Meiningen: Privatbibliothek Herzog Georgs II.

Meiningen Schloss Elisabethenburg Bibliothek
Meiningen Schloss Elisabethenburg Bibliothek r Ort: Meiningen
Art: Privatbibliothek
Baustil: Historismus / Neorenaissance
Fertiggestellt/Eröffnet: 19. Jahrhundert
Person: Georg II. (Sachsen-Meiningen)
Fotograf: Louis Otto Weber
Gelaufen: 1907

Die Karte zeigt die Privatbibliothek Herzog Georgs II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914) im Schloss Elisabethenburg in Meiningen. Der auch als „Theaterherzog“ bekannte Georg II. war ein bedeutender Förderer von Kunst und Kultur, während seiner Regentschaft gelangten das Meininger Hoftheater und die Meininger Hofkapelle zu europaweiter Bekanntheit. Schon früh ein Verehrer Shakespeares, trug er mit Inszenierungen im Hoftheater zu einer Shakespeare-Renaissance im gesamten deutschen Sprachraum bei. In seinen letzten Lebensjahren war er eng mit Johannes Brahms befreundet, der oft als Gast im Schloss weilte. Die Privatbibliothek des Herzogs war mit Bücherschränken ausgestattet, deren Entwurf von dem Hofbaumeister Albert Neumeister stammte. Kurz nach der Jahrhundertwende wurden sie in das ehemalige Billardzimmer verlegt, wo sie sich heute noch befinden und als Teil der Museumsbibliothek besichtigt werden können. Die Karte zeigt offenbar den ursprünglichen Bibiotheksraum (auf der Karte Eck-Bibliothek genannt) vor der Umgestaltung. Das Foto stammt von dem Hofphotographen Louis Otto Weber, dessen Atelier sich am Schloßplatz befand und der auch einen Postkartenverlag betrieb.

Link: Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth

Ulm: Kloster Wiblingen

Ulm Kloster Wiblingen Bibliothekssaal
Ulm Kloster Wiblingen Bibliothekssaal r Ort: Ulm
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Rokoko
Architekt: Christian Wiedemann
Fertiggestellt/Eröffnet: 1757
Verlag: Büro Bock, Ulm
Fotograf: Arthur von der Trappen
Aus der Serie „Schwäbische Heimatbilder“
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Die Benediktinerabtei Wiblingen wurde Ende des 11. Jahrhunderts als Filiation des Klosters St. Blasien (Schwarzwald) gegründet. Die Klostergebäude gehen weitgehend auf eine umfassende Neuplanung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, deren Vorbilder u. a. die Klosterresidenz El Escorial bei Madrid sowie die kaiserliche Hofbibliothek in Wien waren. Berühmt ist der Bibliothekssaal, der zwei Geschosse umfasst und die gesamte Länge des Nordflügels einnimmt. Er entstand zwichen 1740 und 1750, die Bücher wurden im Jahr 1757 aufgestellt. Die umlaufende Empore mit ihrer bewegt ausgreifenden Balustrade bestimmt den Raumeindruck. Rotbraun und bläulich marmorierte Holzsäulen und die weiß angestrichenen bzw. mit hellem Papier beklebten Buchrücken gaben dem Raum eine besondere Farbigkeit. Acht lebensgroße Skulpturen vor den Säulen stellen Allegorien der Wissenschaft und der klösterlichen Tugenden dar. Das große Deckenfresko von Franz Martin Kuen täuscht eine Öffnung zum Himmel vor. Über dem Eingang zum Bibliothekssaal ist die Inschrift zu lesen „In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis (verborgen)“ (Kolosser 2, 3). Der Saal diente nicht nur der Aufstellung der etwa 15.000 Bände, sondern auch repräsentativen Zwecken. Im Zuge der Säkularisation 1806 wurde das Kloster aufgehoben; die Bücherbestände wurden auf verschiedene andere Bibliotheken verstreut. Die Klostergebäude wurden danach u. a. als Schloss und als Kaserne genutzt. Heute beherbergen sie Abteilungen des Universitätsklinikums Ulm sowie eine Akademie für Ärztliche Fortbildung. Der Bibliothekssaal wurde 1957 restauriert und kann heute im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Link: Kloster Wiblingen – Der Bibliothekssaal

