London: British Museum, Lesesaal

London: British Museum Reading Room

London British Museum Reading Room r

Ort: London
Art: Wissenschaftliche Universalbibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: Sidney Smirke
Fertiggestellt/Eröffnet: 1857
Verlag: The Muchmore Art Co.
Datierung (Karte): um 1910

Der Hauptlesesaal der British Library befand sich bis 1997 im Innenhof des British Museum. Er wurde in den Jahren 1854-1857 nach Plänen des Architekten Sidney Smirke erbaut. Technologisch auf der Höhe der Zeit wurde der runde, von einer Kuppel überwölbte Raum, zu dessen Vorbildern das Pantheon in Rom zählte, bald zu einer Sehenswürdigkeit. Er stand nur Forschern offen, zu seinen berühmten Benutzern gehörten zum Beispiel Karl Marx, Lenin, Arthur Conan Doyle und Virginia Woolf. Heute befinden sich die Bestände im Neubau der British Library in St Pancras, der ehemalige Lesesaal wird vom British Museum u.a. für Ausstellungen genutzt.

Die Karte wurde von dem Verlag The Muchmore Art Co. herausgegeben. Diese Firma hatte ihren Sitz in der Great Russell Street in Bloomsbury, nur „drei Türen vom British Museum“ entfernt. Sie war auf Bilderrahmen spezialisiert, führte aber auch ein breites Sortiment an Gemälden, Drucken, Antiquitäten, Reproduktionen von Kunstwerken und Ansichtskarten.

Link: Francesca Hillier: The Round Reading Room at the British Museum

West Calder: Public Library

West Calder Public Library

West Calder Public Library r

Ort: West Calder (Schottland)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Edwardianische Architektur / Jugendstil
Architekt: William Baillie
Fertiggestellt/Eröffnet: 1904
Person: Andrew Carnegie
Signatur: 2835
Datierung (Karte): um 1905

Die Öffentliche Bibliothek von West Calder, einem kleinen Ort in der Nähe von Livingston, war die erste Carnegie-Bibliothek der schottischen Grafschaft Midlothian. Der aus Schottland gebürtige Industrielle und Philanthrop Andrew Carnegie hatte 2.500 Pfund zur Errichtung des Gebäudes gespendet, die Gemeinde kam für Grundstück, Bücher und den Betrieb der Bibliothek auf. Der Grundstein wurde 1903 gelegt. Im Jahr darauf weihte Archibald Primrose, 5. Earl von Rosebery und von 1894 bis 1895 (unbeliebter) Premierminister des Vereinigten Königreichs, das fertige Gebäude ein. Die Ausschreibung hatte ein junger Architekt aus Glasgow namens William Baillie gewonnen. Sein Entwurf weist verschiedene Stilelemente auf. Im ersten Stock befand sich die Bibliothek, und darunter, durch eine gußeiserne Wendeltreppe verbunden, die Bibliothekarswohnung. Erster Bibliothekar war von 1904 bis 1939 Thomas Blackwood, der wegen seiner Strenge den Spitznamen ‚Auld Wheesht‘ trug, was man vielleicht mit ‚Der alte Pst!‘ übersetzen könnte. Ihm folgte seine Tochter Nan, die dieses Amt bis 1958 innehatte. 2016 wurde das Gebäude saniert. Im Erdgeschoss wohnt heute jedoch kein Bibliothekar mehr, es beherbergt stattdessen das Breich Valley Housing Office.

Der Musikpavillon (bandstand) neben der Bibliothek war ein Geschenk des Kreisrats John G. Fairley of Meadowhead. Er wurde 1955 abgerissen, an seiner Stelle steht heute ein Kriegerdenkmal.

