Le Mans: La Bibliothèque de la Préfecture

Le Mans: La Bibliothèque de la Préfecture
Le_Mans_Bibliotheque_de_la_Prefecture r Ort: Le Mans (Frankreich)
Art: Öffentliche Bibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1791 (?)
Verlag: Neurdein et Cie / (L. Joniaux?)
Signatur: 169
Gelaufen: 1906

Wie viele öffentliche Bibliotheken in Frankreich verdankt die Bibliothek von Le Mans ihr Entstehen der Auflösung der Klöster während der Französischen Revolution. In Le Mans wurden die beschlagnahmten Bestände auf drei Standorte aufgeteilt: die Abtei Saint-Vincent, die Abtei Saint-Pierre de la Couture sowie das Collège des Oratoriens. Der auf der Karte abgebildete Saal befand sich in der Abtei Saint-Pierre de la Couture, einem ehemaligen Benediktinerkloster, das seit 1791 neben der Bibliothek auch die Präfektur sowie weitere öffentliche Einrichtungen beherbergte. Die Bibliothek blieb dort bis 1931, bevor sie in ein Gebäude in der Rue Gambetta umzog. Heute befindet sie sich in einem modernen Gebäude des Architekten Jean-Louis Bertrand aus dem Jahr 1988 (Médiathèque Louis-Aragon). Die Gebäude der Abtei Saint-Pierre de la Couture, die durch die verschiedenen Nutzungen zum Teil stark verändert worden waren, wurden in den 1960er Jahren durch den Architekten Louis-Jean Lagrange restauriert und beherbergen heute die Präfektur des Départements Sarthe.

Link: L’Abbaye Saint-Pierre de la Couture

Straßburg: Landesbibliothek (Palais Rohan)

Strassburg (Strasbourg) - Landesbibliothek - Palais Rohan
Strassburg - Landesbibliothek - Palais Rohan r Ort: Straßburg (Frankreich)
Art: Hochschulbibliothek, Landesbibliothek
Baustil: Barock
Architekt: Robert de Cotte (Entwurf) und Joseph Massol (Ausführung)
Fertiggestellt/Eröffnet: 1741 / 1871
Person: Louis de Rohan
Verlag: Römmler & Jonas
Signatur: 1514 gina
Datierung (Karte): vor 1900

Die Universitäts- und Landesbibliothek Straßburg wurde 1871/1872 gegründet. Nachdem im deutsch-französischen Krieg mit der städtischen Bibliothek eine der größten und ältesten humanistischen Bibliotheken Europas verbrannt war, kamen durch einen Spendenaufruf 200.000 Bände für die neugegründete Bibliothek zusammen. Erster Standort war das Palais Rohan, ein prachtvolles Barockpalais, das in den Jahren 1732 bis 1741 erbaut worden war. Das Palais Rohan hatte im 18. Jahrhundert den Fürstbischöfen und Kardinälen aus der Familie Rohan als Stadtresidenz gedient. Der letzte von ihnen, Louis de Rohan, hatte in der berühmten Halsbandaffäre um Königin Marie Antoinette eine unrühmliche Rolle gespielt. Seit 1872 hieß die Bibliothek „Kaiserliche Universitäts- und Landesbibliothek zu Strassburg“ (KULBS). Da das Palais Rohan sich bald als zu klein und zu wenig sicher für die neue Bibliothek erwies, bezog diese 1895 ein neues Gebäude am Kaiserplatz. Im Palais Rohan befinden sich heute das Archäologische Museum, das Kunstgewerbemuseum, das Museum für schöne Künste sowie die städtische Galerie Robert Heitz.