Leipzig: Stadtbibliothek

Stadtbibliothek Leipzig
Leipzig Stadtbibliothek r

Ort: Leipzig
Art: Öffentlichhe Bibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Friedrich Seltendorf
Fertiggestellt/Eröffnet: 1756
Verlag: Max Nierth
Fotograf: Hermann Walter
Signatur: 226
Bemerkung: Aus der Serie Das alte Leipzig
Datierung: ca. 1885 (Foto); 1899 (Karte)

Die Stadtbibliothek Leipzig geht auf eine Schenkung des Leipziger Advokaten Huldreich Groß zurück, der 1677 sein Vermögen und seine Privatbibliothek dem Leipziger Rat vermachte, um eine Bibliothek „zum Nutzen der studierenden Stadtjugend“ zu gründen. Bereits vorher hatte es private Schenkungen und Stiftungen an den Rat gegeben. Die Bücher wurden 1683 im ersten Stock des alten Zeug- und Gewandhauses untergebracht und 1711 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ratsbibliothek entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einer wissenschaftlichen Bibliothek und umfasste auch eine Kunst- und Raritätensammlung. 1740 begann man mit dem Umbau des Gewandhauses, um die gewachsene Sammlung besser unterbringen zu können. Der Bibliotheksflügel zwischen Neumarkt und Universitätsstraße wurde 1756 nach Entwürfen des Architekten Friedrich Seltendorf (1700-1778) fertiggestellt. Der große Bibliothekssaal erstreckte sich über die gesamte Länge des Gebäudes und sollte ursprünglich mit einer umlaufenden Galerie versehen werden. Diese Raumkonzeption wurde aber nicht verwirklicht, und der fertiggestellte Saal war völlig schmucklos, mit Ausnahme eines 15 Meter breiten, mit Blumen- und Muschelornamenten verzierten schmiedeeisernen Gitters, das der Schlossermeister Gottlieb Böttger 1748 angefertigt hatte und das den Raum in einen Hauptsaal und einen Vorraum trennte. Zeitgenossen bezeichneten den Saal als schönste Bibliothek Deutschlands.

In dem benachbarten Zeughausflügel, in dem sich die Bibliothek vorher befunden hatte, wurde in den Jahren 1780–1781 ein Konzertsaal eingebaut, nach dem die Gewandhauskonzerte und das Gewandhausorchester benannt wurden. Von 1893 bis 1901 wurde das gesamte Gebäudeensemble zwischen zwischen Kupfergasse, Gewandgässchen, Universitätsstrasse und Neumarkt abgerissen bzw. umgebaut; es entstand das „Städtisches Kaufhaus Leipzig“, ein großes Messehaus für Mustermessen, in das die Stadtbibliothek integriert wurde. Beim Luftangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943 wurde das Gebäude vollständig zerstört, dabei wurde auch fast der gesamte Buchbestand vernichtet. Nach verschiedenen provisorischen Unterbringungen ist seit 1991 das ehemalige Alte Grassimuseum am Wilhelm-Leuschner-Platz der Hauptstandort der Leipziger Stadtbibliothek.

Link: Geschichte der Leipziger Städtischen Bibliotheken

Tübingen: Universitätsbibliothek

Tübingen: Universitätsbibliothek (Paul Bonatz), Lesesaal
Tübingen Universitätsbibliothek Lesesaal r

Ort: Tübingen
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Paul Bonatz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1912
Fotograf: H. Jäggle
Datierung (Karte): ca. 1935-38

