Seitenstetten: Klosterbibliothek

Stift Seitenstetten: Bibliothekssaal
Stift Seitenstetten Bibliothekssaal r Ort: Seitenstetten (Österreich)
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Joseph Munggenast
Fertiggestellt/Eröffnet: 1742 / 1763
Verlag: Druckerei Prietzel
Fotograf: Emil Prietzel
Signatur: 1272/1
Datierung (Karte): 1908

Das Benediktinerstift Seitenstetten wurde Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet. Der heutige barocke Stiftsbau stammt aus den Jahren 1718 bis 1747, die Baumeister waren Joseph Munggenast (1680-1741) und nach dessen Tod Johann Gotthard Hayberger. Der Hauptsaal der Bibliothek erstreckt sich über die ersten beiden Stockwerke im Mittelrisalit des Südtrakts; er war vermutlich 1742 fertiggestellt. Das Deckengemälde zeigt die Szene „Das Buch mit den sieben Siegeln“ aus der Offenbarung des Johannes und stammt von Paul Troger. Der Wiener Tischler Jakob Gabruckhner schuf die Bücherschränke und die Galerie aus Nußbaumholz. Im Jahr 1763 wurde der Bibliotheksraum umgestaltet und erhielt Architekturmalereien von Franz Joseph Wiedon, die das Deckenfresko einrahmen. Um einen einheitlichen Raumeindruck zu gewinnen, wurden die Bücher mit weißen Lederrücken versehen und nach Größe angeordnet. Der Bibliothekssaal ist bis heute nahezu unverändert erhalten.

Link: Massimo Listri — Biblioteca di Seitenstetten, Austria

Ulm: Kloster Wiblingen

Ulm Kloster Wiblingen Bibliothekssaal
Ulm Kloster Wiblingen Bibliothekssaal r Ort: Ulm
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Rokoko
Architekt: Christian Wiedemann
Fertiggestellt/Eröffnet: 1757
Verlag: Büro Bock, Ulm
Fotograf: Arthur von der Trappen
Aus der Serie „Schwäbische Heimatbilder“
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Die Benediktinerabtei Wiblingen wurde Ende des 11. Jahrhunderts als Filiation des Klosters St. Blasien (Schwarzwald) gegründet. Die Klostergebäude gehen weitgehend auf eine umfassende Neuplanung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, deren Vorbilder u. a. die Klosterresidenz El Escorial bei Madrid sowie die kaiserliche Hofbibliothek in Wien waren. Berühmt ist der Bibliothekssaal, der zwei Geschosse umfasst und die gesamte Länge des Nordflügels einnimmt. Er entstand zwichen 1740 und 1750, die Bücher wurden im Jahr 1757 aufgestellt. Die umlaufende Empore mit ihrer bewegt ausgreifenden Balustrade bestimmt den Raumeindruck. Rotbraun und bläulich marmorierte Holzsäulen und die weiß angestrichenen bzw. mit hellem Papier beklebten Buchrücken gaben dem Raum eine besondere Farbigkeit. Acht lebensgroße Skulpturen vor den Säulen stellen Allegorien der Wissenschaft und der klösterlichen Tugenden dar. Das große Deckenfresko von Franz Martin Kuen täuscht eine Öffnung zum Himmel vor. Über dem Eingang zum Bibliothekssaal ist die Inschrift zu lesen „In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis (verborgen)“ (Kolosser 2, 3). Der Saal diente nicht nur der Aufstellung der etwa 15.000 Bände, sondern auch repräsentativen Zwecken. Im Zuge der Säkularisation 1806 wurde das Kloster aufgehoben; die Bücherbestände wurden auf verschiedene andere Bibliotheken verstreut. Die Klostergebäude wurden danach u. a. als Schloss und als Kaserne genutzt. Heute beherbergen sie Abteilungen des Universitätsklinikums Ulm sowie eine Akademie für Ärztliche Fortbildung. Der Bibliothekssaal wurde 1957 restauriert und kann heute im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Link: Kloster Wiblingen – Der Bibliothekssaal

Neresheim: Benediktiner-Abtei

Neresheim: Benediktiner-Abtei, Bibliothekssaal
Neresheim_Klosterbibliothek_r Ort: Neresheim
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1699-1714
Verlag: Joseph Käser
Gelaufen: 1939

Die Klosteranlage auf dem Ulrichsberg oberhalb der Stadt Neresheim geht auf eine Gründung aus dem 11. Jahrhundert zurück. Die Konventgebäude und die berühmte Klosterkriche von Balthasar Neumann stammen aus dem Barock. Der Beschluss zum Bau des Bibliothekssaals im Ostflügel der Abtei fiel 1699. Johann Schmuzer aus Wessobrunn schuf um 1700 die Stuckverzierungen, das Deckengemälde (1714) stammt von Wolfgang Christian Freihart von Dinkelsbühl und zeigt bedeutende Gelehrte des Benediktinerordens. Im Zuge der Säkularisation kam das Kloster 1803 in den Besitz der Fürsten von Thurn und Taxis. Danach kam Schloß Neresheim, wie es nun hieß, an Bayern und schließlich 1810 an Württemberg. Friedrich I., der erste König des Königreichs Württemberg (genannt Dicker Friedrich), konnte einen geplanten Abriss von Kirche und Kloster verhindern. Glücklicherweise blieben die Bücher der Klosterbibliothek Neresheim, die einheitlich in weißes Schweinsleder gebunden und mit kostbaren Deckelprägungen versehen sind, trotz der wechselnden Besitzer nahezu vollständig erhalten. Lediglich die Handschriften und Inkunablen wurden 1817 in die Thurn und Taxis-Hofbibliothek nach Regensburg gebracht. 1920 wurde die ehenalige Klosteranlage durch Mönche aus Prag und aus Beuron wiederbesiedelt; Albert von Thurn und Taxis übereignete sie 1927 ganz dem Benediktinerorden. Der Konvent der Abtei besteht heute aus acht Mönchen; das Kloster unterhält ein Tagungs- und Gästehaus und bietet Exerzitien sowie Kurse an. Es gibt ein Klostermuseum und Führungen durch den Michaelisaal und den Festsaal; der Bibliothekssaal hingegen liegt innerhalb der Klausur und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Link: Benediktinerabtei Neresheim

