Augustiner-Chorherrenstift Vorau

Augustiner-Chorherrenstift Vorau - Bibliothekssaal
Augustiner-Chorherrenstift Vorau Bibliothek r Ort: Vorau
Art: Klosterbibliothek (Augustiner-Chorherren)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1731 / 1767
Verlag: Alexander Raza / PLW [= P. Ledermann Wien]
Signatur: 25251
Gelaufen: 1921

Das Augustiner-Chorherrenstift Vorau geht auf eine Gründung aus dem Jahr 1163 zurück. In dieser Zeit liegen auch die Anfänge der Klosterbibliothek. Im Jahr 1237 kam es zu einem großen Brand des Stifts. Dabei kam der Propst Bernhard II. ums Leben, als er Urkunden, Handschriften und sonstige Wertgegenstände aus dem Fenster der Sakristei warf, um sie vor den Flammen zu retten. Im 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts erfuhr die Bibliothek bedeutende Zuwächse. In den Jahren 1680 bis 1730 wurde die alte Prälatur durch zwei neue Flügel ersetzt; im Nordtrakt des Prälaturtraktes wurde ein 27 Meter langer, zwei Stockwerke hoher Bibliothekssaal eingerichtet, der von manchen für den schönsten Österreichs gehalten wird. Die Bücherschränke stammen aus dem Jahr 1767. Stift Vorau überstand die Klosteraufhebungen unter Joseph II. und ist heute das einzige noch bestehende Chorherrenstift in der Steiermark. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Chorherren von den Nazis vertrieben, das Gebäude enteignet und zu einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (NAPOLA) zweckentfremdet. Aus der Bibliothek wurden 1945 5000 Inkunabeln, Urkunden und Bücher entwendet, über ihren Verbleib ist zum Teil bis heute nichts bekannt. Nach dem Krieg kehrten die Chorherren in das zerstörte Stift zurück und begannen mit dem Wiederaufbau, der sich bis in die 1960er Jahre hinzog. Heute umfasst die Sammlung 416 Handschriften, 206 Inkunabeln und ca. 40.000 gedruckte Bücher. Zu den Schätzen zählt unter anderem die sog. „Vorauer Handschrift“, eine mittelalterliche Sammelhandschrift aus dem 4. Viertel des 12. Jahrhunderts. Im Vordergrund der Ansichtskarte sieht man ein Globenpaar (Himmels- und Erdglobus) von Vincenzo Maria Coronelli aus dem Jahr 1688 sowie an der Rückwand einen von zwei Parabolspiegeln, die als Schallmuscheln bzw. Sprechmuscheln leises Flüstern auf der gegenüberliegenden Seite hörbar machten.

Link: Vorauer Handschrift (StAV-Ms 276, Digitalisat)

Genealogie Schmidt

Meine Großmutter als Kind C_3_Sophie - draft 1_Koloriert_von_Val_Erde

Das ist meine Großmutter als Kind. Das Foto wurde um 1908 im Atelier eines jüdischen Fotografen namens A. Silbersteijn in Kalwarja aufgenommen, einem Städtchen in der Region Suvalkija unweit der Stadt Suwałki. Kalwarja gehörte damals zum russischen Zarenreich, heute gehört es zu Litauen. Das Foto ist eines der wenigen aus dieser Zeit, die sich über die Wirren von zwei Weltkriegen und der anschließenden Flucht der Familie nach Deutschland erhalten haben. Das Original ist in Schwarzweiß. Rechts sieht man eine digitale Bearbeitung des Fotos, die die britische Künstlerin Val Erde dankenswerterweise geschaffen hat. Sie hat sich darauf spezialisiert, alten Fotos durch das Hinzufügen von Farbe neues Leben einzuhauchen – ich empfehle einen Besuch ihres Blogs „Coloring the Past.

