Hawick: Carnegie Library

Hawick: Carnegie Library (1904)
Hawick Free Library r Ort: Hawick (Schottland)
Art: Öffentliche Bibliothek
Architekt: Scott & Campbell
Fertiggestellt/Eröffnet: 1904
Verlag: William Ritchie & Sons, Ltd. (WR&S)
Signatur: 01806
Gelaufen: 1905

Über einen zusätzlichen Feiertag konnten sich die Einwohner der in den Scottish Borders gelegenen Stadt Hawick am 17. Mai 1904 freuen. Anlass war die feierliche Eröffnung des neuen Bibliotheksgebäudes in der North Bridge Street. Prominentester Gast der Zeremonie war der Industrielle und Philanthrop Andrew Carnegie (1835-1919), der im Lauf seines Lebens den Bau von mehr als 2500 Bibliotheken unterstützte, davon 660 im Vereinigten Königreich. Für die Bibliothek von Hawick hate er 10.000 Pfund gestiftet. Der Entwurf für das in einem freien Stil gehaltene Gebäude stammte von dem Architekten Johan Nichol Scott, der 1899 in Edinburgh zusammen mit Alexander Lorne Campbell die Firma Scott & Campbell gegründet hatte. Das Gebäude wird heute immer noch als Bibliothek genutzt.

Link: Artikel von Ross Bradshaw mit persönlichen Erinnerungen an die Bibliothek
Link: Carnegie Libraries – Scottish Style

Stift Altenburg

Stift Altenburg: Stiftsbibliothek

Bibliothek Stift Altenburg r

Ort: Altenburg (Bezirk Horn, Österreich)
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Baustil: Barock
Architekt: Joseph Munggenast
Fertiggestellt/Eröffnet: 1742
Verlag: Rudolf Schödl
Fotograf: Ferdinand Hofbauer
Signatur: 864
Datierung (Karte): 1912
Gelaufen: 1920

Das Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Auf einem Felsplateau über dem Kamptal erhebt sich die weitläufige barocke Anlage, die unter den Äbten Maurus Boxler und Placidus Much entstand. Die Bibliothek wird von drei Rundkuppeln überspannt und zeichnet sich vor allem durch die feinabgestufte Farbigkeit des Stuckmarmors aus. Das Kuppelfresko stammt von dem bedeutenden österreichischen Barockmaler Paul Troger. Emerich Schaffran nennt die Stiftsbibliothek „ein Hauptwerk des europäischen Hochbarocks“ (Kunstgeschichte Österreichs, Brüder Hollinek 1948, S. 253), und für Herbert Schindler ist der Raum „von überwältigender Festlichkeit und fast sakraler Weihe“ (Kunstreisen in Österreich von Passau nach Wien, Prestel-Verlag München 1982, S. 343). Adalbert Blumenschein (1720-1781), der eine vierbändige „Beschreibung verschiedener Bibliotheken in Euroa“ verfasste, vergleicht sie mit einem Tempel, und für Hans Tietze besitzt Stift Altenburg „in seiner Bibliothek den großartigsten (…) Raum in einem österreichischen Kloster“. (Österreichische Kunsttopographie, Band V, 1911, S. 265).

Link: Bibliothek des Benediktinerstiftes

Paris: Université de Paris, Faculté de Médicine

Paris: Université de Paris, Faculté de Médicine, Bibliothèque

Universite de Paris Faculte de Medicine Bibliotheque r

Ort: Paris
Art: Hochschulbibliothek
Architekt: Léon Ginain (1825-1898)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1891 / 1908
Verlag: Edition Médicale N. Maloine
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre?