Die Bibliothek der Universität Tübingen war von 1819 bis 1912 im Schloss Hohentübingen untergebracht. Wegen Raummangel und Brandgefahr wurde in den Jahren 1910 bis 1912 ein Neubau in der Wilhelmstraße in der Nähe der Neuen Aula errichtet, nach Plänen des Architekten Paul Bonatz (1877-1956), der als einer der wichtigsten Vertreter der Stuttgarter Schule bzw. des Traditionalismus gilt. Das Bibliotheksgebäude ist in einem vorwiegend neoklassizistischen Stil gehalten, weist jedoch auch Anklänge an Barock und Jugendstil auf. Die Bibliothek gilt als bestes Frühwerk von Bonatz. Der im Erdgeschoss gelegene Lesesaal ist mit einer Kassettendecke aus weißem Stuck und einer Galerie aus dunklem Eichenholz aussgestattet. An seiner Rückseite befindet sich ein monumentales Wandgemälde von Karl Schmoll von Eisenwerth, das Odysseus in der Unterwelt zeigt.

Link: TÜpedia – Bonatzbau

Neresheim: Benediktiner-Abtei

Neresheim: Benediktiner-Abtei, Bibliothekssaal
Neresheim_Klosterbibliothek_r Ort: Neresheim
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1699-1714
Verlag: Joseph Käser
Gelaufen: 1939

Die Klosteranlage auf dem Ulrichsberg oberhalb der Stadt Neresheim geht auf eine Gründung aus dem 11. Jahrhundert zurück. Die Konventgebäude und die berühmte Klosterkriche von Balthasar Neumann stammen aus dem Barock. Der Beschluss zum Bau des Bibliothekssaals im Ostflügel der Abtei fiel 1699. Johann Schmuzer aus Wessobrunn schuf um 1700 die Stuckverzierungen, das Deckengemälde (1714) stammt von Wolfgang Christian Freihart von Dinkelsbühl und zeigt bedeutende Gelehrte des Benediktinerordens. Im Zuge der Säkularisation kam das Kloster 1803 in den Besitz der Fürsten von Thurn und Taxis. Danach kam Schloß Neresheim, wie es nun hieß, an Bayern und schließlich 1810 an Württemberg. Friedrich I., der erste König des Königreichs Württemberg (genannt Dicker Friedrich), konnte einen geplanten Abriss von Kirche und Kloster verhindern. Glücklicherweise blieben die Bücher der Klosterbibliothek Neresheim, die einheitlich in weißes Schweinsleder gebunden und mit kostbaren Deckelprägungen versehen sind, trotz der wechselnden Besitzer nahezu vollständig erhalten. Lediglich die Handschriften und Inkunablen wurden 1817 in die Thurn und Taxis-Hofbibliothek nach Regensburg gebracht. 1920 wurde die ehenalige Klosteranlage durch Mönche aus Prag und aus Beuron wiederbesiedelt; Albert von Thurn und Taxis übereignete sie 1927 ganz dem Benediktinerorden. Der Konvent der Abtei besteht heute aus acht Mönchen; das Kloster unterhält ein Tagungs- und Gästehaus und bietet Exerzitien sowie Kurse an. Es gibt ein Klostermuseum und Führungen durch den Michaelisaal und den Festsaal; der Bibliothekssaal hingegen liegt innerhalb der Klausur und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Link: Benediktinerabtei Neresheim

Erfurt: Bibliothek im Martinsstift

Erfurt: Bibliothek im Martinsstift
Erfurt_Bibliothek_im_Martinsstift_r Ort: Erfurt
Art: Gelehrtenbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 19. Jahrhundert / 1890
Person: Karl Reinthaler
Signatur: 6762
Datierung (Karte): um 1910

