Denver: Public Library

Denver: Public Library (1910)
Denver Public Library r Ort: Denver
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Klassizismus (Greek Revival)
Architekt: Albert Randolph Ross
Fertiggestellt/Eröffnet: 1910
Bemerkung: Handkoloriert
Gelaufen: 1913

Die Öffentliche Bibliothek von Denver wurde 1889 gegründet. Im Jahr 1910 wurde das von dem Architekten Albert Ross im Stil des „Greek Revival“ entworfene Gebäude mit der markanten Fassade aus korinthischen Säulen eingeweiht. Die Bibliothek, die zur Hälfte mit Mitteln des Industriellen und Philanthropen Andrew Carnegie finanziert wurde, war das erste repräsentative Gebäude, das im „Civic Center Park“ fertiggestellt wurde. Die Idee für das „Civic Center“ ging auf den Bürgermeister von Denver, Robert W. Speer zurück und steht im Zusammenhang mit einer Bewegung, die sich „City Beautiful movement“ nannte und in Architektur und Stadtplanung ein Mittel zur Hebung der Moral und bürgerlichen Tugend sah. Speer schwebte vor, aus Denver ein „amerikanisches Paris“ zu machen; um das Gebäude des Colorado State Capitol sollte ein großer Park entstehen, der von Museen, einer Bibliothek und anderen repräsentativen öffentlichen Gebäuden gesäumt war. Der Civic Center Park wurde 1919 offiziell eröffnet, heute finden dort die wichtigsten kulturellen und politischen Veranstaltungen und Events von Colorado statt. Nach 1955, als die Bibliothek aus Platzgründen in ein neuerbautes Gebäude auf der anderen Seite des Parks umzog, wurde das alte Gebäude vom Denver Water Board genutzt. Heute dient es als Veranstaltungsort und Kulturzentrum (McNichols Civic Center Building).

Die Karte wurde offenbar von einem Mitglied eines Ansichtskarten-Tauschklubs versendet („L.E.“ = „Le Libre Échange“?), deswegen ist die Briefmarke bildseitig aufgeklebt.

Link: The History of the Denver Public Library

Victoria (Seychellen): Carnegie Library

Victoria (Seychellen): Carnegie Library
Seychellen Victoria Carnegie Library r Ort: Victoria (Seychellen)
Art: Öffentliche Bibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1910
Verlag: K. C. Chetty Fils
Datierung (Karte): um 1910

Victoria, an der Nordostküste der Insel Mahé gelegen, ist die Hauptstadt der Seychellen. Ursprünglich hieß die Stadt einfach „L’Etablissment“, bis sie 1841 unter Britischer Herrschaft in „Victoria“ umbenannt wurde, zu Ehren von Königin Victoria. Walter Edward Davidson, seit 1904 Gouverneur der Seychellen, bat den Industriellen und Philanthropen Andrew Carnegie um die Finanzierung einer öffentlichen Bibliothek. 1907 machte Carnegie eine Zusage in Höhe von fast 10.000 Dollar. Im Jahr 1910 wurde das Gebäude an der Independence Avenue eröffnet; die Bibliothek belegte jedoch nur das Erdgeschoss. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Bibliothek sich nach und nach auf das gesamte Gebäude ausbreiten sollte, das erhoffte Wachstum der Bibliothek blieb jedoch aufgrund von mangelhafter finanzieller Unterstützung durch die Kolonialregierung aus. So wurde der erste Stock, der auch von den Bürgern der Stadt finanziert worden war, für Ausstellungen, Versammlungen, Konzerte und Filmvorführungen genutzt. 1963 zog die Bibliothek in den ersten Stock; das Erdgeschoss wurde nun vom Museum und Archiv genutzt. Ende der 1970er Jahre entdeckte man, dass das Gebäude von Termiten befallen war und verlegte die Bibliothek in ein Gebäude an der State House Avenue. Die Bibliothek wurde zur Nationalbibliothek erhoben. Seit 1994 befindet sie sich in einem Neubau in der Francis Rachel Street; das alte Gebäude der Carnegie-Bibliothek beherbergt heute das Naturkundemuseum.

Die große freie Fläche im Vordergrund der Karte zeigt einen Teil des „Gordon Square“ (heute „Freedom Square“), der vermutlich durch den großen Erdrutsch von 1862 entstanden war. Bei der Naturkatastrophe („Lavalas“) wurde Victoria teilweise zerstört, zahlreiche Menschen kamen ums Leben, und es gingen 30.000 Kokospalmen verloren. Auf dem Freedom Square fanden in den 1960er und 70er Jahren viele Versammlungen und Demonstrationen im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitsbewegung statt.

