Paris: Université de Paris, Faculté de Médicine

Paris: Université de Paris, Faculté de Médicine, Bibliothèque

Universite de Paris Faculte de Medicine Bibliotheque r

Ort: Paris
Art: Hochschulbibliothek
Architekt: Léon Ginain (1825-1898)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1891 / 1908
Verlag: Edition Médicale N. Maloine
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre?

Die Karte zeigt den 1891 eingeweihten großen Lesesaal der Faculté de Médecine de Paris am Boulevard Saint-Germain. Die medizinische Fakultät von Paris wurde um 1200 gegründet, eine erste Bücherliste ist aus dem Jahr 1395 erhalten. Schon 1746 wurde die Bibliothek der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Zuge der Französischen Revolution wurde die Fakultät 1793 geschlossen, im Jahr darauf wurde die École de santé gegründet. Ihr Sitz war das Gebäude der ehemaligen Akademie der Chirurgie (Académie royale de chirurgie), das zwischen 1774 und 1786 erbaut worden war (Architekt: Jacques Gondouin). Der erste Lesesaal der neu gegründeten Institution, die seit 1808 wieder den Namen Faculté de Médecine trug, war der sog. Salle Landouzy (heute Salle Réservée). Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude von Gondouin auf der Rückseite zum Boulevard Saint-Germain hin erweitert. Der Architekt war Léon Ginain, ein Absolvent der École des Beaux-Arts und Architecte de la Ville de Paris. Die Umbauarbeiten begannen 1879 und dauerten bis 1900. Der neue große Lesesaal der Bibliothek wurde 1891 eingeweiht, er war um sechs Meter länger als der Lesesaal der berühmten Bibliothèque Sainte-Geneviève. 1908 wurde in dem Saal ein Zwischenboden eingefügt, um Raum für ein Magazin zu schaffen. Heute trägt die Bibliothek den Namen Bibliothèque interuniversitaire de santé (BIU).

Link: Les fermetures de la bibliothèque, de 1395 au 17 mars 2020

Kopenhagen: Königliche Bibliothek

Kopenhagen: Königliche Bibliothek
Kopenhagen Königliche Bibliothek r Ort: Kopenhagen (Dänemark)
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Nationalromantik
Architekt: Hans Jørgen Holm (1835-1916)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1906
Verlag: Alex. Vincent’s Kunstforlag
Signatur: 221
Datierung (Karte): um 1910

Die im 17. Jahrhundert gegründete Dänische Königliche Bibliothek ist die Nationalbibliothek Dänemarks. Das Gebäude wurde in den Jahren 1898–1906 von dem Architekten Hans Jørgen Holm, einem Protagonisten der Nationalromantischen Schule, auf der Schlossinsel („Slotsholmen“) im Herzen von Kopenhagen erbaut. Architektonisch greift es auf verschiedene Vorbilder zurück, darunter die Italienische Frührenaissance. 1989 wurde die Königliche Bibliothek mit der Universitätsbibliothek vereint. Das Gebäude auf Slotsholmen wird heute noch – neben einem 1999 errichteten Neubau – von der Bibliothek benutzt.

Die Bibliothek war in den Jahren zwischen 1968 und 1978 Schauplatz einer menschlichen „Höchstleistung“, die es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat: des größten Buchdiebstahls eines Einzeltäters. Frede Møller-Kristensen, ein Angestellter der Orient-Abteilung, hatte über 1500 Bücher im Gesamtwert von fast 40 Millionen Euro gestohlen. Er blieb bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 unentdeckt. Erst als seine Familie nach seinem Tod eine Ausgabe der Propalladia des spanischen Dichters und Dramatikers Bartolomé de Torres Naharro aus dem Jahr 1517 dem Auktionshaus Christies anbot, konnte der Diebstahl auf ihn zurückgeführt werden, da es weltweit nur eine einzige kompletteAusgabe dieses Werkes gibt.

