Saint-Nicolas-lès-Cîteaux: Kloster Cîteaux

Kloster Citeaux: Bibliotheque

Ort: Saint-Nicolas-lès-Cîteaux (Frankreich)
Art: Klosterbibliothek (Trappisten)
Architekt: Nicolas Lenoir
Fertiggestellt/Eröffnet: 1772
Verlag: Helio Jean Bernard / Cliché F. de Bertier
Signatur: 13
Bemerkung: Kupfertiefdruck
Datierung (Karte): ca. 1930er Jahre

Das Kloster Cîteaux in Burgund, gegründet im Jahr 1098 von dem Benediktiner-Mönch Robert von Molesme, ist das Mutterkloster des Zisterzienserordens. Dessen Name leitet sich von Cistercium (lateinisch für Cîteaux) ab. Bernhard von Clairvaux trat im Jahr 1112 in das Kloster ein und blieb drei Jahre lang, bevor er ausgesandt wurde, um das Kloster Clairvaux zu gründe. Im Kunstmuseum von Dijon befindet sich noch eine Trinkschale aus Messing, die Bernhard während seiner Zeit in Cîteaux benutzt habe soll (Coupe dite de saint Bernard). Das Kloster wurde während der französischen Revolution enteignet und verkauft, darunter auch die über 10.000 Bände der Klosterbibliothek. Beim Abtransport der Bücher nach Dijon soll laut Aussage eines Zeitzeugen auch Napoleon Bonaparte mitgewirkt haben. In der Folge wurden die meisten der mittelalterlichen Gebäude zerstört; heute ist aus dieser Zeit nur noch die 1509 fertiggestelle Bibliothek erhalten. Der auf dieser Karte abgebildte Bibliotheksraum hat jedoch nichts mit dem erhaltenen spätgotischen Bibliotheksgebäude zu tun, sondern befindet sich im Bâtiment Lenoir. Dieses imposante klassizistische Gebäude stammt aus den Jahren 1760-1772 und war Teil eines äußerst ambitionierten Projekts des Architekten Samson-Nicolas Lenoir (1733-1810), das die gesamte Klosteranlage vermutlich „in eine Art klösterliches Versailles“ (David N. Bell) umgewandelt hätte, wenn es nicht schon 1776 aufgegeben worden wäre. Bei den Mönchen, die hier gerade mit dem Ordnen der Bücher beschäftigt sind, handelt es sich um Trappisten, die im Jahr 1898 die Abtei wiederbesiedelten.

Link: Ancienne abbaye de Cîteaux à Saint-Nicolas-lès-Cîteaux

Cerniat: Kartause La Valsainte

Cerniat: Kartause La Valsainte, Bibliothek
Cerniat_Kartause_La_Valsainte_Bibliothek_r Ort: Cerniat (Schweiz)
Art: Klosterbibliothek (Kartäuser)
Verlag: Photo-Hall Glasson
Fotograf: Simon Glasson
Signatur: 3015
Datierung (Karte): vor 1939
Datierung (Foto): vor 1933

Die Kartause „La Valsainte“ bei Cerniat im Herzen des Javrotals im Schweizer Kanton Freiburg geht auf eine Gründung des 13. Jahrhunderts zurück. Der Name lautete ursprünglich Val de tous les Saints (Tal aller Heiligen). Nach einer wechselvollen Geschichte wurde das Kloster im Jahr 1778 mit Billigung des Papstes aufgehoben, die Mönche siedelten nach La Part-Dieu bei Bulle über. Fast hundert Jahre später konnte das Kloster von den Kartäusern zurückerworben werden. Die heutigen Gebäude stammen hauptsächlich aus dem 17. Jahrhundert und dem Ende des 19. Jahrhunderts. In den 1970er Jahren wurde die Kirche renoviert, dabei wurde das rautenförmige Parkett in die Bibliothek verlegt (auf dieser Karte ist noch der ursprüngliche einfache Holzfußboden zu sehen). 2006 musste ein Teil der Gebäude abgerissen werden, da ein Hang ins Rutschen geraten war. Wie alle Kartäuserkloster kann die Kartause La Valsainte nicht besichtigt werden, da die Mönche sich einem zurückgezogenen Leben gewidmet haben. Im Heimatmuseum von Charmey kann jedoch im Saal „La Valsainte“ eine original möblierte Zelle des Klosters besichtigt werden.