This is my grandmother as a child. The photograph was taken around 1908 in the studio of Jewish Photographer A. Silbersteijn in Kalvarija, a small town in the Suvalkija region not far from Suwałki. Back then Kalvarija belonged tot he Russian Empire; today it is part of Lithuania. The photograph is one of only a few from that period, which have survived the ups and downs oft wo world wars and the flight of the family to Germany after WW II. The original is black and white. On the right you see a version created by the british artist Val Erde, who has specialised in bringing new life to old photographs by digitally adding colour to them. (Thank you so much, Val!!). I do recommend a visit to her blog „Coloring the Past

Meine Großmutter wurde 1904 in Santakai geboren, wo ihr Vater eine Mühle betrieb. Ihre älteren Schwestern waren noch auf Gut Pilekalniai im Kreis Wilkowischki (Vilkaviškis) geboren worden, das ihr Vater Fortunat Schmidt jedoch dann aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen musste. Als er auch noch die Mühle aufgeben musste, kam es zum Zerwürfnis in der Familie und zur Trennung, weshalb meine Großmutter zusammen mit ihrer Mutter, ihren drei Schwestern und ihren Großeltern in Kalwarja aufwuchs. Über die Herkunft der Familie Schmidt und über das weitere Schicksal von Fortunat nach der Trennung ist leider nur wenig bekannt. Einige Ergebnisse meiner Forschungen zu den Linien Schmidt, Konarski und von Gallera möchte ich im folgenden vorstellen.

My grandmother was born in 1904 at Santakai, where her father ran a Mill. Her elder sisters had been born at Pilekalniai manor in the Vilkaviškis district, which their father Fortunat Schmidt had been forced to sell due to economic difficulties. When the mill went bankrupt as well, the family broke off and my grandmother grew up together with her mother, sisters and grandparents in Kalvarija. Unfortunately not much is known about the origins of the Schmidt family and about what became of Fortunat Schmidt after the separation of the family. In this blog I want to present some oft he results of my research about the families Schmidt, Konarski and von Gallera.

Die Familie Schmidt

Einer Familienüberlieferung zufolge sollen die Schmidts von dem Sohn eines mecklenburgischen Gutsbesitzers abstammen, der nach Russland ausgewandert war. Darüber gibt es jedoch keine gesicherten Informationen; fest steht, dass ein Friedrich Wilhelm Schmidt – der Urgroßvater meiner Großmutter – sich Ende des 18. Jahrhunderts als Apotheker in Serrey niederließ (evtl. auch in Weysze, einem Dorf in der Nähe von Serrey). Serrey (heute Seirijai) gehörte zwischen 1691 und 1793 sowie zwischen 1795 und 1807 gemeinsam mit der Herrschaft Tauroggen als Enklave zu Preußen. Friedrich Wilhelm Schmidt starb vor 1836; er war mit Anna Konarski verheiratet, die aus einem calvinistischen polnischen Adelsgeschlecht aus der Wappengemeinschaft der Gryf stammte. Sie war vermutlich die Tochter von Bogusław Alexander Konarski und Katharina von Schnitter.

According to family tradition the Schmidts have descended from a Mecklenburg landowners son who had emigrated to Russia. However, there is no valuable information about that. Fact is that a Friedrich Wilhelm Schmidt – my grandmothers great grandfather – settled at the end of the 18. century as an apothecary in the town of Seirijai or maybe in the nearby viillage of Weysze. Seirijai formed together with Tauragė from 1691 to 1783 and from 1795 to 1807 a small exclave of Prussia within the Polish–Lithuanian Commonwealth. Friedrich Wilhelm Schmidt died before 1836, he was married to Anna Konarski, who came from a noble calvinistic Polish family. She was probably the daughter of Bogusław Alexander Konarski and Katharina von Schnitter.

Der Sohn von Friedrich Wilhelm Schmidt hieß Leopold Schmidt, er wurde um 1798 in Serrey geboren und arbeitete als Landvermesser. 1836 heiratete er in Serrey seine Cousine Johanna Marianna Konarski, Tochter von Thomas Martin Konarski und Johanna Florentine Henriette von Gallera.