Literatur: Jørgensen, J. D. (2007). The Anatomy of a Crime Discovery after 25 Years. A Notable Case of Book Theft and its Detection. LIBER Quarterly: The Journal of the Association of European Research Libraries, 17(1)

Oxford: Oriel College Library

Oxford: Oriel College Library (James Wyatt 1795)
Oxford Oriel College Library r Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: James Wyatt
Fertiggestellt/Eröffnet: 1795
Person: Edward Leigh (1742-1786)
Verlag: Francis Frith & Co.
Signatur: 64081
Datierung (Foto): 1912

Ein Erkerfenster wird im Englischen als Oriel Window bezeichnet, ein Wort, das auf das anglonormannische oriell bzw. das spätlateinische oriolum zurückgeht. Auch Oriel College in Oxford führt seinen Namen darauf zurück, genauer gesagt auf ein mittelalterliches Anwesen, das nach einem solchen Fenster La Oriole hieß, und das König Edward III. dem College im Jahr 1329 schenkte. Zuvor hatte es einem Neffen von Eleonore von Kastilien, der ersten Ehefrau von Edward I., gehört.

Die Karte zeigt die klassizistische Senior Library von Oriel College, die sich im ersten Stock eines von James Wyatt entworfenen Gebäudes befindet. Der Bau war nötig geworden, nachdem sich der Bestand der Bibliothek durch eine Schenkung auf einmal verdoppelt hatte: Edward Leigh, 5. Baron Leigh und Bibliophiler, hatte seine ca. 1000 Bände umfassende Bibliothek dem College vermacht. Er war 1786 ohne Nachkommen verstorben, nachdem er einige Jahre zuvor als Lunatick of unsound mind für unmündig erklärt worden war.

Im Jahr 1949 kam es in der Bibliothek zu einem Brand, bei dem jedoch nur relativ geringer Schaden entstand. Percy G. Sheppard, der Head Porter, hatte noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr zwei Menschenketten organisiert, eine zur Rettung der Bücher und eine zum Löschen des Brandes. Dem Feuer fielen ca. 300 Bücher und einige Manuskripte zum Opfer, mehr als 3000 Bände konnten anschließend restauriert werden.

Link: History of the Library
Link: M. Davies: Cometh the Moment (Artikel über den Brand der Bibliothek)

Hoboken: Public Library

Hoboken Public Library (Albert Beyer 1897)
Hoboken Public Library r Ort: Hoboken, New Jersey
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neorenaissance
Architekt: Albert Beyer (1846-1922)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1897
Person: Martha Bayard Stevens
Verlag: Illustrated Postal Card Co. / Joseph Koehler
Signatur: 2
Gelaufen: 1905

Musikliebhaber denken bei dem Wort „Hoboken“ sicher an Joseph Haydn, dessen Werke im „Hoboken-Verzeichnis“ des niederländischen Musikwissenschaftlers Anthony van Hoboken (1887-1983) aufgeführt sind. Die Stadt Hoboken in New Jersey hingegen, am Hudson River gegenüber von Manhattan gelegen, ist nach dem Ort Hoboken in Flandern benannt, der heute ein Stadtteil von Antwerpen ist. Um 1900 war Hoboken (New Jersey) stark von deutschstämmigen Einwohnern geprägt, die fast ein Viertel der Bevölkerung ausmachten und der Stadt zu dem Beinamen Little Bremen verhalfen.

Die erste Bibliothek von Hoboken war 1890 im Unterschoss eines Bankgebäudes eröffnet worden, doch schon bald reichte der Platz nicht mehr aus und es wurde der Bau eines eigenen Bibliotheksgebäudes beschlossen, auf einem dem Turn-Verein benachbarten Grundstück an der nordwestlichen Ecke von Park Avenue und Fifth Street. Die Philanthropin Martha Bayard Stevens (1831-1899) ermöglichte den Bau mit einer Spende in Höhe von 20.000 Dollar. Martha, Abkömmling der einflußreichen, von französischen Hugenotten abstammenden Familie Bayard, hatte früh ihren Mann und eines ihrer Kinder verloren und engagierte sich seitdem in verschiedenen sozialen Projekten. Im Jahr 1897 wurde das Gebäude eröffnet. Der Entwurf dafür stammte von dem Ingenieur und Architekten Albert Beyer, der 1846 in Düben in der Nähe von Halle (Saale) als Sohn eines Trompeters des 3. Husaren-Regiments (Brandenburgisches) geboren wurde und 1864 in die USA ausgewandert war. Um 1905 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte bis zu seinem Tod in Dresden. Sein Sohn Max J. Beyer war ebenfalls als Architekt in Hoboken tätig, und sein Sohn Richard A. Beyer wurde Direktor der Manual Training School (später Industrial School), die sich, neben der Bibliothek, in dem von seinem Vater entworfenen Gebäude befand.