Link: Yvonne Macmillan: A Carnegie Jewel – West Calder Public Library

Cambridge: Universitätsbibliothek, Catalogue Hall

Cambridge University Library Catalogue Hall

Cambridge University Library Catalogue Hall r

Ort: Cambridge
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Industriearchitektur
Architekt: Giles Gilbert Scott
Fertiggestellt/Eröffnet: 1934
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Die im 15. Jahrhundert gegründete Cambridge University Library bezog 1934 ein neues Gebäude im Westen der Stadt, das von der Rockefeller-Stiftung mit finanziert und nach Plänen des einflussreichen britischen Architekten Giles Gilbert Scott (1880-1960) erbaut wurde. Dieser hatte einige Jahre zuvor die berühmte rote Telefonzelle mit Kuppeldach entworfen. Die Bibliothek ist ein sechsstöckiges Gebäude im Stil der industriellen Architektur der 1930er Jahre, das zwei Innenhöfe umschließt und von einem 48m hohen Turm überragt wird. Im ersten Stock, zentral zwischen dem großen Hauptlesesaal und zwei kleineren Lesesälen gelegen, befindet sich der Katalograum (Catalogue Hall). Bei einer Umgestaltung im Jahr 2012 verschwand der elaborierte Fußboden unter einem blauen Teppich.

Link: Cambridge University Library – A Historical Sketch by J.C.T. Oates

London: Camberwell Central Library

London Camberwell Central Library Peckham Road

London Camberwell Central Library Peckham Road r

Ort: London
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Jakobethanischer Stil
Architekt: Robert P. Whellock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1893
Person: George Livesey
Herausgeber: W. Greening, Denmark Hill
Datierung (Karte): ca. 1910

Die Central Library in der Peckham Road in Camberwell, einem Londoner Stadtteil in Southwark, wurde am 9. Oktober 1893 vom Prince of Wales, dem späteren König Eduard VII., eröffnet. Sie verdankt ihr Entstehen dem Industriellen und Philanthropen George Livesey (1834-1908), dem Vorsitzenden der South Metropolitan Gas Company. Livesey, engagierter Verfechter der Abstinenzbewegung, Sonntagsschullehrer und Förderer zahlreicher Kirchengemeinden, hatte bereits die erste öffentliche Bibliothek in Camberwell finanziert. Diese war 1890 in der Old Kent Street für die Arbeiter des gegenüberliegenden Gaswerks eröffnet worden, stand aber auch den anderen Arbeitern Camberwells zur Benutzung frei. Wegen des großen Erfolgs der öffentlichen Bibliotheken – von 1890 bis 1893 waren an den vier Standorten in Camberwell rund eineinhalb Millionen Bücher ausgeliehen worden – wurde 1893 die Central Library in der Peckham Road eröffnet. Der Entwurf für das Gebäude stammte von dem Architekten Robert P. Whellock, der bereits die Bibliothek in der Old Kent Road entworfen hatte. Das freistehende Gebäude (rechts im Bild) im Stil der Jakobinischen Architektur („Jacobethan“) bestand aus zwei symmetrischen Gebäudeteilen, die einen Uhrenturm mit offenen Arkaden flankierten. Im Erdgeschoss befanden sich die Ausleihe, Zeitungs- und Zeitschriftenleseräume sowie eine Präsenzbibliothek; hinter dem Gebäude schloss sich ein öffentlich zugänglicher Garten an. Bei der Eröffnung enthielt die Bibliothek rund 20.000 Bücher und bot Platz für weitere 60.000. Im Jahr 1944 wurde sie bei einem Luftangriff zerstört. Nach jahrzehntelangen Provisorien wurde 2015 am Camberwell Green ein Neubau eröffnet, der für heftige Kontroversen gesorgt hatte, da ihm eine Grünfläche – der Camberwell Green Orchard – weichen musste.

Link: Abbildung in: The Building News and Engineering Journal, Band 65, 08.09.1893

