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![]() | Ort: Schmalkalden Art: Kirchenbibliothek Fertiggestellt/Eröffnet: 19. Jahrhundert Person: Martin Luther Verlag: Kunst- und Verlags-Anstalt Carl Simon Signatur: 102 / 3218 Datierung (Karte): um 1905 |
Die Stadtkirche St. Georg in Schmalkalden in Thüringen ist eine spätgotische Hallenkirche, deren Bau 1509 vollendet wurde. Im Februar 1537 war sie Schauplatz einer Versammlung der Mitglieder des sog. Schmalkaldischen Bundes, eines 1531 geschlossenen Verteidigungsbündnisses protestantischer Fürsten und Städte gegen den Kaiser Karl V. Martin Luther predigte aus diesem Anlass in der Kirche und legte auf Wunsch des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich eine Zusammenfassung seiner Lehre, die sog. Schmalkaldischen Artikel vor. Einer Überlieferung zufolge soll Luther sich während der morgendlichen Gottesdienste in der ehemaligen Paramentenkammer über der Sakristei aufgewärmt haben, die später zu seinen Ehren Lutherstube genannt wurde.
In diesem mit Deckenmalereien geschmückten Raum war spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Kirchenbibliothek (Lutherbibliothek) untergebracht, die sich zuvor in der Sakristei befunden hatte. Sie geht auf das 15. Jahrhundert zurück und enthält seltene Inkunabeln und Drucke aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Im Jahr 1864 wurde in der Lutherstube ein kleines Kirchenmuseum eingerichtet, das neben den Büchern auch einen Schnitzaltar, Tafelbilder und Möbel enthielt. 1893/1894 wurde es erneuert, und Superintendent Gustav Adolf Obstfelder (1847-1930) verfasste einen Katalog der Bibliothek. (Bei dem im Hintergrund sitzenden Mann dürfte es sich um Obstfelder handeln). Der Bestand wird seitdem museal erhalten, als Pfarrbibliothek dient heute eine seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgebaute Sammlung theologischer Fachliteratur (Predigerbibliothek). Die Lutherstube kann heute noch besichtigt werden, enthälte aber keine Bücher mehr.



