Das Foto stammt von Simon Glasson (1882 – 1960), der zunächst als Amateurfotograf tätig war und 1921 ein Fotostudio in Bulle eröffnete. Bis 1950 gab er eine große Zahl von Ansichtskarten heraus, darunter viele Ansichten alpiner Landschaften. 2002 wurde das von ihm gegründete Unternehmen Photo-Hall geschlossen, der Nachlass befindet sich heute im Musée gruérien in Bulle.

Link: Peter F. Kopp: LaValsainte (Historisches Lexikon der Schweiz)
Link: Musée gruérien – Sammlung Glasson
Link: Ein Tag im Leben der Kartäuser von La Valsainte (Video von 1961)

Augustiner-Chorherrenstift Vorau

Augustiner-Chorherrenstift Vorau - Bibliothekssaal
Augustiner-Chorherrenstift Vorau Bibliothek r Ort: Vorau
Art: Klosterbibliothek (Augustiner-Chorherren)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1731 / 1767
Verlag: Alexander Raza / PLW [= P. Ledermann Wien]
Signatur: 25251
Gelaufen: 1921

Das Augustiner-Chorherrenstift Vorau geht auf eine Gründung aus dem Jahr 1163 zurück. In dieser Zeit liegen auch die Anfänge der Klosterbibliothek. Im Jahr 1237 kam es zu einem großen Brand des Stifts. Dabei kam der Propst Bernhard II. ums Leben, als er Urkunden, Handschriften und sonstige Wertgegenstände aus dem Fenster der Sakristei warf, um sie vor den Flammen zu retten. Im 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts erfuhr die Bibliothek bedeutende Zuwächse. In den Jahren 1680 bis 1730 wurde die alte Prälatur durch zwei neue Flügel ersetzt; im Nordtrakt des Prälaturtraktes wurde ein 27 Meter langer, zwei Stockwerke hoher Bibliothekssaal eingerichtet, der von manchen für den schönsten Österreichs gehalten wird. Die Bücherschränke stammen aus dem Jahr 1767. Stift Vorau überstand die Klosteraufhebungen unter Joseph II. und ist heute das einzige noch bestehende Chorherrenstift in der Steiermark. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Chorherren von den Nazis vertrieben, das Gebäude enteignet und zu einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (NAPOLA) zweckentfremdet. Aus der Bibliothek wurden 1945 5000 Inkunabeln, Urkunden und Bücher entwendet, über ihren Verbleib ist zum Teil bis heute nichts bekannt. Nach dem Krieg kehrten die Chorherren in das zerstörte Stift zurück und begannen mit dem Wiederaufbau, der sich bis in die 1960er Jahre hinzog. Heute umfasst die Sammlung 416 Handschriften, 206 Inkunabeln und ca. 40.000 gedruckte Bücher. Zu den Schätzen zählt unter anderem die sog. „Vorauer Handschrift“, eine mittelalterliche Sammelhandschrift aus dem 4. Viertel des 12. Jahrhunderts. Im Vordergrund der Ansichtskarte sieht man ein Globenpaar (Himmels- und Erdglobus) von Vincenzo Maria Coronelli aus dem Jahr 1688 sowie an der Rückwand einen von zwei Parabolspiegeln, die als Schallmuscheln bzw. Sprechmuscheln leises Flüstern auf der gegenüberliegenden Seite hörbar machten.