The son on Friedrich Wilhelm Schmidt was Leopold Schmidt, he was born in 1798 in Seirijai and worked as a land surveyor. In 1836 he married his cousin Johanna Marianna Konarski, daughter of Thomas Martin Konarski and Johanna Florentine Henriette von Gallera.

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Die Unterschriften von Leopold Schmidt und Johanna Konarski im Kirchenbuch von Serrey (1836)

Um 1850 zog die Familie von Podusie – vermutlich der Name eines Guts – nach Bartninkai im Kreis Wilkowischki (Gouvernement Augustow), wo Leopold ein Gut namens Pilekalniai (Piliakalniai) erworben hatte. Das Gut gehörte zu einer Reihe von Landgütern, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Besitz der einflussreichen tatarischen Familien Baranowski und Ułanów waren. Die Tataren waren Moslems, die seit dem 14. Jahrhundert in Litauen ansässig waren. Sie gehörten meist zur Oberschicht, hatten militärische Posten inne und waren assimiliert, hatten dabei aber ihren Glauben behalten. Leopold Schmidt verlor sein Leben auf tragische Weise. Hintergrund war der sog. Januaraufstand von 1863/64, eine Erhebung gegen die russische Teilungsmacht, die vor allem von polnischen Adligen ausging. Zur Finanzierung des Aufstands versuchten die Insurgenten, von den Gutsbesitzern Kontributionen einzuziehen. Auch Leopold Schmidt erhielt im Mai 1864 die Aufforderung, sich finanziell zu beteiligen. Er weigerte sich jedoch, die Kontribution zu zahlen und verriet die Aufständischen an die russische Regierung. Einige Monate später wurden er und einer seiner Söhne ermordet vor dem Gutshaus gefunden. Die polnische Zeitung „Ojczynca“ gestand im Dezember offen ein, dass die Morde auf Grund von Todesurteilen der „Nationalregierung“ erfolgt waren. Der Mord sorgte damals für einiges Aufsehen und wurde deutschlandweit in Zeitungen erwähnt. Im Januar 1865 erschein zum Beispiel ein Artikel in dem von Wilhelm Liebknecht herausgegebenen „Social-Democrat“ (dem Vorgänger des „Vorwärts“), in dem die als Folge des Mordes unverhältnismäßig strengen Maßnahmen der russischen Regierung gegen die polnischen Gutsbesitzer angeprangert wurden.

Around 1850 the family moved from Podusie – probably the name of a manor – to Bartninkai in the Vilkaviškis district in the Governorate of Augustow, where Leopold had purchased a manor named Piliakalniai. This was one of several manors, which at the beginning of the 19th century had belonged to the influential tatar families Baranowski and Ułanów. The Tatars were muslims, who had been living in Lithuania since the 14. century. They mostly belonged to the upper classes, had military ranks and were assimliated except for their muslim belief. Leopold Schmidt lost his life in tragic circumstances during the so called January Uprising of 1863/64, an insurrection aimed at the restoration of the Polish–Lithuanian Commonwealth. In order to finance their rebelion, the mostly aristocratic insurgents tried to requisition contributions from the local land owners. Leopold Schmidt was requested to contribute a sum in May of 1864, but he refused and betrayed the insurgents to the Russian government. A few months later he was found murdered in front of his house, along with one of his sons. The polish newspaper „Ojczynca“ admitted in December that this murder had been accomplished on the ground of a death sentence of the revolutionary organisation. This murder attracted wide attention. In January 1865 an article was published in the „Social-Democrat“, predecessor of the Social Democratic Partys central organ „Vorwärts“. In it was mentioned the murder and the following suppressive actions of the Russian government against the Polish land owners.

