Kloster Leubus

Kloster Leubus (Lubiąż), Bibliothekssaal
Kloster Leubus Bibliotheksaal r Ort: Lubiąż (Leubus), Polen
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1715/1737
Verlag: H. W. L.
Datierung (Karte): 1925-1935

Das Zisterzienserkloster Leubus wurde im 12. Jahrhundert in der Nähe des Ortes Lubiąż am rechten Ufer der Oder gegründet. Die ersten Mönche kamen aus der Zisterzienserabtei Pforta in der Nähe von Naumburg (Saale). Bald entwickelte es sich zum wichtigsten Kloster Schlesiens und spielte eine bedeutende Rolle beim wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau des Landes. Nach einer wechselhaften Geschichte begann in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg eine neue Blütezeit, die in umfangreichen Baumaßnahmen ihren Ausdruck fand. Es entstand eine prächtige barocke Klosteranlage europäischen Ranges: „Die Anlage der Klostergebäude, die sich an der Oder erstrecken und eine schloßartige Wirkung haben, erinnert an den Idealtypus des Salomonischen Tempels und daher an den Escorial in Spanien“ (Thomas DaCosta Kaufmann 1998, S. 382). Die Hauptfassade ist 223 Meter lang und damit um 16 Meter länger als die des Escorials. Der zweistöckige Bibliothekssaal befindet sich in dem 1715 fertiggestellten Konventsgebäude, ist 12 Meter hoch und erhält von drei Seiten Licht. Die Bücher waren in einem Schrank an der Südwand sowie in Bücherregalen vor den Pfeilern aufgestellt. Die Deckenmalereien (1737) stammen von dem niederländischen Maler Christian Philipp Bentum und stellen die Apotheose des Wissens dar. Kloster Leubus wurde 1810 im Zuge der Säkularisation in Preußen aufgelöst. Nach Nutzung als Lazarett und als Gestüt wurde 1830 im Konventsgebäude eine Psychiatrie eingerichtet. Erster Direktor der „Irrenheil-Anstalt Leubus“ war Moritz Martini (1794-1875), der die Fürstenschule in Schulpforta besucht hatte (ebenjenem Ort, aus dem im 12. Jahrhundert die ersten Mönche nach Leubus gekommen waren!). Heute werden einige der Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt; die Anlage wird sukzessive renoviert.

Link: archINFORM – Kloster Leubus
Link: Fotos des Bibliothekssaals

Freising: Dombibliothek

Freising: Barocksaal der Dombibliothek
Freising - Dombibliothek r Ort: Freising
Art: Wissenschaftliche Bibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Johann Lorenz Hirschstötter
Fertiggestellt/Eröffnet: 1734
Fotograf: Jakob Werkmeister
Datierung (Karte): ca. 1911-1920

Die zentrale Bibliothek des Erzbistums München und Freising ist eine der größten kirchlichen Bibliotheken Deutschlands. Sie geht auf die Zeit der Gründung des Bistums Freising im 8. Jahrhundert zurück. Der Barocksaal der Bibliothek wurde in den Jahren 1732-34 an Stelle eines älteren Bibliotheksraums erbaut. Die in dem Saal befindliche Holzfigur des Gottes Apollo, des Schirmherrn der Musen, ist um 1780 entstanden und eventuell ein Werk des Bildhauers Franz Scheicher. Seit 1994 ist der umgebaute Marstall Hauptsitz der Bibliothek. Der bis heute unverändert erhaltene Barocksaal ist derzeit geschlossen, da die Bücher aufgrund von Bauschäden von Schimmel befallen sind und restauriert werden.

Link: Dombibliothek – Diözesanbibliothek des Erzbistums München und Freising
Link: Erzdiözese München und Freising – Archiv und Bibliothek – Schaufenster

Augustiner-Chorherrenstift Vorau

Augustiner-Chorherrenstift Vorau - Bibliothekssaal
Augustiner-Chorherrenstift Vorau Bibliothek r Ort: Vorau
Art: Klosterbibliothek (Augustiner-Chorherren)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1731 / 1767
Verlag: Alexander Raza / PLW [= P. Ledermann Wien]
Signatur: 25251
Gelaufen: 1921

