Prag: Clementinum

Prag-Clementinum
Prag-Clementinum_r Ort: Prag (Tschechien)
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Franz Maximilian Kaňka
Fertiggestellt/Eröffnet: 1727
Verlag: F. J. Jedlička, Prag
Signatur: 701.147
Datierung (Karte): ca. 1910-1920

Das Clementinum (Klementinum) in Prag wurde im 16. Jahrhundert im Zuge der Gegenreformation von Jesuiten gegründet. Unter Leitung von Petrus Canisius bauten sie eine philosophisch-theologische Hochschule als Konkurrenz zur protestantisch ausgerichteten Karlsuniversität auf. Diese Jesuitenhochschule vereinigte Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1654 mi der Karls-Universität zur „Karl-Ferdinands-Universität“. Zwischen 1653 und 1726 entstand in der Prager Altstadt in der Nähe der Karlsbrücke ein riesiger Gebäudekomplex, in dessen Ostflügel sich der prunkvolle barocke Bibliothekssaal (1721-1727) mit kunstvoll gedrehten Säulen und einer umlaufenden Galerie befindet. Die Bücher wurden in Schränken aus intarsienverziertem Eichenholz aufgestellt, ihre Rücken wurden weiß gestrichen und erhielten farbige Signaturen. Das Deckengemälde von Johann Hiebel stellt die „Kuppel des Doms der Weisheit“ dar. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 wurde die Universität verstaatlicht, die Bibliothek wurde zur „öffentlichen k. k. Universitätsbibliothek“. 1935 wurde sie in „National- und Universitätsbibliothek“ umbenannt, seit 1990 ist sie die Nationalbibliothek der Tschechischen Republik (Národní knihovna České republiky). Der Bibliothekssaal ist heute noch unverändert erhalten.

Link: Klementinum – Baroque library

Prag: Kloster Strahov, Theologische Saal

Prag: Kloster Strahov, Theologische Saal
prag_strahov_theologischer_saal_r Ort: Prag
Art: Klosterbibliothek (Prämonstratenser)
Baustil: Barock
Architekt: Giovanni Domenico Orsi de Orsini
Fertiggestellt/Eröffnet: 1679
Verlag: Orbis
Signatur: 1-3496-1405 F 27686
Datierung (Karte): 1961-1970 (ca.)

Kloster Strahov im Prager Stadtteil Hradschin (Hradcany) ist eine Prämonstratenser-Abtei, deren Gründung im 12. Jahrhundert erfolgte. Der Saal der Klosterbibliothek – der heutige „Theologische Saal“ – entstand in den Jahren 1671 bis 1679 nach Plänen von Giovanni Domenico Orsi de Orsini, der zu den bedeutendsten Künstlern des Frühbarocks in Böhmen zählt. In den 1720er Jahren wurde der Saal erweitert und mit Fresken ausgestattet. Die Bücherschränke stammen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Zu den Schätzen der Bibliothek zählt das Strahov-Evangeliar aus dem 9. Jahrhundert, das wegen seiner Evangelisten-Darstellung von herausragender kunstgeschichtlicher Bedeutung ist.