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Artikel in der „Wiener Zeitung“, 27.12.1864

Später übernahm Leopolds jüngster Sohn Fortunat Schmidt das Gut. Er zeigte jedoch kein Geschick für das Wirtschaften und verschuldete sich. Zwischen 1899 und 1904 verkaufte er das Gut, bezahlte seine Schulden, kaufte ein Haus in Kalwarija und pachtete eine Wassermühle in Santoka. Später wurde er Leiter eines Geschäfts, das landwirtschaftliche Maschinen verkaufte. An wen Fortunat Schmidt das Gut Pilokalnie verkauft hatte, ist nicht bekannt. Der letzte Besitzer des Guts im Jahr 1940 war Kazimierz (Kazys) Dymecki. Dessen Mutter hieß Maria von Gallera und war vermutlich eine entfernte Verwandt von Johanna Konarski, der Frau von Leopold Schmidt. Heute sind nur noch einige der Nebengebäude erhalten.

Later, Leopolds youngest son Fortunat Schmidt took over the estate. But he lacked economic talent and got indebted. Between 1899 and 1904 he sold Piliakalniai, payed his debts, bought a house in Kalvarija and rented a water mill in Santoka. Later he became leader of a business selling agricultural machinery. To whom Fortunat sold the Piliakalniai manor is not known. Its last owner in 1940 was Kazimierz (Kazys) Dymecki. His mother was Maria von Gallera, probably a distant relative of Johanna Konarski, the wife of Leopold Schmidt. Today there remain only some of the annexes oft he former manor.

Die Familie Konarski

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Das Wappen Konarski (Herb Gryf)

Der Name leitet sich von der Besitzung Groß-Konary in der Wojwodschaft Sandomir ab. Stanislaus Jaxa Konarski war um 1525 Burggraf (Kastellan) von Cholm, sein Sohn Lorenz Fahnenjunker von Lublin. Dessen Sohn Johann (Jan) Jaxa Konarski war General im brandenburgischen Heer. Sein Sohn Johann Konarski war Offizier in holländischen, französischen (englischen) und brandenburgischen Heeren. Er trat 1645 vom Sozinianismus (Arianismus) zum Calvinismus über. Dessen Sohn Hieronymus Gabriel Konarski war u. a. Offizier im holländischen Heer sowie Stolnik [= Mundschenk / Truchseß] von Mozyr und Starost von Serrey. Ein Hieronymus Gabriel Konarski wird auch als Kammerjunker am Hof des Kurfürsten von Brandenburg erwähnt. Hieronymus Gabriel war vermutlich der Bruder von Jerzy Konarski, der der Vater des bekannten polnischen Schriftstellers, Pädagogen und Reformers Stanisław Konarski (1700-1773) war. Hieronymus Gabriels Sohn Bogusław Alexander Konarski war Major im russischen Heer. Er war der Vater von Friedrich Wilhelm Schmidts Frau Anna Konarski und von Thomas Martin Konarski. Thomas Martin wurde um 1753 in Serrey geboren und war Leutnant, später Major im Preußischen Bosniaken-Regiment. Seine Tochter Johanna Marianna Konarski wurde 1815 in Faulbruch (Kreis Johannisburg, Ostpreußen) geboren. Ihr Bruder Alexander Rudolf Gottlieb, ebenfalls in Faulbruch geboren, kam im Rahmen seiner militärischen Laufbahn nach Hermeskeil, eine Stadt im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz, wo er 1841 heiratete, ein Gut erwarb und Bürgermeister wurde. Von ihm ist ein handschriftlich geführtes „Erinnerungsbuch für meine Kinder 1845-51“ überliefert.

