Prayagraj (Allahabad): Public Library

Allahabad): Public Library
Allahabad Public Library r Ort: Prayagraj (Allahabad), Indien
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neogotik (Scottish Baronial)
Architekt: Richard Roskell Bayne
Fertiggestellt/Eröffnet: 1878
Person: Cuthbert Bensley Thornhill
Verlag: The Phototype Company, Bombay
Bemerkung: Hergestellt in Luxemburg
Datierung (Karte): ca. 1910-1920

Die indische Stadt Prayagraj, die bis 2018 Allahabad hieß, war von 1858 bis 1902 die Hauptstadt der Northwestern Provinces in Britisch-Indien. 1870 besuchte sie Prinz Alfred, der zweitgeborene Sohn der britischen Königin Victoria und spätere Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha. Ihm zu Ehren wurde ein Park eröffnet, komplett mit Musikpavillon, Tennisplätzen und einer Statue von Königin Victoria. Auf dem Gelände hatten sich vorher einige indische Dörfer befunden, die nach dem Aufstand von 1857 (Sepoyaufstand) zerstört worden waren. Im Alfred Park (heute Chandrashekhar Azad Park) wurde 1878 dieses Gebäude im Schottischen Baroniestil, einer Variante der Neogotik, eröffnet; der Entwurf stammte von dem renommierten Architekten Richard Roskell Bayne. Es war zunächst unter dem Namen Thornhill Mayne Memorial bekannt und diente als Sitz der Legislative der Northwestern Provinces. 1879 zog hier die öffentliche Bibliothek ein, die 1864 gegründet worden war. Die Bibliothek befindet sich heute noch in dem Gebäude, sie ist die größte Bibliothek im Bundesstaat Uttar Pradesh.

Warum wurde diese Karte in Luxemburg gedruckt? Eine Antwort auf diese Frage findet sich in dem Blogeintrag „Postcard from Katmandoo“ der Firma Kashba in Amsterdam.

Link: The British Legacy in Allahabad

Abbeville: Bibliothèque municipale

Abbeville: Bibliothèque municipale
Abbeville_Bibliotheque_municipale_r Ort: Abbeville (Frankreich)
Art: Öffentliche Bibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1880
Person: Arthur d’Émonville
Verlag: Lévy Fils & Cie.
Signatur: 60
Bemerkung: Briefmarke bildseitig
Gelaufen: 1908

Im Stadtzentrum von Abbeville befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Benediktinerklosters der Parc d’Émonville. Er geht zurück auf Arthur Foucques d’Émonville (1809-1880), einen Amateurbotaniker und Sammler von Kamelien, der das Gelände im Jahr 1861 in einen englischen Landschaftsparks umwandelte und ein Herrenhaus im Stil der Neorenaissance errichten ließ. Da er keine Nachkommen hatte, wurde das Anwesen im Jahr 1880 von der Stadt Abbeville erworben, die im Herrenhaus ein Museum und im Nebengebäude eine öffentliche Bibliothek einrichtete. Seit 1964 befindet sich die Bibliothek im Hauptgebäude.

Link: Hôtel et parc d’Émonville

Baltimore: George Peabody Library

 

Baltimore: George Peabody Library Baltimore_George_Peabody_Library_r
Ort: Baltimore, Maryland (USA)
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neo-Grec / Greek Revival
Architekt: Edmund George Lind
Fertiggestellt/Eröffnet: 1878
Person: George Peabody (1795-1869)
Verlag: I. & M. Ottenheimer Co.
Signatur: R-24439
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Peabody Institute ist ein Musikkonservatorium, das von dem Geschäftsmann und Banker George Peabody (1795-1869) gegründet wurde. Peabody hatte sich aus ärmlichen Verhältnissen zu einem der reichsten Männer seiner Zeit hochgearbeitet und förderte später als Philanthrop zahlreiche kulturelle und Bildungsprojekte. Im Jahr 1857 spendete er 1,4 Millionen Dollar für die Gründung des Peabody Instituts, das eine Bibliothek, ein Konservatorium und eine Kunstgalerie umfasste. Nach Verzögerungen aufgrund des Bürgerkriegs wurde 1866 ein erster Flügel des Gebäudes am East Mount Vernon Place eröffnet; Architekt war der in England geborene Edmund George Lind. Ein weiterer Flügel wurde 1878 fertiggestellt, in ihm befindet sich der berühmte Bibliothekssaal, der sich über die gesamte Höhe des Gebäudes erstreckt und ein frühes Beispiel für eine Gußeisenkonstruktion in Verbindung mit einem Oberlicht aus Glas darstellt. Die Bibliothek enthält an die 300.000 Bände vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert. 1977 wurde das Peabody Institute in die Johns Hopkins Universität integriert.