London: National Liberal Club

London: National Liberal Club, Gladstone Library

London National Liberal Club Library r

Ort: London
Baustil: Neorenaissance
Architekt: Alfred Waterhouse
Fertiggestellt/Eröffnet: 1887
Person: William Ewart Gladstone
Signatur: H.93
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Der National Liberal Club ist ein Gentlemen’s Club in London, der 1882 von dem liberalen Politiker William Ewart Gladstone gegründet wurde. An prominenter Stelle in Whitehall wurde 1884-1887 ein repräsentatives Gebäude im Stil der Neorenaissance erbaut, es ist eines der Hauptwerke des Architekten Alfred Waterhouse, der selbst Mitglied der Liberal Party war. Waterhouse entwarf auch die Inneneinrichtung, die von gußeisernen, mit Keramik verkleideten Säulen geprägt ist. Das Gebäude war das erste in London, das einen Aufzug enthielt und vollständig elektrisch beleuchtet wurde. Zu den ursprünglichen Zielen des Clubs gehörte auch die Einrichtung einer Bibliothek, die nach Gladstone benannt wurde und über 30.000 Bände vorwiegend politischer Literatur enthielt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude bei einem Luftangriff getroffen und schwer beschädigt; der Wiederaufbau bedeutete eine schwere finanzielle Belastung für den Club. Die 1970er Jahre brachten eine Phase des Niedergangs, deren skuriller Höhepunkt war, dass die Leitung einem vermeintlichen kanadischen Millionär übertragen wurde, der sich jedoch als Hochstapler herausstellte. Er verkaufte 1977 die Gladstone Library für den Spottpreis von 40.000 Pfund an die Universität Bristol. In den 1980er Jahren verkaufte der Club etliche Räume an das benachbarte Royal Horseguards Hotel, darunter auch den Raum der Gladstone Library, der heute mit Buchattrappen bestückt ist und für Veranstaltungen gebucht werden kann.

Link: Peter Harris: A meeting place for Liberals. In: Journal of Liberal History, 51 (2006)

Poole: Norton Free Library

Poole (Dorset): Norton Free Library
Poole Norton Free Library r Ort: Poole (Dorset)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Queen-Anne-Stil
Architekt: Lawson and Donkin
Fertiggestellt/Eröffnet: 1887
Person: John Jopseph Norton
Verlag: Rush & Warwick Art Printers
Bemerkung: Prägekarte / Passepartoutkarte
Gelaufen: ca. 1917

 

Im Jahr 1887 feierte Königin Victoria ihr Goldenes Thronjubiläum. Die britische Monarchie nutzte diesen Anlass für prachtvolle Inszenierungen, und Städte wie Manchester, Birmingham oder Newcastle organisierten große Ausstellungen und gaben neue öffentliche Bauten in Auftrag, für die Spenden gesammelt wurden. Auch in der Küstenstadt Poole in Dorset wollte man mit einem Gebäude an das Jubiläum erinnern, doch gab es heftige Debatten darüber, ob ein Krankenhaus oder eine Bibliothek gebaut werden sollte. Die Idee einer öffentlichen Bibliothek wurde vor allem von John J. Norton befürwortet, der sich im Holzhandel emporgearbeitet hatte und der Stadt 1000 Pfund für einen Neubau anbot. Norton war ein engagierter Verfechter der Abstinenzbewegung, schon im Alter von 12 Jahren war er dem christlichen Abstinenzverein „Band of Hope“ beigetreten. Von der Bibliothek erhoffte er sich eine Hebung der Jugend und der Arbeiterklasse. Für ein Krankenhaus setzten sich unter anderem der Bürgermeister von Poole ein, der ein politischer Gegner Nortons war, sowie der walisische Industrielle Ivor Guest (Lord Wimborne), der in Poole große Ländereien besaß und der Stadt ein Gebäude und zusätzlich 1000 Pfund versprach. In einer turbulenten öffentlichen Versammlung sprachen sich die Bürger jedoch eindeutig für die Bibliothek aus, und der Stadtrat erwarb ein Grundstück von Lord Wimborne in der Mount Street (heute Lagland Street) für den Neubau.

John J. Norton hatte seine Schenkung an einige Bedingungen geknüpft, so zum Beispiel, dass es einen Lesesaal für Frauen geben solle, keine alkoholischen Getränke verkauft werden dürfen und der Bau bis zum 29. September 1887 fertiggetsellt werde. Als sich die Bauarbeiten in die Länge zogen, übernahm Norton die Bauleitung persönlich und ließ mit Hilfe von elektrischem Licht rund um die Uhr arbeiten, so dass der Termin gehalten werden konnte. Im Erdgeschoss des Gebäudes befand sich die Bibliothek, im ersten Stock die Kunstschule. 1889 und 1891 wurde das Gebäude um zwei Flügel erweitert, die ebenso von Norton finanziert wurden und ein Gymnasium und ein Museum aufnahmen. 1969 zog die Bibliothek in ein großes Shopping Centre nach amerikanischem Vorbild; in dem alten Bibliotheksgebäude befindet sich heute– nicht ganz passend, wenn man an die Einstellung von John J. Norton zum Alkohol denkt – ein Pub. Dieses ist natürlich nicht nach ihm, sondern nach Lord Wimborne benannt.