Link: Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg

La Tronche (Meylan): Grand Séminaire

La Tronche (Meylan): Grand Seminaire, Bibliothèque
Meylan La Tronche Grand Seminaire Bibliotheque r Ort: Meylan
Art: Priesterseminar
Fertiggestellt/Eröffnet: 1925
Datierung (Karte): um 1925

Das Priesterseminar der Diözese Grenoble wurde 1674 auf Initiative von Kardinal Étienne Le Camus, Bischof von Grenoble, gegründet. Nach der Schließung des Seminars im Jahr 1906 im Zuge des Gesetzes zur Trennung von Kirche und Staat wurde es im darauffolgenden Jahr in Meylan in einem ehemaligen Kapuzinerkloster wiedereröffnet. Während des Ersten Weltkriegs wurden die Räumlichkeiten des Seminars zum Teil als Lazarett genutzt. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde unweit der Villa des Ombrages, der früheren Sommerresidenz der Bischöfe von Grenoble, mit dem Bau eines neuen Seminargebäudes im italienisierenden Stil begonnen, das 1925 fertiggestellt wurde (heute „Centre Théologique de Meylan“).

Link: Bibliothèque du Centre Théologique de Meylan

Schloss Houécourt

Schloss Houecourt - Bibliothek
Schloss Houecourt Bibliothek r Ort: Houécourt
Art: Adelsbibliothek
Fertiggestellt/Eröffnet: 1616
Verlag: Edition „Artistic“, Paris
Person: Claude-Antoine-Gabriel de Choiseul
Datierung (Karte): vor 1918

Das Dorf Houécourt im Süden Lothringens ist nach dem gleichnamigen Geschlecht benannt, das hier im 14. Jahrhundert eine Burg errichtet hatte. Diese ging später in den Besitz der einflussreichen Familie Ligneville über. Schloss Houécourt wurde im Jahr 1616 erbaut, im 18. Jahrhundert gelangte es in den Besitz der Familie Choiseul. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Schloss der Wohnsitz von Antoine-Gabriel de Choiseul (1760-1838), der einen turbulenten Lebensweg hinter sich hatte. Aufgewachsen unter der Obhut seines Verwandten Étienne-François de Choiseul, eines führenden französischen Staatsmanns des Ancien Régime, blieb er während der Französischen Revolution Legitimist und war am Fluchtversuch von Ludwig XVI. im Jahr 1791 (Flucht nach Varennes) beteiligt. Als Gegner der Französischen Republik wurde er 1795 inhaftiert, konnte aber fliehen und versuchte nach Indien zu segeln. Vor der französischen Küste erlitt er Schiffbruch und wurde zum Tode verurteilt, es gelang ihm jedoch erneut die Flucht. Unter Napoleon wurde ihm die Rückkehr nach Frankreich gestattet, später wurde er Pair von Frankreich, Aide-de-camp des Bürgerkönigs Louis-Philippe I. sowie Direktor des Louvre. Von 1810 bis zu seinem Tod 1838 war er Bürgermeister von Houécourt und Generalkonsul des Département Vosges. Seine Gemäldesammlung bildete den Grundstein für das Musée Départmental des Vosges in Épinal. Das Schloss Houécourt wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zerstört. Zu diesem Zeitpunkt war es im Besitz der Nachkommen der Choiseul-Stainville, der Familie Duc de Marmier bzw. Marmier-Choiseul. Die Aufschrift auf der Rückseite der Karte stammt von „A. de Marmier“. Heute existieren von dem Anwesen nur noch der Park sowie einige Nebengebäude.

Link: Hommage au Duc de Choiseul-Stainville (1760-1838)
Link: Dictionnaire des Vosgiens célèbres

Chambéry: Musée-bibliothèque

Chambéry: Musée-bibliothèque
Chambery Musee Bibliotheque r Ort: Chambéry
Art: Öffentliche Bibliothek
Architekt: François Pelaz
Fertiggestellt/Eröffnet: 1889
Verlag: Jullien frères / Librairie A. Perrin
Signatur: 2479
Gelaufen: 1904

Das auf dieser Karte abgebildete Gebäude war ursprünglich eine Kornhalle (Halle aux grains bzw. Grenette). Im Jahr 1860 wurde darin die Volksabstimmung über die Abtretung der alten Gebiete von Savoyen an Frankreich abgehalten (Vertrag von Turin). 1889 wurde es durch den Architekten François Pelaz zu einem Museums- und Bibliotheksgebäude umgebaut und vergrößert. Die Bibliothek befand sich im ersten Stock bis zum Jahr 1992, als sie einen Neubau (Médiathèque Jean-Jacques Rousseau) bezog. Das Musée des Beaux-Arts wurde zwischen 2009 und 2011 grundlegend saniert.

