Eton College Library

Eton College Library

Eton College Library r

Ort: Eton (England)
Art: Schulbibliothek
Baustil: Palladianismus
Architekt: Thomas Rowland
Fertiggestellt/Eröffnet: 1729
Datierung (Foto): vor 1882
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Henry Fielding ging dort zur Schule, ebenso Horace Walpole, Shelley, Aldous Huxley, George Orwell sowie 20 spätere britische Premierminister – Eton College, das Elite-Internat, das wie kein anderes für die britische Oberschicht steht. Heinrich VI., der letzte englische König aus dem Haus Lancaster, gründete im Jahr 1440 das King’s College of our Lady of Eton für 70 arme Schüler, die anschließend am King’s College in Cambridge studieren sollten. Die Bibliothek war ursprünglich nicht für den Gebrauch der Schüler bestimmt, sondern ausschließlich für den Provost und die Fellows. Einen eigenen Raum erhielt sie 1521, zu dem Zeitpunkt umfasste sie rund 500 Bände, die wie damals üblich angekettet waren. Aus Platzmangel beschloss man zu Beginn des 18. Jahrhunderts, einen neuen Bibliothekstrakt zu bauen, wofür man den Südflügel der Cloisters abriss. Thomas Rowland, Clerk of Works in Windsor Castle, entwarf die drei eleganten Räume im Stil des Palladianismus. Als sie 1729 fertiggestellt waren, boten sie Raum für 20.000 Bände. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wuchs der Bestand durch private Schenkungen, so dass der Platz um 1800 erschöpft war. Zu den Schätzen der Eton College Library zählen ein Buch aus der ursprünglichen Kettenbibliothek sowie das Eton Choirbook mit Geistlicher Musik des späten 15. Jahrhunderts. Die College Library ist nicht zu verwechseln mit der School Library, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde (Architekt: L. K. Hall).

Das Foto war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Postkarte schon älter, laut Informationen der Eton Collections findet es sich in einem Album von Gerald Loder (Baron Wakehurst), das mit 1875-81 datiert ist.

Link: Eton College Library

Oxford: Magdalen College

Oxford: Magdalen College, Old Library
Oxford_Magdalen_College_Old_Library_r Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Gotik / Neogotik
Architekt: William Orchard
Fertiggestellt/Eröffnet: um 1480
Person: William Waynflete
Verlag: Francis Frith & Co.
Signatur: 64114
Datierung Foto: 1912

Magdalen College, eines der renommiertesten und schönsten Colleges der Universität Oxford, wurde im Jahr 1458 von William Waynflete, dem Bischof von Winchester gegründet. Auf dem Gelände am Ufer des River Cherwell hatte sich ursprünglich ein Hospital befunden, dessen Gebäude anfangs von dem College genutzt wurden, bis in den 1470er Jahren eigene Gebäude errichtet wurden, die sich um fünf Höfe (Quads) gruppieren. Am Great Quad liegt die Bibliothek, die zu der Zeit als eine der am besten ausgestatteten von Oxford galt. Sie war ursprünglich als Kettenbibliothek gestaltet, d.h. die Bücher waren mit Ketten an den Lesepulten befestigt. Bei einer Renovierung zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden die Pulte durch modernere Bücherregale ersetzt; die auf dieser Karte zu sehende Inneneausstattung stammt jedoch von einer jüngeren Renovierung in den 1820er Jahren. 1931 wurde die „New Library“ eröffnet. Die „Old Library“ enthält heute frühe Drucke und Manuskripte (unter anderem von Thomas Hardy, Rudyard Kipling und T.S. Eliot) und wird für Ausstellungen genutzt. Zu den bekannten Persönlichekiten, die in Beziehung zu Magdalen College stehen, gehört der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C. S. Lewis, der hier von 1925 bis 1954 lehrte. Die mittelalterlichen Steinfiguren vor der Old Library („Grotesques“) sollen ihn zu ähnlichen Figuren in seinen Fantasyromanen „Die Chroniken von Narnia“ angeregt haben.

Link: History of Magdalen College Libraries

Oxford: Pembroke College

Oxford: Pembroke College: Broadgates Hall Library
Oxford Pembroke College Library r Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1848
Person: Samuel Johnson
Verlag: Stengel & Co. / Oscar Flammger
Signatur: E 38107
Datierung (Karte): um 1910

Pembroke College in Oxford wurde 1624 von König Jakob I. gegründet. Einer seiner berühmtesten Studenten war Samuel Johnson (1709-1784), ein Gelehrter und eine einflussreiche Persönlichkeit des literarischen Lebens im England des 18. Jahrhunderts. Bekannt ist er noch heute nicht zuletzt wegen der Biografie „The Life of Samuel Johnson“ seines Freundes James Boswell, die als eines der besten biografischen Werke überhaupt gilt (Ich habe das Buch gelesen und kann die Lektüre nur empfehlen!!). An Dr. Johnsons einstigem Wohnsitz in London am Gough Square Nr. 17 wurde übrigens 1997 eine Bronzestatue enthüllt, die seinen Kater Hodge darstellt. Als Student in Oxford dürfte Johnson allerdings noch keine Katze besessen haben. Er verbrachte nur eineinhalb Jahre als Undergraduate am Pembroke College und musste es dann aus finanziellen Gründen verlassen. Der auf der Karte abgebildete Raum in Broadgates Hall, einem Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, war zu Johnsons Zeiten noch der Speisesaal; erst 1848 wurde die Bibliothek hierher verlegt, wo sie bis 1974 blieb. Auf der Karte sind zwei der Schreibpulte zu sehen, an denen Johnson gearbeitet haben soll.

Link: Pembroke College Oxford – Treasures of the Library

Oxford: Worcester College

Oxford: Worcester College Library oxford_worcester_college_r
Ort: Oxford
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: George Clarke und Nicholas Hawksmoor
Fertiggestellt/Eröffnet: 1736 / 1825
Person: George Clarke (1661–1736)
Verlag: Francis Frith & Co.
Signatur: 64146
Datierung (Karte): ca. 1912

Die Bibliothek des 1714 gegründeten Worcester College wurde 1736 vollendet. Sie sollte die umfangreiche Sammlung von Büchern, Manuskripten und Architekturzeichnungen beherbergen, die der Architekt und Politiker George Clarke zusammengetragen hatte. Clarke selbst entwarf zusammen mit dem Architekten Nicholas Hawksmoor die zentralen Gebäude von Worcester College. Die Fassade der Bibliothek ist vom römischen Germanicusbogen in Saintes (Frankreich) inspiriert. Die korinthischen Säulen ud die Deckenrosen wurden erst 1825 hinzugefügt.

Link: Worcester College: On the occasion of the Library’s 300th birthday