Versailles: Bibliothèque municipale

Versailles: Bibliothèque municipale, Salle des Traités

Versailles Bibliotheque municipale r

Ort: Versailles (Frankreich)
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Louis-quinze (?)
Architekt: Jean-Baptiste Berthier
Fertiggestellt/Eröffnet: 1762
Person: Étienne-François de Choiseul
Verlag: Cliché Petermin
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpften bekanntlich von 1775 bis 1783 die Dreizehn Kolonien gegen die britische Kolonialmacht. Frankreich spielte auf Seiten der Aufständischen eine wichtige Rolle. Beendet wurde der Krieg durch den Frieden von Paris, der am 3. September 1783 unterzeichnet wurde, und zwar in einem Gebäude in Versailles, das im Jahr 1762 im Auftrag von Étienne-François de Choiseul erbaut worden war, der unte Ludwig XV. französischer Außenminister war. Das Gebäude beherbergte ursprünglich neben dem Außen- auch das Marineministerium (Hôtel des Affaires étrangères et de la Marine). Während der französischen Revolution wurden die Ministerien nach Paris verlegt, das Gebäude seitdem für verschiedene andere Zwecke genutzt, zum Beispiel als Pfandleihhaus, Sparkasse und Zeichenschule, sowie durch die 1803 gegründete öffentiche Bibliothek. Seit 1996 wird das denkmalgeschützte Gebäude ausschließlich von der Bibliothek genutzt, die heute über ca. 700.000 Bände verfügt.

Die Karte zeigt die Salle des Traités, den Saal, in dem der Frieden von Paris unterzeichnet wurde. Er ist Teil einer Raumflucht, die ursprünglich das Archiv des Außenministeriums enthielt (Galerie des Archives). Die Ausstattung ist noch original erhalten, darunter Supraporten mit Darstellungen europäischer Hauptstädte (in diesem Fall Madrid) sowie Gemälde von Jean Jacques Bachelier mit Allegorien der Erdteile.

Link: Versailles – Bibliothèques municipales – Histoire et patrimoine

Paris: Musée Guimet

Paris Musee Guimet Bibliotheque
Paris Musee Guimet Bibliotheque r Ort: Paris
Art: Museumsbibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Jules Chatron
Fertiggestellt/Eröffnet: 1889
Person: Émile Guimet
Verlag: Levy & Neurdein Reunis
Signatur: 2
Datierung (Karte): nach 1919

Das Musée Guimet ist ein Museum für asiatische Kunst, das auf den Industriellen und Forchungsreisenden Émile Guimet (1836-1918) zurückgeht. Guimet stammte aus Lyon, sein Vater war Chemiker und hatte ein Verfahren zur künstlichen Herstellung von Ultramarinblau entwickelt. Émile studierte ebenfalls Chemie und stieg zunächst in die Firma seines Vaters ein, interessierte sich jedoch mehr für Kunst und Musik und unternahm mehrere Forschungsreisen in den Fernen Osten, wo er sich mit religionsgeschichtlichen Studien beschäftigte. Von diesen Reisen brachte er zahlreiche Kunstschätze mit, die 1879 in Lyon in einem Museum ausgestellt wurden, das der mit Guimet befreundete Lyoner Architekt Jules Chatron entworfen hatte. 1889 verlegte Guimet den größten Teil der Sammlung nach Paris. Das neue Museum im 16. Arrondissement wurde nach denselben Plänen wie das in Lyon gebaut, das Kernstück bildete die Rotunde der Bibliothek. Hier wurden ab 1891 auch buddhistische Zeremonien abgehalten, und am 13. März 1905 fand in der Rotunde eine besondere Tanzdarbietung statt: eine gewisse Lady MacLeod, die angab, aus Indien bzw. Indonesien zu stammen, bot auf Einladung von Guimet vor einem ausgesuchten Publikum vermeintliche indische Tempeltänze dar. In Wahrheit stammte die Tänzerin aus Leeuwarden in den Niederlanden, was jedoch erst später bekannt wurde. Der Auftritt in der Bibliothek des Musée Guimet markierte den Beginn ihrer Karriere – seit diesem Tag nannte sie sich Mata Hari.

