Wien: Neue Burg, Fideikommißbibliothek

Wien: Hofburg (Neue Burg), Fideikommiß-Bibliothek
Wien Hofburg Fideikommiss-Bibliothek r Ort: Wien
Art: Adelsbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1908
Person: Franz II.
Verlag: Gerlach & Wiedling, Wien (vmtl.)
Bemerkung: Vgl. ÖNB, Signatur Pk 2554, 2
Datierung (Karte): um 1915

Fideikommiss oder Familienfideikommiss ist ein juristischer Begriff, der das Sondervermögen von Adelsfamilien bezeichnete, das ungeteilt in der Hand eines Familienmitgliedes blieb. Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen geht zurück auf die Privatbibliothek von Franz II., der von 1792 bis 1806 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war und Zeit seines Lebens bibliophile Interessen pflegte. Nach seinem Tod im Jahr 1835 wurde sie zum Familien-Fideikommiss und wuchs in den nachfolgenden Jahren durch die persönlichen Bücherbestände zahlreicher weiterer Mitglieder der Dynastie. Im 19. Jahrhundert wechselte die Bibliothek mehrfach die Räumlichkeiten, bevor sie 1908 ihren endgültigen Standort im zweiten Obergeschoss des Corps de logis der „Neuen Burg“ am Heldenplatz bezog. 1921 ging die Fideikommissbibliothek in der Österreichischen Nationalbibliothek auf, die damit einen Zuwachs von rund 110.000 Büchern erhielt. Der auf der Karte abgebildete „Raum 7“ oder Franzsaal ist heute Teil der Porträtsammlung und des Bildarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek.

Literatur: Thomas Huber-Frischeis, Nina Knieling und Rainer Valenta: Die Privatbibliothek Kaiser Franz’ I. von Österreich 1784–1835, Böhlau Verlag 2015

Wien: Österreichische Nationalbibliothek

Wien: Hofbibliothek, Augustiner-Lesesaal wien lesesaal r
Ort: Wien
Art: Nationalbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1829
Verlag: Postkartenverlag Brüder Kohn
Signatur: 873
Gelaufen: 1915

Der Augustiner-Lesesaal befindet sich in dem der Hofbibliothek benachbarten ehemaligen Kloster der Augustiner-Barfüßer. 1829 wurde der Raum, in dem sich auch vorher eine Bibliothek befunden hatte, von der Hofbibliothek angemietet, da der Prunksaal nicht mehr genügend Platz für die Bestände bot. Das Deckengemälde „Parnaß und die vier Fakultäten“ stammt von Johann Bergl (1773, verändert 1775).

Link: https://www.onb.ac.at/bibliothek/sammlungen/handschriften-und-alte-drucke/ueber-die-sammlung/augustinerlesesaal/

Wien: Hofbibliothek

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Ort: Wien
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Joh. Bernh. Fischer von Erlach
Fertiggestellt/Eröffnet:1726
Fotograf: Bruno Reiffenstein
Druck: Ohwala’s Druck
Datierung (Karte): 1921-1930 (ca.)

Für die Hofbibliothek, deren Ursprung in der kaiserlichen Bibliothek des Mittelalters liegt, ließ Kaiser Karl VI. zu Beginn des 18. Jahrhunderts eigens einen neuen Trakt an die Hofburg anbauen. 1726 wurde der Prunksaal fertiggestellt, der von Johann Bernhard Fischer von Erlach begonnen und nach dessen Tod von seinem Sohn vollendet wurde. 1769 wurde das Gebäude verstärkt, um einen wegen des Gewichts der Bücher drohenden Einsturz zu verhindern. Der Prunksaal erinnert als Zentralbau mit einer Kuppel an einen Musentempel und greift damit Leibnitzsches Gedankengut für den Bau einer Bibliothek auf. Architektonisch orientiert sich der Raum, der oft als schönster historischer Bibliothekssaal der Welt bezeichnet wird, an der Königlichen Bibliothek des Escorial in Madrid. Die Deckenfresken stammen von Daniel Gran und stellen den Triumph der Gelehrsamkeit über Neid und Unwissen dar.

Link: Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek