London: National Liberal Club

London: National Liberal Club, Gladstone Library

London National Liberal Club Library r

Ort: London
Baustil: Neorenaissance
Architekt: Alfred Waterhouse
Fertiggestellt/Eröffnet: 1887
Person: William Ewart Gladstone
Signatur: H.93
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Der National Liberal Club ist ein Gentlemen’s Club in London, der 1882 von dem liberalen Politiker William Ewart Gladstone gegründet wurde. An prominenter Stelle in Whitehall wurde 1884-1887 ein repräsentatives Gebäude im Stil der Neorenaissance erbaut, es ist eines der Hauptwerke des Architekten Alfred Waterhouse, der selbst Mitglied der Liberal Party war. Waterhouse entwarf auch die Inneneinrichtung, die von gußeisernen, mit Keramik verkleideten Säulen geprägt ist. Das Gebäude war das erste in London, das einen Aufzug enthielt und vollständig elektrisch beleuchtet wurde. Zu den ursprünglichen Zielen des Clubs gehörte auch die Einrichtung einer Bibliothek, die nach Gladstone benannt wurde und über 30.000 Bände vorwiegend politischer Literatur enthielt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude bei einem Luftangriff getroffen und schwer beschädigt; der Wiederaufbau bedeutete eine schwere finanzielle Belastung für den Club. Die 1970er Jahre brachten eine Phase des Niedergangs, deren skuriller Höhepunkt war, dass die Leitung einem vermeintlichen kanadischen Millionär übertragen wurde, der sich jedoch als Hochstapler herausstellte. Er verkaufte 1977 die Gladstone Library für den Spottpreis von 40.000 Pfund an die Universität Bristol. In den 1980er Jahren verkaufte der Club etliche Räume an das benachbarte Royal Horseguards Hotel, darunter auch den Raum der Gladstone Library, der heute mit Buchattrappen bestückt ist und für Veranstaltungen gebucht werden kann.

Link: Peter Harris: A meeting place for Liberals. In: Journal of Liberal History, 51 (2006)

Poole: Norton Free Library

Poole (Dorset): Norton Free Library
Poole Norton Free Library r Ort: Poole (Dorset)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Queen-Anne-Stil
Architekt: Lawson and Donkin
Fertiggestellt/Eröffnet: 1887
Person: John Jopseph Norton
Verlag: Rush & Warwick Art Printers
Bemerkung: Prägekarte / Passepartoutkarte
Gelaufen: ca. 1917

 

Im Jahr 1887 feierte Königin Victoria ihr Goldenes Thronjubiläum. Die britische Monarchie nutzte diesen Anlass für prachtvolle Inszenierungen, und Städte wie Manchester, Birmingham oder Newcastle organisierten große Ausstellungen und gaben neue öffentliche Bauten in Auftrag, für die Spenden gesammelt wurden. Auch in der Küstenstadt Poole in Dorset wollte man mit einem Gebäude an das Jubiläum erinnern, doch gab es heftige Debatten darüber, ob ein Krankenhaus oder eine Bibliothek gebaut werden sollte. Die Idee einer öffentlichen Bibliothek wurde vor allem von John J. Norton befürwortet, der sich im Holzhandel emporgearbeitet hatte und der Stadt 1000 Pfund für einen Neubau anbot. Norton war ein engagierter Verfechter der Abstinenzbewegung, schon im Alter von 12 Jahren war er dem christlichen Abstinenzverein „Band of Hope“ beigetreten. Von der Bibliothek erhoffte er sich eine Hebung der Jugend und der Arbeiterklasse. Für ein Krankenhaus setzten sich unter anderem der Bürgermeister von Poole ein, der ein politischer Gegner Nortons war, sowie der walisische Industrielle Ivor Guest (Lord Wimborne), der in Poole große Ländereien besaß und der Stadt ein Gebäude und zusätzlich 1000 Pfund versprach. In einer turbulenten öffentlichen Versammlung sprachen sich die Bürger jedoch eindeutig für die Bibliothek aus, und der Stadtrat erwarb ein Grundstück von Lord Wimborne in der Mount Street (heute Lagland Street) für den Neubau.