Das Augustiner-Chorherrenstift Vorau geht auf eine Gründung aus dem Jahr 1163 zurück. In dieser Zeit liegen auch die Anfänge der Klosterbibliothek. Im Jahr 1237 kam es zu einem großen Brand des Stifts. Dabei kam der Propst Bernhard II. ums Leben, als er Urkunden, Handschriften und sonstige Wertgegenstände aus dem Fenster der Sakristei warf, um sie vor den Flammen zu retten. Im 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts erfuhr die Bibliothek bedeutende Zuwächse. In den Jahren 1680 bis 1730 wurde die alte Prälatur durch zwei neue Flügel ersetzt; im Nordtrakt des Prälaturtraktes wurde ein 27 Meter langer, zwei Stockwerke hoher Bibliothekssaal eingerichtet, der von manchen für den schönsten Österreichs gehalten wird. Die Bücherschränke stammen aus dem Jahr 1767. Stift Vorau überstand die Klosteraufhebungen unter Joseph II. und ist heute das einzige noch bestehende Chorherrenstift in der Steiermark. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Chorherren von den Nazis vertrieben, das Gebäude enteignet und zu einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (NAPOLA) zweckentfremdet. Aus der Bibliothek wurden 1945 5000 Inkunabeln, Urkunden und Bücher entwendet, über ihren Verbleib ist zum Teil bis heute nichts bekannt. Nach dem Krieg kehrten die Chorherren in das zerstörte Stift zurück und begannen mit dem Wiederaufbau, der sich bis in die 1960er Jahre hinzog. Heute umfasst die Sammlung 416 Handschriften, 206 Inkunabeln und ca. 40.000 gedruckte Bücher. Zu den Schätzen zählt unter anderem die sog. „Vorauer Handschrift“, eine mittelalterliche Sammelhandschrift aus dem 4. Viertel des 12. Jahrhunderts. Im Vordergrund der Ansichtskarte sieht man ein Globenpaar (Himmels- und Erdglobus) von Vincenzo Maria Coronelli aus dem Jahr 1688 sowie an der Rückwand einen von zwei Parabolspiegeln, die als Schallmuscheln bzw. Sprechmuscheln leises Flüstern auf der gegenüberliegenden Seite hörbar machten.

Link: Vorauer Handschrift (StAV-Ms 276, Digitalisat)

Oxford: Worcester College

Oxford: Worcester College Library oxford_worcester_college_r
Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: George Clarke und Nicholas Hawksmoor
Fertiggestellt/Eröffnet: 1736 / 1825
Person: George Clarke (1661–1736)
Verlag: Francis Frith & Co.
Signatur: 64146
Datierung (Karte): ca. 1912

Die Bibliothek des 1714 gegründeten Worcester College wurde 1736 vollendet. Sie sollte die umfangreiche Sammlung von Büchern, Manuskripten und Architekturzeichnungen beherbergen, die der Architekt und Politiker George Clarke zusammengetragen hatte. Clarke selbst entwarf zusammen mit dem Architekten Nicholas Hawksmoor die zentralen Gebäude von Worcester College. Die Fassade der Bibliothek ist vom römischen Germanicusbogen in Saintes (Frankreich) inspiriert. Die korinthischen Säulen ud die Deckenrosen wurden erst 1825 hinzugefügt.

Link: Worcester College: On the occasion of the Library’s 300th birthday

Tschenstochau: Jasna Góra

Tschenstochau: Klosterbibliothek Jasna Góra
Tschenstochau_Jasna_Gora_r Ort: Częstochowa
Art: Klosterbibliothek (Pauliner)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1739
Verlag: T. Naglowski i S-ka, Częstochowa
Signatur: 307
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

Das Paulinerkloster in Czestochowa ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der katholischen Kirche. Die Ikone der Schwarzen Madonna von Tschenstochau gilt in Polen als nationals Symbol und wird jährlich von Millionen Gläubigen besucht. Das Kloster wurde im 14. Jahrhundert von ungarischen Paulinern gegründet, vom 15. bis zum 20. Jahrhundert wurde auf dem Jasna Góra eine Festungsanlage mit Basilika errichtet. Die Bibliothek befand sich ursprünglich in den unteren Etagen des Klosterturms. Nach einem Brand im Jahr 1690 wurde im Westflügel des Klosters zwischen 1736 und 1739 ein barocker Bibliothekssaal errichtet. Der einheitliche Eindruck ergibt sich aus den mit Leder bezogenen Holzfutteralen, die jeweils mehrere gleichgroße Bücher enthalten.