Leipzig: Stadtbibliothek

Stadtbibliothek Leipzig
Leipzig Stadtbibliothek r

Ort: Leipzig
Art: Öffentlichhe Bibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Friedrich Seltendorf
Fertiggestellt/Eröffnet: 1756
Verlag: Max Nierth
Fotograf: Hermann Walter
Signatur: 226
Bemerkung: Aus der Serie Das alte Leipzig
Datierung: ca. 1885 (Foto); 1899 (Karte)

Die Stadtbibliothek Leipzig geht auf eine Schenkung des Leipziger Advokaten Huldreich Groß zurück, der 1677 sein Vermögen und seine Privatbibliothek dem Leipziger Rat vermachte, um eine Bibliothek „zum Nutzen der studierenden Stadtjugend“ zu gründen. Bereits vorher hatte es private Schenkungen und Stiftungen an den Rat gegeben. Die Bücher wurden 1683 im ersten Stock des alten Zeug- und Gewandhauses untergebracht und 1711 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ratsbibliothek entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einer wissenschaftlichen Bibliothek und umfasste auch eine Kunst- und Raritätensammlung. 1740 begann man mit dem Umbau des Gewandhauses, um die gewachsene Sammlung besser unterbringen zu können. Der Bibliotheksflügel zwischen Neumarkt und Universitätsstraße wurde 1756 nach Entwürfen des Architekten Friedrich Seltendorf (1700-1778) fertiggestellt. Der große Bibliothekssaal erstreckte sich über die gesamte Länge des Gebäudes und sollte ursprünglich mit einer umlaufenden Galerie versehen werden. Diese Raumkonzeption wurde aber nicht verwirklicht, und der fertiggestellte Saal war völlig schmucklos, mit Ausnahme eines 15 Meter breiten, mit Blumen- und Muschelornamenten verzierten schmiedeeisernen Gitters, das der Schlossermeister Gottlieb Böttger 1748 angefertigt hatte und das den Raum in einen Hauptsaal und einen Vorraum trennte. Zeitgenossen bezeichneten den Saal als schönste Bibliothek Deutschlands.

In dem benachbarten Zeughausflügel, in dem sich die Bibliothek vorher befunden hatte, wurde in den Jahren 1780–1781 ein Konzertsaal eingebaut, nach dem die Gewandhauskonzerte und das Gewandhausorchester benannt wurden. Von 1893 bis 1901 wurde das gesamte Gebäudeensemble zwischen zwischen Kupfergasse, Gewandgässchen, Universitätsstrasse und Neumarkt abgerissen bzw. umgebaut; es entstand das „Städtisches Kaufhaus Leipzig“, ein großes Messehaus für Mustermessen, in das die Stadtbibliothek integriert wurde. Beim Luftangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943 wurde das Gebäude vollständig zerstört, dabei wurde auch fast der gesamte Buchbestand vernichtet. Nach verschiedenen provisorischen Unterbringungen ist seit 1991 das ehemalige Alte Grassimuseum am Wilhelm-Leuschner-Platz der Hauptstandort der Leipziger Stadtbibliothek.

Link: Geschichte der Leipziger Städtischen Bibliotheken

Stift Herzogenburg

Stift Herzogenburg: Spätbarocke Bibliothek (1751-54)
Stift Herzogenburg Bibliothek r Ort: Herzogenburg (Österreich)
Art: Klosterbibliothek (Augustiner-Chorherren)
Baustil: Barock
Fertiggestellt/Eröffnet: 1751/1754
Fotograf: Anton Willert
Signatur: 83868
Gelaufen: 1934

Das Augustiner-Chorherren Stift Herzogenburg wurde Anfang des 12. Jahrhunderts durch Bischof Ulrich I. von Passau gegründet. Ursprünglich befand es sich in dem kleinen Ort St. Georgen an der Traisen, im Mündungsgebiet der Traisen in die Donau, wurde aber im Jahr 1244 wegen häufiger Überschwemmungen einige Kilometer flussaufwärts nach Herzogenburg verlegt. Seine heutige Erscheinungsform erhielt das Kloster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts; an der barocken Umgestaltung der Anlage waren die Architekten Jakob Prandtauer, Johann Bernhard Fischer von Erlach und Joseph Munggenast beteiligt. Die Stiftsbibliothek wurde in den Jahren 1751-1754 erbaut; der spätbarocke Raum ist nicht als repräsentativer Prunksaal angelegt, sonden eher als intimer Raum für die Studien der Augustiner-Chorherren. Die Deckenmalereien stammen von dem italienischen Maler Domenico Francia, die Bücherschränke entwarf der österreichische Orgelbauer Johann Hencke. Die Bibliothek umfasst insgesamt 60.000 Bände, darunter als älteste Handschrift ein Psalterium aus dem 12. Jahrhundert. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden von den 1920ern bis in die 1960er Jahre zahlreiche wertvolle Inkunabeln verkauft. Zum 900-jährigen Jubiläum im Jahr 2012 wurde das Kloster umfassend renoviert.