John J. Norton hatte seine Schenkung an einige Bedingungen geknüpft, so zum Beispiel, dass es einen Lesesaal für Frauen geben solle, keine alkoholischen Getränke verkauft werden dürfen und der Bau bis zum 29. September 1887 fertiggetsellt werde. Als sich die Bauarbeiten in die Länge zogen, übernahm Norton die Bauleitung persönlich und ließ mit Hilfe von elektrischem Licht rund um die Uhr arbeiten, so dass der Termin gehalten werden konnte. Im Erdgeschoss des Gebäudes befand sich die Bibliothek, im ersten Stock die Kunstschule. 1889 und 1891 wurde das Gebäude um zwei Flügel erweitert, die ebenso von Norton finanziert wurden und ein Gymnasium und ein Museum aufnahmen. 1969 zog die Bibliothek in ein großes Shopping Centre nach amerikanischem Vorbild; in dem alten Bibliotheksgebäude befindet sich heute– nicht ganz passend, wenn man an die Einstellung von John J. Norton zum Alkohol denkt – ein Pub. Dieses ist natürlich nicht nach ihm, sondern nach Lord Wimborne benannt.

Link: A hospital or a library? Poole’s decision in 1887

Oxford: Magdalen College

Oxford: Magdalen College, Old Library
Oxford_Magdalen_College_Old_Library_r Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Gotik / Neogotik
Architekt: William Orchard
Fertiggestellt/Eröffnet: um 1480
Person: William Waynflete
Verlag: Francis Frith & Co.
Signatur: 64114
Datierung Foto: 1912

Magdalen College, eines der renommiertesten und schönsten Colleges der Universität Oxford, wurde im Jahr 1458 von William Waynflete, dem Bischof von Winchester gegründet. Auf dem Gelände am Ufer des River Cherwell hatte sich ursprünglich ein Hospital befunden, dessen Gebäude anfangs von dem College genutzt wurden, bis in den 1470er Jahren eigene Gebäude errichtet wurden, die sich um fünf Höfe (Quads) gruppieren. Am Great Quad liegt die Bibliothek, die zu der Zeit als eine der am besten ausgestatteten von Oxford galt. Sie war ursprünglich als Kettenbibliothek gestaltet, d.h. die Bücher waren mit Ketten an den Lesepulten befestigt. Bei einer Renovierung zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden die Pulte durch modernere Bücherregale ersetzt; die auf dieser Karte zu sehende Inneneausstattung stammt jedoch von einer jüngeren Renovierung in den 1820er Jahren. 1931 wurde die „New Library“ eröffnet. Die „Old Library“ enthält heute frühe Drucke und Manuskripte (unter anderem von Thomas Hardy, Rudyard Kipling und T.S. Eliot) und wird für Ausstellungen genutzt. Zu den bekannten Persönlichekiten, die in Beziehung zu Magdalen College stehen, gehört der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C. S. Lewis, der hier von 1925 bis 1954 lehrte. Die mittelalterlichen Steinfiguren vor der Old Library („Grotesques“) sollen ihn zu ähnlichen Figuren in seinen Fantasyromanen „Die Chroniken von Narnia“ angeregt haben.

