Ann Arbor: William L. Clements Library

Ann Arbor: University of Michigan, William L. Clements Library
Ann_Arbor_Clements_Library_r Ort: Ann Arbor, Michigan
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neorenaissance
Architekt: Albert Kahn
Fertiggestellt/Eröffnet: 1923
Person: William L. Clements
Verlag: The Albertype Co. / Geo. Wahr
Bemerkung: Handkoloriert
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Die Bibliothek ist nach William L. Clements benannt, einem aus Ann Arbor gebürtigen Industriellen und Bibliophilen, der an der University of Michigan Maschinenbau studiert hatte, zwischen 1909 und 1933 Mitglied des Board of Regents (einer Art Verwaltungsrat) der Universität war und ihr im Lauf seines Lebens mehr als 20 Millionen Dollar spendete. Er war mit der Produktion von Dampfbaggern reich geworden, die beim Bau des Panamakanals eingesetzt wurden. Seine Leidenschaft galt dem Sammeln von Büchern und Dokumenten über die amerikanische Geschichte. Seine Sammeltätigkeit fiel in die „goldene Ära“ für Bibliophile, da in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende viele britische Adelsbibliotheken sowie amerikanische Privatbibliotheken verkauft wurden. So erwarb er zum Beispiel 1920 den Nachlass von William Petty, 2. Earl of Shelburne, des britischen Premierministers, der die Friedensverhandlungen nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führte. 1921 vermachte Clements seine Sammlung der University of Michigan und spendete zusätzlich die Mittel für den Bau eines eigenen Bibliotheksgebäudes, mit dessen Entwurf der bekannte deutschamerikanische Architekt Albert Kahn (1869-1942) beauftragt wurde. Kahn orientierte sich dabei an einem Pavillon im Park der Villa Farnese in der Nähe von Viterbo, dem sog. Casino Villino bzw. Casino del Piacere. Die Clements Library wurde 1923 eingweiht. Obwohl Kahn sich vor allem als Industriearchitekt einen Namen gemacht hatte, war er auf dieses Gebäude besonders stolz.

Link: History of the William L. Clements Library
Link: Gardens in Italy – Villa Farnese (Caprarola)

Detroit: Public Library

Detroit Public Library
Detroit Public Library r Ort: Detroit, Michigan (USA)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Beaux-Arts-Architektur
Architekt: Cass Gilbert
Fertiggestellt/Eröffnet: 1921
Person: Andrew Carnegie
Verlag: The Detroit Publishing Co.
Signatur: 72253
Druckverfahren: Phostint
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Geäude der Detroit Public Library an der Woodward Avenue wurde 1921 eröffnet und ersetzte ein älteres Bibliotheksgebäude, die 1877 eröffnete Centre Park Library. Einen Teil der Mittel für den Neubau stiftete Andrew Carnegie im Jahr 1910; drei Jahre später wurde ein Architekturwettbewerb abgehalten, den der prominente Architekt Cass Gilbert (1859-1934) gewann. Sein Gebäude im Stil der italienischen Frührenaissance erhebt sich auf terrassiertem Gelände, den Mittelpunkt der symmetrischen Fassade aus weißem Marmor bildet die durch ionische Pilaster gegliederte Loggia. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und kriegsbedingt verzögerte sich der Bau, so dass die Eröffnung erst 1921 erfolgte. Das Gebäude galt damals als das schönste in Detroit. Nach Geoffrey Blodgett (1999) spiegeln Gilberts öffentliche Gebäude im Stil der Beaux-Arts-Architektur das optimistische amerikanische Bewusstsein wieder, Erbe griechischer Demokratie, römischen Rechts und des Humanismus der Renaissance zu sein*. Anfang der 1960er Jahre wurde das Gebäude um zwei Flügel erweitert, nach einem Entwurf von Gilberts Sohn Cass Gilbert Jr. und Francis J. Keally.

Die Karte ist im sog. „Phostint-Verfahren“ gedruckt, einer Weiterentwicklung des schweizerischen Photochromdrucks durch die Firma Detroit Publishing Company.