Link: Musée Guimet – La bibliothèque historique

Paris: La Maison de Santé du Docteur Bonnet

Paris_La_Maison_de_Sante_du_Docteur_Bonnet
Paris_La_Maison_de_Sante_du_Docteur_Bonnet_r Ort: Paris
Art: Krankenhaus
Fertiggestellt/Eröffnet: 1903
Person: Charles Bonnet
Beschrieben: 1917

Die Karte zeigt die Bibliothek einer Nervenheilanstalt, die zu Beginn des 20. Jahrunderts von den Ärzten Charles Bonnet (1872-1919) und Albert Logez-Duc in einem Palais aus dem 18. Jahrhundert in der Rue de la Chaise im 7. Arrondissement von Paris eingerichtet wurde. Charles Bonnet, auch Bonner oder Bonnier, ist nicht zu verwechseln mit dem Genfer Biologen und Philosophen gleichen Namens, auf den die Entdeckung der Parthenogenese zurückgeht. Das „Hôtel de Vaudreuil“ hatte zuvor zahlreiche verschiedene Besitzer. Erbaut vor 1780 für den Adligen Gaillard de Beaumanoir, wurde es nach dessen Tod von Joseph Hyacinthe François de Paule de Rigaud, Graf von Vaudreuil, erworben. 1803 kam das Palais in den Besitz von Elisa Bonaparte, der Schwester Napoleons, die es umbauen ließ und darin einen literarischen Salon unterhielt. Als sie 1805 ihrem Mann in die Toskana folgte, nutzte Napoleon es kurzzeitig als Gästehaus. Danach gehörte es dem italienischen General Fürst Francesco Aldobrandini Borghese, danach dem Militär und Politiker Emmanuel de Crussol d’Uzès, von dem es 1878 seine Tochter Mathilde Renée erbte. In der Folge wurde es an eine Religionsgemeinschaft vermietet, bevor schließlich 1903 (oder 1906) die „Maison de Santé du Docteur Bonnet“ dort eingerichtet wurde. Im ersten Weltkrieg diente die Klinik als Militärkrankenhaus, zuerst für kanadische, dann für schottische Soldaten. In den 1960er Jahren konnte ein drohender Abriß des Gebäudes durch das Engagement verschiedener Vereine verhindert werden. Heute existiert es in größtenteils veränderter Form; nur zwei Räume im Inneren zeugen noch von der Zeit Ludwigs XV. und Ludwigs XVI.

Link: La Maison de Santé du Docteur Bonnet

Schloss Malmaison

Schloss Malmaison - Bibliothek (Charles Percier und Pierre-François-Léonard Fontaine)
Malmaison-Bibliotheque_r Ort: Rueil-Malmaison
Art: Privatbibliothek
Baustil: Empire
Architekt: Charles Percier und Pierre-François-Léonard Fontaine
Fertiggestellt/Eröffnet: 1800
Person: Napoleon Bonaparte
Verlag: Edition S. I. C.
Signatur: 7
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Gebäude stammt von Anfang des 17. Jahrhunderts. Unter Napoleon, der hier während seiner Zeit als Konsul mit seiner Frau Joséphine de Beauharnais zeitweise lebte, wurde es grundlegend umgestaltet. Dafür wurden die beiden jungen Architekten Percier und Fontaine beauftragt, die in Italien die klassische Architektur studiert hatten. Die Bibliothek entstand 1800 durch die Zusammenlegung dreier kleinerer Räume, die Schächte der Küchenabzüge wurden durch Spiegel und Mahagonisäulen verkleidet. Die Bücherschränke enthielten ursprünglich mehr als 4000 Bücher, außerdem sammelte Napoleon hier seine 750 Orden.