Link: Archipedia: Peabody Institute

Domodossola: Collegio Mellerio-Rosmini

Domodossola: Collegio Mellerio-Rosmini, Biblioteca (Sala Gaddo)
Domodossola Collegio Mellerio-Rosmini Sala Gaddo_r Ort: Domodossola (Italien)
Art: Schulbibliothek
Architekt: Giuseppe Ghezzi
Fertiggestellt/Eröffnet: 1874
Person: Antonio Rosmini
Gelaufen: 1913

Das Collegio Mellerio Rosmini wurde 1837 gegründet und ist nach dem Priester und Philosophen Antonio Rosmini Serbati (1797-1855) benannt, der als einer der letzten Universalgelehrten gilt und 1828 auf dem Monte Calvario bei Domodossola die Ordensgemeinschaft der Rosminianer gegründet hatte. 1874 erhielt das Internat ein neues Gebäude des Tessiner Architekten Giuseppe Ghezzi. In diesem befindet sich der auf dieser Karte abgebildete Bibliotheksraum („Sala Gaddo“). Die Bibliothek umfasst ca. 60.000 Bände vor allem aus den Themengebieten Geschichte, italienische Literatur und Philosophie, daneben lateinische und griechische Klassiker (in der „Sala classici“) sowie eine umfangreiche Abteilung zur Geschichte des Ossolatals („Biblioteca Oscellana“). Neben der Bibliothek verfügt das Internat Mellerio Rosmini auch über ein Naturkundemuseum, das auf Anfrage besichtigt werden kann.

Link: Collegio Mellerio-Rosmini

Stockholm: Königliche Bibliothek

Stockholm: Königliche Bibliothek (Kungliga biblioteket)
Stockholm Königliche Bibliothek r Ort: Stockholm (Schweden)
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Neorenaissance (Fassade)
Architekt: Gustaf Dahl
Fertiggestellt/Eröffnet: 1878
Verlag: Nordisk Konst
Signatur: 6001/197
Datierung (Karte): vor 1923

Die Schwedische Nationalbibliothek geht auf die Könige aus der Wasa-Dynastie zurück, die von 1521 bis 1654 Schweden regierten. Die Bücher waren ursprünglich in der Burg Tre Kronor im Zentrum von Stockholm untergebracht, die bei einem Brand 1697 fast vollständig zerstört wurde, wobei auch drei Viertel der Bibliothek verlorengingen. Nach verschiedenen Zwischenlösungen wurde die Bibliothek 1768 im Stockholmer Schloss aufgestellt, das an derselben Stelle erbaut worden war. Im 19. Jahrhundert wuchsen die Bestände, so dass der Platz im Schloss nicht mehr ausreichte und ein eigenes Bibliotheksgebäude errichtet wurde. Dieses wurde 1878 eingeweiht, der Architekt war Gustaf Dahl (1835-1927). Dahl hatte in den 1860er Jahren als Stipendiat mehrere europäische Länder bereist und hielt sich gerade in Paris auf, als der berühmte Lesesaal der französischen Nationalbibliothek von dem Architekten Henri Labrouste gebaut wurde, eine moderne Gusseisenkonstruktion, die – neben dem Crystal Palace von Joseph Paxton in London – als Vorbild für die Gestaltung des Lesesaals diente. Die „Kungliga biblioteket“ gilt als das Hauptwerk von Dahl. Sie befindet sich in Humlegården, einem Park im Stadtteil Östermalm, der 1619 im Auftrag von Gustav II. Adolf als königlicher Gemüsegarten angelegt wurde und nach dem Hopfen (Schwedisch: Humle) benannt ist, der hier unter anderem angebaut wurde. Später diente das Areal als Vergnügungspark, im 19. Jahrhundert wurde es im englischen Landschaftsstil umgestaltet. Das Bibliotheksgebäude wurde in den Jahren 1926-27 sowie 1997 erweitert; der Großteil des Magazins befindet sich heute in zwei großen unterirdischen Räumen 40m tief unter Humlegården. Übrigens war der bekannte schwediche Schriftsteller August Strindberg von 1874-1882 in der Bibliothek angestellt.