Link: History of Magdalen College Libraries

Radcliffe: Public Library

Radcliffe: Public Library
Radcliffe Public Library r Ort: Radcliffe (Großbritannien)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Edwardianische Architektur
Architekt: William Lomax (vmtl.)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1907
Person: Adam Crompton Bealey
Verlag: Valentine’s Co.
Signatur: H. 7015
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Auf dem Grundstück in der Stand Lane in Radcliffe (Greater Manchester) stand ursprünglich eine methodistische Kapelle (Wesleyan chapel) aus dem Jahr 1815. Als die Gemeinde 1883 einen Neubau bezog, wurde die alte Kapelle an die Zeitung „Radcliffe Express” verkauft, die sie bis 1901 nutzte. Hierauf erwarb Adam Crompton Bealey, der Präsident der Radcliffe & District Literary & Scientific Society, das Grundstück und stiftete es der Stadt, um darauf die Öffentliche Bibliothek zu errichten. Die Mittel für den Bau kamen von dem Industriellen und Philanthropen Andrew Carnegie. Den ersten Preis der Ausschreibung hatte der Architekt Henry Lord gewonnen; nach Nikolaus Pevsner („The Buildings of England“) war der Architekt jedoch vermutlich William Lomax – zumindest war er einer der Gäste des Eröffnungsbanketts. Das 1907 eröffnete Gebäude weist eine asymmetrische Fassade auf. Im ersten Stock befand sich das Museum. Das Gebäude wird gegenwärtig noch als Bibliothek genutzt, eine mögliche Schließung war jedoch bereits im Gespräch.

Link: Radcliffe, the Library and the Bealeys

London: St Paul’s Cathedral Library

London: St Paul's Cathedral, Library of Dean and Chapter
London_St_Pauls_Cathedral_Library_r Ort: London
Art: Kathedralbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Christopher Wren
Fertiggestellt/Eröffnet: 1709
Datierung (Karte): ca. 1910-20

Die Bibliothek der St Paul’s Cathedral („Library of Dean and Chapter“) befindet sich auf Höhe des Triforiums in einem Raum hinter dem Süd-Westturm, der, ebenso wie die Kathedrale selbst, von Sir Christopher Wren (1632-1722) entworfen und 1709 fertiggestellt wurde. (Christopher Wren war übrigens nicht nur Architekt, sondern auch Astronom). Der Raum stand zu Anfang jedoch weitgehend leer, da die Bestände der Bibliothek beim Großen Brand von London im Jahr 1666 fast vollständig zerstört worden waren. Der Bibliotheksraum wurde in den Folgejahren systematisch mit neuen Büchern bestückt, darunter im Jahr 1712 eine Spende von ca. 2000 Bänden von Henry Compton, Bischof von London. (Henry Compton war übrigens nicht nur Bischof, sondern auch Botaniker). Auf der Karte ist ein Architekturmodell zu sehen, das offenbar die obere Kolonnade der Westfassade mit dem darüber liegenden Giebel zeigt. In dem Giebel befindet sich ein Relief, das die Bekehrung des Paulus darstellt. Die Bibliothek stand ursprünglich nur dem Dekan und Kapitel von St. Paul zur Verfügung, kann heute jedoch von Forschern benutzt sowie im Rahmen der „Triforium Tour“ besichtigt werden. Im Moment ist sie jedoch aufgrund von Renovierungsarbeiten bis voraussichtlich Sommer 2020 geschlossen. Der gegenwärtige Bibliothekar hat übrigens einen für eine Bibliothek nicht unpassenden Nachnamen, er heißt Joseph Wisdom!

Literatur: Arthur Dimock: The Cathedral Church of Saint Paul. An Account of the Old and New Buildings with a Short Historical Sketch

London: Merchant Taylors’ School

London: Merchant Taylors’ School - Library
London Merchant Taylors School Library r Ort: City of London
Art: Schulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Edward I’Anson
Fertiggestellt/Eröffnet: 1875
Verlag: P. A. Buchanan & Co, Croydon
Fotograf: Percy Alex Buchanan
Datierung (Karte): ca. 1910-1920