Link: Stift Herzogenburg – Stiftsbibliothek

Kerkrade: Abtei Rolduc

Kerkrade: Abtei Rolduc - Bibliothek (Joseph Moretti, 1754)
Kerkrade Abtei Rolduc Bibliothek r Ort: Kerkrade
Art: Klosterbibliothek (Augustiner-Chorherren)
Baustil: Rokoko
Architekt: Joseph Moretti
Fertiggestellt/Eröffnet: 1754
Verlag: B. Kühlen Verlag, Mönchengladbach
Datierung (Karte): ca. 1911-1920

Die Abtei Rolduc (Klosterrath) geht auf eine kleine Kapelle zurück, die der Priester Ailbertus von Antoing zusammen mit seinen beiden Brüdern Thyemo und Walgerus im Jahr 1104 erbaute. Seine Blütezeit erlebte das Kloster Mitte des 12. Jahrhunderts, als es Familienkloster der Herzöge von Limburg war. Gleichzeitig mit der Abtei war zu ihrem Schutz die Grenzfestung und Zollburg Rode erbaut worden. Kurioserweise befinden sich Kloster und Burg heute, obwohl nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt, in zwei verschiedenen Ländern: die Burg fiel durch den Wiener Kongress 1815 an Preußen und liegt heute im Stadtgebiet von Herzogenrath (Nordrhein-Westfalen). Das Kloster Rolduc erlebte nach einer langen Zeit des Niedergangs und Verfalls ab 1680 einen neuen Aufschwung, hauptsächlich finanziert durch Einnahmen aus Steinkohlegruben. Im 18. Jahrhundert entstand ein neuer Flügel im Stil des Rokoko, dessen Architekt der Aachener Baumeister Joseph Moretti war. Die Bibliothek mit reicher Stuckverzierung wurde im Jahr 1754 fertiggestellt. Nach der Aufhebung des Klosters in der Französischen Revolution standen die Gebäude zunächst leer, danach beherbergten sie unter anderem ein Priesterseminar sowie ein Gymnasium mit Internat. Heute ist Rolduc die größte Klosteranlage der Beneluxländer und wird vorwiegend als Hotel und Kongresszentrum genutzt. Die Bibliothek ist nur für wissenschaftliche Nutzung zugänglich.

Link: Kerkgebouwen in Limburg – Abdijkerk Rolduc en abdijgebouwen
Link: Abtei Rolduc durch die Jahrhunderte

Salvador (Bahia): Franziskanerkonvent

Bahia: Igreja e Convento de São Francisco - Biblioteca de São Boaventura
Salvador_Bahia_Biblioteca_de_Sao_Boaventura_r Ort: Salvador (Bahia)
Art: Klosterbibliothek
Baustil: Barock / Rokoko
Fertiggestellt/Eröffnet: 1751
Datierung (Karte): 1930er Jahre (ca.)

Die Küstenstadt Bahia – heute Salvador – wurde  im Jahr 1549 gegründet und war bis 1763 Hauptstadt Brasiliens. Das Historische Zentrum („Pelourinho“) verbindet europäische, afrikanische und indianische Einflüsse und zeichnet sich durch hervorragende Architektur des 16. bis 18. Jahrhunderts aus. Seit 1985 gehört es zum UNESCO-Welterbe. Im Jahr 1587 kamen Franziskaner nach Bahia und gründeten ein Kloster (Convento e Igreja de São Francisco). Die prächtige barocke Kirche und das Konventsgebäude sind bedeutende Zeugnisse der Kolonialzeit Brasiliens. Die Bibliothek wird heute nicht mehr benutzt, kann aber besichtigt werden. Sie befindet sich im Obergeschoss und weist einen Altar auf, der dem Philosophen, Theologen und Generalminister der Franziskaner Bonaventura (1221-1274) gewidmet ist, sowie Deckenmalereien und mit Schnitzereien verzierten Bücherregale.