Die Karte zeigt den 1891 eingeweihten großen Lesesaal der Faculté de Médecine de Paris am Boulevard Saint-Germain. Die medizinische Fakultät von Paris wurde um 1200 gegründet, eine erste Bücherliste ist aus dem Jahr 1395 erhalten. Schon 1746 wurde die Bibliothek der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Zuge der Französischen Revolution wurde die Fakultät 1793 geschlossen, im Jahr darauf wurde die École de santé gegründet. Ihr Sitz war das Gebäude der ehemaligen Akademie der Chirurgie (Académie royale de chirurgie), das zwischen 1774 und 1786 erbaut worden war (Architekt: Jacques Gondouin). Der erste Lesesaal der neu gegründeten Institution, die seit 1808 wieder den Namen Faculté de Médecine trug, war der sog. Salle Landouzy (heute Salle Réservée). Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude von Gondouin auf der Rückseite zum Boulevard Saint-Germain hin erweitert. Der Architekt war Léon Ginain, ein Absolvent der École des Beaux-Arts und Architecte de la Ville de Paris. Die Umbauarbeiten begannen 1879 und dauerten bis 1900. Der neue große Lesesaal der Bibliothek wurde 1891 eingeweiht, er war um sechs Meter länger als der Lesesaal der berühmten Bibliothèque Sainte-Geneviève. 1908 wurde in dem Saal ein Zwischenboden eingefügt, um Raum für ein Magazin zu schaffen. Heute trägt die Bibliothek den Namen Bibliothèque interuniversitaire de santé (BIU).

Link: Les fermetures de la bibliothèque, de 1395 au 17 mars 2020

Kopenhagen: Königliche Bibliothek

Kopenhagen: Königliche Bibliothek
Kopenhagen Königliche Bibliothek r Ort: Kopenhagen (Dänemark)
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Nationalromantik
Architekt: Hans Jørgen Holm (1835-1916)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1906
Verlag: Alex. Vincent’s Kunstforlag
Signatur: 221
Datierung (Karte): um 1910

Die im 17. Jahrhundert gegründete Dänische Königliche Bibliothek ist die Nationalbibliothek Dänemarks. Das Gebäude wurde in den Jahren 1898–1906 von dem Architekten Hans Jørgen Holm, einem Protagonisten der Nationalromantischen Schule, auf der Schlossinsel („Slotsholmen“) im Herzen von Kopenhagen erbaut. Architektonisch greift es auf verschiedene Vorbilder zurück, darunter die Italienische Frührenaissance. 1989 wurde die Königliche Bibliothek mit der Universitätsbibliothek vereint. Das Gebäude auf Slotsholmen wird heute noch – neben einem 1999 errichteten Neubau – von der Bibliothek benutzt.

Die Bibliothek war in den Jahren zwischen 1968 und 1978 Schauplatz einer menschlichen „Höchstleistung“, die es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat: des größten Buchdiebstahls eines Einzeltäters. Frede Møller-Kristensen, ein Angestellter der Orient-Abteilung, hatte über 1500 Bücher im Gesamtwert von fast 40 Millionen Euro gestohlen. Er blieb bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 unentdeckt. Erst als seine Familie nach seinem Tod eine Ausgabe der Propalladia des spanischen Dichters und Dramatikers Bartolomé de Torres Naharro aus dem Jahr 1517 dem Auktionshaus Christies anbot, konnte der Diebstahl auf ihn zurückgeführt werden, da es weltweit nur eine einzige kompletteAusgabe dieses Werkes gibt.

Literatur: Jørgensen, J. D. (2007). The Anatomy of a Crime Discovery after 25 Years. A Notable Case of Book Theft and its Detection. LIBER Quarterly: The Journal of the Association of European Research Libraries, 17(1)

Oxford: Oriel College Library

Oxford: Oriel College Library (James Wyatt 1795)
Oxford Oriel College Library r Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: James Wyatt
Fertiggestellt/Eröffnet: 1795
Person: Edward Leigh (1742-1786)
Verlag: Francis Frith & Co.
Signatur: 64081
Datierung (Foto): 1912

Ein Erkerfenster wird im Englischen als Oriel Window bezeichnet, ein Wort, das auf das anglonormannische oriell bzw. das spätlateinische oriolum zurückgeht. Auch Oriel College in Oxford führt seinen Namen darauf zurück, genauer gesagt auf ein mittelalterliches Anwesen, das nach einem solchen Fenster La Oriole hieß, und das König Edward III. dem College im Jahr 1329 schenkte. Zuvor hatte es einem Neffen von Eleonore von Kastilien, der ersten Ehefrau von Edward I., gehört.

