Augsburg: Stadtbibliothek

Augsburg: Stadtbibliothek (Martin Dülfer, 1893)
Augsburg_Stadtbibliothek r Ort: Augsburg
Art: Regionalbibliothek
Baustil: Neobarock
Architekt: Martin Dülfer
Fertiggestellt/Eröffnet: 1893
Verlag: Kutscher & Gehr
Signatur: 277
Gelaufen: 1901

Die Stadtbibliothek Augsburg wurde im 16. Jahrhundert gegründet und war von 1563 bis 1891 in einem eigenen Gebäude neben dem Gymnasium bei St. Anna untergebracht. Lange Zeit war der Stadtbibliothekar gleichzeitig der Rektor des Gymnasiums bei St. Anna. 1893 wurde ein repräsentativer Bibliotheksneubau außerhalb der Altstadt an der Schaezlerstraße errichtet, der zusammen mit weiteren öffentlichen Gebäuden aus der Gründerzeit ein eindrucksvolles Ensemble rund um den Stadtpflegeranger bildet. Das Bibliotheksgebäude wurde von dem Stadtbaurat Fritz Steinhäußer geplant; für die Gestaltung der Fassade beauftragte man den jungen Architekten Martin Dülfer (1859-1942), der später ein wichtiger Vertreter der Jugendstil-Architektur in Deutschland wurde. Die Fassade der Bibliothek ist jedoch noch im Stil des Historismus gehalten und orientiert sich mit ihren großen Fenstern an Orangerie-Bauten des Barock und auch an der Hofbibliothek in Wien („neubarocker Historismus mit Anklängen an den Orangerietypus“). 2012 wurde die Bibliothek vom Freistaat Bayern übernommen; das Gebäude soll demnächst modernisiert und erweitert werden.

Link: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg: Gebäude

München: Abtei St. Bonifaz

München: Abtei St. Bonifaz - Stiftsbibliothek
München Abtei St Bonifaz Stiftsbibliothek r Ort: München
Art: Klosterbibliothek (Benediktner)
Baustil: Klassizismus
Architekt: Georg Friedrich Ziebland
Fertiggestellt/Eröffnet: 1850
Person: Ludwig I. (Bayern)
Bemerkung: nicht frankiert (Klosterpost)
Gelaufen: 1912

Die Abtei St. Bonifaz ist eine Benediktinerabtei, die 1850 durch den bayerischen König Ludwig I. gegründet wurde. Ludwig I. (1786-1868) ließ zwischen 1826 und 1848 mehr als 100 Klöster wiederherstellen oder neu begründen. Mit dieser kirchlichen Restaurationspolitik verfolgte er das Ziel, das geistliche Leben in Bayern nach der Säkularisation neu zu beleben sowie ein effektives Fürsorge- und Bildungssystem aufzubauen. 1850 wurde das Kloster St. Bonifaz eingeweiht, der Architekt war Georg Friedrich Ziebland. Dieser war 1827 von Ludwig auf eine zweijährige Studienreise nach Italien geschickt worden, um die römischen Basiliken zu studieren. Die an frühchristliche und byzantinische Architektur erinnernde Abteikirche St. Bonifaz in München gilt als sein Hauptwerk. Als Ludwig im Jahr 1868 in Nizza starb, wurde sein Leichnam nach St. Bonifaz überführt, das er zu seiner Grablege bestimmt hatte. Die Stiftsbibliothek mit ihren ca. 250.000 Bänden ist eine der größten wissenschaftlichen Privatbibliotheken in Bayern. Ein Teil ihrer Bestände ist bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg verlorengegangen.

Link: Geschichte der Stiftsbibliothek St. Bonifaz München

Freising: Dombibliothek

Freising: Barocksaal der Dombibliothek
Freising - Dombibliothek r Ort: Freising
Art: Wissenschaftliche Bibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Johann Lorenz Hirschstötter
Fertiggestellt/Eröffnet: 1734
Fotograf: Jakob Werkmeister
Datierung (Karte): ca. 1911-1920

Die zentrale Bibliothek des Erzbistums München und Freising ist eine der größten kirchlichen Bibliotheken Deutschlands. Sie geht auf die Zeit der Gründung des Bistums Freising im 8. Jahrhundert zurück. Der Barocksaal der Bibliothek wurde in den Jahren 1732-34 an Stelle eines älteren Bibliotheksraums erbaut. Die in dem Saal befindliche Holzfigur des Gottes Apollo, des Schirmherrn der Musen, ist um 1780 entstanden und eventuell ein Werk des Bildhauers Franz Scheicher. Seit 1994 ist der umgebaute Marstall Hauptsitz der Bibliothek. Der bis heute unverändert erhaltene Barocksaal ist derzeit geschlossen, da die Bücher aufgrund von Bauschäden von Schimmel befallen sind und restauriert werden.

