Jesi: Biblioteca comunale Planettiana

Jesi: Biblioteca comunale Planettiana
Jesi Biblioteca comunale Planettiana r Ort: Jesi (Italien)
Art: Öffentliche Bibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1860
Person: Bernardo Pianetti
Verlag: Ditta Marani N. e Figli
Datierung (Karte): ca. 1910-1920

Die öffentliche Bibliothek von Jesi, einer kleinen Stadt in der Provinz Ascona in den Marken, wurde 1859 auf Betreiben des Marquis Angelo Ghislieri (1790-1861) gegründet. Seine Schenkung von 400 zum Teil wertvollen Büchern aus seinem Privatbesitz bildete den Grundstock der Sammlung. 1868 kamen ca. 6000 Bücher aus vier Ordensbibliotheken der Stadt hinzu. Eine bedeutende Erweiterung erhielt die Bibiothek 1906: Bernardo Pianetti, Sproß einer einflussreichen Adelsfamilie aus Jesi, vermachte ihr ca. 15.000 Bände aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. Diese Sammlug ging auf Giuseppe Pianetti zurück, der zwischen 1673 und 1709 Bischof von Todi war; erweitert wurde sie durch Bestände des Kardinals Gaspare Bernardo Pianetti (1780-1862), Bischof von Viterbo und Toscanella. Die öffentliche Bibliothek von Jesi war zunächst in der Chiesa di S. Floriano an der Piazza Federico II aufgestellt, die 1860 profaniert wurde. Später wurde sie in den Palazzo della Signoria, einen Renaissance-Palast an der Piazza Colocci, verlegt. Die Karte zeigt noch die ursprüngliche Aufstellung in der Chiesa di S. Floriano. Bei den beiden großen Globen handelt es sich um Werke des bekannten venezianischen Kartographen Vincenzo Maria Coronelli vom Ende des 17. Jahrhunderts.

Link: Jesi- The Planettiana Library

Kapstadt: Nationalbibliothek

Kapstadt: Nationalbibliothek - National Library of South Africa
Kapstadt_Nationalbibliothek_r Ort: Kapstadt (Cape Town), Südafrika
Art: Nationalbibliothek
Baustil: Klassizismus (Greek Revival)
Architekt: William Kohler
Fertiggestellt/Eröffnet: 1860
Person: George Grey
Verlag: Paul Schaefer & Co.
Signatur: 108
Datierung (Karte): 1905

Die 1818 gegründete älteste Bibliothek Afrikas geht auf die Initiative mehrerer in Kapstadt ansässiger Händler zurück, die den Gouverneur der Kapkolonie Lord Charles Henry Somerset die Gründung einer öffentlichen Bibliothek empfahlen. Der Gouverneur erhob zur Finanzierung eine Steuer auf importierte Weine, und 1822 öffnete die Bibliothek ihre Tore als eine der ersten kostenlosen Leihbibliotheken des British Empire. Den Grundstein für das Gebäude in der Queen Victoria Street, am nördlichen Ende von Company’s Garden, legte 1858 der Gouverneur der Kapkolonie George Edward Grey, der der Bibliothek an die 5000 Bücher und Manuskripte aus seiner Privatsammlung vermachte, darunter wertvolle Werke des Mittelalters und der Renaissance. Die Einweihung erfolgte 1860 durch Prinz Alfred, den zweitgeborene Sohn der britischen Königin Victoria und späteren Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha. Das Gebäude beherbergte zunächst sowohl die Bibliothek als auch das Museum von Kapstadt, bevor dieses 1897 ein eigenes Gebäude bezog. Architektonisches Vorbild für den klassizistischen Bau des Architekten W. H. Kohler dürfte das Fitzwilliam-Museum in Cambridge von George Basevi gewesen sein. Seit 1999 bildet die Bibliothek einen der beiden Standorte der Nationalbibliothek Südafrikas. Vor dem Hauptportal steht eine Statue von George Edward Grey; der schottische Bildhauer William Calder Marshall schuf sie im Jahr 1863.

Link: Cape Town History – South African Public Library

Aigen-Schlägl: Stift Schlägl

Aigen-Schlägl: Stift Schlägl, Bibliothekssaal (1852) Stift_Schlaegl_Bibliothek_r
Ort: Aigen-Schlägl (Österreich)
Art: Klosterbibliothek (Prämonstratenser)
Baustil: Neobarock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1852
Verlag: Postkarten-Industrie (POSTIAG)
Fotograf: Lichtbildstelle, Wien
Bemerkung: Aus der Serie „Geschichts- und Kunstdenkmale Österreichs“
Gelaufen: 1929

