Barcelona: Palau Reial de Pedralbes

Barcelona Palau Reial de Pedralbes Biblioteca

Barcelona Palau Reial de Pedralbes Biblioteca r

Ort: Barcelona (Spanien)
Art: Schlossbibliothek
Baustil: Historismus / Neorenaissance
Architekt: Eusebi Bona und Francesc de Paula Nebot
Fertiggestellt/Eröffnet: 1924
Person: Charles Deering
Verlag: Àngel Toldrà Viazo (A.T.V.)
Signatur: 15
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Der Königliche Palast von Pedralbes (Palau Reial de Pedralbes, Palacio Real de Pedralbes) diente zwischen 1919 und 1931 als Residenz der spanischen Königsfamilie während ihrer Aufenthalte in der Stadt. Eusebi Güell, ein katalanischer Unternehmer und Mäzen, hatte das Anwesen 1918 der Königsfamilie geschenkt, als Dank dafür, dass König Alfons XIII. ihn in den Adelsstand erhoben hatte. In den Jahren 1919 bis 1924 wurde das Gebäude zu einem Palast umgebaut und um zwei Seitenflügel erweitert. Im linken Flügel befindet sich die Bibliothek, ausgestattet mit Eichenmöbeln und erhellt von großen Fenstern, die einen schönen Blick auf den daruntergelegenen Schloßgarten bieten.

Das Prunkstück des Raumes, ein monumentaler gotischer Kamin aus dem 15. Jahrhundert, weist eine interessante Geschichte auf. Ursprünglich schmückte er das Stadtpalais der einflussreichen Familie Ximénez de Aragüés in Jaca, einer Stadt im Norden Spaniens (Aragonien). Anfang des 20. Jahrhunderts erwarb ihn der amerikanische Industrielle und Kunstsammler Charles Deering. In Sitges, unweit von Barcelona, liess er sich ein prunkvolles palastartiges Museum einrichten, den Palau Maricel. Dieser sollte seine umfangreichen Sammlungen beherbergen und zu einer Art internationalem Kunstzentrum werden. Dabei beriet ihn der Ingenieur und Kunstkritiker Miquel Utrillo (der übrigens der Adoptivvater des französischen Malers Maurice Utrillo war). 1915 wurde der Kamin im Salón de Oro aufgestellt, in Nachbarschaft von Werken so bedeutender Künstler wie El Greco, Velázquez oder Goya.

Der Kamin war jedoch nur wenige Jahre Zeuge der schillernden Gesellschaften, die Deering im Palau Maricel für Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle aus aller Welt gab, denn 1921 kehrte er, nachdem er sich mit Utrillo überworfen hatte, mit einem Großteil seiner Sammlungen in die Vereinigten Staaten zurück. Ob Deering selbst oder Eusebi Güell den Kamin dem König schenkte, ist nicht bekannt, jedenfalls wurde der Kamin 1926 im Palast von Pedralbes aufgestellt. Der Palast ist heute offizieller Sitz der Mittelmeerunion und beherbergt zwei Museen. Leider kann die Bibliothek nicht besichtigt werden.

Link: Valentín Mairal López: La Chimenea Gótica de los Ximénez de Aragüés de Jaca

