Vienne: Musée et Bibliothèque

Vienne: Place Miremont - Musée et Bibliothèque
Vienne Place Miremont Musee Bibliotheque r

Ort: Vienne (Isère)
Art: Öffentliche Bibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1823 / 1895
Person: Teyssière de Miremont
Verlag: Cliché C. D. Blanchard
Signatur: 15 / 1006
Gelaufen: 1906

Die Bibliothek von Vienne geht, wie viele öffentliche Bibliotheken Frankreichs, auf die Konfiskationen kirchlicher Bibliotheken während der französischen Revolution zurück. Sie wurde 1794 gegründet und nahm die Bestände der umliegenden Klöster, der Kathedrale St-Maurice und des Collège Ponsard auf. Die Bücher waren in den ersten Jahren nach der Gründung im Rathaus untergebracht, dann zusammen mit denen des Museums im Tempel des Augustus und der Livia, einem römischen Bauwerk, das bis zur Französischen Revolution als Kirche genutzt worden war. 1854 wurden viele der Bücher bei einem Brand zerstört, die Bibliothek blieb daraufhin bis 1863 geschlossen. Im Jahr 1895 bezogen Bibliothek und Museum das auf dieser Karte zu sehende Gebäude auf der östlich der Kathedrale St-Maurice gelegenen Place de Miremont. Es war 1823 auf Betreiben des Bürgermeisters Teyssière de Miremont als Kornspeicher (halle aux grains) erbaut worden, mitten auf dem Platz, der nach ihm benannt ist und auf dem sich ursprünglich der Erzbischöfliche Palast befunden hatte, der nach Aufhebung des Erzbistums Vienne 1801 abgerissen worden war. Die halle aux grains war auch ursprünglich zweistöckig gewesen; das obere Stockwerk wurde 1895 jedoch erweitert, um Bibliothek und Museum aufzunehmen. Im Edgeschoss befand sich seit 1874 eine Markthalle, die nun in einen Festsaal umgewandelt wurde (hier fanden auch die ersten Kinovorführungen von Vienne statt). Das Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie befindet sich noch heute in dem Gebäude; die Bibliothek zog 2011 in das Kulturzentrum „Le Trente“ in der Avenue du Général Leclerc, in dem sich auch das Conservatoire Musique et Danse befindet.

Link: Le cadastre napoléonien : centre ancien de Vienne