Link: A hospital or a library? Poole’s decision in 1887

Oxford: Magdalen College

Oxford: Magdalen College, Old Library
Oxford_Magdalen_College_Old_Library_r Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Gotik / Neogotik
Architekt: William Orchard
Fertiggestellt/Eröffnet: um 1480
Person: William Waynflete
Verlag: Francis Frith & Co.
Signatur: 64114
Datierung Foto: 1912

Magdalen College, eines der renommiertesten und schönsten Colleges der Universität Oxford, wurde im Jahr 1458 von William Waynflete, dem Bischof von Winchester gegründet. Auf dem Gelände am Ufer des River Cherwell hatte sich ursprünglich ein Hospital befunden, dessen Gebäude anfangs von dem College genutzt wurden, bis in den 1470er Jahren eigene Gebäude errichtet wurden, die sich um fünf Höfe (Quads) gruppieren. Am Great Quad liegt die Bibliothek, die zu der Zeit als eine der am besten ausgestatteten von Oxford galt. Sie war ursprünglich als Kettenbibliothek gestaltet, d.h. die Bücher waren mit Ketten an den Lesepulten befestigt. Bei einer Renovierung zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden die Pulte durch modernere Bücherregale ersetzt; die auf dieser Karte zu sehende Inneneausstattung stammt jedoch von einer jüngeren Renovierung in den 1820er Jahren. 1931 wurde die „New Library“ eröffnet. Die „Old Library“ enthält heute frühe Drucke und Manuskripte (unter anderem von Thomas Hardy, Rudyard Kipling und T.S. Eliot) und wird für Ausstellungen genutzt. Zu den bekannten Persönlichekiten, die in Beziehung zu Magdalen College stehen, gehört der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C. S. Lewis, der hier von 1925 bis 1954 lehrte. Die mittelalterlichen Steinfiguren vor der Old Library („Grotesques“) sollen ihn zu ähnlichen Figuren in seinen Fantasyromanen „Die Chroniken von Narnia“ angeregt haben.

Link: History of Magdalen College Libraries

Radcliffe: Public Library

Radcliffe: Public Library
Radcliffe Public Library r Ort: Radcliffe (Großbritannien)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Edwardianische Architektur
Architekt: William Lomax (vmtl.)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1907
Person: Adam Crompton Bealey
Verlag: Valentine’s Co.
Signatur: H. 7015
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Auf dem Grundstück in der Stand Lane in Radcliffe (Greater Manchester) stand ursprünglich eine methodistische Kapelle (Wesleyan chapel) aus dem Jahr 1815. Als die Gemeinde 1883 einen Neubau bezog, wurde die alte Kapelle an die Zeitung „Radcliffe Express” verkauft, die sie bis 1901 nutzte. Hierauf erwarb Adam Crompton Bealey, der Präsident der Radcliffe & District Literary & Scientific Society, das Grundstück und stiftete es der Stadt, um darauf die Öffentliche Bibliothek zu errichten. Die Mittel für den Bau kamen von dem Industriellen und Philanthropen Andrew Carnegie. Den ersten Preis der Ausschreibung hatte der Architekt Henry Lord gewonnen; nach Nikolaus Pevsner („The Buildings of England“) war der Architekt jedoch vermutlich William Lomax – zumindest war er einer der Gäste des Eröffnungsbanketts. Das 1907 eröffnete Gebäude weist eine asymmetrische Fassade auf. Im ersten Stock befand sich das Museum. Das Gebäude wird gegenwärtig noch als Bibliothek genutzt, eine mögliche Schließung war jedoch bereits im Gespräch.

