Stift Heiligenkreuz

Stift Heiligenkreuz - Bibliothek (Goldener Saal)
Stift Heiligenkreuz Bibliothek Goldener Saal r Ort: Heiligenkreuz (Österreich)
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1701
Verlag: Jos. Haasler
Signatur: 30
Bemerkung: Correspondenz-Karte
Datierung (Karte): um 1900

Stift Heiligenkreuz, romantisch inmitten des Wienerwalds gelegen, ist das älteste Zisterzienserkloster Österreichs. Es wurde im Jahr 1133 von Leopold III. gestiftet, der auch der Heilige, der Milde oder der Fromme genannt wird. Leopold stammte aus dem Haus der Babenberger, die im Mittelalter als Markgrafen und Herzöge in Österreich regierten, bevor die Habsburger an die Macht kamen. Zahlreiche Vertreter der Babenberger sind im Kapitelsaal von Stift Heiligenkreuz bestattet. Die Bibliothek des Stifts war schon früh von überregionaler Bedeutung; 1651 wurde ein großer Bibliothekssaal erbaut, der jedoch schon 1683 bei einem Überfall durch die Türken zerstört wurde, zusammen mit einem großen Teil der Buchbestände. Bei dem barocken Wiederaufbau wurde der ursprüngliche Bibliothekssaal in zwei Räumen unterteilt; in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Bibliothek um einige Säle im Nordtrakt erweitert, weitere kamen ab 1970 dazu. Die Karte zeigt den 1701 fertiggestellten Goldenen Saal, der seinen Namen von den goldenen Buchrücken der hier aufgestellten Bücher erhielt. Der Raum ist vollständig mit Fresken des Wiener Malers Carl Ritsch ausgestattet; darunter eine Allegorie der Weisheit sowie Allegorien auf die vier Fakultäten Medizin, Theologie, Justiz und Astronomie. Im Kloster Heiligenkreuz leben heute rund 100 Mönche; außerdem befindet sich hier die Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. sowie in unmittelbarer Nähe das Priesterseminar Leopoldinum. Die Bibliothek umfasst heute etwa 75.000 Bände, darunter zahlreiche Handschriften und Inkunablen.

Link: P. Paulus Nüss: Die Stiftsbibliothek Heiligenkreuz