Rotterdam: Gemeentebibliotheek

Rotterdam: Gemeentebibliotheek (1924) Rotterdam Gemeentebibliotheek r
Ort: Rotterdam
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Moderne (Amsterdamer Schule)
Architekt: D. B. Logemann
Fertiggestellt/Eröffnet: 1924
Verlag: Rembrandt Uitgevers Maatschappij
Datierung: ca. 1924

Das Gebäude der Stadtbibliothek Rotterdam am Nieuwe Markt 1 ist ein Beispiel für die sog. Amsterdamer Schule, einen niederländischen Architekturstil der klassischen Moderne bzw. des Expressionismus. Die 1924 eröffnete Bibliothek wurde von D. B. Logemann (1884-1964) entworfen, unter Mitarbeit von Nicolaas Lansdorp und Johannes Poot. Die Art Deco-Skulpturen an den Fassaden stammten von dem Bildhauer Joop van Lunteren, die Buntglasfenster von Jaap Gidding. Im Erdgeschoss befanden sich Ausleihe, Katalograum und Zeitschriftenlesesaal, im ersten Stock die Lesesäle. Das Magazin befand sich im Untergeschoss. Die Bibliothek war eines der wenigen Gebäude, die den Luftangriff auf Rotterdam vom 14. Mai 1940 relativ unbeschadet überstanden. Nach Kriegsende hatte hier Willem Gerrit Witteveen sein Büro, der mit einem Team den Wiederaufbau der Stadt plante. Als 1983 die Bibliothek ein neues Gebäude in der Nähe bezog, beherbergte es bis 1989 das Nationale Schulmuseum. Heute gehört es zum Erasmus University College (EUC), einem College der Erasmus-Universität. Dafür wurde es im Inneren modernisiert (Architekt: Erick van Egeraat).

Link: Erasmus University College – Historic Building

Stockholm: Stockholms stadshus

Stockholm: Stockholms stadshus - Bibliothek
Stockholm Stadshus Bibliothek r Ort: Stockholm
Art: Ratsbibliothek
Baustil: Nationalromantik
Architekt: Ragnar Östberg
Fertiggestellt/Eröffnet: 1923
Verlag: FRAM
Signatur: 22
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Rathaus von Stockholm befindet sich in prominenter Lage an der Spitze der Insel Kungsholmen, einem der zentralen Stockholmer Stadtbezirke. Nähert man sich Stockholm vom Mälarsee aus, sieht man schon von weitem das markante Gebäude mit dem 106 m hohen Turm. Es wurde in den Jahren 1911 bis 1923 gebaut und gilt als Hauptwerk des schwedischen Architekten Ragnar Östberg (1866-1945). Stilistisch steht es am Übergang der schwedischen Nationalromantik zum Klassizismus der 1920er-Jahre („Swedish grace“). Mit seiner Lage am Wasser, dem Turm und den Arkaden weist der Bau aber auch Parallelen zu Venedig auf. Im Inneren befinden sich prächtig ausgestattete Räume wie der Goldene Saal, die Prinzengalerie und der Blaue Saal, in dem alljährlich das Bankett zu Ehren der Nobelpreisträger stattfindet. Der Architekturhistoriker Henry-Russell Hitchock bezeichnete das Stadshus als „überaus eklektizistische Verbindung von Elementen verschiedener Epochen der schwedischen und der europäischen Vergangenheit im allgemeinen.“ (Die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, Aries 1994, S. 528). Die Karte zeigt die Bibliothek des Stadtrats („Stadsfullmäktiges Bibliotek“).

