Neresheim: Benediktiner-Abtei

Neresheim: Benediktiner-Abtei, Bibliothekssaal
Neresheim_Klosterbibliothek_r Ort: Neresheim
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1699-1714
Verlag: Joseph Käser
Gelaufen: 1939

Die Klosteranlage auf dem Ulrichsberg oberhalb der Stadt Neresheim geht auf eine Gründung aus dem 11. Jahrhundert zurück. Die Konventgebäude und die berühmte Klosterkriche von Balthasar Neumann stammen aus dem Barock. Der Beschluss zum Bau des Bibliothekssaals im Ostflügel der Abtei fiel 1699. Johann Schmuzer aus Wessobrunn schuf um 1700 die Stuckverzierungen, das Deckengemälde (1714) stammt von Wolfgang Christian Freihart von Dinkelsbühl und zeigt bedeutende Gelehrte des Benediktinerordens. Im Zuge der Säkularisation kam das Kloster 1803 in den Besitz der Fürsten von Thurn und Taxis. Danach kam Schloß Neresheim, wie es nun hieß, an Bayern und schließlich 1810 an Württemberg. Friedrich I., der erste König des Königreichs Württemberg (genannt Dicker Friedrich), konnte einen geplanten Abriss von Kirche und Kloster verhindern. Glücklicherweise blieben die Bücher der Klosterbibliothek Neresheim, die einheitlich in weißes Schweinsleder gebunden und mit kostbaren Deckelprägungen versehen sind, trotz der wechselnden Besitzer nahezu vollständig erhalten. Lediglich die Handschriften und Inkunablen wurden 1817 in die Thurn und Taxis-Hofbibliothek nach Regensburg gebracht. 1920 wurde die ehenalige Klosteranlage durch Mönche aus Prag und aus Beuron wiederbesiedelt; Albert von Thurn und Taxis übereignete sie 1927 ganz dem Benediktinerorden. Der Konvent der Abtei besteht heute aus acht Mönchen; das Kloster unterhält ein Tagungs- und Gästehaus und bietet Exerzitien sowie Kurse an. Es gibt ein Klostermuseum und Führungen durch den Michaelisaal und den Festsaal; der Bibliothekssaal hingegen liegt innerhalb der Klausur und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Link: Benediktinerabtei Neresheim

London: St Paul’s Cathedral Library

London: St Paul's Cathedral, Library of Dean and Chapter
London_St_Pauls_Cathedral_Library_r Ort: London
Art: Kathedralbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Christopher Wren
Fertiggestellt/Eröffnet: 1709
Datierung (Karte): ca. 1910-20

Die Bibliothek der St Paul’s Cathedral („Library of Dean and Chapter“) befindet sich auf Höhe des Triforiums in einem Raum hinter dem Süd-Westturm, der, ebenso wie die Kathedrale selbst, von Sir Christopher Wren (1632-1722) entworfen und 1709 fertiggestellt wurde. (Christopher Wren war übrigens nicht nur Architekt, sondern auch Astronom). Der Raum stand zu Anfang jedoch weitgehend leer, da die Bestände der Bibliothek beim Großen Brand von London im Jahr 1666 fast vollständig zerstört worden waren. Der Bibliotheksraum wurde in den Folgejahren systematisch mit neuen Büchern bestückt, darunter im Jahr 1712 eine Spende von ca. 2000 Bänden von Henry Compton, Bischof von London. (Henry Compton war übrigens nicht nur Bischof, sondern auch Botaniker). Auf der Karte ist ein Architekturmodell zu sehen, das offenbar die obere Kolonnade der Westfassade mit dem darüber liegenden Giebel zeigt. In dem Giebel befindet sich ein Relief, das die Bekehrung des Paulus darstellt. Die Bibliothek stand ursprünglich nur dem Dekan und Kapitel von St. Paul zur Verfügung, kann heute jedoch von Forschern benutzt sowie im Rahmen der „Triforium Tour“ besichtigt werden. Im Moment ist sie jedoch aufgrund von Renovierungsarbeiten bis voraussichtlich Sommer 2020 geschlossen. Der gegenwärtige Bibliothekar hat übrigens einen für eine Bibliothek nicht unpassenden Nachnamen, er heißt Joseph Wisdom!

Literatur: Arthur Dimock: The Cathedral Church of Saint Paul. An Account of the Old and New Buildings with a Short Historical Sketch

Padua: Biblioteca Antoniana

Padua: Biblioteca Antoniana, Salone Settecentesco
padua_r Ort: Padua
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 15. Jahrh./ca. 1700
Verlag: Sezione Edizioni d’Arte (S.E.D.A.) / Grafia
Fotograf: Luciano Morpurgo (1868-1971)
Signatur: 75; 6×478
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

Die Biblioteca Antoniana befindet sich über einem Kreuzgang der Basilika des Heiligen Antonius in Padua. Der Salone Settecentesco stammt aus dem 15. Jahrhundert, die Innenausstattung aus der Zeit um 1700. Das Deckengemälde ist von Giovanni Antonio Pellegrini, die beiden Globen von Vincenzo Maria Coronelli.

Link: Luciano Morpurgo
Link: Pontificia Biblioteca Antoniana