The name is derived from the estate Groß-Konary in the Voivodeship of Sandomir. Stanislaus Jaxa Konarski was castellan of Cholm around 1525, his son Lorenz officer cadet of Lublin. His Sohn Johann (Jan) Jaxa Konarski was general in the army of Brandenburg. His son Johann Konarski was officer in dutch, french (english) and Brandenburg armies. In 1645 he converted from Socinianism to Calvinism. His son Hieronymus Gabriel Konarski served as officer in the Dutch army and was Stolnik [=Cup-bearer] of Mozyr und Starosta of Serrey. A Hieronymus Gabriel Konarski is also mentioned as Valet de chambre at the court oft he Prince-elector of Brandenburg. Hieronymus Gabriel was probably the brother of Jerzy Konarski, who was the father of the well known Polish writer, pedagoue and educational reformer Stanisław Konarski (1700-1773). Hieronymus Gabriels son Bogusław Alexander Konarski served as a Major the Russian army. He was the father of Friedrich Wilhelm Schmidts wife Anna Konarski and of Thomas Martin Konarski. Thomas Martin was born around 1753 in Seirijai and served as Leutnant, later major in the Prussian Bosniak regiment. His daughter Johanna Marianna Konarski was born in 1815 at Faulbruch in the district of Johannisburg, East Prussia. Her brother Alexander Rudolf Gottlieb, born at Faulbruch too, came within his military career to Hermeskeil, a city in the district of Trier-Saarburg in todays Rhineland-Palatinate, where he married in 1841, bought an estate and became mayor of Hermeskeil. His descendants keep a handwritten diary about his children, which he wrote between 1845 and 1851.

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Gut Faulbruch

Die Familie von Gallera

Über die Herkunft der Familie von Gallera gibt es einige Aussagen des Schriftstellers und Heimatforschers Siegmar von Schultze-Galléra (1865-1945). Wo genau darin jedoch die Grenzen zwischen historisch gesicherten Fakten und Vermutungen verlaufen, bleibt noch zu untersuchen. Demnach soll der Name von der Festung Galéra nördlich von Rom stammen; die Familie sei „fränkischen Stammes, wohl unter den Karolingern eingewandert … von Etrurien wanderte später das Geschlecht nach Mailand und trat in sardinische Dienste.“ Der älteste namentlich bekannte Vorfahr von Johanna Florentine Henriette von Gallera war Gregor Augustinus von Gallera, „Artillerie-Kapitän im kaiserlichen Heer bei den Mailänder Regimentern“. Sein Sohn Johann Baptista von Gallera soll nach einem Streit mit einem Prinzen von Sardinien nach Polen geflohen sein, wo er unter August dem Starken Kapitän der litauischen Garde bzw. Generaladjutant des litauischen Heeres wurde und Güter erwarb. Sein Sohn Joseph von Gallera soll im Alter von zehn Jahren von Polen nach Preußen gekommen sein. Er wurde ebenfalls Kapitän im litauischen Heer und erwarb das Gut Kopiken (Kopyken, Kopieken, Kopicken) bei Lyck. Dort wurde um 1773 Johanna Florentine Henriette von Gallera geboren, die Frau von Thomas Martin Konarski.

My information about the origins of the Gallera family comes from the author and local historian Siegmar von Schultze-Galléra (1865-1945). Yet it is not clear which parts of it are based on historic facts and which are of a more speculative nature. The name is said to come from a fortress of the name of „Galéra“ some miles north of Rome. The family „being of Frankish origins, probably immigrated [to Italy] during the reign oft he Carolingians …. afterwards they moved from Etruria to Milan, entering Sardinian service.“ The oldest known ancestor of Johanna Florentine Henriette von Gallera was Gregor Augustinus von Gallera, captain of the artillery oft he Milan regiments of the imperial army. His son Johann Baptista von Gallera is said to have been forced to emigrate after having a fight with the Prince of Sardinia. He went to Poland, became captain ot the Lithuanian guard under Augustus II (the Strong) and purchased an estate. His son Joseph von Gallera moved from Poland to Prussia aged ten, later became a captain in the Lithuanian army and bought the manor of Kopiken (Kopyken, Kopieken, Kopicken) near the town of Lyck (Ełk). There his daughter Johanna Florentine Henriette von Gallera was born around 1773, the later wife of Thomas Martin Konarski.