Link: Stockholms stadshus (mit vielen historischen Fotos)

Portland: Reed College, Hauser Memorial Library

Portland (Oregon): Reed College, Hauser Memorial Library
Portland Oregon Reed College Hauser Memorial Library r Ort: Portland (Oregon)
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neogotik
Architekt: Pietro Belluschi
Fertiggestellt/Eröffnet: 1930
Signatur: VI B 184
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

Reed College, ein sog. liberal arts college, wurde 1908 gegründet. Zu den Gebäuden im Neu-Tudorstil zählt die 1930 eröffnete Bibliothek, die nach einem der Geldgeber, dem Hotelbesitzer und Bauunternehmer Eric V. Hauser (1864-1929) benannt wurde. Der ursprüngliche Plan stammte von dem Architekten A. E. Doyle und orientierte sich an der Laudian Library des St John’s College in Oxford, die dem kreuzförmigen Grundriss gotischer Kathedralen folgt. Nach dem Tod von Doyle übernahm der aus Italien stammende Architekt Pietro Belluschi die Arbeiten. Die Bibliothek wurde in den darauffolgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert.

Link: Restore Oregon: Reed College: 25 Years of Belluschi Designs

 

Manchester: Ashburne Hall

Manchester: Ashburne Hall - Library
Manchester Ashburne Hall Library r Ort: Manchester
Fertiggestellt/Eröffnet: 1925
Person: John Morley
Verlag: Marshall, Keene & Co.
Datierung (Karte): 1921-1930 (ca.)

Ashburne Hall ist eine Unterkunft für Studentinnen der Universität Manchester und befindet sich auf dem Fallowfield Campus. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1827 und war ursprünglich der Wohnsitz eines Baumwollhändlers, genannt „The Oaks“. Seit 1910 im Besitz der Universität, wurde Ashburne Hall in den folgenden Jahren umgebaut und erweitert. Der „Central block“ wurde 1924 erbaut, um die Privatbibliothek des bekannten Publizisten und Politikers John Morley aufzunehmen, der 1923 gestorben war und seine umfangreiche Bibliothek Ashburne Hall vermacht hatte.

Link: Historic England – Ashburne Hall
Link: John Morley, 1st Viscount Morley of Blackburn (Wikipedia)

Berlin: Preußische Staatsbibliothek, Orientalische Abteilung

Berlin: Preußische Staatsbibliothek,Lesesaal der orientalischen Abteilung
berlin_r Ort: Berlin
Art: Wissenschaftliche Universalbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1924
Person: Gotthold Eljakim Weil
Verlag: Albert Frisch
Signatur: 11
Datierung (Karte): ca. Mitte der 1920er Jahre

Die orientalische Abteilung der Preußischen Staatsbibliothek zu Berlin wurde 1918 gegründet und entwickelte sich bald zu einer weltweit anerkannten Sammlung handschriftlicher und gedruckter Werke in orientalischen Sprachen. Ihr erster Direktor war der deutsch-jüdische Islamwissenschaftler Gotthold Weil (1882-1960). Auf seine Initiative hin wurde am 15. Oktober 1924 der Lesesaal der orientalischen Abteilung eingeweiht. Im Nationalsozialismus als jüdischer Dozent in den Zwangsruhestand versetzt, wanderte Gotthold Weil 1935 nach Palästina aus, wo er Leiter der Nationalbibliothek an der Hebräischen Universität in Jerusalem wurde. Der Lesesaal der orientalischen Abteilung wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Link: Staatsbibliothek zu Berlin – Orientabteilung

Bouffémont: Le Collège féminin

Bouffemont: Le Collège féminin, bibliothèque
bouffemont_r Ort: Bouffémont
Art: Schulbibliothek
Baustil: Art déco
Architekt: Maurice Boutterin
Fertiggestellt/Eröffnet: 1930
Verlag: Imp. Georges Lang / Procédé Hélios-Archereau
Datierung (Karte): 1931-1940

1930 wurde unweit Paris eine Privatschule für Töchter der Pariser und internationalen Hautevolee eröffnet. Architekt des imposanten Art-déco-Gebäudes war Maurice Boutterin, der 1910 den Prix de Rome erhalten hatte. Die 20.000 Bände umfassende Bibliothek war neben ganzheitlichen Lehrmethoden ein Grund für das Renommee der Schule. 1938 wurde in dem College der Film „Le Paradis de Satan“ von Félix Gandéra gedreht.  Während des Krieges von deutschen Truppen besetzt, wurde das Gebäude 1950 in ein Sanatorium umgewandelt.