Link: Maria Helena Ochi Flexor: Churches and Convents of Bahia

Stift St. Florian: Stiftsbibliothek

Stift St. Florian: Stiftsbibliothek
Stift_St_Florian_Bibliothek_r Ort: St. Florian
Art: Klosterbibliothek (Augustiner-Chorherren)
Baustil: Barock
Architekt: Johann Gotthard Hayberger
Fertiggestellt/Eröffnet: 1751
Verlag: Druckerei Prietzel
Fotograf: J. Leitenmüller (evtl.)
Signatur: 850
Datierung (Karte): 1922

Das Augustiner-Chorherrenstift Sankt Florian unweit Linz ist eines der bekanntesten Barockklöster Oberösterreichs. Das Kloster geht auf eine Gründung aus dem 11. Jahrhundert zurück, die barocken Bauwerke entstanden zwischen 1686 und 1750. Die 1751 vollendete Stiftsbibliothek ist eine der geschichtsträchtigsten Klosterbibliotheken Österreichs, sie enthält an die 150.000 Bände. Baumeister des Bibliothekssaals war Johann Gotthard Hayberger, teilweise nach Plänen von Jakob Prandtauer. Das Deckenfresko stammt von Bartolomeo Altomonte (1694-1783), der als letzter großer Vertreter der Barockallegorie gilt. Musikliebhabern ist St. Florian im Zusammenhang mit Anton Bruckner bekannt, der hier in den Jahren 1848-1855 als Organist wirkte.

Link: Augustiner-Chorherrenstift St. Florian – Stiftsbibliothek

Mannheim: Schlossbibliothek

Schloss Mannheim: Schlossbibliothek
mannheim_r Ort: Mannheim
Art: Schlossbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Nicolas de Pigage
Fertiggestellt/Eröffnet: 1756
Verlag: Franz Walter
Fotograf: Hubert Lill (1863-1934)
Signatur: Mhm. 25
Gelaufen: 1915

Mit dem Bau des Barockschlosses Mannnheim, der Residenz der Kurfürsten von der Pfalz, wurde im Jahr 1720 begonnen. Unter Kurfürst Karl Theodor wurde als letzter Abschnitt der Ostflügel ausgebaut. Darin befindet sich der große Bibliothekssaal, der 1756 von dem Rokoko-Architekten Nicolas de Pigage konzipiert wurde. Das Deckengemälde „Chronos entschleiert die Wahrheit“ stammt von Lambert Krahe, weitere Deckenmalereien von Philipp Hieronymus Brinckmann. Die Bibliothek war eine der größten Hofbibliotheken ihrer Zeit und gilt als eine der letzten Bibliothekssäle innerhalb einer deutschen Schlossanlage. Beim Übergang Mannheims an Baden im Jahre 1803 wurden ihre Bestände größtenteils nach München gebracht. Im zweiten Weltkrieg wurde der Bibliothekssaal zerstört. Heute dient der Saal als Aula der Universität.

Link: Stadtarchiv Mannheim – Institut für Stadtgeschichte (Blog mit historischen Fotos)

Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald

Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald, BIbliothek
st peter schwwarzwald r Ort: St. Peter
Art: Klosterbibliothek (Benediktiner)
Baustil: Rokoko
Architekt: Peter Thumb
Fertiggestellt/Eröffnet: 1752
Verlag: Verlag Karl Alber
Signatur: 5500
Datierung (Karte): 1950-1955 (ca.)

Das Benediktinerkloster St. Peter auf dem Schwarzwald geht auf eine Gründung des 11. Jahrhunderts zurück. Die barocke Klosterkirche aus den 1720er Jahren stammt von Peter Thumb, der auch die 1752 fertiggestellte prächtige Rokoko-Bibliothek mit Deckengemälden von Benedikt Gambs entwarf. Im Zuge der Säkularisation wurde die Abtei 1806 aufgelöst, heute wird sie als Geistliches Zentrum der Erzdiözese Freiburg genutzt.

Link: Kloster St. Peter im Schwarzwald auf der Seite „Klöster in Baden-Württemberg“