Link: Musée des Beaux-Arts de Chambéry

Schloss Malmaison

Schloss Malmaison - Bibliothek (Charles Percier und Pierre-François-Léonard Fontaine)
Malmaison-Bibliotheque_r Ort: Rueil-Malmaison
Art: Privatbibliothek
Baustil: Empire
Architekt: Charles Percier und Pierre-François-Léonard Fontaine
Fertiggestellt/Eröffnet: 1800
Person: Napoleon Bonaparte
Verlag: Edition S. I. C.
Signatur: 7
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das Gebäude stammt von Anfang des 17. Jahrhunderts. Unter Napoleon, der hier während seiner Zeit als Konsul mit seiner Frau Joséphine de Beauharnais zeitweise lebte, wurde es grundlegend umgestaltet. Dafür wurden die beiden jungen Architekten Percier und Fontaine beauftragt, die in Italien die klassische Architektur studiert hatten. Die Bibliothek entstand 1800 durch die Zusammenlegung dreier kleinerer Räume, die Schächte der Küchenabzüge wurden durch Spiegel und Mahagonisäulen verkleidet. Die Bücherschränke enthielten ursprünglich mehr als 4000 Bücher, außerdem sammelte Napoleon hier seine 750 Orden.

Link: History of the Château de Malmaison

Dampierre-en-Yvelines: Schloss Dampierre

Dampierre-en-Yvelines: Schloss Dampierre, Bibliothek
Dampierre-en-Yvelines Schloss Dampierre r Ort: Dampierre-en-Yvelines
Art: Schlossbibliothek
Person: Honoré Théodoric d’Albert de Luynes
Verlag: A. Bourdier
Signatur: 53
Datierung (Karte): vor 1909

Schloss Dampierre (Château de Dampierre) ist eines der größten französischen Schlösser im Privatbesitz. Charles Honoré d’Albert, ein Vertrauter und Berater von Ludwig XIV., ließ es ab 1675 nach Plänen des Architekten Jules Hardouin-Mansart errichten; seitdem befindet es sich im Besitz der Familie d’Albert de Luynes. Die Bibliothek der Herzöge von Luynes geht auf Marie de Rohan-Montbazon (1600-1679) zurück, die für ihre Liebessaffären berühmt war und als Figur im Roman „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas Eingang in die Literatur fand. Dem 6. Herzog von Luynes gelang es, die Bibliothek unbeschadet durch die Französische Revolution zu bringen; er selbst war zwar 1793 verhaftet worden, kam aber auf Betreiben der Einwohner von Dampierre wieder frei und lebte die Jahre darauf unbehelligt in seinem Schloss. Im 19. Jahrhundert ließ der 8. Herzog, Honoré Théodoric d’Albert de Luynes, ein bekannter Archäologe und Numismatiker, Teile des Schlosses durch den Architekten Félix Duban restaurieren. Die Bibliothek, eine der bedeutendsten Privatbibliotheken Frankreichs, wurde 2013 bei Sotheby’s versteigert.

Link: Le trésor du château de Dampierre aux enchères (Le Figaro, 25.01.2013)
Link: Sotheby’s – Bibliothèque des ducs de Luynes, Château de Dampierre

Amiens: Bibliothèque Louis Aragon

Amiens: Bibliothèque Louis Aragon
Amiens Bibliotheque Louis Aragon r Ort: Amiens
Art: Öffentliche Bibliothek
Baustil: Klassizismus
Architekt: François-Auguste Cheussey
Fertiggestellt/Eröffnet: 1823
Verlag: Edition E. Harmignies
Signatur: 23
Datierung (Karte): ca. 1920er Jahre