Das Stift Schlägl wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Zisterzienser-Kloster gegründet, bestand aber nur kurze Zeit als solches, bevor es 1218 von Prämonstratensern besiedelt wurde. Es ist eines der wenigen Stifte in Österreich, das zum Teil noch seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt hat. Seit dem 17. Jahrhundert war die Stiftsbibliothek im Erdgeschoss des Konventsgebäudes untergebracht, bis 1829 mit den Arbeiten an einem neuen Bibliothekssaal an der Ostflanke des Stifts begonnen wurde. 1852 wurde der neubarocke Saal eingeweiht. Die Bücherschränke stammen von dem Tischler Anton Simmel, der dabei dem Vorbild der Schränke des Stifts St. Florian folgte. Die 1870 fertiggestellten Deckengemälde von Ferdinand Weis nach Entwürfen von August Palme stellen Gestalten der christlichen Geistesgeschichte dar. Die Bücher waren ursprünglich nach inhaltlichen Kriterien aufgestellt; Mitte des 20. Jahrhunderts wurde diese Ordnung von einer an optischen Gesichtspunkten orientierten Aufstellung abgelöst.

Link: Klösterreich: Stift Schlägl (Bilder)

Tarragona: Colegio de Jesús-Maria

Tarragona: Colegio de Jesús-Maria, Bibliothek
Colegio de Jesús-Maria Tarragona Biblioteca r Ort: Tarragona
Art: Schulbibliothek
Architekt: Ignasi Jordà i Arnalich
Fertiggestellt/Eröffnet: 1858
Verlag: Fototipia Thomas
Signatur: 9716
Datierung (Karte): ca. 1911-1920

Das Colegio de Jesús-Maria war eine Mädchenschule, die 1857 von Nonnen der Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare gegründet wurde. Diese Ordensgemeinschaft (spanisch Misioneros del Sagrado Corazón) war 1854 von dem französischen Priester Jules Chevalier gegründet worden. Ihr Schulprofil lautete „Sensibel werden für Gott, die eigene Würde und Berufung sowie für den Anderen, besonders den Schwächeren.“ 1858 wurde in der Calle Méndez Núñez in Tarragona ein Schulgebäude nebst einer Kapelle erbaut, Architekt war Ignasi Jordà Arnalich. Letztere wurde 20 Jahre später durch eine größere neogotische Kapelle ersetzt. Nach dem Weggang der Nonnen aus Tarragona wurde die Schule 1978 abgerissen, heute steht nur noch die Kapelle. In ihr befindet sich ein Altar des bekannten spanischen Architekten Antoni Gaudí, den er noch als Student entwarf.

Link: Església de Jesús i Maria
Link: El santuario de Nuestra Señora del Sagrado Corazón

Jena: Universitätsbibliothek

Jena: Universitätsbibliothek
jena_r Ort: Jena
Art: Hochschulbibliothek
Baustil: Neorenaissance
Architekt: Carl Heinrich Ferdinand Streichhan
Fertiggestellt/Eröffnet: 1858
Verlag: Stengel & Co.
Signatur: 37697
Datierung (Karte): 1901-1910 (ca.)

Das Gebäude am Rande des fürstlichen Lustgartens (Fürstengraben) entstand Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Umbau eines alten Kornhauses (Zinsgetreidescheune des Großherzoglichen Rentamtes). Der Architekt war Carl Heinrich Ferdinand Streichhan (1814-1884), ein Schüler von Karl Friedrich Schinkel und seit 1848 Oberbaudirektor des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Das Gebäude im Stil der italienischen Frührenaissance wurde 1858 zum 300-jährigen Jubiläum der Universität eingeweiht, es galt damals als eines der modernsten Bibliotheksgebäude in Deutschland. Am 9. Februar 1945 wurde das Gebäude durch Bomben zerstört, dabei starben 16 Menschen, unter ihnen auch der Direktor der Bibliothek. In den Jahren 1998-2001 entstand an derselben Stelle das jetzige Hauptgebäude der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB).

Link: Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena: Objekt des Monats

Liverpool: Central Library

Liverpool: Central Library
liverpool_central_library_r Ort: Liverpool
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Neoklassizismus
Architekt: Thomas Allom
Fertiggestellt/Eröffnet: 1860
Person: William Brown
Verlag: Misch & Stock’s
Signatur: 515/5 (50941)
Bemerkung: Photo by Graphotone Co.
Datierung (Karte): 1901-1910

Das neoklassizistische Gebäude wurde 1860 als William Brown Library and Museum eröffnet. William Brown, ein Kaufmann und Politiker, hatte es finanziert. Es war das erste Gebäude in Großbritannien, das eigens für eine Öffentliche Bibliothek errichtet wurde. Der Architekt war Thomas Allom (1804-1872), der sich auch als Illustrator einen Namen gemacht hatte. 1906 wurde das Gebäude erweitert und erhielt eine große Freitreppe. Auf der Karte ist noch der Zustand vor dieser Erweiterung zu sehen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört und anschließend wiederaufgebaut.

Link: Liverpool, Library and Museum