Link: Vorauer Handschrift (StAV-Ms 276, Digitalisat)

Stift Schlierbach: Bibliothek

Stift Schlierbach: Bibliothek
stift schlierbach bibliothek r Ort: Schlierbach
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Carlo Antonio Carlone
Fertiggestellt/Eröffnet: 1712
Signatur: 1252
Bemerkung: Korrespondenz-Karte
Datierung (Karte): um 1900
Gelaufen: 1919

Die Bibliothek in der Zisterzienser-Abtei Schlierbach wurde 1712 von dem italienischen Baumeister Carlo Antonio Carlone erbaut. Auf kreuzförmigem Umriss erhebt sich der barocke Prunkraum mit umlaufender Galerie auf korinthischen Holzsäulen, die vermutlich von dem Linzer Baumeister Johann Michael Prunner stammt. Den Raum ziert ein Deckenfresko eines unbekannten Malers mit verschiedenen Szenen aus der Bibel und den Apokryphen, darunter Salomon und die Königin von Saba mit dem Vers aus Sprüche 9, 1: „Sapientia aedivicavit sibi domum“ („Die Weisheit hat ihr Haus gebaut“).

Link: Stift Schlierbach

Teplá: Stift Tepl

Stift Tepl (Teplá), Klosterbibliothek
Stift_Tepl_Bibliothek_r Ort: Teplá
Art: Klosterbibliothek (Prämonstratenser)
Baustil: Neobarock
Architekt: Josef Schaffer
Fertiggestellt/Eröffnet: 1905
Verlag: Böhmerwald-Ansichtskarteverlag Foto Wolf
Signatur: 1274
Datierung (Karte): ca. 1935

Die im 13. Jahrhundert gegründete Prämonstratenser-Abtei Tepl war im 16. Jahrhundert ein Zentrum der Gegenreformation in Böhmen. Nach zahlreichen Bränden, Zerstörungen und Plünderungen (unter anderem während des 30-jährigen Krieges) wurde das Kloster gegen Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts umfassend um- und ausgebaut. Die prachtvolle Klosterbibliothek wurde in den Jahren 1902 bis 1905 nach Plänen des Architekten Josef Schaffer (1862-1938) im neobarocken Stil erbaut. Sie überstand die beiden Weltkriege unbeschadet, erlitt aber in den 1950er Jahren etliche Verluste, als unter der kommunistischen Regierung religiöse Werke aus Bibliotheken gestohlen oder vernichtet wurden.

Link: Teplá – Prämonstratenserkloster

Roncesvalles: Klosterbibliothek

Roncesvalles: Klosterbibliothek
roncesvalles-klosterbibliothek_r Ort: Roncesvalles
Art: Klosterbibliothek (Augustiner)
Fertiggestellt/Eröffnet: Ende 19. Jahrhundert
Gelaufen: 1922

Der in den Pyrenäen gelegene Ort Roncesvalles ist eine wichtige Pilgerstation am Jakobsweg. Das Augustinerkloster wurde im Jahr 1132 gegründet, angegliedert war ein Pilgerhospiz. Aus der Gründungszeit des Klosters ist wenig erhalten. Die Stiftskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Bibliothek und Museum sind in einem Bau vom Ende des 19. Jahrhunderts untergebracht. Die Bibliothek umfasst 15.000 Bände und ist nicht öffentlich zugänglich.

Link: Bruderschaft Santa Maria de Roncesvalles

Abtei Grimbergen

Abtei Grimbergen, Bibliothek
grimbergen_r Ort: Grimbergen
Art: Klosterbibliothek (Prämonstratenser)
Fertiggestellt/Eröffnet: ca. 1840
Person: John Leslie (1527-1596)
Verlag: Phototypie Belge (PhoB)
Signatur: 11
Datierung (Karte): 1941-1950 (ca.)

