Kloster Einsiedeln: Stiftsbibliothek

Einsiedeln Klosterbibliothek

Einsiedeln Klosterbibliothek r

Ort: Einsiedeln
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock / Régence
Architekt: Caspar Moosbrugger
Fertiggestellt/Eröffnet: 1740
Verlag: Benziger & Co.
Datierung (Karte): vor 1911

Kloster Einsiedeln, der größte Wallfahrtsort der Schweiz und eine wichtige Etappe des Jakobswegs, geht auf eine Gründung des Jahres 934 zurück. Die heutige geschlossene Klostaranlage ist der bedeutendste Barockbau der Schweiz, sie entstand in den Jahren ab 1703 nach Plänen des Einsiedler Laienbruders und Architekten Caspar Moosbrugger (1656–1723). Die Bibliothek ist so alt wie das Kloster; anfangs wurden die Bestände in den Kellern aufbewahrt, wo sie mehrere Brände unbeschadet überstanden. Ein erster eigener Bibliotheksbau wurde in den Jahren 1602–1604 erbaut. Gut 100 Jahre später wurde er zugunsten des barocken Klosterneubaus abgerissen. Der zweistöckige Bibliothekssaal mit Galerie im Nordflügel entstand in den Jahren 1710 bis 1711. Nur 20 Jahre später wurde er bereits erweitert, nach Plänen der Patres Placidus Beurret und Aegidius Docourt. Es entstand ein großer, heller, von zwei Seiten belichteter Saal, der schon dem frühen Rokoko verpflichtet ist. Der Gesamtcharakter ist eher festlich als prunkvoll; im Mittelpunkt stehen die Bücher, nicht die Architerktur. Die Stukkaturen im Stil des Régence stammen von dem Vorarlberger Joseph Mayer (* 1695). Im Barocksaal sind heute vor allem die Bücher aus dem 16. bis 18. Jahrhundert ausgestellt. Zum Schatz der Bibliothek gehören auch zahlreiche mittelalterliche Notenhandschriften (Neumen), die musikgeschichtlich eine wichtige Rolle für die Erforschung des Gregorianischen Chorals spielen.

Link: Kloster Einsiedeln: Stiftsbibliothek
Link: Codex Einsidlensis 121

Seitenstetten: Klosterbibliothek

Stift Seitenstetten: Bibliothekssaal
Stift Seitenstetten Bibliothekssaal r Ort: Seitenstetten (Österreich)
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Joseph Munggenast
Fertiggestellt/Eröffnet: 1742 / 1763
Verlag: Druckerei Prietzel
Fotograf: Emil Prietzel
Signatur: 1272/1
Datierung (Karte): 1908

Das Benediktinerstift Seitenstetten wurde Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet. Der heutige barocke Stiftsbau stammt aus den Jahren 1718 bis 1747, die Baumeister waren Joseph Munggenast (1680-1741) und nach dessen Tod Johann Gotthard Hayberger. Der Hauptsaal der Bibliothek erstreckt sich über die ersten beiden Stockwerke im Mittelrisalit des Südtrakts; er war vermutlich 1742 fertiggestellt. Das Deckengemälde zeigt die Szene „Das Buch mit den sieben Siegeln“ aus der Offenbarung des Johannes und stammt von Paul Troger. Der Wiener Tischler Jakob Gabruckhner schuf die Bücherschränke und die Galerie aus Nußbaumholz. Im Jahr 1763 wurde der Bibliotheksraum umgestaltet und erhielt Architekturmalereien von Franz Joseph Wiedon, die das Deckenfresko einrahmen. Um einen einheitlichen Raumeindruck zu gewinnen, wurden die Bücher mit weißen Lederrücken versehen und nach Größe angeordnet. Der Bibliothekssaal ist bis heute nahezu unverändert erhalten.