Beyers erster Entwurf sah einen neogotischen Bau vor, der sich am Maison de Roi (Broodhuis) an der Grand-Place in Brüssel orientierte. Realisiert wurde jedoch schließlich ein Gebäude im spätviktorianischen Stil mit Anklängen an die italienische Renaissance, gekrönt von einer Kuppel in Form eines Bienenstocks, die drei Terrakotta-Urnen flankieren. Er ist heute weitgehend original erhalten und wurde mehrmals renoviert, zuletzt nach Beschädigungen durch den Hurrikan Sandy im Jahr 2012. Nachdem die Industrial School in den 1990er Jahren auszog, wird das Gebäude heute ausschließlich als Bibliothek genutzt.

Die Karte wurde von einem Mitglied einer Tauschverbindung verschickt; sie ist adressiert an „Lady D. Maria Izabel do Canto de Barcellos Coelho Borges, Rue du Jesus 42, Angra, Terceira, Azores“

Quelle: Allen W. Kratz: Hoboken Free Public Library & Manual Training School, 500 Park Ave., Hoboken, N.J. National Register of Historic Places Registration Form (2014)

Link: The Library’s Early Years in Photos

Havanna: Universitätsbibliothek

Havanna Universitätsbibliothek b

Havanna Universitätsbibliothek r

Ort: Havanna, Kuba
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Internationaler Stil / Art déco
Architekt: Joaquín Weiss
Fertiggestellt/Eröffnet: 1936
Datierung (Karte): 1936-42

Die Universität von Havanna wurde 1728 als „Königlich Päpstliche Universität“ gegründet. Die Erlaubnis dazu hatten Papst Innozenz XIII. und König Philipp V. von Spanien erteilt, Schutzpatron war der Heilige Hieronymus. Die Universität ist die drittälteste Lateinamerikas. 1842 wurde sie in eine weltliche Bildungseinrichtung umgewandelt. Sie hatte ihren Sitz zunächst in einem ehemaligen Dominikanerkonvent in der Altstadt von Havanna. 1902 zog sie in den Stadtteil Vedado im Westen der Stadt, der heute das moderne Zentrum Havannas bildet. Auf einer leichten Erhebung, dem sog. Aróstegui-Hügel, entstanden repräsentative Gebäude im klassizistischen Stil. Die später hinzugekommene Bibliothek weist als einziges Gebäude der Universiät Stilmerkmale des Art déco auf. Mit dem Bau wurde 1936 begonnen, ein Jahr darauf wurde sie eingeweiht. Der Architekt war Joaquín Emilio Weiss y Sánchez (1894-1968), Vertreter des Internationalen Stils, der an der Cornell University in Ithaca, New York studiert hatte. Der Baustil der Bibliothek wird auch als „Eklektischer Rationalismus“ bezeichnet. Auf einer Marmortafel im Vestibül befindet sich eine lateinische Inschrift aus den Tristia von Ovid: „Gratia, Musa, tibi: nam tu solacia praebes, tu curae requies, tu medicina venis“ („Danke dir, Muse, denn du bringst Trost, die Angst beruhigst du, dein Kommen ist Medizin“). 1945 schuf der kubanische Maler Domingo Ravenet in den Lünetten des Lesesaals zwei große Wandgemälde, die Szenen aus dem Prometheus-Mythos darstellen. Diese verschwanden im Jahr 1976 hinter einer Zwischendecke, seit einer umfassenden Renovierung im Jahr 2011 erstrahlen sie wieder im alten Glanz. Die Universitätsbibliothek von Havanna ist heute nach dem kubanischen Schriftsteller und Revolutionär Rubén Martínez Villena (1899-1934) benannt.

Link: Celia María González: Renace biblioteca universitaria

Lille: Université Catholique de Lille

Lille: Université Catholique, Bibliothèque

Lille Universite Catholique Bibliotheque r

Ort: Lille (Frankreich)
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Louis Dutouquet
Fertiggestellt/Eröffnet: 1881
Verlag: E. C. [Edmond Cailteux]
Signatur: 7
Datierung (Karte): um 1910