*Geoffrey Blodgett: Cass Gilbert: The Early Years. Minnesota Historical Society Press, 1999

Link: Cass Gilbert Society: Detroit Public Library

Figueres: Biblioteca Popular

Figueres: Biblioteca Popular (Public Library)
Figueres_Biblioteca_Popular_r Ort: Figueres (Spanien)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Noucentisme
Architekt: Ricard Giralt i Casadesús
Fertiggestellt/Eröffnet: 1922
Fotograf: J. Tort
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Zu Beginn des 20 Jahrhunderts wurde in Katalonien ein Netz von Volksbibliotheken nach dem Vorbild der USA und Großbritanniens geschaffen. Dies geschah vor dem Hintergrund des „Katalanismus“ – einer kulturellen und politischen Strömung, die auf eine stärkere Eigenständigkeit Kataloniens abzielte. Die 1914 gegründete „Manocomunitat de Catalunya“ („Commonwealth of Catalonia“), eine Verwaltungsgemeinschaft von vier katalanischen Provinzen, die vor allem auf dem Gebiet der Kulturpolitik tätig war, beauftragte den Schriftsteller und Intellektuellen Eugeni d’Ors mit der Leitung des Projekts. Die Volksbibliotheken sollten ursprünglich von dem modernistischen Architekten Josep Azemar Pont entworfen werden, der jedoch 1914 bei einem Unfall ums Leben kam. Daraufhin wurde das Projekt an Ricard Giralt i Casadesús vergeben, einen Vertreter des Noucentisme (der katalanischen Form des Neoklassizismus). Der Grundstein für die Bibliothek in Figueres wurde im Dezember 1918 auf einem Grundstück an der Carrer Ample gelegt, wo sich früher ein Gefängnis befunden hatte. 1922 wurde das Gebäude fertiggestellt. 1969 wurde sie nach dem Dichter und Journalisten Carles Fages de Climent (1902-1968) benannt; 2000 bezog sie ein neues Gebäude an der Plaça del Sol. Das alte Gebäude der Bibliothek beherbergt heute das Stadtarchiv (Arxiu Històric Municipal de Figueres).

Link: Una biblioteca de la Mancomunidad
Link: La biblioteca popular

Madrid: Círculo de Bellas Artes

Madrid: Círculo de Bellas Artes, Bibliothek
Madrid: Círculo de Bellas Artes, Bibliothek Ort: Madrid (Spanien)
Art: Kulturzentrum
Architekt: Antonio Palacios (1874–1945)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1926
Verlag: Hauser y Menet
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Der Círculo de Bellas Artes (Gesellschaft der Schönen Künste) in Madrid wurde 1880 auf Initiative einiger Künstler als private kulturelle Einrichtung gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sie sich zu einem wichtigen künstlerischen und intellektuellen Zentrum der Stadt. Im Jahr 1919 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den Antonio Palacios – einer der einflussreichsten Architekten Spaniens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – gewann. Der Bau verzögerte sich jedoch, da Palacio mit seinem von amerikanischen Wolkenkratzern inspirierten Entwurf die für Madrid zulässige Gebäudehöhe überschritten hatte. Die Mitglieder des Círculo sprachen sich jedoch für den Entwurf aus, so dass der Bau in der Calle de Alcalá im Jahr 1921 begonnen und 1926 fertiggestellt wurde. Entgegen der Tradition, die Räume in Galerien um Innenhöfe anzuordnen, entschied sich Palacio für eine vertikale Gestaltung. Das Gebäude umfasste Räume für verschiedene Nutzungen, darunter Ausstellungsräume, einen Ballsaal, einen Sitzungssaal für das Direktorium, Speisesäle, Ateliers sowie – im unteren Dachgeschoss – eine Bibliothek. Ursprünglich gab es auch einen Raum für Glücksspiel, mit dessen Einnahmen die Schulden beglichen werden sollten, die beim Bau entstanden waren. Von der Dachterrasse bietet sich ein unvergleichlicher Blick auf Madrid. Das Gebäude wird heute für Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen genutzt, lediglich bestimmte Bereiche bleiben den Mitgliedern vorbehalten.