Bekanntlich lebte Martin Luther von 1505 bis 1511 als Mönch im Augustinerkloster Erfurt. Nach der Säkularisierung des Klosters im Jahr 1559 wurden die ehemaligen Klostergebäude bis 1820 vom Evangelischen Ratsgymnasium genutzt, bevor im Jahr 1821 die „Anstalt zur Besserung und Erziehung sittlich verwahrloster Kinder“ – kurz Martinsstift – einzog. Der Religionspädagoge Karl Reinthaler (1794-1863), Gründer und Rektor des Martinsstifts, war selbst Schüler des Ratsgymnasiums gewesen und war 1818 Johannes Daniel Falk begegnet, dessen Lutherhof in Weimar ihn zur Gründung des Martinsstifts anregte. Diese Gründungen stehen im Zusammenhang mit der sog. Rettungshausbewegung, einer im Pietismus wurzelnden sozialen Bewegung. Karl Reinthaler, ein Verehrer von Matin Luther, trug in über 40 Jahren eine reichhaltige Bibliothek aus reformationsgeschichtlichen Drucken und Handschriften zusammen. Nach seinem Tod wurde diese Sammlung jedoch nicht weitergeführt und „verstaubte in einer Dachkammer des Klosters“. Dort entdeckte sie der altlutherische Pastor und Lutherforscher Carl Georg Oergel (1840-1907) und sorgte dafür, dass die Reformationsdrucke 1890 in einem restaurierten Raum im westlichen Teil des Augustinerklosters, der sog. „Martinskammer“, untergebracht und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Bei der Verfassung eines Katalogs dieser Bestände entdeckte man eine bisher unbekannte Schrift des Humanisten Helius Eobanus Hessus. Von den ursprünglich 4500 Bänden waren nach dem Zweiten Weltkrieg noch 1402 erhalten, diese gingen nach der Auflösung des Martinsstifts 1949 in die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums über.

Link: Die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums im Augustinerkloster Erfurt

Köln: Erzbischöfliches Priesterseminar

Köln: Erzbischöfliches Priesterseminar (Marzellenstr.), Bibliothek Köln Erzbischöfliches Priesterseminar Bibliothek r
Ort: Köln (Deutschland)
Art: Priesterseminar
Fertiggestellt/Eröffnet: 17. Jh. / 1827
Verlag: Selbstverlag des Priesterseminars
Signatur: 31106
Gelaufen: 1932

Die Ansichtskarte zeigt die Bibliothek des Priesterseminars Köln, das sich zwischen 1827 und 1929 im ehemaligen Jesuitenkolleg in der Marzellenstraße befand. Das 1544 gegründete Jesuitenkolleg Sankt Mariä Himmelfahrt war die erste Niederlassung der Jesuiten in Deutschland. Die Kirche und Kolleggebäude in der Marzellenstraße waren zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut worden. Als Papst Clemens XIV. den Orden 1773 auflöste, fielen die Gebäude an die Stadt Köln und wurden während der französischen Zeit von einer Schule genutzt, bevor 1827 das Priesterseminar einzog. 1895 wurde es umfassend renoviert. Als das Gebäude zu eng wurde und außerdem der Lärm des nahegelegenen Bahnhofs die Arbeit störte, wurde das Seminar 1924 in das 20 km entfernte Bensberg verlegt; 1957 erfolgte ein Neubau in der Eintrachtstraße (heute Kardinal-Frings-Straße). Das ehemalige Jesuitenkolleg in der Marzellenstraße wurde zwischen 1949 und 1979/80 rekonstruiert und beherbergt heue das Erzbischöfliche Generalvikariat.

Link: Jesuitenkolleg Sankt Mariä Himmelfahrt
Link: Priesterseminar Köln – Geschichte

Augsburg: Stadtbibliothek

Augsburg: Stadtbibliothek (Martin Dülfer, 1893)
Augsburg_Stadtbibliothek r Ort: Augsburg
Art: Regionalbibliothek
Baustil: Neobarock
Architekt: Martin Dülfer
Fertiggestellt/Eröffnet: 1893
Verlag: Kutscher & Gehr
Signatur: 277
Gelaufen: 1901