Link: History of the Château de Malmaison

Dampierre-en-Yvelines: Schloss Dampierre

Dampierre-en-Yvelines: Schloss Dampierre, Bibliothek
Dampierre-en-Yvelines Schloss Dampierre r Ort: Dampierre-en-Yvelines
Art: Schlossbibliothek
Person: Honoré Théodoric d’Albert de Luynes
Verlag: A. Bourdier
Signatur: 53
Datierung (Karte): vor 1909

Schloss Dampierre (Château de Dampierre) ist eines der größten französischen Schlösser im Privatbesitz. Charles Honoré d’Albert, ein Vertrauter und Berater von Ludwig XIV., ließ es ab 1675 nach Plänen des Architekten Jules Hardouin-Mansart errichten; seitdem befindet es sich im Besitz der Familie d’Albert de Luynes. Die Bibliothek der Herzöge von Luynes geht auf Marie de Rohan-Montbazon (1600-1679) zurück, die für ihre Liebessaffären berühmt war und als Figur im Roman „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas Eingang in die Literatur fand. Dem 6. Herzog von Luynes gelang es, die Bibliothek unbeschadet durch die Französische Revolution zu bringen; er selbst war zwar 1793 verhaftet worden, kam aber auf Betreiben der Einwohner von Dampierre wieder frei und lebte die Jahre darauf unbehelligt in seinem Schloss. Im 19. Jahrhundert ließ der 8. Herzog, Honoré Théodoric d’Albert de Luynes, ein bekannter Archäologe und Numismatiker, Teile des Schlosses durch den Architekten Félix Duban restaurieren. Die Bibliothek, eine der bedeutendsten Privatbibliotheken Frankreichs, wurde 2013 bei Sotheby’s versteigert.

Link: Le trésor du château de Dampierre aux enchères (Le Figaro, 25.01.2013)
Link: Sotheby’s – Bibliothèque des ducs de Luynes, Château de Dampierre

Cité Internationale Universitaire de Paris

Cité Internationale Universitaire de Paris: Maison Internationale, Bibliothèque
Paris_Cite_Internationale_Universitaire_ Bibliotheque_r Ort: Paris
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Jean Frédéric Larson
Fertiggestellt/Eröffnet: 1936
Person: John D. Rockefeller, Jr.
Verlag: Draeger
Signatur: 12
Gelaufen: 1952

Die Cité Internationale Universitaire de Paris (C.I.U.P.) ist eine internationale Studentensiedlung in Paris, die aus mehreren Häusern verschiedener Baustile besteht, die jeweils einer Nation zugeordnet sind. Mit der 1925 gegründeten CIUP war der Gedanke des internationalen Austauschs und der Völkerfreundschaft verbunden. Die Karte zeigt die Bibliothek des Hauptgebäudes, des „Maison Internationale“, das auch weitere Einrichtungen wie zum Beispiel Theater, ein Schwimmbad sowie Restaurants enthält. Die Pläne für das Maison Internationale entwarf ursprünglich der französische Architekten Lucien Bechmann, von dem das Gesamtkonzept für die C.I.U.P. stammt; der Auftrag ging jedoch schließlich an den US-amerikanischen Architekten Jean Frédéric Larson, auf Betreiben des Philanthropen John D. Rockefeller, Jr., mit dessen Mitteln das Gebäude 1936 erbaut wurde. Das Äußere erinnert an ein französisches Renaissance-Schloss, die Bibliothek ist stilistisch jedoch eher an den Klassizismus angelehnt und erinnert unter anderem an die Trinity Library von Christopher Wren in Cambridge. Die Bibliothek ist eine Referenzbibliothek mit dem Schwerpunkt auf Französischer Kultur, sie ist auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Link: Know the Library – Cité internationale universitaire de Paris

Bouffémont: Le Collège féminin

Bouffemont: Le Collège féminin, bibliothèque
bouffemont_r Ort: Bouffémont
Art: Schulbibliothek
Baustil: Art déco
Architekt: Maurice Boutterin
Fertiggestellt/Eröffnet: 1930
Verlag: Imp. Georges Lang / Procédé Hélios-Archereau
Datierung (Karte): 1931-1940

1930 wurde unweit Paris eine Privatschule für Töchter der Pariser und internationalen Hautevolee eröffnet. Architekt des imposanten Art-déco-Gebäudes war Maurice Boutterin, der 1910 den Prix de Rome erhalten hatte. Die 20.000 Bände umfassende Bibliothek war neben ganzheitlichen Lehrmethoden ein Grund für das Renommee der Schule. 1938 wurde in dem College der Film „Le Paradis de Satan“ von Félix Gandéra gedreht.  Während des Krieges von deutschen Truppen besetzt, wurde das Gebäude 1950 in ein Sanatorium umgewandelt.

 Link: Bouffémont, un collège féminin