Die Merchant Taylors’ School ist eine Jungenschule und eine der neun Schulen im Vereinigten Königreich, die im Public Schools Act von 1868 genannt werden. Sie wurde im Jahr 1561 von dem Londoner Bürgermeister und Textilhändler Thomas White gegründet, auf den auch die Gründung des St John’s College in Oxford zurückgeht. Thomas White war ein einflussreiches Mitglied der Gilde der Schneider (Worshipful Company of Merchant Taylors), einer der zwölf großen Londoner Gilden, nach der die Schule benannt ist. Ursprünglich befand sie sich in einem alten Stadtpalais in der Suffolk Lane in der Pfarrei St Lawrence Pountney (City of London), das den Namen „Manor of the Rose“ trug und im Historiendrama „Heinrich VIII“ von Shakespeare kurz erwähnt wird. Nachdem dieses Gebäude beim Großen Brand von London im Jahr 1666 komplett zerstört worden war, bezog die Schule 1675 einen Neubau an derselben Stelle (Architekt: Robert Hooke). Dieses Gebäude war Mitte des 19. Jahrhunderts in schlechtem Zustand und zu klein geworden, so dass die Company of Merchant Taylors ein Grundstück in der Goswell Street am Charterhouse Square erwarb und dort ein neues, größeres Schulgebäude errichtete, das 1875 eingeweiht wurde. Der Architekt war Edward I’Anson (1812-1888), der selbst die Merchant Taylors’ School besucht hatte. Die Schule blieb bis 1933 in diesem neogotischen Gebäude, dann zog sie – da die Innenstadt von London als zu verstopft und schmutzig für die Schule angesehen wurde – in das Umland nach Sandy Lodge (zwischen Ruislip, Northwood und Rickmansworth). Das alte Schulgebäude in der Goswell Street wurde an das St Bartholomew’s Hospital verkauft und existiert heute in stark veränderter Form.

Link: Merchant Taylors‘ School – Building  From 1875  to 1933

Perth: Sandeman Public Library

Perth: Sandeman Public Library (Campbell Douglas & Morrison 1898)
Perth Sandeman Public Library r Ort: Perth (Schottland)
Art: Öffentliche Bibliothek
Architekt: Campbell Douglas & Morrison
Fertiggestellt/Eröffnet: 1898
Person: Archibald Sandeman
Verlag: J. K. T. P. Fair City Series
Signatur: 01966
Bemerkung: Foto evtl. identisch mit Frith Nr. 43903 (1899)
Gelaufen: 1906

Die Öffentliche Bibliothek von Perth (Sandeman Public Library) wurde im Jahr 1898 an der Ecke von Mill Street und Kinnoull Street eröffnet, in einem repräsentativen Gebäude der Architekten Campbell Douglas & Morrison, deren Arbeit vom Dictionary of Scottish Architects folgendermaßen charakterisiert wird: „Their work was refined in detail if unadventurous“. Archibald Sandeman (1822-1893), Spross einer Familie von Textilfabrikanten, hatte der Stadt Perth 30.000 Pfund zur Errichtung einer Bibliothek vermacht. Sandeman hatte am Queens’ College in Cambridge studiert und wirkte später als Professor für Naturphilosophie und Mathematik am Owens College in Manchester. Er war kränklich, heiratete nie und galt als Einzelgänger. Nach seinem Tod fochten seine Angehörigen, die er in seinem Testament nicht berücksichtigt hatte, die Schenkung an die Stadt an, da sie nur mit Bleistift auf einem kleinen Kärtchen notiert war, das dem eigentlichen Testament beigefügt war. Dem Stadtrat gelang es jedoch in geschickten Verhandlungen, die Stiftung trotzdem zu erhalten; die Verwandten bekamen lediglich ein paar persönliche Gegenstände aus seinem Nachlass. (Den Hauptteil seines Vermögens hatte er seinen Haushälterinnen vermacht). Die Öffentliche Bibliothek blieb bis 1994 in dem Gebäude und bezog dann ein ehemaliges Krankenhaus am York Place, die heutige AK Bell Library. In dem ursprünglichen Bibliotheksgebäude an der Kinnoull Street befindet sich heute ein Pub („The Sandeman“).

