Utica: Public Library

Utica Public Library
Utica Public Library r Ort: Utica
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neoklassizismus („Classical Revival, Second Empire“)
Architekt: Arthur C. Jackson
Fertiggestellt/Eröffnet: 1904
Verlag: Albany News Co.
Signatur: A 8376
Poly-Chrome (American News Co.)
Datierung (Karte): ca. 1904-1907

Das neoklassizistische Gebäude der Public Library von Utica mit seinen korinthischen Säulen wurde 1904 eröffnet. Der Architekt war Arthur C. Jackson, der 1865 in Utica geboren wurde und in Harvard und Paris studiert hatte. Als er den Auftrag für die Bibliothek erhielt, arbeitete er für das renommierte Architektenbüro Carrère and Hastings in New York, herausragende Vertreter der sog. „Beaux-Arts-Architektur“, von denen der Entwurf für die New York Public Library stammt. Das Land für den Bau der Bibliothek war von zwei bedeutenden Philanthropen der Stadt gestiftet worden, den Brüdern Thomas R. Proctor und Frederick T. Proctor und deren Ehefrauen (die Schwestern waren).

Link: New York Traveler: The Utica Public Library
Link: Thomas R. Proctor

Kopenhagen: Frauenleseverein

Kopenhagen Kvindelig Læseforening Bibliothek
Kopenhagen Kvindelig Læseforening Bibliothek r Ort: Kopenhagen
Art: Private Leihbibliothek
Baustil: Nationalromantik (?)
Architekt: Ulrik Plesner
Fertiggestellt/Eröffnet: 1910
Signatur: 24051
Datierung (Karte): ca. 1910-1920

Der Frauenleseverein in Kopenhagen („Kvindelig Læserforening“) wurde 1872 nach dem Vorbild einer ähnlichen Einrichtung in Schweden („Läsesalong för Damer“) gegründet und zielte nach den Worten seiner Gründerin Sophie Petersen darauf, „den Frauen den Zugang zu den Schätzen der Litteratur zu erleichtern, damit sie durch stille, ungestörte Beschäftigung mit diesen ihr Denken und Fühlen, ihre ganze Lebensauffassung bereichern und so die Entwicklung ihres Charakters zu wahrer Persönlichkeit fördern könnten“. In den Jahren 1891-1929 entwickelte sich der Verein unter Leitung der Frauenrechtlerin Sophie Alberti zu einem wichtigen Forum für die gesellschaftliche und politische Entwicklung, viele Politikerinnen dieser Zeit waren Mitglieder. Zu den Vorträgen und Diskussionsabenden wurden auch bekannte Frauen wie Selma Lagerlöf und Bertha von Suttner eingeladen. Die Bibliothek des Vereins entwickelte sich zu einer großen und sehr umfangreichen Sammlung und führte als erste Bibliothek in Dänemark die Dewey-Dezimalklassifikation ein. 1910 bezog der Verein ein eigenes Haus mit Bibliothek, Lesesaal, Hörsaal und einer Teestube an der Ecke Gammel Mønt und Antonigade (Architekten: Ulrik Plesner and Aage Langeland-Mathiesen). Im Obergeschoss befand sich ein ausschließlich Frauen vorbehaltenes Hotel nach dem Vorbild des Martha Washington Hotels in New York. Nach einer Zeit des Niedergangs wurde der Frauenleseverein im Jahr 1962 aufgelöst. Das Gebäude ist heute Sitz einer Zeitung.

Link: Artikel in der dänischen Tageszeitung „Berlingske“
Link: Ausführlicher Artikel von Jytte Nielsen
Link: Abbildung der Bücherausgabe (Skioptikon-Bild)

Hannover: Stadtbibliothek

Stadtbibliothek Hannover 1931 Stadtbibliothek Hannover r
Ort: Hannover
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Backsteinexpressionismus
Architekt: Karl Elkart / Hans Bettex
Fertiggestellt/Eröffnet: 1931
Verlag: W. Hornung
Gelaufen: 1931

Das denkmalgeschützte Gebäude der Stadtbibliothek Hannover wurde in den Jahren 1929 bis 1931 nach Plänen des Stadtbaudirektors Karl Elkart und des Architekten Hans Bettex errichtet. Aufgrund des geringen Platzes wurden die verschiedenen Funktionen der Bibliothek übereinander angeordnet: So wird das expressionistische Backsteingebäude von einem fünfgeschossigen Magazinturm gekrönt. Es wird auch als das erste Bibliotheks-Hochhaus in Europa bezeichnet. Das Gebäude existiert heute in erweiterter Form.