Link: Círculo de Bellas Artes de Madrid – El edificio

La Tronche (Meylan): Grand Séminaire

La Tronche (Meylan): Grand Seminaire, Bibliothèque
Meylan La Tronche Grand Seminaire Bibliotheque r Ort: Meylan
Art: Priesterseminar
Fertiggestellt/Eröffnet: 1925
Datierung (Karte): um 1925

Das Priesterseminar der Diözese Grenoble wurde 1674 auf Initiative von Kardinal Étienne Le Camus, Bischof von Grenoble, gegründet. Nach der Schließung des Seminars im Jahr 1906 im Zuge des Gesetzes zur Trennung von Kirche und Staat wurde es im darauffolgenden Jahr in Meylan in einem ehemaligen Kapuzinerkloster wiedereröffnet. Während des Ersten Weltkriegs wurden die Räumlichkeiten des Seminars zum Teil als Lazarett genutzt. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde unweit der Villa des Ombrages, der früheren Sommerresidenz der Bischöfe von Grenoble, mit dem Bau eines neuen Seminargebäudes im italienisierenden Stil begonnen, das 1925 fertiggestellt wurde (heute „Centre Théologique de Meylan“).

Link: Bibliothèque du Centre Théologique de Meylan

Rotterdam: Gemeentebibliotheek

Rotterdam: Gemeentebibliotheek (1924) Rotterdam Gemeentebibliotheek r
Ort: Rotterdam
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Moderne (Amsterdamer Schule)
Architekt: D. B. Logemann
Fertiggestellt/Eröffnet: 1924
Verlag: Rembrandt Uitgevers Maatschappij
Datierung: ca. 1924

Das Gebäude der Stadtbibliothek Rotterdam am Nieuwe Markt 1 ist ein Beispiel für die sog. Amsterdamer Schule, einen niederländischen Architekturstil der klassischen Moderne bzw. des Expressionismus. Die 1924 eröffnete Bibliothek wurde von D. B. Logemann (1884-1964) entworfen, unter Mitarbeit von Nicolaas Lansdorp und Johannes Poot. Die Art Deco-Skulpturen an den Fassaden stammten von dem Bildhauer Joop van Lunteren, die Buntglasfenster von Jaap Gidding. Im Erdgeschoss befanden sich Ausleihe, Katalograum und Zeitschriftenlesesaal, im ersten Stock die Lesesäle. Das Magazin befand sich im Untergeschoss. Die Bibliothek war eines der wenigen Gebäude, die den Luftangriff auf Rotterdam vom 14. Mai 1940 relativ unbeschadet überstanden. Nach Kriegsende hatte hier Willem Gerrit Witteveen sein Büro, der mit einem Team den Wiederaufbau der Stadt plante. Als 1983 die Bibliothek ein neues Gebäude in der Nähe bezog, beherbergte es bis 1989 das Nationale Schulmuseum. Heute gehört es zum Erasmus University College (EUC), einem College der Erasmus-Universität. Dafür wurde es im Inneren modernisiert (Architekt: Erick van Egeraat).