Link: Radcliffe, the Library and the Bealeys

London: St Paul’s Cathedral Library

London: St Paul's Cathedral, Library of Dean and Chapter
London_St_Pauls_Cathedral_Library_r Ort: London
Art: Kathedralbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Christopher Wren
Fertiggestellt/Eröffnet: 1709
Datierung (Karte): ca. 1910-20

Die Bibliothek der St Paul’s Cathedral („Library of Dean and Chapter“) befindet sich auf Höhe des Triforiums in einem Raum hinter dem Süd-Westturm, der, ebenso wie die Kathedrale selbst, von Sir Christopher Wren (1632-1722) entworfen und 1709 fertiggestellt wurde. (Christopher Wren war übrigens nicht nur Architekt, sondern auch Astronom). Der Raum stand zu Anfang jedoch weitgehend leer, da die Bestände der Bibliothek beim Großen Brand von London im Jahr 1666 fast vollständig zerstört worden waren. Der Bibliotheksraum wurde in den Folgejahren systematisch mit neuen Büchern bestückt, darunter im Jahr 1712 eine Spende von ca. 2000 Bänden von Henry Compton, Bischof von London. (Henry Compton war übrigens nicht nur Bischof, sondern auch Botaniker). Auf der Karte ist ein Architekturmodell zu sehen, das offenbar die obere Kolonnade der Westfassade mit dem darüber liegenden Giebel zeigt. In dem Giebel befindet sich ein Relief, das die Bekehrung des Paulus darstellt. Die Bibliothek stand ursprünglich nur dem Dekan und Kapitel von St. Paul zur Verfügung, kann heute jedoch von Forschern benutzt sowie im Rahmen der „Triforium Tour“ besichtigt werden. Im Moment ist sie jedoch aufgrund von Renovierungsarbeiten bis voraussichtlich Sommer 2020 geschlossen. Der gegenwärtige Bibliothekar hat übrigens einen für eine Bibliothek nicht unpassenden Nachnamen, er heißt Joseph Wisdom!

Literatur: Arthur Dimock: The Cathedral Church of Saint Paul. An Account of the Old and New Buildings with a Short Historical Sketch

London: Merchant Taylors’ School

London: Merchant Taylors’ School - Library
London Merchant Taylors School Library r Ort: City of London
Art: Schulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Edward I’Anson
Fertiggestellt/Eröffnet: 1875
Verlag: P. A. Buchanan & Co, Croydon
Fotograf: Percy Alex Buchanan
Datierung (Karte): ca. 1910-1920

Die Merchant Taylors’ School ist eine Jungenschule und eine der neun Schulen im Vereinigten Königreich, die im Public Schools Act von 1868 genannt werden. Sie wurde im Jahr 1561 von dem Londoner Bürgermeister und Textilhändler Thomas White gegründet, auf den auch die Gründung des St John’s College in Oxford zurückgeht. Thomas White war ein einflussreiches Mitglied der Gilde der Schneider (Worshipful Company of Merchant Taylors), einer der zwölf großen Londoner Gilden, nach der die Schule benannt ist. Ursprünglich befand sie sich in einem alten Stadtpalais in der Suffolk Lane in der Pfarrei St Lawrence Pountney (City of London), das den Namen „Manor of the Rose“ trug und im Historiendrama „Heinrich VIII“ von Shakespeare kurz erwähnt wird. Nachdem dieses Gebäude beim Großen Brand von London im Jahr 1666 komplett zerstört worden war, bezog die Schule 1675 einen Neubau an derselben Stelle (Architekt: Robert Hooke). Dieses Gebäude war Mitte des 19. Jahrhunderts in schlechtem Zustand und zu klein geworden, so dass die Company of Merchant Taylors ein Grundstück in der Goswell Street am Charterhouse Square erwarb und dort ein neues, größeres Schulgebäude errichtete, das 1875 eingeweiht wurde. Der Architekt war Edward I’Anson (1812-1888), der selbst die Merchant Taylors’ School besucht hatte. Die Schule blieb bis 1933 in diesem neogotischen Gebäude, dann zog sie – da die Innenstadt von London als zu verstopft und schmutzig für die Schule angesehen wurde – in das Umland nach Sandy Lodge (zwischen Ruislip, Northwood und Rickmansworth). Das alte Schulgebäude in der Goswell Street wurde an das St Bartholomew’s Hospital verkauft und existiert heute in stark veränderter Form.

Link: Merchant Taylors‘ School – Building  From 1875  to 1933