Dendermonde: Abtei St. Peter und Paul

Dendermonde: Abtei St. Peter und Paul, Bibliothek
Dendermonde_Abtei_St_Peter_und_Paul_Bibliothek_r Ort: Dendermonde (Belgien)
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Baustil: Neogotik
Architekt: Edward Bauwens
Fertiggestellt/Eröffnet: 1891
Fotograf: Edgar Barbaix
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Die Benediktinerabtei St. Peter und Paul in Dendermonde wurde 1837 von Veremundus D’Haens gegründet, einem Mönch aus der Abtei Affligem in der Provinz Flämisch-Brabant, die im Zuge der Französischen Revolution aufgelöst worden war. In seiner Geburtsstadt kaufte er ein leerstehendes ehemaliges Kapuzinerkloster und baute es in den Jahren 1837 bis 1841 zum Benediktinerkloster aus. Im Jahr 1886 wurden die Innenräume im neogotischen Stil umgestaltet; 1891 erfolgte ein Anbau mit einer geräumigen Bibliothek. Diese überstand einen Brand im Jahr 1914 unbeschadet. Zu den Schätzen der Bibliothek gehört das Manuskript „Symphonia harmoniae caelestium revelationum“ (Der Wohlklang himmlischer Offenbarungen) von Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert.

Als Fotograf ist auf der Karte „E. Barbaix“ angegeben. Damit dürfte Edgar Barbaix (1893-1973) gemeint sein, der in den 1920er und 1930er Jahren in Gent tätig war und nach dem ein Fotografiepreis benannt ist (Barbaixprijs voor fotografi).

Link: Hildegard of Bingen, Symphoniae harmoniae caelestium

Amorbach: Klosterbibliothek

Klosterbibliothek Amorbach (Fürstlich Leiningensche Bibliothek)
Amorbach Klosterbibliothek r Ort: Amorbach
Art: Klosterbibliothek / Adelsbibliothek
Baustil: Frühklassizismus
Architekt: Ignaz Neumann
Fertiggestellt/Eröffnet: 1786 (ca.)
Verlag: M. Fahs / Wilhelm Gerling Darmstadt
Bemerkung: Kupfertiefdruck
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Kloster Amorbach im Odenwald war eine im 8. Jahrhundert gegründete Benediktinerabtei, die im Rahmen der Säkularisation im Jahr 1803 aufgehoben wurde. In den Jahren 1783-1786 war ein neuer Konventbau errichtet worden, das letzte Werk des Architekten Franz Ignaz Michael Neumann (1733-1785), des Sohnes des berühmten Barockarchitekten Balthasar Neumann. Im ersten Obergeschoss befindet sich der zweigeschossige Bibliothekssaal, der als einer der schönsten Bibliotheksräume des 18. Jahrhunderts gilt. Er steht einerseits in der Tradition barocker Bibliothekssäle, verweist andererseits schon auf den Klassizismus („Amorbacher Zopfstil“). Das Deckenfresko stellt allegorisch die Wissenschaften dar; es stammt von dem Maler Konrad Huber aus Weißenhorn. Der Bibliothekssaal ist heute noch unverändert erhalten. Mit der Säkularisation im Jahr 1803 war Kloster Amorbach in den Besitz der Fürsten von Leiningen gekommen, die das Konventgebäude zu ihrer Residenz ausbauten. Unter dem dritten Fürsten Karl zu Leiningen (1804-1856), einem Halbbruder der britischen Königin Victoria, wurden die Bestände der Klosterbibliothek größtenteils verkauft, seit 1851 beherbergt der Saal die Fürstlich Leiningensche Bibliothek. Der Bestand umfasst heute über 30.000 Bände.

Link: Ehemalige Benediktinerabtei Amorbach
Link: Fürstlich Leiningensche Bibliothek

Erzabtei Sankt Ottilien

Eresing: Erzabtei St. Ottilien - Klosterbibliothek
Eresing Erzabtei St Ottilien Bibliothek r Ort: Eresing
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Jugendstil
Architekt: Michael Kurz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1912
Verlag: August Zerle
Signatur: 13405
Gelaufen: 1954

Die Erzabtei Sankt Ottilien, ein Kloster der Missionsbenediktiner im Landkreis Landsberg am Lech, wurde 1884 von dem Schweizer Benediktinermönch Andreas Amrhein gegründet. Der Klausurbereich wurde ab 1892 nach seinen Plänen im neogotischen Stil erbaut. Ebenfalls neogotisch ist die Klosterkirche des Architekten Hans Schurr. Im Jahr 1910 wurde südlich der Klosterkirche ein Erweiterungsbau errichtet, der Jugendstilelemente aufweist. Dessen Architekt war Michael Kurz, der eine herausragende Rolle im bayerischen Sakralbau einnimmt. In diesem Trakt befindet sich die auf der Karte abgebildete Bibliothek seit 1912. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg diente der Bibliotheksraum als Lazarett. Der Bibliotheksbau stand früher einmal auf der Bayerischen Denkmalliste, wurde aber mittlerweile daraus gestrichen.

 Link: Geschichte St. Ottilien’s