Vorfahren von Fortunat Schmidt

1. Fortunat Friedrich Schmidt, Diplomkaufmann, Gutsbesitzer, *01.06.1855 Gut Pilekalniai, ∞ Kalvarija 12.06.1896 Emma Laure

2. Leopold Schmidt, Landvermesser, * Serrey um 1798;
∞ Serrey 09.06. 1836
3. Johanna Marianna Konarski, * Faulbruch (Kreis Johannisburg) 26.05.1815

4. Friedrich Wilhelm Schmidt, Apotheker, + vor 1836
5. Anna Konarski, * um 1757, + Serrey 05.01.1838

6. Thomas Martin Konarski, * Serrey um 1753, + Marggrabowo (Doliwen) 02.05.1824;
∞ Lyck 27.02.1794
7. Johanna Florentine Henriette von Gallera, * Lyck (Gut Kopyken) um 1773, + Marggrabowa (Czychen) 13.10.1823

12. Bogusław Alexander Konarski, * Serrey 1698, + Serrey 1776, ∞ vor 1740
13. Katharina von Schnitter

14. Joseph von Gallera, * um 1743, Seit 1768
15. Anna Maria Dreyer

24. Hieronymus Gabriel Konarski, * 1641, + 1719, ∞ 1696
25. Elżbieta Korona, ~ Wilna 29.01.1668

28. Johann Baptista von Gallera

48. Johann Konarski, * 1592, + 1665,
49. Katarzyna Greków, * 1619, + 1651

50. Piotr Korona („von der Cron“), + Wilna 1672,
51. Katarzyna Desaus, + Wilna 1697; bei ihrem Begräbnis waren die Landeshauptleute (Provinzgouverneure?) von Wilna, Trocki, Minsk und  Mscislaw anwesend, Der Name evtl. auch „de Saus“ (nach Szymon Konarski: Kanoniczki warszawskie: 24. IV. 1744-13. VIII. 1944 – Seite 127); ∞ II. Wilna 10.10.1674 Jan Szretter

56. Gregor Augustinus von Gallera, * vor 1700, + Mailand 1732

96. Johann (Jan) Jaxa Konarski, + zwischen 1610 und 1620
97. N. Ostrowska*

98. Jerzy Greków, besaß vmtl. das Gut oder Dorf Cieleśnica
99. N. Irzykowiczówną

112. Clemens Bonaventura von Gallera, * zwischen 1650 und 1680, + Mailand 1725

192. Lorenz Konarski

194. Jakub Ostrowski, Stolnik von Lubelsi (?) und Suchodolski (?)

384. Stanislaus Jaxa Konarski

Nachkommen von Friedrich Wilhelm Schmidt

Leopold Schmidt, ∞ Serrey 1836 Johanna Marianna Konarski
Kinder:
Mathilda Anna, * Serrey 1837
Leopoldina Juliana Florentina, * Serrey 1839
Viktoria Emilia, * Serrey 1840
Anna Natalia, * Serrey 1841
Jakobina, * Serrey 1843, + Pilokalnie 1850
Alexander Felix, * Serrey 1844
Katharina Adelia, * Serrey 1847
Kajetana Michelina, * Serrey 1848
Leon Leopold, * Serrey 1850
Maria Luisa, * Piliakalniai 1853
Fortunat Friedrich, * Piliakalniai 1855

Friedrich (Fritz) Schmidt; er ist vermutlich identisch mit dem Friedrich Schmidt, der um 1838 Leopoldina Parmanow (* um 1806) heiratete (Ortangabe: „Krykoztanach, Sereje“)
Kinder:
Friedrich Leopold, * 1842
Leokadya Matyba
Friedrich Leopold
Anne
Leopoldine
Juliane
Friedrich Alexander
Leopoldine

Karolina Schmidt, ∞ Serrey 1829 Florian Passaura

Simon Schmidt

Amalie Schmidt


Quellen (Auswahl):

Hans Severin: Die Familie „von Konarski“. Wiesbaden 1943 (Manuskript; Deutsche Nationalbibliothek Leipzig 1943 B 808)

Ursel Christmann: Geschichte der Familie von Konarski (Manuskript, 1994)

Szymon Konarski: Szlachta kalwińska w Polsce, Warschau 1936

Miesie̜cznik heraldyczny. Nakł. Oddziału Warszawskiego Polskiego Towarzystwa Heraldycznego., 1937