Link: Massimo Listri — Biblioteca di Seitenstetten, Austria

Ulm: Kloster Wiblingen

Ulm Kloster Wiblingen Bibliothekssaal
Ulm Kloster Wiblingen Bibliothekssaal r Ort: Ulm
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Rokoko
Architekt: Christian Wiedemann
Fertiggestellt/Eröffnet: 1757
Verlag: Büro Bock, Ulm
Fotograf: Arthur von der Trappen
Aus der Serie „Schwäbische Heimatbilder“
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Die Benediktinerabtei Wiblingen wurde Ende des 11. Jahrhunderts als Filiation des Klosters St. Blasien (Schwarzwald) gegründet. Die Klostergebäude gehen weitgehend auf eine umfassende Neuplanung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, deren Vorbilder u. a. die Klosterresidenz El Escorial bei Madrid sowie die kaiserliche Hofbibliothek in Wien waren. Berühmt ist der Bibliothekssaal, der zwei Geschosse umfasst und die gesamte Länge des Nordflügels einnimmt. Er entstand zwichen 1740 und 1750, die Bücher wurden im Jahr 1757 aufgestellt. Die umlaufende Empore mit ihrer bewegt ausgreifenden Balustrade bestimmt den Raumeindruck. Rotbraun und bläulich marmorierte Holzsäulen und die weiß angestrichenen bzw. mit hellem Papier beklebten Buchrücken gaben dem Raum eine besondere Farbigkeit. Acht lebensgroße Skulpturen vor den Säulen stellen Allegorien der Wissenschaft und der klösterlichen Tugenden dar. Das große Deckenfresko von Franz Martin Kuen täuscht eine Öffnung zum Himmel vor. Über dem Eingang zum Bibliothekssaal ist die Inschrift zu lesen „In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis (verborgen)“ (Kolosser 2, 3). Der Saal diente nicht nur der Aufstellung der etwa 15.000 Bände, sondern auch repräsentativen Zwecken. Im Zuge der Säkularisation 1806 wurde das Kloster aufgehoben; die Bücherbestände wurden auf verschiedene andere Bibliotheken verstreut. Die Klostergebäude wurden danach u. a. als Schloss und als Kaserne genutzt. Heute beherbergen sie Abteilungen des Universitätsklinikums Ulm sowie eine Akademie für Ärztliche Fortbildung. Der Bibliothekssaal wurde 1957 restauriert und kann heute im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Link: Kloster Wiblingen – Der Bibliothekssaal

Neresheim: Benediktiner-Abtei

Neresheim: Benediktiner-Abtei, Bibliothekssaal
Neresheim_Klosterbibliothek_r Ort: Neresheim
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1699-1714
Verlag: Joseph Käser
Gelaufen: 1939

Die Klosteranlage auf dem Ulrichsberg oberhalb der Stadt Neresheim geht auf eine Gründung aus dem 11. Jahrhundert zurück. Die Konventgebäude und die berühmte Klosterkriche von Balthasar Neumann stammen aus dem Barock. Der Beschluss zum Bau des Bibliothekssaals im Ostflügel der Abtei fiel 1699. Johann Schmuzer aus Wessobrunn schuf um 1700 die Stuckverzierungen, das Deckengemälde (1714) stammt von Wolfgang Christian Freihart von Dinkelsbühl und zeigt bedeutende Gelehrte des Benediktinerordens. Im Zuge der Säkularisation kam das Kloster 1803 in den Besitz der Fürsten von Thurn und Taxis. Danach kam Schloß Neresheim, wie es nun hieß, an Bayern und schließlich 1810 an Württemberg. Friedrich I., der erste König des Königreichs Württemberg (genannt Dicker Friedrich), konnte einen geplanten Abriss von Kirche und Kloster verhindern. Glücklicherweise blieben die Bücher der Klosterbibliothek Neresheim, die einheitlich in weißes Schweinsleder gebunden und mit kostbaren Deckelprägungen versehen sind, trotz der wechselnden Besitzer nahezu vollständig erhalten. Lediglich die Handschriften und Inkunablen wurden 1817 in die Thurn und Taxis-Hofbibliothek nach Regensburg gebracht. 1920 wurde die ehenalige Klosteranlage durch Mönche aus Prag und aus Beuron wiederbesiedelt; Albert von Thurn und Taxis übereignete sie 1927 ganz dem Benediktinerorden. Der Konvent der Abtei besteht heute aus acht Mönchen; das Kloster unterhält ein Tagungs- und Gästehaus und bietet Exerzitien sowie Kurse an. Es gibt ein Klostermuseum und Führungen durch den Michaelisaal und den Festsaal; der Bibliothekssaal hingegen liegt innerhalb der Klausur und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Link: Benediktinerabtei Neresheim

Erzabtei Sankt Ottilien

Eresing: Erzabtei St. Ottilien - Klosterbibliothek
Eresing Erzabtei St Ottilien Bibliothek r Ort: Eresing
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Jugendstil
Architekt: Michael Kurz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1912
Verlag: August Zerle
Signatur: 13405
Gelaufen: 1954

Die Erzabtei Sankt Ottilien, ein Kloster der Missionsbenediktiner im Landkreis Landsberg am Lech, wurde 1884 von dem Schweizer Benediktinermönch Andreas Amrhein gegründet. Der Klausurbereich wurde ab 1892 nach seinen Plänen im neogotischen Stil erbaut. Ebenfalls neogotisch ist die Klosterkirche des Architekten Hans Schurr. Im Jahr 1910 wurde südlich der Klosterkirche ein Erweiterungsbau errichtet, der Jugendstilelemente aufweist. Dessen Architekt war Michael Kurz, der eine herausragende Rolle im bayerischen Sakralbau einnimmt. In diesem Trakt befindet sich die auf der Karte abgebildete Bibliothek seit 1912. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg diente der Bibliotheksraum als Lazarett. Der Bibliotheksbau stand früher einmal auf der Bayerischen Denkmalliste, wurde aber mittlerweile daraus gestrichen.

 Link: Geschichte St. Ottilien’s