Link: Kungliga biblioteket – Historik

London: Merchant Taylors’ School

London: Merchant Taylors’ School - Library
London Merchant Taylors School Library r Ort: City of London
Art: Schulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Edward I’Anson
Fertiggestellt/Eröffnet: 1875
Verlag: P. A. Buchanan & Co, Croydon
Fotograf: Percy Alex Buchanan
Datierung (Karte): ca. 1910-1920

Die Merchant Taylors’ School ist eine Jungenschule und eine der neun Schulen im Vereinigten Königreich, die im Public Schools Act von 1868 genannt werden. Sie wurde im Jahr 1561 von dem Londoner Bürgermeister und Textilhändler Thomas White gegründet, auf den auch die Gründung des St John’s College in Oxford zurückgeht. Thomas White war ein einflussreiches Mitglied der Gilde der Schneider (Worshipful Company of Merchant Taylors), einer der zwölf großen Londoner Gilden, nach der die Schule benannt ist. Ursprünglich befand sie sich in einem alten Stadtpalais in der Suffolk Lane in der Pfarrei St Lawrence Pountney (City of London), das den Namen „Manor of the Rose“ trug und im Historiendrama „Heinrich VIII“ von Shakespeare kurz erwähnt wird. Nachdem dieses Gebäude beim Großen Brand von London im Jahr 1666 komplett zerstört worden war, bezog die Schule 1675 einen Neubau an derselben Stelle (Architekt: Robert Hooke). Dieses Gebäude war Mitte des 19. Jahrhunderts in schlechtem Zustand und zu klein geworden, so dass die Company of Merchant Taylors ein Grundstück in der Goswell Street am Charterhouse Square erwarb und dort ein neues, größeres Schulgebäude errichtete, das 1875 eingeweiht wurde. Der Architekt war Edward I’Anson (1812-1888), der selbst die Merchant Taylors’ School besucht hatte. Die Schule blieb bis 1933 in diesem neogotischen Gebäude, dann zog sie – da die Innenstadt von London als zu verstopft und schmutzig für die Schule angesehen wurde – in das Umland nach Sandy Lodge (zwischen Ruislip, Northwood und Rickmansworth). Das alte Schulgebäude in der Goswell Street wurde an das St Bartholomew’s Hospital verkauft und existiert heute in stark veränderter Form.

Link: Merchant Taylors‘ School – Building  From 1875  to 1933

Schloss Hluboká nad Vltavou

Frauenberg Schloss Hluboká nad Vltavou Bibliothek
frauenberg_schloss_hluboka_nad_vltavou_bibliothek_r Ort: Hluboká nad Vltavou (Frauenberg)
Art: Schlossbibliothek
Baustil: Neu-Tudorstil
Architekt: Franz Beer / Ferdinand Deworetzky
Fertiggestellt/Eröffnet: 1871 (?)
Verlag: Orbis
Datierung (Karte): um 1950 (?)

Das in der Nähe von Budweis gelegene Schloss Hluboká (Frauenberg) gehörte von 1660 bis 1947 dem einflussreichen Adelsgeschlecht Schwarzenberg. 1840 begann ein Umbau durch den Architekten Franz Beer (ca. 1804 – 1861). Nach dessen Tod wurde er 1871 von Ferdinand Deworetzky fertiggestellt. Der im Tudorstil gehaltene Bau nach dem Vorbild englischer Herrensitze stellt geradezu ein Musterbeispiel romantischer Schlossbaukunst des 19. Jahrhunderts dar. Die Bibliothek ist der größte Raum im Schloss, die Kassettendecke stammt von der Stammburg der Familie in Schwarzenberg. Der Familienbesitz der Schwarzenbergs, der während der Zeit des Nationalsozialismus enteignet worden war, ging 1947 aufgrund eines eigens dafür erlassenen Gesetzes („Lex Schwarzenberg“) an den tschechoslowakischen Staat über. Nach 1989 erhielt Karl zu Schwarzenberg einen Teil der Besitztümer zurück, verzichtete aber auf Hluboká.

