Osaka: Prefectural Nakanoshima Library

Osaka: Prefectural Nakanoshima Library (1904)
Osaka Prefectural Nakanoshima Library r Ort: Osaka (Japan)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neobarock / Klassizismus?
Architekt: Magoichi Noguchi
Fertiggestellt/Eröffnet: 1904
Person: Sumitomo Tomoito (1865-1926)
Gelaufen: 1906

Nakanoshima ist eine schmale Insel, die zwischen den Flüssen Tosabori und Dojima liegt und mit vielen Museen und Regierungsgebäuden ein kulturelles und administratives Zentrum von Osaka bildet. Auf ihrer östlichen Seite wurde 1891 der erste öffentliche Park von Osaka eröffnet; in den darauffolgenden Jahren wurden hier wichtige öffentliche Gebäude errichtet: eine Zweigstelle der Bank of Japan (1903), die Bibliothek der Präfektur Osaka (1904 bzw. im 37. Jahr der Meiji-Zeit) und die Stadthalle (1918). Die Bibliothek war die erste von Osaka und wurde von Tomoito Sumitomo gestiftet, dem Gründer der Sumitomo Bank und Bruder des Premierministers Saionji Kimmochi. Durch Adoption war er Oberhaupt des einflussreichen Familienunternehmens Sumitomo geworden. Nach einem Besuch der World’s Columbian Exposition in Chicago 1893 hatte er die Idee, dem Beispiel von Andrew Carnegie zu folgen und durch den Bau einer Bibliothek das Wissen weiteren Teilen der Bevölkerung verfügbar zu machen. Er finanzierte nicht nur den Bau, sondern auch den Bücherbestand. Architekten des klassizistischen Gebäudes waren Magoichi Noguchi und Yutaka Hidaka. Mit seinem Portikus und der Kuppel zeigt es deutliche Anklänge an das North Carolina State Capitol in Raleigh, das in den Jahren 1833–1840 im Stil des Greek Revival erbaut worden war. In den Jahren 1922 und 1927 wurde die Bibliothek um zwei Flügel erweitert.

Literatur: Blair A. Ruble: Second Metropolis. Pragmatic Pluralism in Gilded Age Chicago, Silver Age Moscow, and Meiji Osaka (2001), S. 2019f

Link: Osaka: Prefectural Nakanoshima Library

Tokio: Keio-Universität

Tokio: Keio-Universität - Bibliothek (1912)
tokio-keio-university_r Ort: Tokio
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Tatsuzo Sone and Seiichiro Chujo
Fertiggestellt/Eröffnet: 1912
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Die Keiō-Universität („Keiō Gijuku“) ist eine Elite-Privatuniversität, die auf die „Schule für westliche Studien“ zurückgeht. Diese war eine Privatschule nach dem Vorbild der englischen public schools, die 1858 von Fukuzawa Yukichi gegründet wurde, einem Intellektuellen der Meiji-Restauration. Die Universität erstreckt sich über verschiedene Standorte, darunter den Mita Campus im Bezirk Minato. Dort wurde 1912 zum 50-jährigen Gründungsjubiläum die Universitätsbibliothek errichtet, die seitdem als Symbol der Keiō-Universität gilt. Der Entwurf für den neogotischen Backsteinbau („Edwardian neo-gothic“) stammte von dem Architekturbüro Sone Chujo. Das Gebäude überstand das Große Kantō-Erdbeben im Jahr 1923, wurde aber bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und nach Kriegsende wiederaufgebaut. Es beherbergt heute ein Archiv und wird für Veranstaltungen genutzt.

Link: The Architecture of Keio University