Lutherische Kirchenbücher in Russisch-Polen

Chambéry: Musée-bibliothèque

Chambéry: Musée-bibliothèque
Chambery Musee Bibliotheque r Ort: Chambéry
Art: Öffentliche Bibliothek
Architekt: François Pelaz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1889
Verlag: Jullien frères / Librairie A. Perrin
Signatur: 2479
Gelaufen: 1904

Das auf dieser Karte abgebildete Gebäude war ursprünglich eine Kornhalle (Halle aux grains bzw. Grenette). Im Jahr 1860 wurde darin die Volksabstimmung über die Abtretung der alten Gebiete von Savoyen an Frankreich abgehalten (Vertrag von Turin). 1889 wurde es durch den Architekten François Pelaz zu einem Museums- und Bibliotheksgebäude umgebaut und vergrößert. Die Bibliothek befand sich im ersten Stock bis zum Jahr 1992, als sie einen Neubau (Médiathèque Jean-Jacques Rousseau) bezog. Das Musée des Beaux-Arts wurde zwischen 2009 und 2011 grundlegend saniert.

Link: Musée des Beaux-Arts de Chambéry

Genf: Völkerbund (Palais Wilson)

Genf: Völkerbund (Palais Wilson)
Genf_Geneve_Völkerbund_Palais_Wilson_r Ort: Genf (Genève)
Architekt: Jacques-Elysée Goss / Marc Camoletti
Fertiggestellt/Eröffnet: 1875 / 1920
Verlag: Hélio Sadag, Genève
Fotograf: Charles Edouard Boesch
Bemerkung: Heliogravüre?
Datierung (Karte): ca. 1921

Der Völkerbund (Société des Nations, League of Nations) wurde auf Initiative des US-Präsidenten Woodrow Wilson im Jahr 1919 gegründet und zielte darauf ab, eine weltweite Friedensordnung zu etablieren. Bevor der Völkerbundpalast (Palais des Nations) erbaut wurde, war der Organisationssitz des Völkerbunds von 1920 bis 1936 das frühere Hôtel National, ein Luxushotel am rechten Ufer des Genfersees. Dieses wurde dafür von dem Architekten Marc Camoletti umgebaut. Die Bibliothek des Sekretariats des Völkerbunds war laut Aufschrift der Karte auch öffentlich zugänglich. Nach dem Tod von Woodrow Wilson im Jahr 1924 erhielt das Gebäude den Namen „Palais Wilson“. Seit 1998 ist das Palais Wilson Sitz des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR).

Link: Simon Bradley: The turbulent history of the Palais Wilson

Fürth: Lesehalle (Berolzheimerianum)

Fürth: Lesehalle (Berolzheimerianum)
Fürth Lesehalle Berolzheimerianum r Ort: Fürth
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Jugendstil
Architekt: Otto Holzer
Fertiggestellt/Eröffnet: 1906
Person: Heinrich Berolzheimer
Verlag: Georg Krehn, Fürth
Bemerkung: Feldpost
Gelaufen: 1914

Berolzheim ist eine Ortschaft („Markt“) in Mittelfranken. Von Berolzheim leitet sich der jüdische Familienname „Berolzheimer“ ab (auch Berlizheimer, Berlitz oder Berol). Nach dem Fürther Unternehmer Heinrich Berolzheimer (1836-1906) ist das auf dieser Karte abgebildete „Berolzheimerianum“ benannt. Berolzheimer war in den USA mit der Fabrikation von Bleistiften zu Reichtum gekommen, bevor er in seine Vaterstadt Fürth zurückkehrte und ihr über 223.000 Goldmark für die Errichtung eines Volksbildungsheims nach amerikanischem Vorbild stiftete. Dieses wurde 1906 eröffnet und enthielt eine Bibliothek mit großem Lesesaal sowie im Obergeschoss einen Saal mit Bühne für kulturelle Veranstaltungen. Die Gründung des Berolzheimerianums steht in Zusammenhang mit der Bücherhallenbewegung, die allen Bevölkerungsschichten Zugang zu kostenloser Bildung gewähren wollte. Im ersten Weltkrieg diente das Gebäude als Lazarett. Nach einer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wurde es vereinfacht wiederaufgebaut; heute beherbergt es ein Theater (Comödie Fürth) und ein Restaurant. Auf der Karte ist rechts eine Nische mit einem Bronzestandbild zu erkennen, dies stellte den  Prinzregenten Luitpold von Bayern dar. 1942 wurde es vermutlich eingeschmolzen. Die Karte wurde im September 1914 als Feldpost verschickt, offenbar von einem verwundeten Soldaten, der im Lazarett behandelt worden war („mir geht es wieder ganz gut“).

