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![]() | Ort: Jerusalem Art: Hochschulbibliothek / Nationalbibliothek Baustil: Orientalismus (?) Architekt: Patrick Geddes, Frank Mears und Benjamin Chaikin Fertiggestellt/Eröffnet: 1930 Verlag: Uvachrom AG Signatur: 6362 Datierung (Karte): 1934 |
Nordöstlich der Jerusalemer Altstadt, rund einen Kilometer vom Ölberg entfernt, liegt der 826 m hohe Skopusberg (Mount Scopus), ein beliebter Aussichtspunkt. Hier besaß der englische Anwalt, Kunstsammler und Reiseschriftsteller John Edward Gray Hill (1839–1914) ein Anwesen, das nach seinem Tod an die Gründer der hebräischen Universität verkauft wurde. 1918 wurde der Grundstein für den Campus gelegt, der 1925 eingeweiht wurde. Mit dem Masterplan war der schottische Biologe, Geograph und Botaniker Patrick Geddes (1854-1932) betraut worden, der vor allem als Vordenker auf dem Gebiet der Stadtplanung bekannt wurde. Sein Schwiegersohn Frank Mears und der Jerusalemer Architekt Benjamin Chaikin arbeiteten die Pläne für die Universitätsgebäude aus.
Eines der ersten Gebäude auf dem Campus war die Universitätsbibliothek, die gleichzeitig als Nationalbibliothek diente. Ihr Bau erfolgte mit Mitteln von David Wolffsohn (1855-1914), der von 1905 bis 1911 Präsident der Zionistischen Weltorganisation gewesen war und seine Hinterlassenschaft für zionistische Zwecke bestimmt hatte. Das am 15. April 1930 eingeweihte Gebäude ist nach ihm benannt und zeugt von der Monumentalität des ursprünglichen Plans von Geddes und Mears für den Campus, der nie vollständig umgesetzt wurde. „The tall stone walls of the library building, the dome on top and the skilled stone work … offer an impressive example of Palestinian Orientalist architecture“ (Diana Dolev: The Planning and Building of the Hebrew University, 1919–1948: Facing the Temple Mount. Lexington Books 2016, S. 72).
Nachdem der Skopus während des Israelischen Unabhängigkeitskrieges von 1948/1949 vom Rest des israelischen Jerusalem abgeschnitten worden war, zog die Bibliothek nach einem Provisorium in Westjerusalem 1960 auf den neuen Campus Givʿat Ram, wo einer der damals größten und modernsten Bibliotheksbauten der Welt eröffnet wurde (Lady-Davis-Gebäude). Der Campus auf dem Skopusberg konnte nach dem Sechstagekrieg 1967 wieder in Betrieb genommen werden. Das ursprüngliche Gebäude der Bibliothek ist heute die Bernard G. Segal Law Library.
Die Ansichtskarte aus dem Jahr 1934 ist im Verfahren der Uvachromie (Uvatypie) hergestellt, einem 1916 von dem Photochemiker Arthur Traube (1878-1948) entwickelten Edeldruckverfahren, das versteckt seinen Namen trägt: „uva“ bedeutet auf lateinisch „Traube“.
Link: The National Library of Israel
Kemp, Cornelia, „Traube, Arthur Jonas“ in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 369-370 [Online-Version]



