Link: The forgotten benefactors of the Carnegie building

Madrid: Nationalbibliothek

Madrid - Plaza de Colon y Biblioteca Nacional
Madrid Plaza de Colon y Biblioteca Nacional r Ort: Madrid
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Francisco Jareño y Alarcón und Antonio Ruiz de Salces
Fertiggestellt/Eröffnet: 1892/1896
Verlag: Edición Extra Madrid
Signatur: 30
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Die Spanische Nationalbibliothek (Biblioteca Nacional de España) wurde 1712 von Philipp V. als Öffentliche Königliche Bibliothek gegründet. 1836 wurde sie zur Nationalbibliothek. Mit dem Bau des neoklassizistischen Hauptsitzes am Paseo de Recoletos wurde 1866 begonnen; das Baugelände war ursprünglich ein Obstgarten gewesen (Huerta de San Felipe Neri). Der Paseo de Recoletos begrenzt die Plaza de Colón im Stadtteil Salamanca, einem Nobelviertel, das im Rahmen der Stadterweiterung der 1860er und -70er Jahre entstanden war und nach dem Unternehmer José de Salamanca y Majol benannt ist. 1892 war der imposante Bau der Architekten Francisco Jareño y Alarcón und Antonio Ruiz de Salces nach einiger Verzögerung fertiggestellt und beherbergte zunächst eine Ausstellung zum vierhundertjährigen Jubiläum der Entdeckung Amerikas, die „Exposición Histórico-Americana de Madrid“. Die Nationalbibliothek wurde offiziell im Jahr 1896 eröffnet, sie teilte sich das Gebäude mit dem Archiv und dem Archäologischen Nationalmuseum – daher auch der Name „Palacio de Biblioteca y Museos Nacionales“. Im Vordergrund der Karte ist das 17 Meter hohe neogotische Monument zu sehen, das in den Jahren 1881 bis 1885 zu Ehren von Christoph Kolumbus errichtet wurde. Kolumbus – auf spanisch „Cristóbal Colón“ – hat auch der Plaza de Colón ihren Namen gegeben.

Link: Biblioteca Nacional de España – Chronology

Tamworth: Free Library

Tamworth Free Library (Carnegie Library)
Tamworth Free Library r Ort: Tamworth
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Edwardianische Architektur
Architekt: E. R. Danford
Fertiggestellt/Eröffnet: 1905
Verlag: Valentine’s Co.
Signatur: 59837
Gelaufen: 1907

Die Bibliothek in der Corporation Street in Tamworth (Staffordshire) wurde 1905 mit Mitteln des Philanthropen Andrew Carnegie erbaut. Im Gegensatz zu vorherigen Bibliotheken war die Nutzung kostenlos. Im Jahr 1973 bezog die Bibliothek ein neuerbautes Gebäude gleich hinter den benachbarten „Assembly Rooms“, das von der damaligen Bildungsministerin Margaret Thatcher eingeweiht wurde. Sie fand den Neubau „magnificent“, jüngere Einschätzungen kommen eher zu dem Schluss, dass die brutalistische Architektur wenig zu den historischen Gebäuden der Umgebung passt. Das Gebäude der alten Bibliothek wurde anschließend für Versammlungen genutzt, später als „Carnegie Center“ von verschiedenen Freiwilligenorganisationen. Derzeit (Stand August 2019) wird für das Gebäude ein Mieter für eine Nutzung als Restaurant gesucht, im Rahmen eines größeren städtebaulichen Projekts der Gegend um die Corporation Street (Tamworth Enterprise Quarter).

Link: Corporation Street, Tamworth

Schloss Houécourt

Schloss Houecourt - Bibliothek
Schloss Houecourt Bibliothek r Ort: Houécourt
Art: Adelsbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1616
Verlag: Edition „Artistic“, Paris
Person: Claude-Antoine-Gabriel de Choiseul
Datierung (Karte): vor 1918

Das Dorf Houécourt im Süden Lothringens ist nach dem gleichnamigen Geschlecht benannt, das hier im 14. Jahrhundert eine Burg errichtet hatte. Diese ging später in den Besitz der einflussreichen Familie Ligneville über. Schloss Houécourt wurde im Jahr 1616 erbaut, im 18. Jahrhundert gelangte es in den Besitz der Familie Choiseul. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Schloss der Wohnsitz von Antoine-Gabriel de Choiseul (1760-1838), der einen turbulenten Lebensweg hinter sich hatte. Aufgewachsen unter der Obhut seines Verwandten Étienne-François de Choiseul, eines führenden französischen Staatsmanns des Ancien Régime, blieb er während der Französischen Revolution Legitimist und war am Fluchtversuch von Ludwig XVI. im Jahr 1791 (Flucht nach Varennes) beteiligt. Als Gegner der Französischen Republik wurde er 1795 inhaftiert, konnte aber fliehen und versuchte nach Indien zu segeln. Vor der französischen Küste erlitt er Schiffbruch und wurde zum Tode verurteilt, es gelang ihm jedoch erneut die Flucht. Unter Napoleon wurde ihm die Rückkehr nach Frankreich gestattet, später wurde er Pair von Frankreich, Aide-de-camp des Bürgerkönigs Louis-Philippe I. sowie Direktor des Louvre. Von 1810 bis zu seinem Tod 1838 war er Bürgermeister von Houécourt und Generalkonsul des Département Vosges. Seine Gemäldesammlung bildete den Grundstein für das Musée Départmental des Vosges in Épinal. Das Schloss Houécourt wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zerstört. Zu diesem Zeitpunkt war es im Besitz der Nachkommen der Choiseul-Stainville, der Familie Duc de Marmier bzw. Marmier-Choiseul. Die Aufschrift auf der Rückseite der Karte stammt von „A. de Marmier“. Heute existieren von dem Anwesen nur noch der Park sowie einige Nebengebäude.