Die Stadtbibliothek Augsburg wurde im 16. Jahrhundert gegründet und war von 1563 bis 1891 in einem eigenen Gebäude neben dem Gymnasium bei St. Anna untergebracht. Lange Zeit war der Stadtbibliothekar gleichzeitig der Rektor des Gymnasiums bei St. Anna. 1893 wurde ein repräsentativer Bibliotheksneubau außerhalb der Altstadt an der Schaezlerstraße errichtet, der zusammen mit weiteren öffentlichen Gebäuden aus der Gründerzeit ein eindrucksvolles Ensemble rund um den Stadtpflegeranger bildet. Das Bibliotheksgebäude wurde von dem Stadtbaurat Fritz Steinhäußer geplant; für die Gestaltung der Fassade beauftragte man den jungen Architekten Martin Dülfer (1859-1942), der später ein wichtiger Vertreter der Jugendstil-Architektur in Deutschland wurde. Die Fassade der Bibliothek ist jedoch noch im Stil des Historismus gehalten und orientiert sich mit ihren großen Fenstern an Orangerie-Bauten des Barock und auch an der Hofbibliothek in Wien („neubarocker Historismus mit Anklängen an den Orangerietypus“). 2012 wurde die Bibliothek vom Freistaat Bayern übernommen; das Gebäude soll demnächst modernisiert und erweitert werden.

Link: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg: Gebäude

Jüchen: Schloss Dyck

Jüchen: Schloss Dyck, Kleine Bibliothek
Juechen_Schloss_Dyck_Bibliothek_r Ort: Jüchen (Deutschland)
Art: Adelsbibliothek
Person: Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck
Verlag: Hoven-Schmidt, Krefeld
Bemerkung: Kupfertiefdruck
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Schloss Dyck ist ein Wasserschloss, das sich mehr als 900 Jahre lang im Besitz der Familie Salm-Reifferscheidt-Dyck befand. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ließ Ernst Salentin zu Salm-Reifferscheidt die ursprüngliche Burg zu einer Vierflügelanlage ausbauen, weitere Erweiterungen folgten im 18. Jahrhundert. Wichtige Impulse verdankte Schloss Dyck dem bedeutenden Amateur-Botaniker Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1773-1861), der mehrere botanische Werke verfasste, darunter ein Verzeichnis der Pflanzen in den Anlagen von Schloss Dyck („Hortus Dyckensis“) sowie ein Kakteen-Buch. Er ließ den Park im Stil des englischen Landschaftsgartens umgestalten und legte eine bedeutende Bibliothek an. Bei Versteigerungen in den Jahren 1992 und 1993 wurden große Teile der Bibliothek zerstreut, was bei Experten auf scharfe Kritik stieß.

Link: Martin Wolthaus: Schloss Dyck
Link: Eigenhändige Zeichnung von Joseph Fürst zu Salm-Reifferscheidt-Dyck

München: Abtei St. Bonifaz

München: Abtei St. Bonifaz - Stiftsbibliothek
München Abtei St Bonifaz Stiftsbibliothek r Ort: München
Art: Klosterbibliothek (Benediktner)
Baustil: Klassizismus
Architekt: Georg Friedrich Ziebland
Fertiggestellt/Eröffnet: 1850
Person: Ludwig I. (Bayern)
Bemerkung: nicht frankiert (Klosterpost)
Gelaufen: 1912

Die Abtei St. Bonifaz ist eine Benediktinerabtei, die 1850 durch den bayerischen König Ludwig I. gegründet wurde. Ludwig I. (1786-1868) ließ zwischen 1826 und 1848 mehr als 100 Klöster wiederherstellen oder neu begründen. Mit dieser kirchlichen Restaurationspolitik verfolgte er das Ziel, das geistliche Leben in Bayern nach der Säkularisation neu zu beleben sowie ein effektives Fürsorge- und Bildungssystem aufzubauen. 1850 wurde das Kloster St. Bonifaz eingeweiht, der Architekt war Georg Friedrich Ziebland. Dieser war 1827 von Ludwig auf eine zweijährige Studienreise nach Italien geschickt worden, um die römischen Basiliken zu studieren. Die an frühchristliche und byzantinische Architektur erinnernde Abteikirche St. Bonifaz in München gilt als sein Hauptwerk. Als Ludwig im Jahr 1868 in Nizza starb, wurde sein Leichnam nach St. Bonifaz überführt, das er zu seiner Grablege bestimmt hatte. Die Stiftsbibliothek mit ihren ca. 250.000 Bänden ist eine der größten wissenschaftlichen Privatbibliotheken in Bayern. Ein Teil ihrer Bestände ist bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg verlorengegangen.

Link: Geschichte der Stiftsbibliothek St. Bonifaz München