Das klassizistische Gebäude wurde 1823 von dem Architekten François-Auguste Cheussey erbaut. Es sollte die umfangreichen Bestände aufnehmen, die der Stadt im Zuge der Enteignung von Klöstern während der Französischen Revolution zugefallen waren. (Ein erster Plan hatte vorgesehen, zu diesem Zweck das Rathaus um ein Stockwerk zu erhöhen). Die Bibliothek ist eine der ältesten öffentlichen Bibliotheken Frankreichs. Die Büste im Vordergrund zeigt den Bürgermeister von Amiens, Frédéric Petit (1836-1895). Sie stammt von dem Bildhauer Albert Roze und wurde 1897 aufgestellt. Im Jahr 1900 wurde das Hauptgebäude der Bibliothek um zwei Flügel erweitert. Heute trägt die Bibliothek den Namen des französischen Dichters und Schriftstellers Louis Aragon.

Link: Louis Aragon Library

Clermont-Ferrand: Stadt- und Universitätsbibliothek

Clermont-Ferrand: Stadt- und Universitätsbibliothek
Clermont-Ferrand Stadt- und Universitätsbibliothek r Ort: Clermont-Ferrand
Art: Universitätsbibliothek, Öffentliche Bibliothek
Architekt: Gustave Adolphe Gerhardt
Fertiggestellt/Eröffnet: 1905
Verlag: Veuve Durand et Cie.
Signatur: 1310
Bemerkung: Aus der Serie „L’Auvergne Pittoresque“
Datierung (Karte): um 1905

Im Jahr 1905 wurde am Boulevard Lafayette ein Gebäude für die Bibliothek eingeweiht, die aus der Vereinigung von Stadtbibliothek und Universitätsbibliothek hervorgegangen war. Vorbild für diese Vereinigung, die Einwohnern, Professoren und Studenten die Benutzung erleichtern sollte, waren ähnliche Einrichtungen in Deutschland. Architekt des Gebäudes, das heute noch in veränderter Form existiert, war (vermutlich) Gustave Adolphe Gerhardt (1843-1921), der an der École des Beaux-Arts in Paris studiert hatte und 1865 mit dem Prix de Rome ausgezeichnet worden war.

Link: La Bibliothèque Clermont Université du boulevard Lafayette

Saint-Laurent-les-Bains: Notre-Dame-des-Neiges

Saint-Laurent-les-Bains: Notre-Dame-des-Neiges, Bibliothek
Saint-Laurent-les-Bains_Notre-Dame-des-Neiges_r Ort: Saint-Laurent-les-Bains
Art: Klosterbibliothek
Architekt: Léon Laurens
Fertiggestellt/Eröffnet: 1912
Verlag: Helio Jean Bernard
Signatur: 5775
Datierung (Karte): 1931-1940 (ca.)

Die Trappistenabtei Notre-Dame-des-Neiges („Maria Schnee“) liegt auf einer bewaldeten Hochebene des Vivarais. Mutterkloster ist das Kloster Aiguebelle, von dem aus im Jahr 1850 eine erste Gruppe von sieben Ordensleuten zu Fuß und mit nur einem Pferdewagen aufbrach. Die erste Zeit lebten sie in sehr einfachen Verhältnissen, bis 1861 die Gebäude fertiggestellt waren. In der Nacht vom 27. auf den 28. Januar 1912 zerstörte ein Feuer das Kloster; der Wiederaufbau wurde unmittelbar im Anschluss nach Plänen von Léon Laurens, Diözesanarchitekt von Mende, begonnen und zwei Jahre später fertiggestellt. Zu den berühmten Personen, die mit dem Kloster in Verbindung stehen, gehören der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson – er übernachtete hier vom 26. auf den 27. September 1878 – , der Priester, Mönch, Missionar und Mystiker Charles de Foucauld, der 1890 als Novize in das Kloster eintrat, sowie der französische Staatsmann Robert Schuman, der hier während des Zweiten Weltkriegs Zuflucht fand.

Link: Histoire de Notre Dame des Neiges
Link: Charles de Foucauld