Aus der New Yorker Niederlassung der Bleistiftfabrik Berolzheimer und Illfelder ging später die Illfelder Importing Co. bzw. Eagle Pencil Co. hervor. In England firmierte das Unternehmen ab 1969 unter dem Namen „Berol“ (heute Teil von Sanford L.P.).

Link: FürthWiki -Berolzheimerianum
Link: Berolzheimerianum – Jüdisches Stiftungswesen & Dr. Jakob Frank

Oxford: Pembroke College

Oxford: Pembroke College: Broadgates Hall Library
Oxford Pembroke College Library r Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1848
Person: Samuel Johnson
Verlag: Stengel & Co. / Oscar Flammger
Signatur: E 38107
Datierung (Karte): um 1910

Pembroke College in Oxford wurde 1624 von König Jakob I. gegründet. Einer seiner berühmtesten Studenten war Samuel Johnson (1709-1784), ein Gelehrter und eine einflussreiche Persönlichkeit des literarischen Lebens im England des 18. Jahrhunderts. Bekannt ist er noch heute nicht zuletzt wegen der Biografie „The Life of Samuel Johnson“ seines Freundes James Boswell, die als eines der besten biografischen Werke überhaupt gilt (Ich habe das Buch gelesen und kann die Lektüre nur empfehlen!!). An Dr. Johnsons einstigem Wohnsitz in London am Gough Square Nr. 17 wurde übrigens 1997 eine Bronzestatue enthüllt, die seinen Kater Hodge darstellt. Als Student in Oxford dürfte Johnson allerdings noch keine Katze besessen haben. Er verbrachte nur eineinhalb Jahre als Undergraduate am Pembroke College und musste es dann aus finanziellen Gründen verlassen. Der auf der Karte abgebildete Raum in Broadgates Hall, einem Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, war zu Johnsons Zeiten noch der Speisesaal; erst 1848 wurde die Bibliothek hierher verlegt, wo sie bis 1974 blieb. Auf der Karte sind zwei der Schreibpulte zu sehen, an denen Johnson gearbeitet haben soll.

Link: Pembroke College Oxford – Architectural History

Tokio: Keio-Universität

Tokio: Keio-Universität - Bibliothek (1912)
tokio-keio-university_r Ort: Tokio
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Tatsuzo Sone and Seiichiro Chujo
Fertiggestellt/Eröffnet: 1912
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Die Keiō-Universität („Keiō Gijuku“) ist eine Elite-Privatuniversität, die auf die „Schule für westliche Studien“ zurückgeht. Diese war eine Privatschule nach dem Vorbild der englischen public schools, die 1858 von Fukuzawa Yukichi gegründet wurde, einem Intellektuellen der Meiji-Restauration. Die Universität erstreckt sich über verschiedene Standorte, darunter den Mita Campus im Bezirk Minato. Dort wurde 1912 zum 50-jährigen Gründungsjubiläum die Universitätsbibliothek errichtet, die seitdem als Symbol der Keiō-Universität gilt. Der Entwurf für den neogotischen Backsteinbau („Edwardian neo-gothic“) stammte von dem Architekturbüro Sone Chujo. Das Gebäude überstand das Große Kantō-Erdbeben im Jahr 1923, wurde aber bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und nach Kriegsende wiederaufgebaut. Es beherbergt heute ein Archiv und wird für Veranstaltungen genutzt.

Link: The Architecture of Keio University