Cerniat: Kartause La Valsainte

Cerniat: Kartause La Valsainte, Bibliothek
Cerniat_Kartause_La_Valsainte_Bibliothek_r Ort: Cerniat (Schweiz)
Art: Klosterbibliothek (Kartäuser)
Verlag: Photo-Hall Glasson
Fotograf: Simon Glasson
Signatur: 3015
Datierung (Karte): vor 1939
Datierung (Foto): vor 1933

Die Kartause „La Valsainte“ bei Cerniat im Herzen des Javrotals im Schweizer Kanton Freiburg geht auf eine Gründung des 13. Jahrhunderts zurück. Der Name lautete ursprünglich Val de tous les Saints (Tal aller Heiligen). Nach einer wechselvollen Geschichte wurde das Kloster im Jahr 1778 mit Billigung des Papstes aufgehoben, die Mönche siedelten nach La Part-Dieu bei Bulle über. Fast hundert Jahre später konnte das Kloster von den Kartäusern zurückerworben werden. Die heutigen Gebäude stammen hauptsächlich aus dem 17. Jahrhundert und dem Ende des 19. Jahrhunderts. In den 1970er Jahren wurde die Kirche renoviert, dabei wurde das rautenförmige Parkett in die Bibliothek verlegt (auf dieser Karte ist noch der ursprüngliche einfache Holzfußboden zu sehen). 2006 musste ein Teil der Gebäude abgerissen werden, da ein Hang ins Rutschen geraten war. Wie alle Kartäuserkloster kann die Kartause La Valsainte nicht besichtigt werden, da die Mönche sich einem zurückgezogenen Leben gewidmet haben. Im Heimatmuseum von Charmey kann jedoch im Saal „La Valsainte“ eine original möblierte Zelle des Klosters besichtigt werden.

Das Foto stammt von Simon Glasson (1882 – 1960), der zunächst als Amateurfotograf tätig war und 1921 ein Fotostudio in Bulle eröffnete. Bis 1950 gab er eine große Zahl von Ansichtskarten heraus, darunter viele Ansichten alpiner Landschaften. 2002 wurde das von ihm gegründete Unternehmen Photo-Hall geschlossen, der Nachlass befindet sich heute im Musée gruérien in Bulle.

Link: Peter F. Kopp: LaValsainte (Historisches Lexikon der Schweiz)
Link: Musée gruérien – Sammlung Glasson
Link: Ein Tag im Leben der Kartäuser von La Valsainte (Video von 1961)