Schloss Sagan, Französische Bibliothek

Schloss Sagan: Französische Bibliothek (Gemäldegalerie)
Schloss Sagan Franzoesische Bibliothek r Ort: Żagań (Sagan)
Art: Schlossbibliothek
Architekt: Antonio Porta
Fertiggestellt/Eröffnet: 17. / 19. Jahrhundert
Person: Dorothea von Sagan
Herausgeber: Fedor Bellach, Papierhdlg.
Gelaufen: 1940

Das Schloss Sagan (polnisch Żagań) wurde Ende des 17. Jahrhunderts unter Wenzel Eusebius von Lobkowicz erbaut, der 1646 das schlesische Herzogtum Sagan erworben hatte. Architekt des Barockschlosses war der Schweizer Antonio Porta. Im Jahr 1786 ging das Herzogtum Sagan an den kurländischen Herzog Peter von Biron über, der das Schloss zwischen 1792 und 1796 umfangreich renovieren ließ. Seine Tochter Dorothea (vermutlich war sie nicht seine leibliche Tochter) war eine schillernde Persönlichkeit, die mit vielen Geistesgrößen ihrer Zeit in Kontakt stand (sie war zum Beispiel mit Alexander von Humboldt befreundet) und auch politisch bzw. diplomatisch aktiv war. 1812 hatte sie den französischen Grafen Edmond de Talleyrand-Périgord geheiratet; eine Vernunftehe, die nicht lange hielt. 1838 wurde sie die Universalerbin ihres angeheirateten Onkels, des bekannten französischen Staatsmanns und Diplomaten Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord. Dadurch wurde sie zu einer der reichsten Frauen Europas. Sie erwarb im Jahr 1842 das Herzogtum Sagan von ihrer Schwester Pauline, später bezog sie das Schloss Sagan und ließ es modernisieren. Die reichhaltigen Kunstschätze von Schloss Sagan stammten größtenteils von Peter von Biron, der ein großer Kunstsammler war, und von Dorothea von Sagan. 1945 wurde das Schloss im Zuge der Besatzung durch die Rote Armee beschädigt und zum Teil geplündert; die Kunstwerke und Manuskripte scheinen zum größten Teil verschollen zu sein. Heute wird das Schloss von städtischen Einrichtungen und als Kulturpalast genutzt.

Link: Dorothea de Talleyrand-Périgord (1793-1862)
Link: Sagan/Żagań
Link: Princess Dorothea of Courland