Die Karte zeigt die klassizistische Senior Library von Oriel College, die sich im ersten Stock eines von James Wyatt entworfenen Gebäudes befindet. Der Bau war nötig geworden, nachdem sich der Bestand der Bibliothek durch eine Schenkung auf einmal verdoppelt hatte: Edward Leigh, 5. Baron Leigh und Bibliophiler, hatte seine ca. 1000 Bände umfassende Bibliothek dem College vermacht. Er war 1786 ohne Nachkommen verstorben, nachdem er einige Jahre zuvor als Lunatick of unsound mind für unmündig erklärt worden war.

Im Jahr 1949 kam es in der Bibliothek zu einem Brand, bei dem jedoch nur relativ geringer Schaden entstand. Percy G. Sheppard, der Head Porter, hatte noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr zwei Menschenketten organisiert, eine zur Rettung der Bücher und eine zum Löschen des Brandes. Dem Feuer fielen ca. 300 Bücher und einige Manuskripte zum Opfer, mehr als 3000 Bände konnten anschließend restauriert werden.

Link: History of the Library
Link: M. Davies: Cometh the Moment (Artikel über den Brand der Bibliothek)

Lille: Université Catholique de Lille

Lille: Université Catholique, Bibliothèque

Lille Universite Catholique Bibliotheque r

Ort: Lille (Frankreich)
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Louis Dutouquet
Fertiggestellt/Eröffnet: 1881
Verlag: E. C. [Edmond Cailteux]
Signatur: 7
Datierung (Karte): um 1910

Die Katholische Universität Lille wurde 1875 auf Betreiben einer Gruppe von Geschäftsleuten gegründet, die sich dem romtreuen politischen Katholizismus (Ultramontanismus) bzw. christlichen Sozialismus verbunden fühlten. 1877 erwarben sie ein Grundstück am Boulevard Vauban und beauftragten den belgischen Architekten Jean-Baptiste Bethune mit einem Entwurf für einen Campus im neogotischen Stil. Bethune, dessen Vorfahren aus Lille stammten, war ein wichtiger Vertreter der belgischen Neogotik, mit der er – ähnlich wie Augustus Welby Pugin in England – die Hoffnung auf eine religiöse Erneuerung verband. Seine Entwürfe waren den Auftraggebern jedoch zu komplex, so dass schließlich ein etwas vereinfachter Entwurf des Architekten Louis Dutouquet verwirklicht wurde. Das Kernstück des in mehreren Bauphasen realisierten Ensembles bildet das sog. Hôtel Academique mit seiner 125m langen neogotischen Fassade. Im Nordosten grenzt daran der Flügel der Bibliothek, an der Rue Norbert Ségard gelegen und 1881 eröffnet. In diesem Gebäude blieb die Bibliothek bis 2007, heute befindet sie sich in einem Neubau an der Rue du Port. Der frühere Bibliotheksbau wurde inzwischen umgebaut und beherbergt heute eine Ingenieurhochschule (ISA Lille).

Link: Université Catholique de Lille: History & Heritage

Literatur: Catherine Masson: La Catho – Un siècle d’histoire de l’Université catholique de Lille 1877-1977 (mit Abbildung des Lesesaals)

Bromberg: Stadtbücherei

Bromberg: Stadtbücherei

Bromberg Stadtbücherei r

Ort: Bydgoszcz (Bromberg)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Rokoko / Klassizismus
Fertiggestellt/Eröffnet: 1778 / 1908
Verlag: Oswald Wernicke, Bromberg
Datierung (Karte): um 1910

Die Karte zeigt ein Gebäude an der südöstlichen Ecke des Altmarkts (Stary Rynek) von Bydgoszcz (Bromberg), das in den Jahren 1774 bis 1778 als Sitz der Westpreußischen Königlichen Kammer-Deputation, einer Provinzialbehörde des von 1772 bis 1807 bestehenden Netzedistrikts, erbaut wurde. Später beherbergte es verschiedene Behörden und Gerichte, bevor im Jahr 1908 die einige Jahre zuvor gegründete Stadtbibliothek dort einzog. Zu der Zeit hieß der Platz nach Friedrich II. von Preußen „Friedrichsplatz“. Erster Direktor der Bibliothek war Georg Minde-Pouet (1871-1950), der später Direktor der Dresdner Städtischen Sammlungen und der Deutschen Bücherei in Leipzig wurde. Nach dem Friedensvertrag von Versailles wurde Bromberg im Januar 1920 an die Zweite Polnische Republik abgetreten und der Woiwodschaft Posen zugeordnet, die Bibliothek wurde von polnischen Behörden übernommen. Bis dahin hatten die Bestände kaum polnische Bücher umfasst, jetzt begann der Direktor Witold Bełza (1886-1955) mit der systematischen Erweiterung des Buchbestands. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Bibiothek starke Verluste, die vermutlich ca. 20 Prozent des Gesamtbestads umfassten. Heute trägt sie den Namen Öffentliche Wojewodschafts- und Stadtbibliothek Witold Bełza (Wojewódzka i Miejska Biblioteka Publiczna) und umfasst das Gebäude am Stary Rynek sowie ein weiteres in der Ulica Długa. Zu ihren Schätzen zählt die Inkunabel „Regulae quae ad omnes religiosos pertinent“ von Girolamo Savonarola (Florenz um 1489) aus dem Bestand des Bromberger Bernhardiner-Konvents.

Die Karte zeigt den Zustand des Gebäudes nach einem vereinfachenden Umbau in den 1870er Jahren. Bei einer Renovierung in den Jahren 1987 bis 1999 wurde die Fassade originalgetreu wiederhergestellt, einschließlich Freitreppe und Balustraden.

Link: Voivodeship and Municipal Public Library in Bydgoszcz

Dresden: Lesehalle

Dresden: Lesehalle

Dresden Lesehalle r

Ort: Dresden
Art: Öffentliche Bibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1902
Person: Karl August Lingner
Verlag: Römmler & Jonas
Datierung (Karte): um 1902

Der Unternehmer und Philanthrop Karl August Lingner (1861-1916) war eine bedeutende Persönlichkeit der Dresdner Stadtgeschichte. Einer der erfolgreichsten Unternehmer seiner Zeit, wurde er vor allem bekannt durch die Produktion des Mundwassers Odol. Darüber hinaus zählt er zu den Vorreitern der modernen hygienischen Volksbelehrung. Auf sein Betreiben wurde 1911 in Dresden die Internationale Hygiene-Ausstellung veranstaltet, eine Art „Weltausstellung für Gesundheit“. Im Jahr darauf gründete er das Deutsche Hygiene-Museum. Zu den zahlreichen von ihm geförderten Projekten zählt auch die Dresdner Lesehalle, die 1902 im Zuge der sog. Bücherhallenbewegung gegründet wurde. Lingner stellte nicht nur umfangreiche finanzielle Mittel zur Verfügung, sondern erwarb für die Bibliothek auch ein Gebäude in der Waisenhausstraße 9. 1919 wurde die Lesehalle mit der Städtischen Zentralbibliothek zur Städtischen Bücherei zusammengelegt und bezog 1923 ein Gebäude in der Theaterstraße. In dem Gebäude in der Waisenhausstraße befanden sich später unter anderem die Konsulate von Nicaragua, Venezuela und Argentinien.