Link: Dombibliothek – Diözesanbibliothek des Erzbistums München und Freising
Link: Erzdiözese München und Freising – Archiv und Bibliothek – Schaufenster

Fürth: Lesehalle (Berolzheimerianum)

Fürth: Lesehalle (Berolzheimerianum)
Fürth Lesehalle Berolzheimerianum r Ort: Fürth
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Jugendstil
Architekt: Otto Holzer
Fertiggestellt/Eröffnet: 1906
Person: Heinrich Berolzheimer
Verlag: Georg Krehn, Fürth
Bemerkung: Feldpost
Gelaufen: 1914

Berolzheim ist eine Ortschaft („Markt“) in Mittelfranken. Von Berolzheim leitet sich der jüdische Familienname „Berolzheimer“ ab (auch Berlizheimer, Berlitz oder Berol). Nach dem Fürther Unternehmer Heinrich Berolzheimer (1836-1906) ist das auf dieser Karte abgebildete „Berolzheimerianum“ benannt. Berolzheimer war in den USA mit der Fabrikation von Bleistiften zu Reichtum gekommen, bevor er in seine Vaterstadt Fürth zurückkehrte und ihr über 223.000 Goldmark für die Errichtung eines Volksbildungsheims nach amerikanischem Vorbild stiftete. Dieses wurde 1906 eröffnet und enthielt eine Bibliothek mit großem Lesesaal sowie im Obergeschoss einen Saal mit Bühne für kulturelle Veranstaltungen. Die Gründung des Berolzheimerianums steht in Zusammenhang mit der Bücherhallenbewegung, die allen Bevölkerungsschichten Zugang zu kostenloser Bildung gewähren wollte. Im ersten Weltkrieg diente das Gebäude als Lazarett. Nach einer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wurde es vereinfacht wiederaufgebaut; heute beherbergt es ein Theater (Comödie Fürth) und ein Restaurant. Auf der Karte ist rechts eine Nische mit einem Bronzestandbild zu erkennen, dies stellte den  Prinzregenten Luitpold von Bayern dar. 1942 wurde es vermutlich eingeschmolzen. Die Karte wurde im September 1914 als Feldpost verschickt, offenbar von einem verwundeten Soldaten, der im Lazarett behandelt worden war („mir geht es wieder ganz gut“).

Aus der New Yorker Niederlassung der Bleistiftfabrik Berolzheimer und Illfelder ging später die Illfelder Importing Co. bzw. Eagle Pencil Co. hervor. In England firmierte das Unternehmen ab 1969 unter dem Namen „Berol“ (heute Teil von Sanford L.P.).

Link: FürthWiki -Berolzheimerianum
Link: Berolzheimerianum – Jüdisches Stiftungswesen & Dr. Jakob Frank

Amorbach: Klosterbibliothek

Klosterbibliothek Amorbach (Fürstlich Leiningensche Bibliothek)
Amorbach Klosterbibliothek r Ort: Amorbach
Art: Klosterbibliothek / Adelsbibliothek
Baustil: Frühklassizismus
Architekt: Ignaz Neumann
Fertiggestellt/Eröffnet: 1786 (ca.)
Verlag: M. Fahs / Wilhelm Gerling Darmstadt
Bemerkung: Kupfertiefdruck
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Kloster Amorbach im Odenwald war eine im 8. Jahrhundert gegründete Benediktinerabtei, die im Rahmen der Säkularisation im Jahr 1803 aufgehoben wurde. In den Jahren 1783-1786 war ein neuer Konventbau errichtet worden, das letzte Werk des Architekten Franz Ignaz Michael Neumann (1733-1785), des Sohnes des berühmten Barockarchitekten Balthasar Neumann. Im ersten Obergeschoss befindet sich der zweigeschossige Bibliothekssaal, der als einer der schönsten Bibliotheksräume des 18. Jahrhunderts gilt. Er steht einerseits in der Tradition barocker Bibliothekssäle, verweist andererseits schon auf den Klassizismus („Amorbacher Zopfstil“). Das Deckenfresko stellt allegorisch die Wissenschaften dar; es stammt von dem Maler Konrad Huber aus Weißenhorn. Der Bibliothekssaal ist heute noch unverändert erhalten. Mit der Säkularisation im Jahr 1803 war Kloster Amorbach in den Besitz der Fürsten von Leiningen gekommen, die das Konventgebäude zu ihrer Residenz ausbauten. Unter dem dritten Fürsten Karl zu Leiningen (1804-1856), einem Halbbruder der britischen Königin Victoria, wurden die Bestände der Klosterbibliothek größtenteils verkauft, seit 1851 beherbergt der Saal die Fürstlich Leiningensche Bibliothek. Der Bestand umfasst heute über 30.000 Bände.