Die Katholische Universität Lille wurde 1875 auf Betreiben einer Gruppe von Geschäftsleuten gegründet, die sich dem romtreuen politischen Katholizismus (Ultramontanismus) bzw. christlichen Sozialismus verbunden fühlten. 1877 erwarben sie ein Grundstück am Boulevard Vauban und beauftragten den belgischen Architekten Jean-Baptiste Bethune mit einem Entwurf für einen Campus im neogotischen Stil. Bethune, dessen Vorfahren aus Lille stammten, war ein wichtiger Vertreter der belgischen Neogotik, mit der er – ähnlich wie Augustus Welby Pugin in England – die Hoffnung auf eine religiöse Erneuerung verband. Seine Entwürfe waren den Auftraggebern jedoch zu komplex, so dass schließlich ein etwas vereinfachter Entwurf des Architekten Louis Dutouquet verwirklicht wurde. Das Kernstück des in mehreren Bauphasen realisierten Ensembles bildet das sog. Hôtel Academique mit seiner 125m langen neogotischen Fassade. Im Nordosten grenzt daran der Flügel der Bibliothek, an der Rue Norbert Ségard gelegen und 1881 eröffnet. In diesem Gebäude blieb die Bibliothek bis 2007, heute befindet sie sich in einem Neubau an der Rue du Port. Der frühere Bibliotheksbau wurde inzwischen umgebaut und beherbergt heute eine Ingenieurhochschule (ISA Lille).

Link: Université Catholique de Lille: History & Heritage

Literatur: Catherine Masson: La Catho – Un siècle d’histoire de l’Université catholique de Lille 1877-1977 (mit Abbildung des Lesesaals)

Bromberg: Stadtbücherei

Bromberg: Stadtbücherei

Bromberg Stadtbücherei r

Ort: Bydgoszcz (Bromberg)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Rokoko / Klassizismus
Fertiggestellt/Eröffnet: 1778 / 1908
Verlag: Oswald Wernicke, Bromberg
Datierung (Karte): um 1910

Die Karte zeigt ein Gebäude an der südöstlichen Ecke des Altmarkts (Stary Rynek) von Bydgoszcz (Bromberg), das in den Jahren 1774 bis 1778 als Sitz der Westpreußischen Königlichen Kammer-Deputation, einer Provinzialbehörde des von 1772 bis 1807 bestehenden Netzedistrikts, erbaut wurde. Später beherbergte es verschiedene Behörden und Gerichte, bevor im Jahr 1908 die einige Jahre zuvor gegründete Stadtbibliothek dort einzog. Zu der Zeit hieß der Platz nach Friedrich II. von Preußen „Friedrichsplatz“. Erster Direktor der Bibliothek war Georg Minde-Pouet (1871-1950), der später Direktor der Dresdner Städtischen Sammlungen und der Deutschen Bücherei in Leipzig wurde. Nach dem Friedensvertrag von Versailles wurde Bromberg im Januar 1920 an die Zweite Polnische Republik abgetreten und der Woiwodschaft Posen zugeordnet, die Bibliothek wurde von polnischen Behörden übernommen. Bis dahin hatten die Bestände kaum polnische Bücher umfasst, jetzt begann der Direktor Witold Bełza (1886-1955) mit der systematischen Erweiterung des Buchbestands. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Bibiothek starke Verluste, die vermutlich ca. 20 Prozent des Gesamtbestads umfassten. Heute trägt sie den Namen Öffentliche Wojewodschafts- und Stadtbibliothek Witold Bełza (Wojewódzka i Miejska Biblioteka Publiczna) und umfasst das Gebäude am Stary Rynek sowie ein weiteres in der Ulica Długa. Zu ihren Schätzen zählt die Inkunabel „Regulae quae ad omnes religiosos pertinent“ von Girolamo Savonarola (Florenz um 1489) aus dem Bestand des Bromberger Bernhardiner-Konvents.

Die Karte zeigt den Zustand des Gebäudes nach einem vereinfachenden Umbau in den 1870er Jahren. Bei einer Renovierung in den Jahren 1987 bis 1999 wurde die Fassade originalgetreu wiederhergestellt, einschließlich Freitreppe und Balustraden.

Link: Voivodeship and Municipal Public Library in Bydgoszcz

Dresden: Lesehalle

Dresden: Lesehalle

Dresden Lesehalle r

Ort: Dresden
Art: Öffentliche Bibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1902
Person: Karl August Lingner
Verlag: Römmler & Jonas
Datierung (Karte): um 1902