Link: Lingner-Archiv: Lesehalle

Zürich: Zentralbibliothek

Zürich Zentralbibliothek

Zürich Zentralbibliothek r

Ort: Zürich (Schweiz)
Art: Wissenschaftliche / Kantons- / Stadtbibliothek
Architekt: Hermann Fietz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1917
Datierung (Karte): ca. 1917

Die Zentralbibliothek Zürich wurde 1914 gegründet, und zwar durch Zusammenlegung zweier traditionsreicher Zürcher Bibliotheken: der Stadtbibliothek und der Kantonsbibliothek. Die Stadtbibliothek, 1634 als Bürgerliche Bibliothek gegründet, war in einer ehemaigen Kirche, der sog. Wasserkirche, untergebracht. Die Schriftstellerin Ricarda Huch war hier zwischen 1891 und 1894 als Mitarbeiterin angestellt. Die Kantonsbibliothek war im Jahr 1835 vor dem Hintergrund von Streitigkeiten zwischen Universität und Stadtbibliothek gegründet worden. Ihr Grundstock waren die Bestände des kurz zuvor aufgelösten Zürcher Chorherrenstifts St. Felix und Regula (Grossmünster). Nach der Gründung der Zentralbibliothek wurde am Zähringerplatz ein Neubau errichtet, auf einer Brache des 1887 abgebrannten Konventgebäudes des ehemaligen Predigerklosters. Das Gebäude, eine Stahlbetonkonstruktion mit historisierender Sandsteinfassade, wurde 1917 eröffnet.

Der auf der Karte abgebildete alte Lesesaal mit der massiven Eichenholz-Täfelung existiert heute in der Form nicht mehr: Als die Zentralbibliothek in den 1990er Jahren einen Erweiterungsbau erhielt, wurde auch der Altbau umgebaut und renoviert, dabei wurde der Lesesaal teilweise zerstört. Auf Wunsch der Zürcher Öffentlichkeit blieb ein Teil jedoch erhalten und wurde in den Lesesaal der Handschriftenabteilung integriert.

Link: Wissen im Zentrum – 100 Jahre Zentralbibliothek
Literatur: Hermann Fietz: Der Neubau der Zentralbibliothek in Zürich (Schweizerische Bauzeitung, 1917)

London: St Bartholomew’s Hospital

London: St Bartholomews Hospital Library

London St Bartholomews Hospital Library r

Ort: London
Art: Hochschulbibliothek
Architekt: Edward I’Anson
Fertiggestellt/Eröffnet: 1879
Verlag: Photochrom Co. Ltd.
Datierung (Karte): um 1910

Das St Bartholomew’s Hospital („Barts„) wurde im 12. Jahrhundert gegründet und ist das älteste Krankenhaus Großbritanniens. Die Hauptgebäude in West Smithfield (City of London) entstanden in den 1730er Jahren nach Entwürfen des schottischen Architekten James Gibbs, eines Schülers von Christopher Wren. Seit 1843 gibt es das St Bartholomew’s Hospital Medical College. Für dessen Bibliothek und ein pathologisches Museum wurde in den Jahren 1877 bis 1879 ein Neubau errichtet. Die Bibliothek befindet sich im Erdgeschoss; die Bücherschränke aus hellem polierten Eichenholz sind im rechten Winkel zu den Wänden aufgestelt, um mehr Platz für die Bücher und gleichzeitig abgetrennte Lesebereiche zu erhalten. Büsten bekannter Ärzte und Chirurgen des Barts krönen die Regale auf der Galerie. Die Bibliothek wurden im November 1879 vom Prince of Wales, dem späteren König Edward VII. und seiner Frau eröffnet. Anfangs enthielt sie ca. 7000 Bände, bot aber Platz für knapp 20.000. 1995 wurde St Bartholomew’s in die Queen Mary University of London integriert; die Bibliothek trägt heute den Namen West Smithfield Medical Library.

Die Beschriftung der Karte ist nur schwer zu lesen, dies scheint der Grund dafür gewesen zu sein, dass ein früherer Besitzer oder Händler auf der Rückseite der Karte den Ort fälschlich mit „Bartholomew County Public Library, Columbus, Indiana, USA“ angab.

Link: Barts and The London – A brief history
Link: The Illustrated London News, Vol 75, 08.11.1879, S. 437f