Link: Ehemalige Benediktinerabtei Amorbach
Link: Fürstlich Leiningensche Bibliothek

Erzabtei Sankt Ottilien

Eresing: Erzabtei St. Ottilien - Klosterbibliothek
Eresing Erzabtei St Ottilien Bibliothek r Ort: Eresing
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Jugendstil
Architekt: Michael Kurz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1912
Verlag: August Zerle
Signatur: 13405
Gelaufen: 1954

Die Erzabtei Sankt Ottilien, ein Kloster der Missionsbenediktiner im Landkreis Landsberg am Lech, wurde 1884 von dem Schweizer Benediktinermönch Andreas Amrhein gegründet. Der Klausurbereich wurde ab 1892 nach seinen Plänen im neogotischen Stil erbaut. Ebenfalls neogotisch ist die Klosterkirche des Architekten Hans Schurr. Im Jahr 1910 wurde südlich der Klosterkirche ein Erweiterungsbau errichtet, der Jugendstilelemente aufweist. Dessen Architekt war Michael Kurz, der eine herausragende Rolle im bayerischen Sakralbau einnimmt. In diesem Trakt befindet sich die auf der Karte abgebildete Bibliothek seit 1912. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg diente der Bibliotheksraum als Lazarett. Der Bibliotheksbau stand früher einmal auf der Bayerischen Denkmalliste, wurde aber mittlerweile daraus gestrichen.

 Link: Geschichte St. Ottilien’s

München: Bibliothek des Deutschen Museums

München: Deutsches Museum - Bibliothek (German Bestelmeyer)
München_Deutsches_Museum_Bibliothek_r Ort: München
Art: Spezialbibliothek
Architekt: German Bestelmeyer
Fertiggestellt/Eröffnet: 1932
Verlag: Carl Krueck
Signatur: 1032
Gelaufen: 1941

Die Bibliothek des Deutschen Museums München wurde zusammen mit dem Museum 1903 gegründet. Sie sollte eine Art wissenschaftliche Zentralbibliothek für Technik, Mathematik und Naturwissenschaften sein. 1928, im Jahr ihrer Eröffnung, umfasste sie 22.000 Bände. 1932 wurde der Neubau auf der Museumsinsel gegenüber dem Sammlungsbau eröffnet, Architekt war German Bestelmeyer.

Link: Deutsches Museum – Geschichte – Europas größter Stahlbetonbau

München: Staatsbibliothek

München: Staatsbibliothek
muenchen_staatsbibliothek_2 Ort: München
Art: Universalbibliothek
Baustil: Rundbogenstil
Architekt: Friedrich von Gärtner
Fertiggestellt/Eröffnet: 1839
Verlag: C . Andelfinger & Co.
Signatur: 242
Datierung (Karte): 1901-1910 (ca.)
Gelaufen: 1914

Die Bayerische Staatsbibliothek in München geht auf die 1558 gegründete Hofbibliothek von Herzog Albrecht V. zurück, der ein leidenschaftlicher Sammler und Kunstfreund war. Das langgestreckte Bauwerk in der Ludwigstraße wurde in den Jahren 1834 bis 1839 erbaut, es greift architektonisch auf die Palastarchitektur der italienischen Frührenaissance zurück. Architekt war Friedrich von Gärtner (1791 – 1847), der neben Leo von Klenze als bedeutendster Baumeister unter Ludwig I. gilt.

Erlangen: Universitätsbibliothek

Erlangen: Universitätsbibliothek
erlangen-universitaetsbibliothek_r Ort: Erlangen
Art: Hochschulbibliothek
Architekt: Friedrich Schmidt
Fertiggestellt/Eröffnet: 1913
Verlag: Hofkunstanstalt Löffler & Co
Datierung (Karte): 1911-1920 (ca.)
Gelaufen: 1920 oder 1926

 Der Neubau für die Bibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen wurde in den Jahren 1910-1913 errichtet. Architekt war Friedrich Schmidt (1881-1953), Leiter des Universitätsbauamtes.