Link: Monuments of the Czech Republik: Chateau Hluboká nad Vltavou

Ottawa: Parlamentsbibliothek

Ottawa: Parlamentsbibliothek
Ottawa Parlamentsbibliothek_r Ort: Ottawa
Art: Parlamentsbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Thomas Fuller und Chilion Jones
Fertiggestellt/Eröffnet: 1876
Person: Victoria (Vereinigtes Königreich)
Verlag: Crabtree Gravure, Ltd.
Datierung (Karte): 1911-1920 (ca.)

Die Bibliothek des kanadischen Parlaments befindet sich in einem viktorianisch-neugotischen Gebäude auf dem Parlamentshügel, das von Thomas Fuller und Chilion Jones entworfen und 1876 eröffnet wurde. Der runde Grundriss der Bibliothek orientiert sich am berühmten Lesesaal des British Museum. Die Statue aus weißem Marmor in der Mitte des Saals stellt Königin Viktoria dar, die zu den Beständen etliche Bücher beisteuerte. Die Bibliothek überstand einen Brand des Parlaments im Jahr 1916 unbeschadet, wurde aber bei einem Feuer beschädigt, das 1952 in der Kuppel ausbrach.

Link: The Canadian Encyclopedia: Parliament Buildings

Bornem: Abtei Sankt Bernhard

Bibliotheek van de Sint-Bernardusabdij te Bornem
bornem_r Ort: Bornem
Art: Klosterbibliothek (Zisterzienser)
Architekt: Joseph Schadde
Fertiggestellt/Eröffnet: 1872
Verlag: Nels
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

 Die Abtei Sankt Bernhard in Bornem ist der Rechtsnachfolger der Zisterzienserabtei St. Bernhard an der Schelde in Hemiksem, die im Zuge der Französischen Revolution aufgelöst wurde. Die Zisterziensermönche kauften das ehemalige Dominikanerkloster in Bornem im Jahr 1836, bauten eine neue Kirche und richteten schrittweise die alten Klostergebäude wieder her. Der Bibliothekstrakt wurde 1872 nach Entwürfen des Architekten Joseph Schadde (1818-1894) fertiggestellt. Es ist eine der bedeutendsten Bibliotheken für das kulturelle Erbe der Provinz Antwerpen. Die Ansichtskarte zeigt noch den ursprünglichen Zustand des Raums mit den beiden Reihen durchlaufender hölzerner Lesepulte, auf denen man die schweren Folianten ablegen konnte.

Link: Bibliothek der Abtei Sankt Bernhard in Bornem

London: Guildhall Library

London: Guildhall Library
guildhall_r Ort: London
Art: Ratsbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Horace Jones
Fertiggestellt/Eröffnet: 1872
Verlag: Oxford University Press
Datierung (Karte): 1911-1920 (ca.)

Die Guildhall war jahrhundertelang das Rathaus der City of London. Eine erste Bibliothek wurde bereits im 15. Jahrhundert durch den Bürgermeister Richard Whittington gegründet und enthielt angekettete theologische Manuskripte. Bald jedoch verlor sie ihren gesamten Bestand, als sich der Herzog von Somerset, Lord Protector von England, im Jahr 1549 die Werke für private Zwecke aneignete. 1828 wurde die Bibliothek von der City of London Corporation neu gegründet, der Schwerpunkt lag auf Londoner Stadtgeschichte. Als die Sammlung wuchs, wurde in den Jahren 1868 bis 1872 ein angrenzendes neues Gebäude für die nun der Öffentlichkeit zugängliche Bibliothek erbaut. Der Architekt des neogotischen Baus (Perpendicular Style) war Horace Jones (1819-1887), dessen bekanntestes Werk die Tower Bridge ist. Im Jahr 1974 zog die Bibliothek in den Westflügel der Guildhall um, heute wird der Saal für Bankette genutzt.

Link: History of Guildhall Library