 Link: Bouffémont, un collège féminin

Edmonton: Public Library

Edmonton: Public Library
edmonton_r Ort: Edmonton
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Magoon & MacDonald
Fertiggestellt/Eröffnet: 1923
Verlag: Photogelatine Engraving Co., Ltd.
Signatur: 27
Datierung (Karte): 1920er Jahre (ca.)

Das Gebäude wurde von der Carnegie Corporation finanziert und 1923 eröffnet. Die Architekten waren George Heath MacDonald und H. A. Magoon. 1968 wurde es abgerissen, an der Stelle befindet sich heute das Telus Building (Telus Plaza). Links im Hintergrund sieht man das 1915 eröffnete Hotel Macdonald, ein Luxushotel im „Château-Stil“.

Link: Edmonton’s Architectural Heritage: Edmonton Public Library

Essen: Stadtbücherei

Essen: Stadtbücherei und Schauspielhaus essen_r
Ort: Essen
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Moderne
Architekt: Georg Metzendorf und Jacob P. Schneider
Fertiggestellt/Eröffnet: 1930
Signatur: 9274/6813
Bemerkung: Bromsilber-Imitation
Gelaufen: 1939

Das Gebäude in der damaligen Hindenburgstraße war gleichzeitig Eingang zum Schauspielhaus. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört.

Link: Geschichte der Stadtbibliothek Essen

Stockholm: Stadtbibliothek

 

Stockholm: Stadtbibliothek
stockholm stadtbibliothek r Ort: Stockholm
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Moderne
Architekt: Gunnar Asplund
Fertiggestellt/Eröffnet: 1928
Verlag: Axel Eliassons Kunstförlag
Signatur: 5440
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

Die Stadtbibliothek Stockholm wurde 1928 eingeweiht und gilt als eines der Hauptwerke des schwedischen Architekten Gunnar Asplund (1885-1940), eines der Pioniere der skandinavischen Moderne. Stilistisch steht sie am Übergang zwischen dem schwedischen Klassizismus der 1920er Jahre („Swedish grace“) und dem Funktionalismus. Die Gestaltung des Äußeren – eine große zentrale Rotunde, umgeben von einem rechteckigen Baukörper – spiegelte sich im Innern in Form des rechteckigen Ausleihschalters wieder, in dessen Mitte sich der zylinderförmige Bücheraufzug befand. Auf der Karte sind diese noch zu sehen, heute existieren sie nicht mehr. Kreis und Quadrat sind auch die bestimmenden Gestaltungselemente des Fußbodens, der vom Pantheon in Rom inspiriert ist.

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbibliothek_Stockholm

Los Angeles: Public Library

Los Angeles: Public Library
los angeles public library r Ort: Los Angeles
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Mediterranean Revival
Architekt: Bertram Goodhue
Fertiggestellt/Eröffnet: 1926
Verlag: Western Publishing & Novelty
Signatur: 153
Gelaufen: 1932

Das markante Gebäude wurde 1926 eröffnet, Architekt war Bertram Goodhue. Stilistisch ein Mix aus byzantinischen, ägyptischen, spanischen und modernen Elementen ist es dem in den 1920er und 30er Jahren populären „Mediterranean Revival“ zuzuordnen. 1986 zerstörten zwei große Feuer die Bibliothek und 400.000 Bücher. Bei der anschließenden Restaurierung wurden die Außenanlagen von dem Landschaftsarchitekten Lawrence Halprin wiederhergestellt bzw. neugestaltet.

Link: Los Angeles Public Library – Goodhue Building