Link: Hommage au Duc de Choiseul-Stainville (1760-1838)
Link: Dictionnaire des Vosgiens célèbres

Lutherstadt Eisleben: Stadtbibliothek

Städtische Volksbücherei Eisleben - Luther-Armenschule Städtische Volksbücherei Eisleben - Luther-Armenschule r
Ort: Lutherstadt Eisleben
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neogotik
Fertiggestellt/Eröffnet: 1819/1938
Person: August Bindseil
Verlag: Stengel & Co.
Signatur: 76928
Datierung (Karte): nach November 1938

Die Eisleber Stadtbibliothek ist eine der ältesten öffentlichen Bibliotheken Sachsen-Anhalts. Sie geht auf den Kaufmann August Bindseil zurück, der der Stadt im Jahr 1854 sein Vermögen und seine Büchersammlung vermachte. Für die Sammlung wurde zunächst ein Lesesaal im Neuen Rathaus eingerichtet. Nach mehreren Wechseln des Standorts befand sie sich seit 1922 in der Petristraße Nr. 9. Mitte der 1920er Jahre verfügte die Bibliothek über mehr als 4000 Bände; es gab 130 Leser. In der Bibliothek arbeitete der Verwalter Hugo Wien nebst einer Helferin sowie drei Schülern der „Staatlichen Lutherschule“. 1926 hatte die Bibliothek „Freitag ab 6 Uhr abends“ geöffnet, die Leihgebühr betrug für vier Wochen fünf Pfennig. Da das Bindseil’sche Vermögen durch die Inflation entwertet worden war, wurde die Stiftung 1937 von den Nazis aufgelöst und die Bibliothek zur „Städtischen Volksbücherei“ umgewandelt. Am 1. November 1938 bezog sie die Räumlichkeiten der ehemaligen „Luther-Armenschule“. Dieses – auf dieser Ansichtskarte abgebildete – neogotische Gebäude war auf Betreiben des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. in unmittelbarer Nähe zu dem als „Luthers Geburtshaus“ bezeichneten Memorialgebäude von 1693 erbaut und am 31. Oktober 1819 eingeweiht worden. Es enthielt zwei Klassenräume sowie eine Wohnung für den Oberlehrer.

Städtische Volksbücherei Eisleben - Luther-Armenschule inschrift
Die Inschrift ist auf der Karte gut zu erkennen

Über dem Eingang befand sich eine eiserne Platte mit der Inschrift „Dem Andenken Luthers. Friedrich Wilhelm III. 1817“. Als die Städtische Volksbücherei das Gebäude 1938 bezog, wurden darin ein Buchausgaberaum, ein Bibliothekszimmer sowie ein Leseraum eingerichtet. Ein Lehrer leitete die Bibliothek ehrenamtlich, ihm war eine Hilfskraft zugeordnet. Die Bibliothek hatte an zwei Tagen in der Woche nachmittags geöffnet. Sie befand sich jedoch nicht einmal zehn Jahre lang in dem Gebäude der Luther-Armenschule – nach dem Krieg war sie am Markt Nr. 28 untergebracht. Seit 2006 befindet sich die Stadtbibliothek im umgestalteten Katharinenstift.

Link: Die Lutherschule in Eisleben (SLUB, Signatur Hist.Sax.H.1000.m)
Link: Luthers Geburtsstadt Eisleben – Historische Spuren des Reformators (Artikel von Wolfram Nagel)

Freising: Dombibliothek

Freising: Barocksaal der Dombibliothek
Freising - Dombibliothek r Ort: Freising
Art: Wissenschaftliche Bibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Johann Lorenz Hirschstötter
Fertiggestellt/Eröffnet: 1734
Fotograf: Jakob Werkmeister
Datierung (Karte): ca. 1911-1920

Die zentrale Bibliothek des Erzbistums München und Freising ist eine der größten kirchlichen Bibliotheken Deutschlands. Sie geht auf die Zeit der Gründung des Bistums Freising im 8. Jahrhundert zurück. Der Barocksaal der Bibliothek wurde in den Jahren 1732-34 an Stelle eines älteren Bibliotheksraums erbaut. Die in dem Saal befindliche Holzfigur des Gottes Apollo, des Schirmherrn der Musen, ist um 1780 entstanden und eventuell ein Werk des Bildhauers Franz Scheicher. Seit 1994 ist der umgebaute Marstall Hauptsitz der Bibliothek. Der bis heute unverändert erhaltene Barocksaal ist derzeit geschlossen, da die Bücher aufgrund von Bauschäden von Schimmel befallen sind und restauriert werden.

Link: Dombibliothek – Diözesanbibliothek des Erzbistums München und Freising
Link: Erzdiözese München und Freising – Archiv und Bibliothek – Schaufenster