Mailand: Biblioteca di Brera

Milano Biblioteca di Brera
Milano Biblioteca di Brera r Ort: Mailand (Italien)
Art: Öffentliche Bibliothek
Architekt: Giuseppe Piermarini
Fertiggestellt/Eröffnet: 1786
Person: Maria Theresia (Österreich)
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Die Biblioteca Nazionale Braidense ist eine der größten Bibliotheken Italiens und befindet sich, zusammen mit einer Sternwarte, einer Kunstakademie, einer Gemäldesammlung und einer Wissenschaftsakademie, im Palazzo di Brera. Dieser Palast aus dem 17. Jahrhundert war lange Zeit Sitz eines Jesuitenkollegs, bis er nach der Aufhebung des Jesuitenordens durch Papst Clemens XIV. im Jahr 1773 an die Habsburger kam, die zu der Zeit das Herzogtum Mailand regierten. Maria Theresia ließ hier die kurz zuvor von ihr gegründete Imperialis Regia Bibliotheca Mediolanensis unterbringen, deren Kern die Büchersammlung des Politikers und Bibliophilen Graf Carlo Pertusati (1674-1755) bildete. Dazu kamen die Bestände aufgelöster Jesuitenbibliotheken und weitere Privatsammlungen wie zum Beispiel die des Schweizer Naturforschers Albrecht von Haller. Maria Theresia machte die Bibliothek 1786 der Öffentlichkeit zugänglich. Der große Lesesaal (Sala di Maria Teresa) ist mit einer umlaufenden Galerie und Bücherschränken aus Walnußholz ausgestattet, die Giuseppe Piermarini entwarf, der Architekt der Mailänder Scala. Das große Gemälde über dem Eingang zeigt Maria Theresia von Habsburg, es stammt von Agostino Comerio und entstand 1834, lange nach dem Tod der Herrscherin. Zur Zeit der Veröffentlichung dieser Ansichtskarte (1930er Jahre?) war in der Sala di Maria Teresa offenbar der Zettelkatalog untergebracht; heute wird der Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Die Biblioteca di Brera ist eine von mehreren italienischen Nationalbibliotheken und verfügt heute über ca. 1,5 Mio. Bände.

Link: Franca Alloatti: Per volere di Maria Teresae dei milanes – La Biblioteca Braidense, simbolo della culturae della storia del capoluogo lombardo

Castello di Montalto Pavese

Castello di Montalto Pavese Biblioteca Castello di Montalto Pavese Biblioteca r
Ort: Montalto Pavese
Art: Privatbibliothek
Verlag: Cliché dall’Armi
Signatur: 15
Gelaufen: 1930

Mit dem Bau des Schlosses Montalto Pavese wurde 1593 begonnen; Auftraggeber war der lombardische Adlige Filippo Belcredi. Nach einer Unterbrechung in den Jahren 1617-1658 blieb das Schloss bis zum Jahr 1797 im Besitz der Familie. Unter dem Marquis Giuseppe Gaspare Belcredi, einem Rechtsgelehrten der Universität Pavia, beherbergte das Schloss im 18. Jahrhundert eine Reihe berühmter Gäste, darunter den Physiker Alessandro Volta. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte das Schloss in den Besitz des Grafen Balduino, eines Schiffbauers aus Genua, der es restaurieren ließ. Das Schloss verfügt über einen Garten im englischen Stil sowie über einen formalen Garten aus geschnittenen Buchsbäumen, der vom Time Magazine 1950 als schönster Garten Italiens bezeichnet wurde („Considered the most beautiful garden in Italy“). Das Schloss scheint im Moment zum Verkauf zu stehen.

Die Karte ist an einen Baron Mario Gavotti in Genua adressiert, vermutlich einen Verwandten der Balduinos. Maria Balduino, die Tochter von Giuseppe Balduino und Emilia Sechino, war mit dem Flieger und Ingenieur Giulio Gavotti verheiratet, der dadurch bekannt wurde, dass er im Jahr 1911 in Libyen als erster Mensch von einem Flugzeug aus Bomben abwarf.

Link: Distretto die Borghi e Castelli – Montalto Pavese
Link: Adelsgeschlecht der Belcredi