Link: Erasmus University College – Historic Building

Stockholm: Stockholms stadshus

Stockholm: Stockholms stadshus - Bibliothek
Stockholm Stadshus Bibliothek r Ort: Stockholm
Art: Ratsbibliothek
Baustil: Nationalromantik
Architekt: Ragnar Östberg
Fertiggestellt/Eröffnet: 1923
Verlag: FRAM
Signatur: 22
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Rathaus von Stockholm befindet sich in prominenter Lage an der Spitze der Insel Kungsholmen, einem der zentralen Stockholmer Stadtbezirke. Nähert man sich Stockholm vom Mälarsee aus, sieht man schon von weitem das markante Gebäude mit dem 106 m hohen Turm. Es wurde in den Jahren 1911 bis 1923 gebaut und gilt als Hauptwerk des schwedischen Architekten Ragnar Östberg (1866-1945). Stilistisch steht es am Übergang der schwedischen Nationalromantik zum Klassizismus der 1920er-Jahre („Swedish grace“). Mit seiner Lage am Wasser, dem Turm und den Arkaden weist der Bau aber auch Parallelen zu Venedig auf. Im Inneren befinden sich prächtig ausgestattete Räume wie der Goldene Saal, die Prinzengalerie und der Blaue Saal, in dem alljährlich das Bankett zu Ehren der Nobelpreisträger stattfindet. Der Architekturhistoriker Henry-Russell Hitchock bezeichnete das Stadshus als „überaus eklektizistische Verbindung von Elementen verschiedener Epochen der schwedischen und der europäischen Vergangenheit im allgemeinen.“ (Die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, Aries 1994, S. 528). Die Karte zeigt die Bibliothek des Stadtrats („Stadsfullmäktiges Bibliotek“).

Link: Stockholms stadshus (mit vielen historischen Fotos)

Portland: Reed College, Hauser Memorial Library

Portland (Oregon): Reed College, Hauser Memorial Library
Portland Oregon Reed College Hauser Memorial Library r Ort: Portland (Oregon)
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Pietro Belluschi
Fertiggestellt/Eröffnet: 1930
Signatur: VI B 184
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

Reed College, ein sog. liberal arts college, wurde 1908 gegründet. Zu den Gebäuden im Neu-Tudorstil zählt die 1930 eröffnete Bibliothek, die nach einem der Geldgeber, dem Hotelbesitzer und Bauunternehmer Eric V. Hauser (1864-1929) benannt wurde. Der ursprüngliche Plan stammte von dem Architekten A. E. Doyle und orientierte sich an der Laudian Library des St John’s College in Oxford, die dem kreuzförmigen Grundriss gotischer Kathedralen folgt. Nach dem Tod von Doyle übernahm der aus Italien stammende Architekt Pietro Belluschi die Arbeiten. Die Bibliothek wurde in den darauffolgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert.

Link: Restore Oregon: Reed College: 25 Years of Belluschi Designs

 

Manchester: Ashburne Hall

Manchester: Ashburne Hall - Library
Manchester Ashburne Hall Library r Ort: Manchester
Fertiggestellt/Eröffnet: 1925
Person: John Morley
Verlag: Marshall, Keene & Co.
Datierung (Karte): 1921-1930 (ca.)

Ashburne Hall ist eine Unterkunft für Studentinnen der Universität Manchester und befindet sich auf dem Fallowfield Campus. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1827 und war ursprünglich der Wohnsitz eines Baumwollhändlers, genannt „The Oaks“. Seit 1910 im Besitz der Universität, wurde Ashburne Hall in den folgenden Jahren umgebaut und erweitert. Der „Central block“ wurde 1924 erbaut, um die Privatbibliothek des bekannten Publizisten und Politikers John Morley aufzunehmen, der 1923 gestorben war und seine umfangreiche Bibliothek Ashburne Hall vermacht hatte.

Link: Historic England – Ashburne Hall
Link: John Morley, 1st Viscount Morley of Blackburn (Wikipedia)

München: Bibliothek des Deutschen Museums

München: Deutsches Museum - Bibliothek (German Bestelmeyer)
München_Deutsches_Museum_Bibliothek_r Ort: München
Art: Spezialbibliothek
Architekt: German Bestelmeyer
Fertiggestellt/Eröffnet: 1932
Verlag: Carl Krueck
Signatur: 1032
Gelaufen: 1941

Die Bibliothek des Deutschen Museums München wurde zusammen mit dem Museum 1903 gegründet. Sie sollte eine Art wissenschaftliche Zentralbibliothek für Technik, Mathematik und Naturwissenschaften sein. 1928, im Jahr ihrer Eröffnung, umfasste sie 22.000 Bände. 1932 wurde der Neubau auf der Museumsinsel gegenüber dem Sammlungsbau eröffnet, Architekt war German Bestelmeyer.

Link: Deutsches Museum – Geschichte – Europas größter Stahlbetonbau