Link: Die „Rote Moderne“

Vicenza: Seminario vescovile di Vicenza

Biblioteca, Seminario vescovile di Vicenza
Seminario vescovile di Vicenza Biblioteca r Ort: Vicenza
Art: Priesterseminar
Architekt: Francesco Lazzari (Gebäude)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1857
Person: Marco Foscarini
Verlag: M. Marzari, Schio
Datierung (Karte): ca. 1940er Jahre

Die Bibliothek des bischöflichen Priesterseminars von Vicenza wurde im 18. Jahrhundert von Antonio Maria Priuli, dem Bischof von Vicenza, gegründet. Einer seiner Nachfolger, Bischof Giuseppe Maria Peruzzi, erwarb zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Bücherregale des Dogen von Venedig Marco Foscarini (1696-1763) im Palazzo Porto auf der Piazza Castello, der früher auch als „Palazzo della Biblioteca del Seminario“ bezeichnet wurde. Unter Bischof Giovanni Giuseppe Cappellari wurde die Bibliothek 1857 in das neu erbaute Gebäude des Priesterseminars am Borgo Santa Lucia (Architekt: Francesco Lazzari) verlegt, in dem sie sich noch heute befindet.

Link: Bibliothek des bischöflichen Priesterseminars von Vicenza

Portland: Reed College, Hauser Memorial Library

Portland (Oregon): Reed College, Hauser Memorial Library
Portland Oregon Reed College Hauser Memorial Library r Ort: Portland (Oregon)
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Pietro Belluschi
Fertiggestellt/Eröffnet: 1930
Signatur: VI B 184
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

Reed College, ein sog. liberal arts college, wurde 1908 gegründet. Zu den Gebäuden im Neu-Tudorstil zählt die 1930 eröffnete Bibliothek, die nach einem der Geldgeber, dem Hotelbesitzer und Bauunternehmer Eric V. Hauser (1864-1929) benannt wurde. Der ursprüngliche Plan stammte von dem Architekten A. E. Doyle und orientierte sich an der Laudian Library des St John’s College in Oxford, die dem kreuzförmigen Grundriss gotischer Kathedralen folgt. Nach dem Tod von Doyle übernahm der aus Italien stammende Architekt Pietro Belluschi die Arbeiten. Die Bibliothek wurde in den darauffolgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert.

Link: Architectural Heritage and Renovations of the Reed College Hauser Library

Potsdam: Städtisches Lyzeum und Studienanstalt

Potsdam Lyzeum Bibliothek
Potsdam Lyzeum Bibliothek r Ort: Potsdam
Art: Schulbibliothek
Fotograf: Atelier Schneider, Berlin-Lichterfelde
Bemerkung: Der Reinertrag der Karte war zur Anschaffung eines Flügels bestimmt.
Datierung (Karte): ca. 1928

Die Karte zeigt die Bibliothek des „Städtischen Lyzeums u. Studienanstalt Potsdam“. Die 1860 gegründete Höhere Töchterschule war die die erste städtische Bildungseinrichtung für Mädchen aus dem gehobenen Bürgertum. Die Stadt Potsdam hatte dafür ein architekturgeschichtlich bedeutsames Bürgerhaus am Stadtkanal erworben, das 1771 von Georg Christian Unger, dem Baumeister Friedrichs des Großen, erbaut worden war. In diesem Gebäude wurde der Revolutionär Maximilian Dortu (1826-1849) geboren, nach dem die heutige Grundschule „Max Dortu“ benannt ist. Deren Glanzstück ist der restaurierte Gartensaal aus der Erbauungszeit (Rokoko-Festsaal).

Link: Christiane Rossner: Der Gartensaal der Potsdamer Dortuschule wird restauriert

Valladolid: Academia de Caballería

Valladolid: Academia de Caballería de Valladolid
Valladolid Academia de Caballeria Biblioteca r Ort: Valladolid
Art: Militärakademie
Fertiggestellt/Eröffnet: 1852
Signatur: 30
Bemerkung: bildseitig frankiert
Gelaufen: 1920

Die 1850 in Alcalá de Henares gegründete Kavallerie-Akademie bezog 1852 ein Gebäude in Valladolid, das einige Jahre zuvor als Gefängnis erbaut worden war, aber aufgrund verschiedener baulicher Mängel keine Zulassung erhalten hatte.  Das zweistöckige, um einen achteckigen Innenhof erbaute Gebäude („El Octógono“) wurde für die Nutzung durch die Militärakademie umgebaut und erweitert. Im Jahr 1915 brach in einem Lagerhaus ein Feuer aus, das sich bald auf den ganzen Gebäudekomplex ausweitete und erst nach drei Tagen gelöscht werden konnte. Teile der 6000 Bände umfassenden Bibliothek konnten von den Kadetten gerettet werden. 1927 wurde am selben Ort ein Neubau des Architekten Adolfo Pierrad eröffnet, in dem sich heute ein Museum befindet. Die Karte, die die Bibliothek in dem 1915 zerstörten Gebäude zeigt, wurde 1920 von Valladolid nach Konstantinopel gesendet. Der Absender war Mitglied einer internationalen Tauschvereinigung für Ansichtskarten. Kennzeichen dieser Tauschklubs war die bildseitig aufgeklebte Briefmarke.

Link: Der Brand der Kavallerie-Akademie von Valladolid
Link: „EL OCTÓGONO“. La antigua Academia de Caballería
Link: Bildseitig frankierten Ansichtskarten