Die Abtei Grimbergen geht auf eine Gründung im 12. Jahrhundert zurück und ist das älteste noch bewohnte Prämonstratenserkloster Belgiens. Es wurde im Lauf der Geschichte mehrfach zerstört und wiederaufgebaut. Die Abteikirche aus dem 17. Jahrhundert ist ein hervorragendes Beispiel der Barockarchitektur in den Niederlanden. Der Trakt, in dem sich die Bibliothek befindet, stammt vermutlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (1840). Links im Bild ist ein an der Wand lehnender Stein zu sehen, laut Aufschrift auf der Rückseite der Karte der Grabstein von Bischof Leslôeus, Beichtvater der schottischen Königin Maria Stuart. Damit dürfte wohl John Leslie (auch John Lesley) gemeint sein, der 1596 in einem Kloster in der Nähe von Brüssel starb.

Link: John Lesley

Bornem: Abtei Sankt Bernhard

Bibliotheek van de Sint-Bernardusabdij te Bornem
bornem_r Ort: Bornem
Art: Klosterbibliothek (Zisterzienser)
Architekt: Joseph Schadde
Fertiggestellt/Eröffnet: 1872
Verlag: Nels
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

 Die Abtei Sankt Bernhard in Bornem ist der Rechtsnachfolger der Zisterzienserabtei St. Bernhard an der Schelde in Hemiksem, die im Zuge der Französischen Revolution aufgelöst wurde. Die Zisterziensermönche kauften das ehemalige Dominikanerkloster in Bornem im Jahr 1836, bauten eine neue Kirche und richteten schrittweise die alten Klostergebäude wieder her. Der Bibliothekstrakt wurde 1872 nach Entwürfen des Architekten Joseph Schadde (1818-1894) fertiggestellt. Es ist eine der bedeutendsten Bibliotheken für das kulturelle Erbe der Provinz Antwerpen. Die Ansichtskarte zeigt noch den ursprünglichen Zustand des Raums mit den beiden Reihen durchlaufender hölzerner Lesepulte, auf denen man die schweren Folianten ablegen konnte.

Link: Bibliothek der Abtei Sankt Bernhard in Bornem

Ligugé: Abtei Saint-Martin

Ligugé: Abtei Saint-Martin, Bibliothèque
liguge r Ort: Ligugé
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Fertiggestellt/Eröffnet: Ende 19. Jahrhundert
Person: Martin von Tours
Fotograf: Jules Robuchon (1840-1922)
Datierung (Karte): 1911-1920 (ca.)

Die Abtei geht auf eine Gründung durch den heiligen Martin von Tours aus dem Jahr 361 zurück und gilt damit als erstes Kloster des Abendlandes. Im 17. und 18. Jahrhundert gehörte das Kloster den Jesuiten. Nach der Verstaatlichung während der Französischen Revolution wurde der Komplex 1852 vom Bischof von Poitiers erworben und ein Benediktinerkloster eingerichtet. Die Bibliothek wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und umfasst an die 300.000 Bände.

Link: Abbaye Saint-Martin de Ligugé

Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald

Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald, BIbliothek
st peter schwwarzwald r Ort: St. Peter
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Baustil: Rokoko
Architekt: Peter Thumb
Fertiggestellt/Eröffnet: 1752
Verlag: Verlag Karl Alber
Signatur: 5500
Datierung (Karte): 1950-1955 (ca.)

Das Benediktinerkloster St. Peter auf dem Schwarzwald geht auf eine Gründung des 11. Jahrhunderts zurück. Die barocke Klosterkirche aus den 1720er Jahren stammt von Peter Thumb, der auch die 1752 fertiggestellte prächtige Rokoko-Bibliothek mit Deckengemälden von Benedikt Gambs entwarf. Im Zuge der Säkularisation wurde die Abtei 1806 aufgelöst, heute wird sie als Geistliches Zentrum der Erzdiözese Freiburg genutzt.

Link: Kloster St. Peter im Schwarzwald auf der Seite „Klöster in Baden-Württemberg“