Figueres: Biblioteca Popular

Figueres: Biblioteca Popular (Public Library)
Figueres_Biblioteca_Popular_r Ort: Figueres (Spanien)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Noucentisme
Architekt: Ricard Giralt i Casadesús
Fertiggestellt/Eröffnet: 1922
Fotograf: J. Tort
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Zu Beginn des 20 Jahrhunderts wurde in Katalonien ein Netz von Volksbibliotheken nach dem Vorbild der USA und Großbritanniens geschaffen. Dies geschah vor dem Hintergrund des „Katalanismus“ – einer kulturellen und politischen Strömung, die auf eine stärkere Eigenständigkeit Kataloniens abzielte. Die 1914 gegründete „Manocomunitat de Catalunya“ („Commonwealth of Catalonia“), eine Verwaltungsgemeinschaft von vier katalanischen Provinzen, die vor allem auf dem Gebiet der Kulturpolitik tätig war, beauftragte den Schriftsteller und Intellektuellen Eugeni d’Ors mit der Leitung des Projekts. Die Volksbibliotheken sollten ursprünglich von dem modernistischen Architekten Josep Azemar Pont entworfen werden, der jedoch 1914 bei einem Unfall ums Leben kam. Daraufhin wurde das Projekt an Ricard Giralt i Casadesús vergeben, einen Vertreter des Noucentisme (der katalanischen Form des Neoklassizismus). Der Grundstein für die Bibliothek in Figueres wurde im Dezember 1918 auf einem Grundstück an der Carrer Ample gelegt, wo sich früher ein Gefängnis befunden hatte. 1922 wurde das Gebäude fertiggestellt. 1969 wurde sie nach dem Dichter und Journalisten Carles Fages de Climent (1902-1968) benannt; 2000 bezog sie ein neues Gebäude an der Plaça del Sol. Das alte Gebäude der Bibliothek beherbergt heute das Stadtarchiv (Arxiu Històric Municipal de Figueres).

Link: La biblioteca popular

Tarragona: Colegio de Jesús-Maria

Tarragona: Colegio de Jesús-Maria, Bibliothek
Colegio de Jesús-Maria Tarragona Biblioteca r Ort: Tarragona
Art: Schulbibliothek
Architekt: Ignasi Jordà i Arnalich
Fertiggestellt/Eröffnet: 1858
Verlag: Fototipia Thomas
Signatur: 9716
Datierung (Karte): ca. 1911-1920

Das Colegio de Jesús-Maria war eine Mädchenschule, die 1857 von Nonnen der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare gegründet wurde. Diese Ordensgemeinschaft (spanisch Misioneros del Sagrado Corazón) war 1854 von dem französischen Priester Jules Chevalier gegründet worden. Ihr Schulprofil lautete „Sensibel werden für Gott, die eigene Würde und Berufung sowie für den Anderen, besonders den Schwächeren.“ 1858 wurde in der Calle Méndez Núñez in Tarragona ein Schulgebäude nebst einer Kapelle erbaut, Architekt war Ignasi Jordà Arnalich. Letztere wurde 20 Jahre später durch eine größere neogotische Kapelle ersetzt. Nach dem Weggang der Nonnen aus Tarragona wurde die Schule 1978 abgerissen, heute steht nur noch die Kapelle. In ihr befindet sich ein Altar des bekannten spanischen Architekten Antoni Gaudí, den er noch als Student entwarf.

Link: Església de Jesús i Maria
Link: El santuario de Nuestra Señora del Sagrado Corazón

Biblioteca Museu Víctor Balaguer

Biblioteca Museu Víctor Balaguer
villanova_r Ort: Vilanova i la Geltrú
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Eklektizismus
Architekt: Jeroni Granell
Fertiggestellt/Eröffnet: 1884
Person: Víctor Balaguer (1824 -1901)
Verlag: R. Olivella
Signatur: 24
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

 Der spanische Dichter und Historiker Víctor Balaguer (1824 -1901), ein Vertreter der Katalanischen Renaissance, ließ Ende des 19. Jahrhunderts in Vilanova i la Geltrú ein Museums- und Bibliotheksgebäude erbauen, um seine Sammlung an Büchern und Kunstwerken sowie seine ethnografische Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das von dem Architekten Jeroni Granell entworfene eklektizistische Gebäude war eines der ersten eigens für diesen Zweck erbauten Gebäude Kataloniens und erinnert an einen klassischen Tempel. Die beiden symmetrischen an den von einer Kuppel bekrönten Mittelteil anschließenden Flügel waren für das Museum bzw. die Bibliothek vorgesehen. Typisch für die Architektur der Zeit sind Ornamente, die an griechische und ägyptische Vorbilder anknüpfen.  Die Sammlungen wurden im Lauf der Jahre durch zahlreiche Ankäufe und Schenkungen erweitert.

Link: Biblioteca Museu Víctor Balaguer (Flyer)