Zagreb: National- und Universitätsbibliothek

Zagreb: National- und Universitätsbibliothek

Zagreb National- und Universitätsbibliothek r

Ort: Zagreb (Kroatien)
Art: Hochschulbibliothek; Nationalbibliothek
Baustil: Jugendstil
Architekt: Rudolf Lubynski
Fertiggestellt/Eröffnet: 1913
Verlag: Orient
Signatur: 12
Gelaufen: um 1930

Der Marulićplatz in Zagreb, Teil des sog. „Grünen Hufeisens“, ist nach dem kroatischen Dichter und Humanisten Marko Marulić (1450-1525) benannt, der als Vater der kroatischen Literatur gilt. An ihm befindet sich eines der schönsten Gebäude von Zagreb: die National- und Universitätsbibliothek. Die Bibliothek geht auf ein Jesuitenkolleg und die Königliche Akademie der Wissenschaften zurück und ist seit 1874 Universitätsbibliothek. Das 1913 eröffnete Gebäude ist das Hauptwerk des Architekten Rudolf Lubynski (1873-1935). Als Sohn jüdischer Eltern in Zagreb geboren, änderte er 1900 seinen Namen von Löwy in Lubynski (Lubinski), studierte an der Technischen Hochschule in Karlsruhe und arbeitete anschließend im Büro des Architekten Josef Durm, wo er am Entwurf der Universitätsbibliothek Heidelberg mitwirkte. 1907 kehrte er in seine Heimat zurück und gründete ein eigenes Architekturbüro. Das Bibliotheksgebäude im Stil der Kroatischen Sezession ist voller Anspielungen und Allegorien, darunter 16 Eulen als Symbole der Weisheit, die in Gruppen zu je vier den großen Lesesaal außen flankieren. An der prächtigen Innenausstattung beteiligten sich die bedeutendtsten kroatischen Künstler ihrer Zeit. 1995 zog die Bibliothek in einen Neubau, das sog. Pantheon des kroatischen Buches. In dem Gebäude am Trg Marka Marulića befindet sich heute das Kroatische Staatsarchiv.

Die Karte wurde vermutlich um 1930 verschickt; die verwendeten Briefmarken stammen aus dem Jahr 1926 und tragen die Inschrift „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“. Sie zeigen das Bildnis Alexanders I., der von 1921 bis 1934 der König Jugoslawiens war. 1934 fiel er bei einem Statasbesuch in Marseille einem Attentat zum Opfer. Dies war das erste Attentat in der Geschichte, das live gefilmt wurde.

Link: Zagreb Secession
Link: Live footage of King Alexander’s Assassination (1934)

Kapstadt: Nationalbibliothek

Kapstadt: Nationalbibliothek - National Library of South Africa
Kapstadt_Nationalbibliothek_r Ort: Kapstadt (Cape Town), Südafrika
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Klassizismus (Greek Revival)
Architekt: William Kohler
Fertiggestellt/Eröffnet: 1860
Person: George Grey
Verlag: Paul Schaefer & Co.
Signatur: 108
Datierung (Karte): 1905

Die 1818 gegründete älteste Bibliothek Afrikas geht auf die Initiative mehrerer in Kapstadt ansässiger Händler zurück, die den Gouverneur der Kapkolonie Lord Charles Henry Somerset die Gründung einer öffentlichen Bibliothek empfahlen. Der Gouverneur erhob zur Finanzierung eine Steuer auf importierte Weine, und 1822 öffnete die Bibliothek ihre Tore als eine der ersten kostenlosen Leihbibliotheken des British Empire. Den Grundstein für das Gebäude in der Queen Victoria Street, am nördlichen Ende von Company’s Garden, legte 1858 der Gouverneur der Kapkolonie George Edward Grey, der der Bibliothek an die 5000 Bücher und Manuskripte aus seiner Privatsammlung vermachte, darunter wertvolle Werke des Mittelalters und der Renaissance. Die Einweihung erfolgte 1860 durch Prinz Alfred, den zweitgeborene Sohn der britischen Königin Victoria und späteren Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha. Das Gebäude beherbergte zunächst sowohl die Bibliothek als auch das Museum von Kapstadt, bevor dieses 1897 ein eigenes Gebäude bezog. Architektonisches Vorbild für den klassizistischen Bau des Architekten W. H. Kohler dürfte das Fitzwilliam-Museum in Cambridge von George Basevi gewesen sein. Seit 1999 bildet die Bibliothek einen der beiden Standorte der Nationalbibliothek Südafrikas. Vor dem Hauptportal steht eine Statue von George Edward Grey; der schottische Bildhauer William Calder Marshall schuf sie im Jahr 1863.

Link: Cape Town History – South African Public Library