Der Unternehmer und Philanthrop Karl August Lingner (1861-1916) war eine bedeutende Persönlichkeit der Dresdner Stadtgeschichte. Einer der erfolgreichsten Unternehmer seiner Zeit, wurde er vor allem bekannt durch die Produktion des Mundwassers Odol. Darüber hinaus zählt er zu den Vorreitern der modernen hygienischen Volksbelehrung. Auf sein Betreiben wurde 1911 in Dresden die Internationale Hygiene-Ausstellung veranstaltet, eine Art „Weltausstellung für Gesundheit“. Im Jahr darauf gründete er das Deutsche Hygiene-Museum. Zu den zahlreichen von ihm geförderten Projekten zählt auch die Dresdner Lesehalle, die 1902 im Zuge der sog. Bücherhallenbewegung gegründet wurde. Lingner stellte nicht nur umfangreiche finanzielle Mittel zur Verfügung, sondern erwarb für die Bibliothek auch ein Gebäude in der Waisenhausstraße 9. 1919 wurde die Lesehalle mit der Städtischen Zentralbibliothek zur Städtischen Bücherei zusammengelegt und bezog 1923 ein Gebäude in der Theaterstraße. In dem Gebäude in der Waisenhausstraße befanden sich später unter anderem die Konsulate von Nicaragua, Venezuela und Argentinien.

Link: Lingner-Archiv: Lesehalle

Washington D.C.: Library of Congress

Washington, D.C.: Library of Congress, Main Reading Room Washington_D_C_Library_of_Congress_r
Ort: Washington, D. C.
Art: Nationalbibliothek, Parlamentsbibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: Paul J. Pelz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1897
Verlag: A. C. Bosselman & Co.
Signatur: 9746
Datierung (Karte): ca. 1901-1910

Die Bibliothek des Kongresses der Vereinigten Staaten ist nach der British Library die zweitgrößte Bibliothek der Welt. Sie erstreckt sich über drei Gebäude auf dem Capitol Hill in Washington D. C. Das älteste von ihnen, das Thomas Jefferson Building, wurde 1897 im Stil der Beaux-Arts-Architektur erbaut. Der große oktagonale Hauptlesesaal in der Rotunda wird von einer 50 Meter hohen Kuppel gekrönt, die auf acht monumentalen Säulen ruht. Jede der Säulen trägt eine große allegorische Figur, die jeweils ein Wissensgebiet repräsentiert. Auf der Balsutrade darunter befinden sich 16 Bronzeskultpturen bedeutender Persönlichkeiten, darunter Beethoven, Columbus, Shakespeare und Homer.

Link: Architect oft he Capitol: Thomas Jefferson Building
Link: Main Reading Room, Library of Congress, Washington, DC

Zürich: Zentralbibliothek

Zürich Zentralbibliothek

Zürich Zentralbibliothek r

Ort: Zürich (Schweiz)
Art: Wissenschaftliche / Kantons- / Stadtbibliothek
Architekt: Hermann Fietz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1917
Datierung (Karte): ca. 1917

Die Zentralbibliothek Zürich wurde 1914 gegründet, und zwar durch Zusammenlegung zweier traditionsreicher Zürcher Bibliotheken: der Stadtbibliothek und der Kantonsbibliothek. Die Stadtbibliothek, 1634 als Bürgerliche Bibliothek gegründet, war in einer ehemaigen Kirche, der sog. Wasserkirche, untergebracht. Die Schriftstellerin Ricarda Huch war hier zwischen 1891 und 1894 als Mitarbeiterin angestellt. Die Kantonsbibliothek war im Jahr 1835 vor dem Hintergrund von Streitigkeiten zwischen Universität und Stadtbibliothek gegründet worden. Ihr Grundstock waren die Bestände des kurz zuvor aufgelösten Zürcher Chorherrenstifts St. Felix und Regula (Grossmünster). Nach der Gründung der Zentralbibliothek wurde am Zähringerplatz ein Neubau errichtet, auf einer Brache des 1887 abgebrannten Konventgebäudes des ehemaligen Predigerklosters. Das Gebäude, eine Stahlbetonkonstruktion mit historisierender Sandsteinfassade, wurde 1917 eröffnet.

Der auf der Karte abgebildete alte Lesesaal mit der massiven Eichenholz-Täfelung existiert heute in der Form nicht mehr: Als die Zentralbibliothek in den 1990er Jahren einen Erweiterungsbau erhielt, wurde auch der Altbau umgebaut und renoviert, dabei wurde der Lesesaal teilweise zerstört. Auf Wunsch der Zürcher Öffentlichkeit blieb ein Teil jedoch erhalten und wurde in den Lesesaal der Handschriftenabteilung integriert.

Link: Wissen im Zentrum – 100 Jahre Zentralbibliothek
Literatur: Hermann Fietz: Der Neubau der Zentralbibliothek in Zürich (Schweizerische Bauzeitung, 1917)