Literatur: Katrina M. L. Sked und Peter H. Reid: „The people behind the philanthropy : an investigation into the lives and motivations of library philanthropists in Scotland between 1800 and 1914“

Link: Campbell Douglas
Link: British Listed Buildings – Former Sandeman Library

Rawtenstall: Carnegie Library

Rawtenstall: Carnegie Library (1907)
Rawtenstall Carnegie Library r Ort: Rawtenstall
Art: Öffentliche Bibliothek
Architekt: Crouch, Butler and Savage
Fertiggestellt/Eröffnet: 1907
Datierung (Karte): um 1907

Die öffentliche Bibliothek von Rawtenstall in Lancashire wurde am 1. Juni 1907 in Anwesenheit von Andrew Carnegie eröffnet, der 6.000 Pfund zum Bau der Bibliothek gespendet hatte. Das Gebäude am Queen’s Square weist klassizistische und barocke Stilelemente auf und steht heute unter Denkmalschutz. Die Bibliothek war eine der ersten Bibliotheken mit Freihandaufstellung in Großbritannien. 1914 wurde sie bereits erweitert, wiederum finanziert von Carnegie. Die Ansichtskarte zeigt den Eingangsbereich im Erdgeschoss mit ionischen Säulen. Der Mann mit Schnurrbart hinter der Theke ist vermutlich Hargreaves Wilkinson, der erste Bibliothekar von Rawtenstall.

Link: Central Library, Queen’s Square

Tamworth: Free Library

Tamworth Free Library (Carnegie Library)
Tamworth Free Library r Ort: Tamworth
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Edwardianische Architektur
Architekt: E. R. Danford
Fertiggestellt/Eröffnet: 1905
Verlag: Valentine’s Co.
Signatur: 59837
Gelaufen: 1907

Die Bibliothek in der Corporation Street in Tamworth (Staffordshire) wurde 1905 mit Mitteln des Philanthropen Andrew Carnegie erbaut. Im Gegensatz zu vorherigen Bibliotheken war die Nutzung kostenlos. Im Jahr 1973 bezog die Bibliothek ein neuerbautes Gebäude gleich hinter den benachbarten „Assembly Rooms“, das von der damaligen Bildungsministerin Margaret Thatcher eingeweiht wurde. Sie fand den Neubau „magnificent“, jüngere Einschätzungen kommen eher zu dem Schluss, dass die brutalistische Architektur wenig zu den historischen Gebäuden der Umgebung passt. Das Gebäude der alten Bibliothek wurde anschließend für Versammlungen genutzt, später als „Carnegie Center“ von verschiedenen Freiwilligenorganisationen. Derzeit (Stand August 2019) wird für das Gebäude ein Mieter für eine Nutzung als Restaurant gesucht, im Rahmen eines größeren städtebaulichen Projekts der Gegend um die Corporation Street (Tamworth Enterprise Quarter).

Link: Corporation Street, Tamworth

Oxford: Pembroke College

Oxford: Pembroke College: Broadgates Hall Library
Oxford Pembroke College Library r Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1848
Person: Samuel Johnson
Verlag: Stengel & Co. / Oscar Flammger
Signatur: E 38107
Datierung (Karte): um 1910

Pembroke College in Oxford wurde 1624 von König Jakob I. gegründet. Einer seiner berühmtesten Studenten war Samuel Johnson (1709-1784), ein Gelehrter und eine einflussreiche Persönlichkeit des literarischen Lebens im England des 18. Jahrhunderts. Bekannt ist er noch heute nicht zuletzt wegen der Biografie „The Life of Samuel Johnson“ seines Freundes James Boswell, die als eines der besten biografischen Werke überhaupt gilt (Ich habe das Buch gelesen und kann die Lektüre nur empfehlen!!). An Dr. Johnsons einstigem Wohnsitz in London am Gough Square Nr. 17 wurde übrigens 1997 eine Bronzestatue enthüllt, die seinen Kater Hodge darstellt. Als Student in Oxford dürfte Johnson allerdings noch keine Katze besessen haben. Er verbrachte nur eineinhalb Jahre als Undergraduate am Pembroke College und musste es dann aus finanziellen Gründen verlassen. Der auf der Karte abgebildete Raum in Broadgates Hall, einem Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, war zu Johnsons Zeiten noch der Speisesaal; erst 1848 wurde die Bibliothek hierher verlegt, wo sie bis 1974 blieb. Auf der Karte sind zwei der Schreibpulte zu sehen, an denen Johnson gearbeitet haben soll.

Link: Pembroke College Oxford – Architectural History