, so dass die Eröffnung erst 1921 erfolgte. Das Gebäude galt damals als das schönste in Detroit. Nach Geoffrey Blodgett (1999) spiegeln Gilberts öffentliche Gebäude im Stil der Beaux-Arts-Architektur das optimistische amerikanische Bewusstsein wieder, Erbe griechischer Demokratie, römischen Rechts und des Humanismus der Renaissance zu sein*. Anfang der 1960er Jahre wurde das Gebäude um zwei Flügel erweitert, nach einem Entwurf von Gilberts Sohn Cass Gilbert Jr. und Francis J. Keally.

Die Karte ist im sog. „Phostint-Verfahren“ gedruckt, einer Weiterentwicklung des schweizerischen Photochromdrucks durch die Firma Detroit Publishing Company.

*Geoffrey Blodgett: Cass Gilbert: The Early Years. Minnesota Historical Society Press, 1999

Link: Cass Gilbert Society: Detroit Public Library

London: National Liberal Club

London: National Liberal Club, Gladstone Library

London National Liberal Club Library r

Ort: London
Baustil: Neorenaissance
Architekt: Alfred Waterhouse
Fertiggestellt/Eröffnet: 1887
Person: William Ewart Gladstone
Signatur: H.93
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Der National Liberal Club ist ein Gentlemen’s Club in London, der 1882 von dem liberalen Politiker William Ewart Gladstone gegründet wurde. An prominenter Stelle in Whitehall wurde 1884-1887 ein repräsentatives Gebäude im Stil der Neorenaissance erbaut, es ist eines der Hauptwerke des Architekten Alfred Waterhouse, der selbst Mitglied der Liberal Party war. Waterhouse entwarf auch die Inneneinrichtung, die von gußeisernen, mit Keramik verkleideten Säulen geprägt ist. Das Gebäude war das erste in London, das einen Aufzug enthielt und vollständig elektrisch beleuchtet wurde. Zu den ursprünglichen Zielen des Clubs gehörte auch die Einrichtung einer Bibliothek, die nach Gladstone benannt wurde und über 30.000 Bände vorwiegend politischer Literatur enthielt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude bei einem Luftangriff getroffen und schwer beschädigt; der Wiederaufbau bedeutete eine schwere finanzielle Belastung für den Club. Die 1970er Jahre brachten eine Phase des Niedergangs, deren skuriller Höhepunkt war, dass die Leitung einem vermeintlichen kanadischen Millionär übertragen wurde, der sich jedoch als Hochstapler herausstellte. Er verkaufte 1977 die Gladstone Library für den Spottpreis von 40.000 Pfund an die Universität Bristol. In den 1980er Jahren verkaufte der Club etliche Räume an das benachbarte Royal Horseguards Hotel, darunter auch den Raum der Gladstone Library, der heute mit Buchattrappen bestückt ist und für Veranstaltungen gebucht werden kann.

Link: Peter Harris: A meeting place for Liberals. In: Journal of Liberal History, 51 (2006)