Beuron: Erzabtei Beuron

Erzabtei Beuron Bibliothek
Erzabtei Beuron Bibliothek r Ort: Beuron
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Franz Beer, Johannes Brix
Fertiggestellt/Eröffnet: ca. 1709
Verlag: Kunstverlag Beuron
Gelaufen: 1918

Unweit der Stadt Sigmaringen im landschaftlich reizvollen oberen Donautal liegt das Kloster Beuron, eine Gründung der Augustiner-Chorherren aus dem 11. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg fast vollständig zerstört, wurde das Kloster in den Jahren 1694–1709 wiederaufgebaut. Der Architekt war anfangs der bekannte österreichische Barockbaumeister Franz Beer (Franz II. Beer von Bleichten). Nachdem dieser Beuron im Streit verlassen hatte, führte Johannes Brix aus Messkirch, ein Stuckateur und Vertreter der berühmten Wessobrunner Schule, die Arbeiten fort. Im Ostflügel entstand das Sommerrefektorium (heute Kapitelsaal) mit reich geschmückter Stuckdecke. Der auf dieser Karte abgebildete als Bibliothek bezeichnete Raum weist eine ähnliche, wenn auch schlichtere Stuckecke auf und dürfte also um dieselbe Zwit wie das Sommerrefektorium entstanden sein.

Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst und kam in den Besitz der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Dank einer Stiftung der Fürstin-Witwe Katharina von Hohenzollern-Sigmaringen, einer strengen Katholikin, wurde im Jahr 1863 in den inzwischen zweckentfremdeten Gebäuden ein Benediktinerkloster gegründet. Die Bibliothek der Erzabtei gilt heute mit über 400.000 Bänden als größte Klosterbibliothek Deutschlands. Von den ursrprünglichen Beständen des Augustinerchorherrenstiftes befinden sich heute jedoch nur noch etwa 200 Bände am Ort.

Die Karte wurde von dem 1898 gegründeten Verlag der Beuroner Kunstschule herausgegeben. Die Beuroner Schule spielte um 1900 eine wichtige Rolle bei der Erneuerung der Religiösen Kunst.

Link: Erzabtei St. Martin zu Beuron

Kerkrade: Abtei Rolduc

Kerkrade: Abtei Rolduc - Bibliothek (Joseph Moretti, 1754)
Kerkrade Abtei Rolduc Bibliothek r Ort: Kerkrade
Art: Klosterbibliothek (Augustiner-Chorherren)
Baustil: Rokoko
Architekt: Joseph Moretti
Fertiggestellt/Eröffnet: 1754
Verlag: B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach
Datierung (Karte): ca. 1911-1920

Die Abtei Rolduc (Klosterrath) geht auf eine kleine Kapelle zurück, die der Priester Ailbertus von Antoing zusammen mit seinen beiden Brüdern Thyemo und Walgerus im Jahr 1104 erbaute. Seine Blütezeit erlebte das Kloster Mitte des 12. Jahrhunderts, als es Familienkloster der Herzöge von Limburg war. Gleichzeitig mit der Abtei war zu ihrem Schutz die Grenzfestung und Zollburg Rode erbaut worden. Kurioserweise befinden sich Kloster und Burg heute, obwohl nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt, in zwei verschiedenen Ländern: die Burg fiel durch den Wiener Kongress 1815 an Preußen und liegt heute im Stadtgebiet von Herzogenrath (Nordrhein-Westfalen). Das Kloster Rolduc erlebte nach einer langen Zeit des Niedergangs und Verfalls ab 1680 einen neuen Aufschwung, hauptsächlich finanziert durch Einnahmen aus Steinkohlegruben. Im 18. Jahrhundert entstand ein neuer Flügel im Stil des Rokoko, dessen Architekt der Aachener Baumeister Joseph Moretti war. Die Bibliothek mit reicher Stuckverzierung wurde im Jahr 1754 fertiggestellt. Nach der Aufhebung des Klosters in der Französischen Revolution standen die Gebäude zunächst leer, danach beherbergten sie unter anderem ein Priesterseminar sowie ein Gymnasium mit Internat. Heute ist Rolduc die größte Klosteranlage der Beneluxländer und wird vorwiegend als Hotel und Kongresszentrum genutzt. Die Bibliothek ist nur für wissenschaftliche Nutzung zugänglich.

Link: Kerkgebouwen in Limburg – Abdijkerk Rolduc en abdijgebouwen

Stift Klosterneuburg: Stiftsbibliothek

Stift Klosterneuburg: Stiftsbibliothek, Kuppelsaal Stift_Klosterneuburg_Bibliothek_r
Ort: Klosterneuburg
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: Josef Kornhäusel
Fertiggestellt/Eröffnet: 1842
Fotograf: Adolf Bernhard
Datierung (Karte): vor 1909

Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg geht auf eine Stiftung aus dem 12. Jahrhundert zurück. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts sollte das Stift zu einem gigantischen Palastkomplex nach dem Vorbild des Escorial umgebaut werden. Von den imperialen Plänen Kaiser Karls VI., des Vaters von Maria Theresia, wurde nur etwa ein Viertel ausgeführt. Der von einer Kuppel gekrönte Lesesaal der Bibliothek stammt jedoch nicht aus dem Barock, sondern wurde in den Jahren 1834-42 von dem Architekten Josef Kornhäusel im klassizistischen Stil ausgestattet. Kornhäusel gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Klassizismus, romantischen Historismus und des Biedermeier in Österreich. Die Bibliothek von Stift Klosterneuburg umfasst etwa 300.000 Bände und ist die größte wissenschaftliche Privatbibliothek Österreichs.

Die Karte trägt auf der Bildseite den Prägestempel „Adolf Bernhard Wien-Klosterneuburg“. Dabei dürfte es sich vermutlich um den im Wiener Burgtheater tätigen Photographen Adolf Bernhard (1855–1935) handeln, einen Vetter des bekannten Schauspielers Joseph Kainz. Bernhard lebte in Klosterneuburg und war ursprünglich Blumen- und Stillleben-Maler sowie Musterzeichner. (Quelle: Ulrich Hermanns: Josef Kainz und die Fotografie)

Link: Stift Klosterneuburg – Die Bibliothek des Stifts
Link: Austria-Forum: Josef Kornhäusel